"Selbst ein Handy auf dem 400.000 Kilometer entfernten

The Future's black

"Selbst ein Handy auf dem 400.000 Kilometer entfernten

Beitrag von The Future's black » 8. Dezember 2005 23:18

Handys (noch) verboten

Mobiltelefone: Wie gefährlich ist die Strahlung? Das Verbot im Krankenhaus oder im Flugzeug könnte bald fallen. Neue Studien weisen darauf hin.

Von Anne Kathrin Reiter
http://www.abendblatt.de/daten/2005/12/08/511350.html

Vor sechs Jahren kam John F. Kennedy junior bei einem Flugzeugabsturz in den Atlantik um. Er saß selbst am Steuerknüppel der Privatmaschine. Experten, engagiert vom US-Magazin "National Enquirer", wollten anschließend den Schuldigen für das Unglück aufgespürt haben: das Handy von Kennedys Frau Carolyn Bessette. Daß Mobiltelefone durch den stark strahlenden Sendersuchlauf elektronische Systeme beeinflussen können, ist bekannt - doch ob es dadurch zu solchen Katastrophen gekommen ist, wurde nie belegt. Dennoch sind Handys über den Wolken oder im Krankenhaus bisher verboten.

Die Verbote könnten jedoch bald fallen, denn Studien haben ergeben, daß die Strahlung moderner Mobiltelefone für Flugzeuge und medizinische Geräte nicht so gefährlich ist wie lange vermutet: Wissenschaftler der US-Mayo-Klinik fanden heraus ("Mayo Clinic Proceedings", Bd. 80, S. 1286), daß die Auswirkung von Handystrahlung auf Beatmungs- oder EKG-Geräte bei einer Entfernung von 80 Zentimetern kaum nachweisbar ist.

Wissenschaftler der Universität Gießen empfehlen einen Mindestabstand von einem Meter. "In normalen Patientenzimmern ist ein Handy kein Problem. Auch die medizinischen Apparate sind durch bessere Abschirmung weniger empfindlich als noch vor zehn Jahren", sagt Achim Enders, Experte für Elektromagnetische Verträglichkeit an der TU Braunschweig.

Nur im Operationsbereich, auf der Intensivstation und in der Nähe von Beatmungsgeräten oder Infusionspumpen sollten Handys verboten bleiben. Obwohl bisher nur die Medizinische Hochschule Hannover Handys auf allen Stationen erlaubt, beobachtet Enders, daß die Abwehrhaltung der Kliniken bröckelt.

Auch in einer anderen bisher handyfreien Zone wird es demnächst mit der Ruhe vorbei sein: Ende 2006 heben in Europa die ersten Linienflugzeuge ab, in denen Handynutzung erlaubt ist. Vorreiter bei der Entwicklung: die Lufthansa Technik in Hamburg.

Voraussetzung ist ein Antennenkabel, das durch die Kabine verläuft. Hohe Strahlungsintensitäten werden ausgeschlossen, weil das Mobiltelefon kein Signal direkt zu einer Bodenstation sendet. "Der Trick besteht darin, eine Minibasisstation an Bord des Flugzeugs zu installieren", sagt Prof. Erich Lutz vom Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Die Mobilantenne ist kaum größer als ein Mikrowellengerät und wiegt unter 80 Kilo. Die Umrüstung eines Flugzeugs kostet 250 000 Euro.

Allerdings betrachten Astronomen diese Entwicklung mit Skepsis. So fürchten Forscher des Max-Planck-Instituts für Radioastronomie in Bonn dann eine enorme Zunahme an Störungen, die schwache Signale aus dem All überdecken könnten. Selbst ein Handy auf dem 400 000 Kilometer entfernten Mond sei noch eine der stärksten Radioquellen überhaupt am Himmel.

Mobilfunkkonzerne hingegen reiben sich die Hände angesichts des bisher unausgeschöpften Wachstumsmarktes: Die Einnahmen aus Handygesprächen über den Wolken könnten sich nach Schätzungen der Technologiefirma Booz Allen Hamilton in fünf Jahren auf zwei Milliarden Euro belaufen. Ähnlich gewaltig dürfte der Verdienst in den Krankenhäusern ausfallen. Dort versuchen jedoch bisher private Betreiber von Telefonanlagen, Handygespräche vom Krankenbett aus zu verhindern.

erschienen am 8. Dezember 2005

Hans-U. Jakob

Re: "Selbst ein Handy auf dem 400.000 Kilometer entfern

Beitrag von Hans-U. Jakob » 9. Dezember 2005 08:55

Die spielen einfach mit dem Leben von ein paar Tausend Flugpassagieren. Die haben keine Skrupel und keine Moral.
Hauptsache die Kasse klingelt. Wenn dann etwas passiert engagiert man einige Oberingenieure die hochbezahlte Gutachten erstellen.
So um die Fr. 25'000 pro A4-Seite.
Ich kannte einen dieser Typen, der ist nach einem Gutachten pro Ausbau Kurzwellensender Schwarzenburg auf eine 12-monatige Weltreise verduftet.
Hans-U. Jakob

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