Regierungsamtlicher Entwarnungsschein
Verfasst: 24. Januar 2009 14:08
http://www.bundestag.de/aktuell/hib/200 ... 15/08.html
Zitat:
Die Bundesregierung geht zum Abschluss des Deutschen Mobilfunk Forschungsprogramms (DMF) davon aus, dass die geltenden Grenzwerte zum Schutz vor Mobilfunkstrahlung ausreichend sind.
Die Regierung beruft sich dabei auf die Bewertungen durch das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) und die Strahlenschutzkommission (SSK). "Die zu Beginn des DMF bestehenden Hinweise auf mögliche Risiken konnten durch die DMF Projekte nicht bestätigt werden", heißt es in der Unterrichtung.
Ein weiterer Schwerpunkt war die Untersuchung der gesellschaftlichen Risikowahrnehmung und die Erarbeitung von Möglichkeiten für eine Verbesserung der Risikokommunikation.
Auszug aus Drucksache 16/11557 – Deutscher Bundestag – 16. Wahlperiode
zum Thema II.1.5.3 Risikokommunikation
Die im Rahmen des DMF durchgeführten Forschungsprojekte
zu Risikokommunikation haben den Kenntnisstand
über die Wahrnehmung des Themas Mobilfunk in der allgemeinen
Bevölkerung und in verschiedenen Subgruppen
maßgeblich verbessert.
Bezogen auf die Gesamtgesellschaft zeigt die Auswertung
der jährlichen Umfragen eine deutliche Stabilität des
Ausmaßes der öffentlichen Besorgnis und der empfundenen
gesundheitlichen Beeinträchtigung durch Mobilfunk
über die Jahre hinweg. Eine deutliche Stabilität ist auch in
der vergleichenden Risikowahrnehmung zahlreicher verschiedener
möglicher Gesundheitsrisiken zu erkennen. So
werden z. B. die gesundheitlichen Risiken von Luftverschmutzung,
UV-Strahlung oder gentechnisch veränderten
Lebensmitteln höher eingeschätzt als die elektromagnetischer
Felder. Dennoch sind in bestimmten
Subgruppen die Sorge bzgl. elektromagnetischer Felder
und die wahrgenommene Beeinträchtigung hoch. Mobilfunksendeanlagen
stehen dabei insgesamt mehr im Fokus
der Aufmerksamkeit als Handys, nicht zuletzt u. a. aufgrund
der Unfreiwilligkeit der Exposition. Die Untersuchungen
machen aber auch deutlich, dass Beeinträchtigungen
durch elektromagnetische Felder für den
überwiegenden Teil der Bevölkerung keine Rolle spielen.
Nur bei einem sehr geringen Teil der Bevölkerung stellen
sie eine feststehende und auch belastende Gegebenheit im
täglichen Leben dar. Dementsprechend sind die Aufmerksamkeit
bzw. das Informationsbedürfnis und die Bereitschaft,
sich mit Informationen zu dem Thema auseinanderzusetzen,
beim Großteil der Bevölkerung recht gering.
Grundsätzlich wird anhand der Untersuchungsergebnisse
deutlich, dass nicht an der Quantität, sondern an der Qualität
von Kommunikationsmaßnahmen angesetzt werden
muss, um Informationen für spezifische Zielgruppen zugänglich,
verständlich und glaubwürdig zu gestalten. Dabei
sollte sich jede Institution darüber bewusst werden,
bei welchen Gruppen ihre Informationen überhaupt eine
Chance haben, wahrgenommen und evtl. auch verwertet
zu werden. Entscheidungen über die jeweils wichtigen
Zielgruppen müssen bewusst getroffen werden. Bei der
Erstellung von Informationsmaterialen muss den spezifischen
und unterschiedlich motivierten Informationsbedürfnissen
verschiedener Gruppen in differenzierterer
Form entsprochen werden. Dies betrifft sowohl den Inhalt
als auch die Ausgestaltung und das Medium zur Mitteilung
der Maßnahmen.
So benötigen z. B. stark besorgte Bevölkerungsgruppen
spezifische, auf ihre Sorgen und Bedürfnisse abgestimmte
Informationen, wie z. B. Empfehlungen, wie sie
ihre persönliche Exposition reduzieren können – ungeachtet
der Frage eines ursächlichen Zusammenhangs zwischen
Exposition und gesundheitlichen Wirkungen.
Grundsätzlich muss in der Wissenschafts- und Risikokommunikation
noch stärker auf die Erläuterung der für
Laien weitgehend unbekannten Expertenterminologie geachtet
werden, ebenso wie auf die unterschiedliche Verwendung
von Begriffen (wie z. B. „Risiko“) durch Experten
und Laien.
Kommunale Vertreter können einen wichtigen Beitrag zu
einer guten Risikokommunikation und den Umgang mit
Standortkonflikten auf lokaler Ebene leisten. Als geeigneter
Rahmen für die Kooperation und Kommunikation
der Akteure dienen sowohl die freiwillige Selbstverpflichtung
zwischen den Netzbetreibern und der Bundesregierung
als auch die entsprechenden Vereinbarungen
auf Länderebene. Die im Rahmen des DMF erarbeiteten
Erkenntnisse und der neu erstellte Mobilfunk-Ratgeber
für Kommunen (www.ratgeber-mobilfunk.de) können
insbesondere für kleinere und ländliche Kommunen Unterstützung
bieten. Eine wichtige Aufgabe bleibt auf Seiten
der Kommunen, die nötigen sozialen und kommunikativen
Kompetenzen für eine Verbesserung des Dialogs
sowohl mit den Netzbetreibern, als auch mit den Bürgerinnen
und Bürgern aufzubauen. Im Vordergrund steht dabei
z. B. die frühzeitige Information der Bürgerinnen und
Bürger über die Standortplanungen, die Schaffung von
Transparenz, das Eingehen auf Besorgnisse von Bürgerinnen
und Bürgern und die Berücksichtigung derer Interessen
soweit möglich. Beteiligte mit widersprüchlichen
Interessen „an einen Tisch zu holen“ sollte von den Kommunen
als eine selbstverständliche Maßnahme zur Konfliktlösung
angesehen werden.
Als spezielles Informationsangebot zu verschiedenen Fragestellungen
im Zusammenhang mit elektromagnetischen
Feldern wurde das Internet-Informationssystem EMFPortal
(www.emf-portal.de) eingerichtet, um interessensunabhängig
wissenschaftliche Informationen für verschiedene
Stakeholder, Wissenschaftler, Entscheidungsträger
und wissenschaftliche Laien zur Verfügung zu
stellen. Insbesondere beruflichen Nutzern mit einem gewissen
Hintergrundwissen bietet das EMF-Portal eine
gute Informationsquelle, da es einen schnellen Überblick
über den aktuellen Stand neuer wissenschaftlicher Publikationen
ermöglicht. Die Verbesserung der Nutzerfreundlichkeit
für interessierte Laien wird angestrebt, insbesondere
im Sinne einer stärkeren Hilfestellung zur
Bewertung von Studien.
dazu:
Erstaunliche Interpretationen einer Studie zu Handys, Kindern und Jugendlichen in der Presse
http://www.scribd.com/doc/10886308/Erne ... strahlung-
siehe auch viewtopic.php?t=17775
Zitat:
Die Bundesregierung geht zum Abschluss des Deutschen Mobilfunk Forschungsprogramms (DMF) davon aus, dass die geltenden Grenzwerte zum Schutz vor Mobilfunkstrahlung ausreichend sind.
Die Regierung beruft sich dabei auf die Bewertungen durch das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) und die Strahlenschutzkommission (SSK). "Die zu Beginn des DMF bestehenden Hinweise auf mögliche Risiken konnten durch die DMF Projekte nicht bestätigt werden", heißt es in der Unterrichtung.
Ein weiterer Schwerpunkt war die Untersuchung der gesellschaftlichen Risikowahrnehmung und die Erarbeitung von Möglichkeiten für eine Verbesserung der Risikokommunikation.
Auszug aus Drucksache 16/11557 – Deutscher Bundestag – 16. Wahlperiode
zum Thema II.1.5.3 Risikokommunikation
Die im Rahmen des DMF durchgeführten Forschungsprojekte
zu Risikokommunikation haben den Kenntnisstand
über die Wahrnehmung des Themas Mobilfunk in der allgemeinen
Bevölkerung und in verschiedenen Subgruppen
maßgeblich verbessert.
Bezogen auf die Gesamtgesellschaft zeigt die Auswertung
der jährlichen Umfragen eine deutliche Stabilität des
Ausmaßes der öffentlichen Besorgnis und der empfundenen
gesundheitlichen Beeinträchtigung durch Mobilfunk
über die Jahre hinweg. Eine deutliche Stabilität ist auch in
der vergleichenden Risikowahrnehmung zahlreicher verschiedener
möglicher Gesundheitsrisiken zu erkennen. So
werden z. B. die gesundheitlichen Risiken von Luftverschmutzung,
UV-Strahlung oder gentechnisch veränderten
Lebensmitteln höher eingeschätzt als die elektromagnetischer
Felder. Dennoch sind in bestimmten
Subgruppen die Sorge bzgl. elektromagnetischer Felder
und die wahrgenommene Beeinträchtigung hoch. Mobilfunksendeanlagen
stehen dabei insgesamt mehr im Fokus
der Aufmerksamkeit als Handys, nicht zuletzt u. a. aufgrund
der Unfreiwilligkeit der Exposition. Die Untersuchungen
machen aber auch deutlich, dass Beeinträchtigungen
durch elektromagnetische Felder für den
überwiegenden Teil der Bevölkerung keine Rolle spielen.
Nur bei einem sehr geringen Teil der Bevölkerung stellen
sie eine feststehende und auch belastende Gegebenheit im
täglichen Leben dar. Dementsprechend sind die Aufmerksamkeit
bzw. das Informationsbedürfnis und die Bereitschaft,
sich mit Informationen zu dem Thema auseinanderzusetzen,
beim Großteil der Bevölkerung recht gering.
Grundsätzlich wird anhand der Untersuchungsergebnisse
deutlich, dass nicht an der Quantität, sondern an der Qualität
von Kommunikationsmaßnahmen angesetzt werden
muss, um Informationen für spezifische Zielgruppen zugänglich,
verständlich und glaubwürdig zu gestalten. Dabei
sollte sich jede Institution darüber bewusst werden,
bei welchen Gruppen ihre Informationen überhaupt eine
Chance haben, wahrgenommen und evtl. auch verwertet
zu werden. Entscheidungen über die jeweils wichtigen
Zielgruppen müssen bewusst getroffen werden. Bei der
Erstellung von Informationsmaterialen muss den spezifischen
und unterschiedlich motivierten Informationsbedürfnissen
verschiedener Gruppen in differenzierterer
Form entsprochen werden. Dies betrifft sowohl den Inhalt
als auch die Ausgestaltung und das Medium zur Mitteilung
der Maßnahmen.
So benötigen z. B. stark besorgte Bevölkerungsgruppen
spezifische, auf ihre Sorgen und Bedürfnisse abgestimmte
Informationen, wie z. B. Empfehlungen, wie sie
ihre persönliche Exposition reduzieren können – ungeachtet
der Frage eines ursächlichen Zusammenhangs zwischen
Exposition und gesundheitlichen Wirkungen.
Grundsätzlich muss in der Wissenschafts- und Risikokommunikation
noch stärker auf die Erläuterung der für
Laien weitgehend unbekannten Expertenterminologie geachtet
werden, ebenso wie auf die unterschiedliche Verwendung
von Begriffen (wie z. B. „Risiko“) durch Experten
und Laien.
Kommunale Vertreter können einen wichtigen Beitrag zu
einer guten Risikokommunikation und den Umgang mit
Standortkonflikten auf lokaler Ebene leisten. Als geeigneter
Rahmen für die Kooperation und Kommunikation
der Akteure dienen sowohl die freiwillige Selbstverpflichtung
zwischen den Netzbetreibern und der Bundesregierung
als auch die entsprechenden Vereinbarungen
auf Länderebene. Die im Rahmen des DMF erarbeiteten
Erkenntnisse und der neu erstellte Mobilfunk-Ratgeber
für Kommunen (www.ratgeber-mobilfunk.de) können
insbesondere für kleinere und ländliche Kommunen Unterstützung
bieten. Eine wichtige Aufgabe bleibt auf Seiten
der Kommunen, die nötigen sozialen und kommunikativen
Kompetenzen für eine Verbesserung des Dialogs
sowohl mit den Netzbetreibern, als auch mit den Bürgerinnen
und Bürgern aufzubauen. Im Vordergrund steht dabei
z. B. die frühzeitige Information der Bürgerinnen und
Bürger über die Standortplanungen, die Schaffung von
Transparenz, das Eingehen auf Besorgnisse von Bürgerinnen
und Bürgern und die Berücksichtigung derer Interessen
soweit möglich. Beteiligte mit widersprüchlichen
Interessen „an einen Tisch zu holen“ sollte von den Kommunen
als eine selbstverständliche Maßnahme zur Konfliktlösung
angesehen werden.
Als spezielles Informationsangebot zu verschiedenen Fragestellungen
im Zusammenhang mit elektromagnetischen
Feldern wurde das Internet-Informationssystem EMFPortal
(www.emf-portal.de) eingerichtet, um interessensunabhängig
wissenschaftliche Informationen für verschiedene
Stakeholder, Wissenschaftler, Entscheidungsträger
und wissenschaftliche Laien zur Verfügung zu
stellen. Insbesondere beruflichen Nutzern mit einem gewissen
Hintergrundwissen bietet das EMF-Portal eine
gute Informationsquelle, da es einen schnellen Überblick
über den aktuellen Stand neuer wissenschaftlicher Publikationen
ermöglicht. Die Verbesserung der Nutzerfreundlichkeit
für interessierte Laien wird angestrebt, insbesondere
im Sinne einer stärkeren Hilfestellung zur
Bewertung von Studien.
dazu:
Erstaunliche Interpretationen einer Studie zu Handys, Kindern und Jugendlichen in der Presse
http://www.scribd.com/doc/10886308/Erne ... strahlung-
siehe auch viewtopic.php?t=17775