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Elektrosmog und Politiker
Verfasst: 6. Januar 2006 20:27
von Elisabeth Buchs
Mein elektrosensibler Kollege sagt jeweils: wir müssen uns an die Parlamentarier wenden (was wir auch tun z.B. mit Briefen an den Bundesrat und Broschürenversand an die Bundesämter und Parlamentarier). Doch manchmal könnte man verzweifeln, wie wenig unsere Behörden zum Schutz von besorgten Bürgern und Elektrosensiblen, Betroffenen, Geschädigten unternehmen, z.B. Stopp für weitere Drahtlostechnologien wie UMTS und WiMAX und Grenzwertsenkung. Das schlimmste scheint mir jedoch, wenn die Verantwortung an internationale Organisationen wie die WHO abdelegiert wird.
Nun habe ich zwei interessante Texte gelesen, wie sich Parlamentarier in unserem Sinn einsetzen:
Am 16. Dezember 2005 hat Nationalrätin Pia Hollenstein eine Interpellation im Nationalrat zum Schutz vor Strahlung durch DECT-Telefone eingereicht (den W-Lan hätte sie auch noch gleich dazu nehmen können!) Mehr Informationen hier:
http://www.kombas.ch/024be2973e14ca611/ ... 1c007.html
Von Interesse in Hinblick auf die nächsten Wahlen - Wahltag ist Zahltag und nur die grössten Kälber wählen ihre Metzger sälber - scheint mir auch, wer als Mitunterzeichnende aufgeführt ist (erstaunlicherweise ist Felix Gutzwiller auch aufgeführt).
Zum nationalen Forschungsprogramm findet man das Postulat von Ursula Wyss auf
www.parlament.ch/afs/data/d_gesch_20003682.htm
Da sieht man u.a., dass das Postulat am 23.3.2001 bekämpft wurde, bzw. die Diskussion verschoben und erst am 4.3.2002 angenommen wurde. Auch hier ist eine Mitunterzeichner-Liste vorhanden. Bekämpft wurde das Postulat von Georges Theiler, dem Mobilfunk-Lobbyisten.
Elisabeth Buchs
Re: Elektrosmog und Politiker
Verfasst: 7. Januar 2006 18:15
von Hans-U. Jakob
Die allermeisten Leute haben da ganz falsche Vorstellungen und glauben, Parlamentarier hätten gar nichts anderes zu tun, als auf Post von uns zu warten.
Also, das geht folgendermassen. Man kann Massensendungen dem Sekretariat der Bundesversammlung abgeben. Wenn man Glück hat, wird die Sndung privilegiert behandelt und am Morgen vor den Parlamentssitzungen jedem Abgeordneten ein Exemplar aufs Pültchen gelegt. Sehr schön, oder? Der Haken dabei ist folgender: Wenn der Parlamentarier erscheint, liegt da bereits ein Stapel von ca. 40cm Höhe.
Denn andere haben die selbe gloorreiche Idee gehabt wie wir. Ha, ha!
Der Parlamentarier atmet einmal tief durch und befördert das Ganze meist ungelesen in den Abfall. Es sei denn, er habe beim sehr raschen Durchblättern gerade ein hübsches Bildchen entdeckt, das ihn anspricht.
Gehört man nicht zu den Privilegierten, wird die Sendung am Durchgang von der Wandelhalle zum Ratssaal so gestapelt, dass jeder Parlamentarier selber ein Exemplar nehmen kann. Nur da liegen meist schon ein ganzes Duzend solcher Stapel. Und diese Stapel sind am Abend, wenn die Putzbrigaden kommen, immer noch gleich hoch.
Also was machen wir? Wir senden jedem Parlamentarier eine Dokumentation an seine Privatadresse. Druckerei und Porto kosten im Minimum 3 Franken pro Sück. Macht schon mal 900 Franken Kosten, Adressen suchen und schreiben nicht eingerechnet.
Wer immer noch Lust hat, schliesse auch noch Kantonsparlamentarier in die Aktion mit ein. Kostet für 3000 Adresseaten nochmals
die Kleinigkeit von ca 9000 Franken. Lesen tun's vielleicht 3 bis 4 höchstens aber 10.
Also hört bitte auf, uns gute Ratschläge zu erteilen, wie wir unser Geld am sinnlosesten ausgeben und unsere Arbeitsszeit am dümmsten verplempern und die grössten Abfallberge produzieren sollen!
Parlamentarier helfen uns erst dann, wenn sie selber einen strahlenden Stengel an den Gartenhag gestellt bekommen. Also bitten wir die ehrenwerten MF-Gesellschaften, sofort noch viel mehr Antennen aufzustellen und diese möglichst auf Parlamentarierwohnungen auszurichten.
Hans-U, Jakob
Re: Elektrosmog und Politiker
Verfasst: 7. Januar 2006 22:32
von mips
Für tiefere Grenzwerte kommen wir nicht am Parlament vorbei. Makulatur wollen wir nicht prodizieren, da gebe ich Herrn Jakob recht - die einzig funktionierende Möglichkeit ist. Lobbying heisst persöndliche Kontake zu Parlamentarier. Am einfachsten kommt man an eine solchen Politiker heran, wenn man einer der grossen Parteien beitritt und dort aktiv teilnimmt, an Parteitagen das persöndliche Gespräch sucht oder gar selbst für ein solches Amt kandidiert.
Wir müssen uns unsere Lobby in Bern schaffen. Die Betreiber haben auch ihre Lobby dort.
Politische Prozesse verlaufen in einer Demokratie äusserst langsam - die NSIV ist der Massstab für die Bewilligungspraxis und die Rechtssprechung, die Änderung der NISV bedeutet, Mehrheit für einen Auftrag an den Bundesrat zu finden, Ausarbeitung der Änderung, Vernehmlassung, ein oder gar mehrmals durch die Parlamente ....
Es gibt aber nur die Volksinitiative (auch da kann das Parlament verschleppen und mit einem Gegenvorschlag den Wind aus den Segeln nehmen), den parlamentarischen Weg oder den Druck von der Strasse mit einigen zehntausend Demonstranten (Entscheiden wird dann aber auch schlussendlich das Parlament).
Re: Elektrosmog und Politiker
Verfasst: 7. Januar 2006 23:36
von ein aktiver
Richtig Herr Jakob, auch ich bin Ihrer meinung. Es kann nicht sein dass immer die gleichen Organistionen Zeit und Geld für solche Papier-Aktionen zum Fenster hinaus werfen. Viel sinnvoller wäre es wenn all die Menschen die immer dafon sprechen "man sollte" diesen "man" durch ihren eigenen Namen ersetzen würden und sich die Zeit und mühe nehmen würden doch selber mal ein paar Politiker anzuschreiben und diese an ihre Pflicht zu erinnern.
Es ist ein offenes geheimniss dass die Politiker in jene richtung politisieren in welche sie gepresst werden. Und da ist nun mal der Druck der Wirtschaft grösser als der des trägen Bürgers.
Es sei an die Worte des Herrn Bundesrat Moritz Leuenberger erinnert der in einer seiner Reden gesagt hat:
" .... So wurde verlangt, dass wir eine NIS-Verordnung (also die Handy-Antennen Regelung) so zu formulieren hätten, dass sich die Fernmeldegesellschaft frei entwickeln könne. Je mehr Elektrosmog, desto verwirrter seien die Leute und desto mehr würden sie das Handy benutzen; das sei gesund, mindestens für die Telekommunikationswirtschaft.
siehe:
http://www.uvek.admin.ch/dokumentation/ ... _style=yes
also all ihr lieben "man`s" auf nachfolgender Internetseite könnt ihr das gesamte aktuelle Adressverzeichniss der Bundesparlametarier herunterladen, in versionen für pc oder mac, könnt adressetiketten ausdrucken und ab geht die Post.
http://www.parlament.ch/homepage/ra-rae ... bsites.htm
wacht endlich aus eurer trägheit auf und tätigt euren aktieven Beitrag zur veränderung der Situation.
Allen schon aktiven wünsche ich auch im neu angebrochenen Jahr weiterhin viel Kraft und alles gute.
ein aktiver
Re: Elektrosmog und Politiker
Verfasst: 8. Januar 2006 08:35
von Helmut Breunig
Verständlicherweise hat gigaherz keine Zeit für eine Untersuchung, wie Parlamentarier aller Ebenen u .a. "Privilegierte" dafür sorgen, dass Sender nicht zu nahe bei ihnen und nicht auf sie ausgerichtet gebaut werden.
Meine lokalen Erfahrungen deuten diesbezüglich darauf hin, dass eine diskrete Lenkung der Netzaquise durch einflussreiche Bewohnern gewisser Quartiere durchaus auch mal möglich ist.
Re: Elektrosmog und Politiker
Verfasst: 10. Januar 2006 07:47
von karl
Lieber mips,
wie tief sollten die Grenzwerte Ihrer Ansicht nach sein?
Karl
Re: Elektrosmog und Politiker
Verfasst: 10. Januar 2006 10:16
von mips
Werter Karl
Ich denke die Salzburger Vorsorgewerte wären ein akzeptabler Kompromiss, auch wenn die 20mV/m für Schlafstellen nach dem SBM-2003 (Standard Baubiolgischer Messtechnik) bereits als schwache Anomalie bewertet wird.
Die Mobilfunklobby behauptet zwar, dass dieser Wert als verbindlicher Grenzwert technologisch nicht umsetzbar ist. Diese Aussage gilt aber nur dann, wenn wir weiterhin mit Dachantennen den Mobilfunkempfang in Tiefgaragen, Kellerräumen und in Verkehrsmitteln ohne Aussenantenne gewährleisten wollen. Sicherlich kommt bei einem so tiefen Grenzwert nicht mehr jeder Standort für die Installation eines Sender mehr in Frage - eine komplette Abdeckung der urbanen Gebiete, zumindest für die Nutzung im Freien, ist auch bei einem solchen Grenzwert mit Sicherheit möglich.
Re: Elektrosmog und Politiker
Verfasst: 12. Januar 2006 15:59
von Rolf Eberhard
Herr Jakob
Recht haben Sie ! Ja man muss die Strahlestäbe direkt in die Schlafzimmer der Parlementarier strahlen lassen damit diese kein
Auge nachts mehr schliessen können. Dann merken sie was es heisst
eine Antenne in der Nähe zu haben.
Rolf Eberhard 12.01.2006