«Jetzt reicht es langsam!»/Sins: Future's not bright/Kriens:
Verfasst: 13. Februar 2006 12:20
© Neue Luzerner Zeitung; 11.02.2006; Seite 8
Luzerner Zeitung Forum
«Jetzt reicht es langsam!»
Zu Leserbriefen zum Thema
«Handy und Antennen
Gegen Strahlung von Mobilfunkantennen kann man an der Grenze keinen Vorhang ziehen, und diese kann auch keine Ortsschilder lesen. Darum ist der Ruf gegen den ausufernden Bau von immer neuen Antennen durchaus berechtigt. Unter dem Titel «Reine Stänkerei» sollten nach der Meinung von Edy Renggli Leserbriefe gegen Handys, nicht gegen Antennen geschrieben werden, denn sie seien gefährlicher als Antennen. Er und die von ihm zitierten Elektrosmog-Sachverständigen verschweigen jedoch konstant, dass der Handygebrauch erstens freiwillig ist und zweitens niemand 24 Stunden am Tag telefoniert. Von Antennen werden aber Menschen völlig unfreiwillig rund um die Uhr bestrahlt. Und weiter: alle wollen mit dem Handy telefonieren. Falsch! Ich war noch nie besser erreichbar als mit der Post, dem Festnetzanschluss, dem Anrufbeantworter, dem Fax und per E-Mail. Ich bin ausserdem kein Diener, den man jederzeit herbeiklingeln kann. So wie ich denken übrigens mehr Leute, als Herr Renggli meint. Der zweite Leserbrief eines Mitarbeiters vom Forum Mobil gibt vor, sich sachlich mit der Problematik auseinander zu setzen. Von wegen sachlich! Doch das Forum Mobil, von den Mobilfunkbetreibern gegründet, tut nichts anderes, als die Problematik zu verharmlosen, 4000 Studien hätten die Unschädlichkeit angeblich bewiesen. Fordert man jedoch von den Betreibern einen Unschädlichkeitsbeweis, so heisst es jeweils, die Unschädlichkeit von etwas lasse sich nicht beweisen. Was also stimmt? Was weltweit mehr wird, sind hingegen die vielen Meldungen über die Unverträglichkeit dieser Technologie und vor allem die täglich neuen, leider sehr negativen Erfahrungen. Und immer wieder die Grenzwertlüge, gemäss der die Schweiz 10-mal tiefere Grenzwerte hat als das Ausland. Diese gelten nur in ständig von Menschen bewohnten Räumen, schon nicht einmal mehr auf der Terrasse oder im Garten. Garten und sie werden auch im Ausland in Innenräumen (gemäss Messungen) nirgends überschritten. Die Schweiz mit ihren Supergrenzwerten dauernd als Vorbild hinzustellen, die Gefahren konstant zu verharmlosen es reicht jetzt langsam!
Evi Gaigg, Bottenwil
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© Neue Luzerner Zeitung; 11.02.2006; Seite 26
Luzerner Zeitung Freiamt
Sins
UMTS-Antenne wird jetzt gebaut
bts. Der Gemeinderat Sins hat der Orange AG die Bewilligung zum Bau einer UMTS-Sendeanlage erteilt. Das Baugesuch war im November 2004 eingereicht worden. Gegen die Bewilligung hatten darauf 318 dazu berechtigte Einwohner Einspruch erhoben.
Kanton hat zugestimmt
Nach Informationsveranstaltungen und Einspracheverhandlungen hat nun der Gemeinderat trotz der heftigen Proteste die Bewilligung erteilt. Die Einsprecher hatten verlangt, dass die Ergebnisse der noch ausstehenden TNO-Studie abgewartet werden. Die kantonale Fachabteilung stimmte dem Baugesuch bereits Anfang Februar zu.
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© Neue Luzerner Zeitung; 13.02.2006; Seite 22
Luzerner Zeitung Forum
«Dann haben diese Antennen in Wohnquartieren nichts zu suchen »
«Buhrufe für die Netzbetreiber, Beifall fürs Komitee», Ausgabe 10. Februar
Wenn an der Antenne-Arena in Kriens von Behördenseite erklärt wurde: «Am Schluss entscheidet wohl ein Gericht», so sage ich: Am Schluss entscheidet das Volk, indem es mutlose Behördemitglieder abwählt und Volksvertreter in die Parlamente schickt, welche Gesetze und Verordnungen erlassen, welche dem Volkswillen entsprechen!
Die Krienserinnen und Krienser haben mit ihrer Gemeindeinitiative «Keine weiteren Antennen über 500 Watt ERP in Wohngebieten» einen ersten Schritt getan. Nun gilt es, den bestehenden politischen Gestaltungsspielraum in Gemeinde und Kanton zu nutzen und die starken UMTS-Antennen aus Wohngebieten herauszuhalten. Deren Reichweite von 4 bis 8 Kilometer lässt dies nämlich technisch problemlos zu.
Dass Hochfrequenzstrahlung nicht unbedenklich ist, zeigten die Ausführungen des Swisscom-Sprechers an der Arena, der sagte, dass seine Kinder nachts ihr Handy abschalten müssten und dass die schnurlosen DECT-Telefone viel gefährlicher seien als die Antennenstrahlen. Leider kann man Antennen in der Nachbarschaft nicht einfach abschalten
Die Gemeinden kennen heute selten die Gesamtsituation der Strahlenbelastung ihres Gebietes, und die Kantone können heute die Antennenstrahlung gemäss den Datenblättern der Betreiber nicht wirklich selber überprüfen.
Professor Joss von der HTA erläuterte, UMTS-Antennen könnten mit einem Zehntel der Leistung die Telefongrundversorgung sicherstellen und ein Drittel der heutigen Antennen würde dafür ausreichen. Ich meine, wenn die Betreiber trotzdem starke UMTS-Antennen fürs Handy-TV erstellen wollen, haben diese in Wohnquartieren nichts zu suchen.
Es ist zu hoffen, dass viele Gemeinden dem Krienser Beispiel folgen werden!
Martin Winiger, Kriens
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© La Liberté; 13.02.2006; page 21
Regions
Montsalvens
Action antiantenne de téléphonie sur le lac gelé
Laurence Caille
«Stop Sunrise!» Onze lettres et un point d'exclamation sont tracés dans la neige qui recouvre le lac gelé de Montsalvens. D'une longueur d'environ dix mètres, l'inscription en caractères d'imprimerie se voit de loin. L'objectif est donc atteint. L'inscription attire le regard des personnes qui empruntent la route cantonale de la vallée de la Jogne. Cette route qui mène aux pistes de ski et aux sentiers raquettes était aussi fréquentée hier par les participants (et leurs supporters) au Trophée des Gastlosen.
«Les gens pensent tout de suite que ce sont les Thürler de Bellegarde qui ont dû faire ça», assure Gérard Thürler, chef de file des opposants à la pose d'une antenne de téléphonie mobile Sunrise sur un mât existant. Et à raison. Car c'est bien lui qui a décoré la surface du lac artificiel samedi matin.
Avec son voisin Félix Thürler, il s'est armé de pelles et de balais pour réaliser cette oeuvre dans une couche de 10 cm de neige. L'opération leur a pris trois heures, sans compter les contrôles préalables. «Nous avons pris toutes les mesures nécessaires pour garantir notre sécurité sur la glace», rassure Gérard Thürler. L'après-midi, ils ont carrément atterri avec leur parapente sur le lac gelé. Une manière d'attirer l'attention et l'occasion de prendre des photos de leur tableau éphémère. Sa durée de vie dépend en effet des conditions météorologiques. Pour sûr, l'expérience sera réitérée. «L'inscription sera encore plus imposante», prévient Gérard Thürler, qui avait déjà fait un essai en couleurs, sans grand succès, une semaine plus tôt. «L'année prochaine, l'inscription mesurera quinze à vingt mètres de longueur.»
Inscription dans la neige, panneaux, distribution de tracts. Tous les moyens sont bons pour sensibiliser la population résidente et de passage, estime Gérard Thürler. «J'ai l'impression que nous avons une réelle chance de gagner du fait que Sunrise veut installer son antenne dans une zone agricole. Si c'était dans une zone à bâtir, ce serait différent.»
Une chose est sûre, les habitants de la seule commune germanophone de la Gruyère ne vont pas baisser la garde. L'été dernier, le préfet Maurice Ropraz avait rejeté leur opposition («La Liberté» du 9 août 2005). C'est maintenant au Tribunal administratif de traiter leur recours. «Nous irons jusqu'au Tribunal fédéral s'il le faut», prévient Gérard Thürler. I
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Luzerner Zeitung Forum
«Jetzt reicht es langsam!»
Zu Leserbriefen zum Thema
«Handy und Antennen
Gegen Strahlung von Mobilfunkantennen kann man an der Grenze keinen Vorhang ziehen, und diese kann auch keine Ortsschilder lesen. Darum ist der Ruf gegen den ausufernden Bau von immer neuen Antennen durchaus berechtigt. Unter dem Titel «Reine Stänkerei» sollten nach der Meinung von Edy Renggli Leserbriefe gegen Handys, nicht gegen Antennen geschrieben werden, denn sie seien gefährlicher als Antennen. Er und die von ihm zitierten Elektrosmog-Sachverständigen verschweigen jedoch konstant, dass der Handygebrauch erstens freiwillig ist und zweitens niemand 24 Stunden am Tag telefoniert. Von Antennen werden aber Menschen völlig unfreiwillig rund um die Uhr bestrahlt. Und weiter: alle wollen mit dem Handy telefonieren. Falsch! Ich war noch nie besser erreichbar als mit der Post, dem Festnetzanschluss, dem Anrufbeantworter, dem Fax und per E-Mail. Ich bin ausserdem kein Diener, den man jederzeit herbeiklingeln kann. So wie ich denken übrigens mehr Leute, als Herr Renggli meint. Der zweite Leserbrief eines Mitarbeiters vom Forum Mobil gibt vor, sich sachlich mit der Problematik auseinander zu setzen. Von wegen sachlich! Doch das Forum Mobil, von den Mobilfunkbetreibern gegründet, tut nichts anderes, als die Problematik zu verharmlosen, 4000 Studien hätten die Unschädlichkeit angeblich bewiesen. Fordert man jedoch von den Betreibern einen Unschädlichkeitsbeweis, so heisst es jeweils, die Unschädlichkeit von etwas lasse sich nicht beweisen. Was also stimmt? Was weltweit mehr wird, sind hingegen die vielen Meldungen über die Unverträglichkeit dieser Technologie und vor allem die täglich neuen, leider sehr negativen Erfahrungen. Und immer wieder die Grenzwertlüge, gemäss der die Schweiz 10-mal tiefere Grenzwerte hat als das Ausland. Diese gelten nur in ständig von Menschen bewohnten Räumen, schon nicht einmal mehr auf der Terrasse oder im Garten. Garten und sie werden auch im Ausland in Innenräumen (gemäss Messungen) nirgends überschritten. Die Schweiz mit ihren Supergrenzwerten dauernd als Vorbild hinzustellen, die Gefahren konstant zu verharmlosen es reicht jetzt langsam!
Evi Gaigg, Bottenwil
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© Neue Luzerner Zeitung; 11.02.2006; Seite 26
Luzerner Zeitung Freiamt
Sins
UMTS-Antenne wird jetzt gebaut
bts. Der Gemeinderat Sins hat der Orange AG die Bewilligung zum Bau einer UMTS-Sendeanlage erteilt. Das Baugesuch war im November 2004 eingereicht worden. Gegen die Bewilligung hatten darauf 318 dazu berechtigte Einwohner Einspruch erhoben.
Kanton hat zugestimmt
Nach Informationsveranstaltungen und Einspracheverhandlungen hat nun der Gemeinderat trotz der heftigen Proteste die Bewilligung erteilt. Die Einsprecher hatten verlangt, dass die Ergebnisse der noch ausstehenden TNO-Studie abgewartet werden. Die kantonale Fachabteilung stimmte dem Baugesuch bereits Anfang Februar zu.
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© Neue Luzerner Zeitung; 13.02.2006; Seite 22
Luzerner Zeitung Forum
«Dann haben diese Antennen in Wohnquartieren nichts zu suchen »
«Buhrufe für die Netzbetreiber, Beifall fürs Komitee», Ausgabe 10. Februar
Wenn an der Antenne-Arena in Kriens von Behördenseite erklärt wurde: «Am Schluss entscheidet wohl ein Gericht», so sage ich: Am Schluss entscheidet das Volk, indem es mutlose Behördemitglieder abwählt und Volksvertreter in die Parlamente schickt, welche Gesetze und Verordnungen erlassen, welche dem Volkswillen entsprechen!
Die Krienserinnen und Krienser haben mit ihrer Gemeindeinitiative «Keine weiteren Antennen über 500 Watt ERP in Wohngebieten» einen ersten Schritt getan. Nun gilt es, den bestehenden politischen Gestaltungsspielraum in Gemeinde und Kanton zu nutzen und die starken UMTS-Antennen aus Wohngebieten herauszuhalten. Deren Reichweite von 4 bis 8 Kilometer lässt dies nämlich technisch problemlos zu.
Dass Hochfrequenzstrahlung nicht unbedenklich ist, zeigten die Ausführungen des Swisscom-Sprechers an der Arena, der sagte, dass seine Kinder nachts ihr Handy abschalten müssten und dass die schnurlosen DECT-Telefone viel gefährlicher seien als die Antennenstrahlen. Leider kann man Antennen in der Nachbarschaft nicht einfach abschalten
Die Gemeinden kennen heute selten die Gesamtsituation der Strahlenbelastung ihres Gebietes, und die Kantone können heute die Antennenstrahlung gemäss den Datenblättern der Betreiber nicht wirklich selber überprüfen.
Professor Joss von der HTA erläuterte, UMTS-Antennen könnten mit einem Zehntel der Leistung die Telefongrundversorgung sicherstellen und ein Drittel der heutigen Antennen würde dafür ausreichen. Ich meine, wenn die Betreiber trotzdem starke UMTS-Antennen fürs Handy-TV erstellen wollen, haben diese in Wohnquartieren nichts zu suchen.
Es ist zu hoffen, dass viele Gemeinden dem Krienser Beispiel folgen werden!
Martin Winiger, Kriens
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© La Liberté; 13.02.2006; page 21
Regions
Montsalvens
Action antiantenne de téléphonie sur le lac gelé
Laurence Caille
«Stop Sunrise!» Onze lettres et un point d'exclamation sont tracés dans la neige qui recouvre le lac gelé de Montsalvens. D'une longueur d'environ dix mètres, l'inscription en caractères d'imprimerie se voit de loin. L'objectif est donc atteint. L'inscription attire le regard des personnes qui empruntent la route cantonale de la vallée de la Jogne. Cette route qui mène aux pistes de ski et aux sentiers raquettes était aussi fréquentée hier par les participants (et leurs supporters) au Trophée des Gastlosen.
«Les gens pensent tout de suite que ce sont les Thürler de Bellegarde qui ont dû faire ça», assure Gérard Thürler, chef de file des opposants à la pose d'une antenne de téléphonie mobile Sunrise sur un mât existant. Et à raison. Car c'est bien lui qui a décoré la surface du lac artificiel samedi matin.
Avec son voisin Félix Thürler, il s'est armé de pelles et de balais pour réaliser cette oeuvre dans une couche de 10 cm de neige. L'opération leur a pris trois heures, sans compter les contrôles préalables. «Nous avons pris toutes les mesures nécessaires pour garantir notre sécurité sur la glace», rassure Gérard Thürler. L'après-midi, ils ont carrément atterri avec leur parapente sur le lac gelé. Une manière d'attirer l'attention et l'occasion de prendre des photos de leur tableau éphémère. Sa durée de vie dépend en effet des conditions météorologiques. Pour sûr, l'expérience sera réitérée. «L'inscription sera encore plus imposante», prévient Gérard Thürler, qui avait déjà fait un essai en couleurs, sans grand succès, une semaine plus tôt. «L'année prochaine, l'inscription mesurera quinze à vingt mètres de longueur.»
Inscription dans la neige, panneaux, distribution de tracts. Tous les moyens sont bons pour sensibiliser la population résidente et de passage, estime Gérard Thürler. «J'ai l'impression que nous avons une réelle chance de gagner du fait que Sunrise veut installer son antenne dans une zone agricole. Si c'était dans une zone à bâtir, ce serait différent.»
Une chose est sûre, les habitants de la seule commune germanophone de la Gruyère ne vont pas baisser la garde. L'été dernier, le préfet Maurice Ropraz avait rejeté leur opposition («La Liberté» du 9 août 2005). C'est maintenant au Tribunal administratif de traiter leur recours. «Nous irons jusqu'au Tribunal fédéral s'il le faut», prévient Gérard Thürler. I
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