DAB - Digitalradio

Sylvia

DAB - Digitalradio

Beitrag von Sylvia » 14. Januar 2006 10:09

Es wird in letzter Zeit vermehrt von dieser Art Radio geschrieben. Generelle Frage: ist das nun gut oder weniger gut für Elektrosensible? Ist es besser Digitalradio zu betreiben und mit der Zeit die herkömmlichen grossen Sendeanlagen abzustellen und via DAB zu senden? Ich hab mal gelesen, dass die Digitalstrahlen von den Satelliten ASTRA (Fernseh- und Radioprogramme) zu den schwächsten überhaupt gehören. Gilt das auch für DAB? Hab gehört, dass dieses Jahr an Sendeanlagen aufgerüstet werden soll, weil man hinter Hauswänden bisher nur gestörten Empfang hat. Soll bisehr nur für den Empfang im Auto geeignet sein. Wer weiss darüber mehr? Danke!

Elisabeth Buchs

Re: DAB - Digitalradio

Beitrag von Elisabeth Buchs » 14. Januar 2006 17:18

Ich habe meinen Mann, Techniker und Amateurfunker, zu DAB gelöchert. Hier seine Informationen:

Der Frequenzbereich des allgemeinen DAB befindet sich bei 223 bis 230 MHZ (VHF). (Für Regional- und Lokalversorgung bei 1452 bis 1458 MHz).

Der Sender belegt eine Bandbreite von 1,5 MHz. Die Aussendung besteht aus 1536 Einzelträgern, jeder Träger ist QPSK (quadratur phase shift keying) moduliert. Das Uebertragungsverfahren nennt sich COFDM (coded orthogonal frequency division multiplex).

Alle 1/10 Sekunde gibt es eine Trägerabsenkung, zwecks Bitrahmen-Markierung, was man z.B. im Endotronic hört. Auf dem Niederhorn hat es einen solchen DAB. Das Geräusch hat eine Aehnlichkeit mit einem W-Lan-Geräusch, jedoch leiser, beim W-Lan handelt es sich jedoch um ein Ein- und Ausschalten. Für Elektrosensible könnte allenfalls, wenn der DAB stark reinkommt, diese Absenkung problematisch sein.

Mit einem solchen Sender können bis zu 10 Programme gleichzeitig übertragen werden.

Bei DAB braucht es weniger Sender mit weniger Leistung wegen Gleichwellenbetrieb.

Informationen vom Bakom zu DAB gibt es hier: http://www.bakom.ch/de/radio_tv/dvb/dab/

In der Fernsehwerbung wird seit kurzem für DAB geworben, ein Radiosprecher, der seine Ansage mehrmals wiederholen muss, weil ein Zuhörer aufs Klo muss oder weil ein anderer Zuhörer eine Liebeserklärung so gerne hört, soll auf die Speichermöglichkeit hinweisen.

Elisabeth Buchs

Sylvia

Re: DAB - Digitalradio

Beitrag von Sylvia » 14. Januar 2006 20:14

Vielen Dank für diesen Input! Vermutlich wird ja diese Radio-Sende-Technik irgendwann mal die herkömmlichen UKW-Sender ablösen, von daher wohl keine schlechte Sache. Ich hab nur mitbekommen, dass die bisherige DAB-Empfangsqualität innerhalb von Häusern zu schlecht sei, darum wird nun eine Antennen-Offensive gestartet. Dieser Bericht war im heutigen BLICK, den ich unterwegs gelesen habe. Leider ist der Kurzbericht nicht im Online-BLICK abrufbar.

Mark

Re: DAB - Digitalradio

Beitrag von Mark » 18. Januar 2006 14:00

Gelesen auf den Seiten von www.bluewin.ch, Quelle war www.avguide.ch

DAB steht für Digital Audio Broadcasting und ist ein Verfahren zur digitalen Übertragung von Radiosignalen. DAB ist die Übertragungstechnologie der Zukunft, die mittel- bis langfristig das analoge UKW-Radio ablösen soll.

Bereits können 60% der Bevölkerung in der Schweiz digitales Radio nach dem DAB-Standard (Digital Audio Broadcasting) empfangen.

Diesen Standard haben alle europäischen Länder, Australien, einige Länder Asiens und Amerikas (ohne die USA) eingeführt.

In England, wo DAB am weitesten fortgeschritten ist, wurden letztes Jahr erstmals mehr DAB-Empfänger als UKW-Radios verkauft.

Zügiger Ausbau

Für die Schweiz bestehen konkrete Ausbaupläne. Nach den Regionen um Basel, Bern, den Genfersee und Zürich sowie die Hauptverkehrsachse Ost-West, die bereits erschlossen sind, kommen schrittweise die Ostschweiz, die Innerschweiz, das Tessin, Wallis und Graubünden dazu. Bis im Jahr 2010 soll DAB im ganzen Land empfangbar sein.

Ausgestrahlt werden zur Zeit 14 Programme, allesamt von der SRG. Darunter sind neben DRS 1,2 und 3 die Musigwälle, Virus, die Klassik-, Jazz- und Popradios sowie französisch-, italienisch- und romanischsprachige Programme, je nach Sprachregion in unterschiedlicher Zusammenstellung.

Ab diesem Jahr wollen auch private Radios Sendungen über DAB anbieten. Hierzu hat sich ein Konsortium von Radiotele, SRG und Tamedia gebildet, das mit Programmangeboten, die es nur auf DAB geben wird, die Attraktivität des Mediums erhöhen will.

Digitale Vorteile

DAB bietet gegenüber dem analogen Rundfunk einige Vorteile. So können pro Frequenz 10 Programme ausgestrahlt werden.

Dank digitaler Fehlerkorrekur lassen sich Störungen – Rauschen, Knistern, Lautstärkeschwankungen, Überlagerungen – in einem grossen Umfang korrigieren, so dass der Empfang eine gleichbleibende Qualität aufweist oder ganz ausfällt.

DAB eignet sich auch für den mobilen Empfang und hat entsprechend zuerst in Autoradios Einzug gehalten.

Mit der digitalen Übertragung ist es möglich, neben dem eigentlichen Programm zusätzliche Informationen zu übermitteln, beispielsweise Songtitel, Interpreten oder Bilder.

Darüber hinaus können die Empfänger mit Zusatzfunktionen ausgestattet werden, ähnlich wie sie von DVD-Recordern bekannt sind. Hierzu gehören etwa eine Pausentaste, mit der das Programm angehalten und später an der gleichen Stelle fortgeführt werden kann oder eine Aufnahmeprogrammierung.

Grosse Gerätepalette

Zunächst aber ist DAB für den mobilen Empfang geeignet. Entsprechend hat die SRG die Ost-West-Verkehrsachse zuerst für den Empfang ausgebaut und auch die Nord-Süd-Achse wird beim weiteren Ausbau bevorzugt.

Autoradios oder Zusatzboxen für den Ausbau der bestehenden Empfänger im Auto bieten viele Firmen an, darunter alle bekannten Marken. Zu beachten ist, dass der Empfang mit einer Dachantenne besser ist als mit einer Scheibenantenne. Dies wegen der zur Zeit noch geringen Sendeleistung.

Beim Heimempfang von DAB sind die örtlich unterschiedlichen Empfangsbedingungen zu berücksichtigen. Wegen der noch bescheidenen Sendeleistung kann in einer Wohnung in einem Raum ein guter Empfang möglich sein, während er in einem anderen Raum vollständig ausfällt.

Eine Besserung ist 2007 in Sicht, wenn aufgrund internationaler Vereinbarungen die Sendeleistung erhöht wird. Ab diesem Zeitpunkt reicht für den Empfang zu Hause die Zimmerantenne überall.

Eine DAB-Dachantenne nur für die kurze Übergangszeit zu insatllieren, ist wohl etwas zu kostspielig. Mit der erhöhten Sendeleistung wird auch der Empfang mit portablen Radios möglich sein, die die Antenne im Kopfhörerkabel integriert haben.

Das Angebot an stationären DAB-Tunern ist gross, vom eingebauten Empfänger in der Mini-Anlage bis zu sehr vielen Modellen im gehobenen HiFi-Sektor. Die Gerätepallette wächst in rasantem Tempo. Die meisten Modelle bieten sowohl DAB- als auch UKW-Empfang.

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