Hünenberg/Cham: Auch der Gemeinderat ist besorgt/Menziken: B
Verfasst: 16. Februar 2006 12:31
© Neue Luzerner Zeitung; 16.02.2006; Seite 23
Zuger Zeitung Gemeinden
UMTS-Antennen Hünenberg/Cham
Auch der Gemeinderat ist besorgt
«Es kommt zu einem
politischen Entscheid.»
Hans Gysin, Gemeinde-
präsident Hünenberg
Es brodelt in der Bevölkerung: An mehreren Fronten kämpfen Anwohner gegen UMTS-Antennen. Jetzt ist der Gemeinderat gefragt.
Gleich zwei Verfahren wegen UMTS-Antennen in Wohnquartieren sind in Hünenberg und Cham hängig. Gegen den geplanten Bau einer UMTS-Antenne von Swisscom an der Nestléstrasse 7 in Cham ist eine Beschwerde beim Verwaltungsgericht hängig. Und gegen eine Sunrise-Antenne desselben Typs an der Luzernerstrasse 89 in Hünenberg werden in diesen Tagen eifrig Unterschriften gesammelt. Bei vielen Anwohnern machen sich Angst, Unverständnis und Wut breit.
Der Zorn richtet sich nun gegen die Regierung: «Wir erwarten, dass unsere Regierungen, sei es Gemeinde-, Kantons- oder Regierungsrat, ihre Verantwortung wahrnehmen und sich für das gesundheitliche Wohl der Einwohner entscheiden», schreibt etwa Karl Zimmermann aus Cham «im Namen vieler besorgter Einwohner». Und Brigitte Slater, die in unmittelbarer Nähe der geplanten Mobilfunkantenne an der Luzernerstrasse wohnt, verlangt, «dass der Gemeinderat für den Schutz der Bevölkerung einsteht».
Gemeinde hat Post erhalten
Hans Gysin, Gemeindepräsident von Hünenberg, spürt die Unruhe in seiner Gemeinde: «Wir haben bereits einen Brief erhalten», sagt er. Darin fordern die Anwohner eine Stellungnahme zur geplanten Antenne an der Luzernerstrasse. Am Mittwochmorgen habe er sich mit dem Gemeindeschreiber beraten. «Wir machen uns Sorgen wegen dieser Geschichte.» Er wolle zum Fall Luzernerstrasse noch nicht Stellung nehmen, bis das Verfahren abgeschlossen sei. Nur so viel: «Es wird zu einem politischen Entscheid kommen», sagt Gysin. Was genau er damit meint, wollte er nicht verraten. Nach Ablauf der Einsprachefrist am kommenden Mittwoch geht das Gesuch an die Baukommission, worauf der Antrag an den Gemeinderat folgt. Gysin rechnet mit einem Entscheid bis Ende Februar.
Die Antenne an der Luzernerstrasse 89 käme zwar auf Hünenberger Boden zu stehen, betroffen sind jedoch auch viele Anwohner in Cham. Im Chamer Gemeinderat ist der Antennenstreit im Moment jedoch kein Thema, wie Bauchef Charles Meyer sagt. Er sei auch nicht von besorgten Anwohnern kontaktiert worden. Dieser Aussage ungeachtet beschäftigt die Chamer die Antenne sehr: Bis gestern haben bereits 200 Chamer Anwohner die Einsprache gegen den Bau der UMTS-Antenne unterschrieben.
Welche Gemeinde es betrifft, ist aber letztlich unwichtig. Denn das Problem weitet sich auf den ganzen Kanton aus. Immer wieder wird der Ruf nach einem kantonalen Moratorium für Natelantennen laut. Bis man über die gesundheitlichen Auswirkungen Bescheid weiss, sollen Antennen verboten werden, fordern verschiedene Exponenten. Einen entsprechenden Vorstoss hat das Amt für Umweltschutz jedoch noch keinen erhalten.
Alle warten auf Langzeitstudie
Laut Armin Rutishauser, Abteilungsleiter im Zuger Amt für Umweltschutz, liegen im Jahre 2010 Ergebnisse einer Langzeitstudie über Antennen-Strahlung vor. Ob die jetzigen Elektrosmog-Grenzwerte der Antennen sinnvoll sind, weiss man also erst in vier Jahren.
In verschiedenen Gemeinden stellt sich also ein Problem: Beim Entscheid über eine Antenne stehen die gesundheitlichen Risiken im Vordergrund. Es soll also ein Entscheid gefällt werden aufgrund von Grundlagen, die noch gar nicht existieren. «Wir müssen uns auf Spezialisten abstützen», sagt auch Hans Gysin, «Nur: Welchen Spezialisten sollen wir glauben?»
Isabelle Meier
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© Mittelland Zeitung; 16.02.2006
Tabloid Wynental Suhrental
Beschwerde abgelehnt
menziken Der Regierungsrat hat eine Aufsichtsbeschwerde der IG Lebensqualität gegen den Gemeinderat Menziken abgelehnt. An der Sommergemeindeversammlung 2005 warf die IG insbesondere dem damaligen Gemeindeammann Jörg Zubler vor, er habe sich bei den Auseinandersetzungen um ein Sunrise-Baugesuch für eine UMTS-Mobilfunkantenne beim Schützenhaus Murweid nicht neutral verhalten. Die IG ist der organisierte Widerstand gegen die Antenne. Die Aufsichtsbeschwerde wurde mit der Begründung abgelehnt, die Vorwürfe gegen den Gemeinderat seien unhaltbar. Die Behörde habe jederzeit «ihm Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen» gehandelt. Im Moment versucht Sunrise mittels Rechtsverweigerungsbeschwerde, eine baldige Baubewilligung zu erwirken. (trö)
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© Aargauer Zeitung / MLZ; 16.02.2006
Wissenschaft Zeitung
Risiken der Antennen sind gering
Mobilfunk Gesundheitsschäden sind bislang keine bekannt. Ob Handystrahlen unser Wohlbefinden stören, soll nun ein Nationales Forschungsprogramm herausfinden.
Guido Santner
Wer aus seinem Schlafzimmerfenster eine Natelantenne sieht, fühlt sich schnell mal unbehaglich: «Ist meine Gesundheit nun gefährdet?» Eine verständliche Sorge, denn immer noch kursieren widersprüchliche Informationen über die Risiken von Elektrosmog.
Elektromagnetische Felder sind für den Menschen eigentlich nicht neu. Das Erdmagnetfeld durchdringt uns seit Millionen Jahren, das Licht der Sonne ist nichts anderes als elektromagnetische Strahlung. Entscheidend sind die Frequenz und die Stärke der Felder. Das Erdmagnetfeld schwingt nicht und ist damit harmlos. Das Sonnenlicht dagegen schwingt so schnell, dass es uns erwärmt und sogar Hautkrebs auslösen kann. Die ultravioletten Anteile des Sonnenlichts können Atome ionisieren: Das bedeutet, dass die Strahlung Elektronen von den Atomkernen wegreisst und so die menschlichen Zellen beschädigt, insbesondere die Erbinformation, die DNS-Moleküle. Zum Glück entsteht aus einer defekten Zelle nur ganz selten ein Tumor.
«Die Frequenz der Natelstrahlung liegt zwischen dem Erdmagnetfeld und den Sonnenstrahlen», sagt Rüdiger Vahldieck, Professor für Feldtheorie und Höchstfrequenztechnik an der ETH Zürich. «Die Natelstrahlung erwärmt zwar das menschliche Gewebe, ist aber nicht ionisierend.»
Ob die DNS-Moleküle indirekt beschädigt werden können, sei laut Vahldieck nicht erwiesen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO bezieht sich deshalb auf die Erwärmung des Gewebes und schlägt einen Grenzwert von 50 Volt pro Meter (V/m) für die Strahlung von Natelantennen vor. Dieser Grenzwert verhindert, dass sich unsere Haut oder unser Gehirn übermässig erhitzt.
In der Schweiz gilt zudem in Wohnungen und Büros ein vorsorglicher Grenzwert, der um einen Faktor 10 tiefer liegt, um auch bisher unbekannte Risiken auszuschliessen. Nur wenn diese Grenzwerte eingehalten werden, dürfen Swisscom, Sunrise oder Orange eine Natelantenne, eine so genannte Basisstation, betreiben. Das Feld dieser Basisstationen ist im Vergleich zur Sommersonne rund 15 000-mal schwächer.
Da die Strahlung mit der Distanz stark abnimmt, sind es laut Vahldieck aber nicht die Basisstationen, sondern die tragbaren Handys, die uns am stärksten bestrahlen. In einer Distanz von einem Meter um das Handy kann die Feldstärke bis zu 10 V/m betragen. Beträgt der Abstand nur noch 5 Zentimeter, steigt die Feldstärke bis zu 200 V/m an, wobei dies Maximalwerte sind, denn moderne Geräte reduzieren die Ausgangsleistung bei einer guten Verbindung. Für Mobiltelefone gilt ein Grenzwert, der die Erwärmung des Kopfes limitiert. Dieser so genannte SAR-Grenzwert wird in Watt pro Kilogramm Gewebe angeben und darf 2 W/kg nicht überschreiten. Mobiltelefone im Handel weisen normalerweise einen SAR-Wert unter 1 W/kg auf.
«Die Mehrheit der Wissenschafter ist der Meinung, dass die gesundheitlichen Risiken, die von Basisstationen ausgehen, gering sind», sagt Gregor Dürrenberger von der Forschungsstiftung Mobilkommunikation. Wenn schon, gelte es die Handystrahlung zu beobachten. Untersucht werde vor allem das Risiko für Tumore im Kopfbereich. «Aufgrund der vorliegenden Daten lässt sich dieses Risiko heute nicht ausschliessen, aber es ist auch nicht wissenschaftlich nachgewiesen», sagt Dürrenberger. Das liege daran, dass die heutige Technologie der Handys erst eine kurze Zeit in Betrieb sei. Gewisse Tumore liessen sich erst zehn und mehr Jahre nach ihrer Auslösung nachweisen.
Unbestritten ist, dass die Strahlung des Handys unseren Körper durchdringt und auch beeinflusst. Peter Achermann am Institut für Pharmakologie und Toxikologie der Universität Zürich untersucht die Gehirnaktivität von Menschen im Schlaf. Werden diese vor dem Einschlafen der Strahlung eines Handys ausgesetzt, ändert sich die Gehirnaktivität während des Schlafs. Laut Achermann sagt dies aber nur aus, dass der Mensch beeinflusst wird, und nicht, ob diese Einwirkung positiv oder negativ sei - oder gar zu gesundheitlichen Schäden führe. Auch eine Tasse Kaffee oder eine Schlaftablette ändere die Gehirnaktivität. Erst wenn die Mechanismen bekannt seien, wie die Strahlung das Hirn beeinflusst, könnten gesundheitliche Auswirkungen abgeschätzt werden.
Wer darauf wartet, bis die Wissenschaft zeigt, dass die Handystrahlung unschädlich ist, wird laut Dürrenberger enttäuscht werden: «Die Forschung wird nicht beweisen können, dass die Handystrahlung unschädlich ist. Nur das Gegenteil kann sie allenfalls beweisen, sollte sie einen Zusammenhang zwischen Erkrankungen und Handystrahlen finden.» Bisher habe die Forschung aber nicht zeigen können, dass elektromagnetische Strahlung unterhalb der Grenzwerte dem Menschen gesundheitlich schade. Vereinzelten Studien, die negative Auswirkungen zeigen würden, gehe die Forschung intensiv nach.
Wenn man die wissenschaftlichen Studien über Handystrahlung betrachtet, ist das Risiko, an einem Tumor zu erkranken, im Vergleich zu anderen Umwelteinflüssen eher gering. Wer im Sommer in der Sonne liegt oder passiv raucht, geht ein höheres Risiko ein. Am gefährlichsten ist das Handy für Autofahrer, wie zwei unabhängige Studien aus Australien und Kanada zeigen: Wer während des Autofahrens telefoniert, achtet weniger auf den Verkehr. Das Risiko zu verunfallen steigt um den Faktor vier - auch mit Freisprechanlage.
6 Millionen Franken für die Forschung
Der Bund lanciert 2006 ein Nationales Forschungsprogramm - dotiert mit 5 Millionen Franken für die nächsten drei Jahre. Die Forscher sollen herausfinden, ob die Handystrahlung unser Wohlbefinden stört und ob Zellkulturen auf die Strahlung reagieren. Sie müssen ihre Projekte bis Ende Februar einreichen. Eine weitere Million steuert die Forschungsstiftung Mobilkommunikation bei. Ein Projekt, das die Forschungsstiftung seit zwei Jahren unterstützt, untersucht, ob die neue Handygeneration UMTS den Menschen stärker beeinflusst als die heutige GSM-Technologie. Die Resultate werden demnächst veröffentlicht.
a
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Langenthal
UMTS: Die Stadt bleibt beim Moratorium
Wie Bern und Burgdorf: Langenthal bleibt vorderhand bei seinem Moratorium für UMTS-Antennen. Aufgehoben werde es, falls die Strahlung als «unbedenklich» eingestuft würde, sagt Stadtschreiber Daniel Steiner.
Die Städte Burgdorf und Bern haben beschlossen, ihre Moratorien für Gesuche von UMTS-Handyantennen weiterzuführen. Bern gab den Entscheid am Dienstag bekannt (Ausgabe von gestern).
Wie steht es aber in Langenthal? Dort besteht das Moratorium für Antennengesuche nämlich schon seit einem Jahr. Am 10. Februar 2005 beschloss der Gemeinderat, über hängige und neue Gesuche für UMTS-Antennen nicht zu entscheiden, bis die Resultate einer Studie der ETH Zürich vorliegen. Der Entscheid machte schweizweit Schlagzeilen, und andere Gemeinden schlugen den gleichen Weg ein (siehe Kasten).
«Es pressiert nicht»
Gemäss Stadtschreiber Daniel Steiner hat der Langenthaler Gemeinderat keinen neuen Entscheid zum Moratorium gefällt. Das heisst: Das Moratorium gilt weiterhin, eine Aufhebung ist vorderhand nicht zu erwarten. «Uns pressiert es nicht», erklärt Steiner. «Noch ist vieles unklar.»
Sicher ist: In der Zwischenzeit hat sich einiges getan. So hielt das Bundesgericht zum Entscheid über eine umstrittene Antenne fest, Anwohner hätten Anspruch auf eine «objektive Überprüfung» der Strahlenbelastung. Darauf erliess auch der Kanton Bern ein Moratorium für Antennengesuche. Im Januar gab der Kanton aber wieder grünes Licht für die Bewilligung von Antennen. Dies, weil sich Swisscom, Orange und Sunrise verpflichtet hatten, ein System einzuführen, das vollautomatisch die Sendeleistung und den Neigungswinkel aller Mobilfunk-antennen überprüft.
Schlupfloch für Leistung?
Für Burgdorf und Bern sind diese Massnahmen aber kein Grund, ihre Moratorien aufzuheben. Berns Stadtpräsident Alexander Tschäppät liess wissen, die geplante Überprüfung der Antennendaten im 24-Stunden-Takt genüge ihm nicht. Bern und Burgdorf wollen vor weiteren Entscheiden die Resultate der Studie über die Wirkung von UMTS-Strahlen abwarten.
Auch der Langenthaler Gemeinderat wird sich vorher kaum nochmals mit der Problematik von Handyantennen befassen. Stadtschreiber Daniel Steiner: «Wir bleiben bei unseren Argumenten. Das Moratorium aufzuheben kommt für uns nur in Frage, wenn die Unbedenklichkeit der Antennenstrahlung nachgewiesen ist.» Und zudem habe man festgestellt, «dass in Langenthal der grösste Teil der Bevölkerung den Entscheid des Gemeinderates unterstützt».
Herbert Rentsch Thomas Peter
Antennen
Langenthal ist Vorreiter
Vor einem Jahr entschied der Langenthaler Gemeinderat, für Baugesuche von UMTS-Antennen ein Moratorium zu erlassen. Dies löste vielerorts Kopfschütteln aus. Doch die Begründung der Langenthaler Exekutive erwies sich als geschickter Schachzug: Der Gemeinderat stufe die Gesundheit der Einwohner höher ein als die Bewilligung von Baugesuchen für UMTS-Antennen. Viele Gemeinden aus der ganzen Schweiz erkundigten sich darauf in Langenthal, wie man vorgegangen sei. «Wir haben einen ganzen Ordner von Anfragen», sagt Stadtschreiber Daniel Steiner.
Das Moratorium der Stadt Langenthal gilt, bis die Resultate einer Studie der ETH Zürich vorliegen. Diese untersucht, inwieweit UMTS-Strahlung das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit von Menschen beeinträchtigt. Die Studie soll im März präsentiert werden. hrh
Marcel Bieri
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© St. Galler Tagblatt; 15.02.2006; Seite 37
WV-Aufschlag
07-WV Wil
Leserbrief
Was ist Ihre Meinung?
Ein junger «Intensiv-Nutzer» freut sich natürlich über die gigantischen Möglichkeiten vom SMS über Videospiele bis zur Übertragung grosser PC-Dateien. Seine Meinung ist klar: «Wir geniessen diese Möglichkeiten, also müssen wir auch die neue Strahlenbelastung akzeptieren.»
Und noch eine oft gehörte, interessante Meinung: «Die Antennenstrahlung ist gar nicht so schlimm, das Handy stundenlang am Ohr ist viel schlimmer!» Das stimmt. Dabei ist zu bedenken: Wie oft und wie lange Sie das Handy an Ihren Kopf drücken, können Sie selbst bestimmen. Wenn Sie aber im Antennenbereich wohnen, erhalten Sie die Strahlendosis unfreiwillig, 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr, auch wenn Sie zu den zahlreichen, älteren Bewohnern gehören, die gar kein Handy haben und bis zu 34 Meter nahe neben dieser Antenne wohnen, wie im Falle des Antennenprojektes der Swisscom beim Kindergarten Letten in Wil. Es gibt keine Taste zum abschalten.
Oder die Kindergärtler, die sich mehrere Stunden pro Tag 65 Meter neben der Antenne aufhalten. Auch sie sind keine Handy-User, gehören aber wie die älteren Menschen zu den Gesundheitsempfindlichen. Stellen Sie sich vor, Sie wachen auf, einen Steinwurf vor Ihnen steht ein Antennenprojekt, 2900 Watt UMTS-Strahlen direkt auf Ihr Schlafzimmer, Ihr Wohnzimmer und Ihren Balkon ausgerichtet! Sind Sie dann immer noch der Meinung dass alle, Kind und Kegel, diese Belastungen einfach hinnehmen sollten?
Eine interessante Informationsveranstaltung über die Antennensituation in Wil und über das Strahlenproblem findet am Donnerstag, 9. März, 19.30 Uhr, in der Aula Lindenhof in Wil statt. Jedermann ist herzlich dazu eingeladen.
Guido Bundi Aktionsgruppe «Keine Mobilfunkantenne neben dem Kindergarten Letten» Lettenstrasse 76, 9500 Wil
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© Mittelland Zeitung; 15.02.2006
Brugg Tabloid
Der «Antennenwald» wird weiter aufgeforstet
bRUGG Baugesuch von Sunrise und Orange für eine Mobilfunkantenne
Für die Versorgung des Gebietes Brugg-Südwest mit dem Universal Mobile Telecommunications Sys tem (UMTS) und zur Verbesserung des Global System Mobile Communications-Netzes (GSM) soll auf dem Dach des Verwaltungsgebäudes der Chemia AG an der Aarauerstrasse eine Mobilfunkantennen-Anlage erstellt werden.
Mit ihrem UMTS-Netz - das einen Mobilfunk-Standard der dritten Generation gewährleistet - erreicht der Mobilfunkanbieter Sunrise mittlerweilen mehr als die Hälfte der Bevölkerung der Schweiz. Anfänglich konzentrierte man sich beim Aufbau des Netzes vor allem auf die grossen Agglomerationen. Inzwischen wird das UMTS-Netz, das vor allem höhere Datenübertragungsraten ermöglicht, laufend weiter verdichtet. Der Zweck der in Brugg geplanten Mobilfunkantennen-Anlage wird in den Baugesuchsunterlagen denn auch mit der «Realisierung der Mobilfunkstandorte zur UMTS-Versorgung von Brugg-Südwest», aber auch mit der «Qualitätsverbesserung im GSM-Bereich» umschrieben.
Der Standort der Antennen-Anlage auf dem Dach des Chemia-Verwaltungsgebäudes wurde gewählt, weil er im Zentrum des gewünschten Versorgungsgebietes liegt und weil er sich gut in das bereits bestehende Netz eingliedert.
Sichtbare Teile der Anlage werden drei Mobilfunkantennen sein, die am Kamin des Dachaufbaues angebracht werden, sowie drei Richtfunkantennen, welche der Anbindung der Anlage ans Netz dienen.
Gemäss den Baugesuchsunterlagen werden die Anlagegrenzwerte der Emissionen eingehalten. Berechnet wurde die Strahlung dabei an drei höchstbelasteten Orten mit empfindlicher Nutzung. Im vorliegenden Fall sind das, innerhalb eines Perimeters mit einem Radius von 74 Metern, eine unmittelbar neben der Antennenanlage liegende Lagerhalle, ein nordwestlich davon liegendes Industriegebäude der Chemia AG sowie ein Wohngebäude an der Unterwerkstrasse. (lp)
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Zuger Zeitung Gemeinden
UMTS-Antennen Hünenberg/Cham
Auch der Gemeinderat ist besorgt
«Es kommt zu einem
politischen Entscheid.»
Hans Gysin, Gemeinde-
präsident Hünenberg
Es brodelt in der Bevölkerung: An mehreren Fronten kämpfen Anwohner gegen UMTS-Antennen. Jetzt ist der Gemeinderat gefragt.
Gleich zwei Verfahren wegen UMTS-Antennen in Wohnquartieren sind in Hünenberg und Cham hängig. Gegen den geplanten Bau einer UMTS-Antenne von Swisscom an der Nestléstrasse 7 in Cham ist eine Beschwerde beim Verwaltungsgericht hängig. Und gegen eine Sunrise-Antenne desselben Typs an der Luzernerstrasse 89 in Hünenberg werden in diesen Tagen eifrig Unterschriften gesammelt. Bei vielen Anwohnern machen sich Angst, Unverständnis und Wut breit.
Der Zorn richtet sich nun gegen die Regierung: «Wir erwarten, dass unsere Regierungen, sei es Gemeinde-, Kantons- oder Regierungsrat, ihre Verantwortung wahrnehmen und sich für das gesundheitliche Wohl der Einwohner entscheiden», schreibt etwa Karl Zimmermann aus Cham «im Namen vieler besorgter Einwohner». Und Brigitte Slater, die in unmittelbarer Nähe der geplanten Mobilfunkantenne an der Luzernerstrasse wohnt, verlangt, «dass der Gemeinderat für den Schutz der Bevölkerung einsteht».
Gemeinde hat Post erhalten
Hans Gysin, Gemeindepräsident von Hünenberg, spürt die Unruhe in seiner Gemeinde: «Wir haben bereits einen Brief erhalten», sagt er. Darin fordern die Anwohner eine Stellungnahme zur geplanten Antenne an der Luzernerstrasse. Am Mittwochmorgen habe er sich mit dem Gemeindeschreiber beraten. «Wir machen uns Sorgen wegen dieser Geschichte.» Er wolle zum Fall Luzernerstrasse noch nicht Stellung nehmen, bis das Verfahren abgeschlossen sei. Nur so viel: «Es wird zu einem politischen Entscheid kommen», sagt Gysin. Was genau er damit meint, wollte er nicht verraten. Nach Ablauf der Einsprachefrist am kommenden Mittwoch geht das Gesuch an die Baukommission, worauf der Antrag an den Gemeinderat folgt. Gysin rechnet mit einem Entscheid bis Ende Februar.
Die Antenne an der Luzernerstrasse 89 käme zwar auf Hünenberger Boden zu stehen, betroffen sind jedoch auch viele Anwohner in Cham. Im Chamer Gemeinderat ist der Antennenstreit im Moment jedoch kein Thema, wie Bauchef Charles Meyer sagt. Er sei auch nicht von besorgten Anwohnern kontaktiert worden. Dieser Aussage ungeachtet beschäftigt die Chamer die Antenne sehr: Bis gestern haben bereits 200 Chamer Anwohner die Einsprache gegen den Bau der UMTS-Antenne unterschrieben.
Welche Gemeinde es betrifft, ist aber letztlich unwichtig. Denn das Problem weitet sich auf den ganzen Kanton aus. Immer wieder wird der Ruf nach einem kantonalen Moratorium für Natelantennen laut. Bis man über die gesundheitlichen Auswirkungen Bescheid weiss, sollen Antennen verboten werden, fordern verschiedene Exponenten. Einen entsprechenden Vorstoss hat das Amt für Umweltschutz jedoch noch keinen erhalten.
Alle warten auf Langzeitstudie
Laut Armin Rutishauser, Abteilungsleiter im Zuger Amt für Umweltschutz, liegen im Jahre 2010 Ergebnisse einer Langzeitstudie über Antennen-Strahlung vor. Ob die jetzigen Elektrosmog-Grenzwerte der Antennen sinnvoll sind, weiss man also erst in vier Jahren.
In verschiedenen Gemeinden stellt sich also ein Problem: Beim Entscheid über eine Antenne stehen die gesundheitlichen Risiken im Vordergrund. Es soll also ein Entscheid gefällt werden aufgrund von Grundlagen, die noch gar nicht existieren. «Wir müssen uns auf Spezialisten abstützen», sagt auch Hans Gysin, «Nur: Welchen Spezialisten sollen wir glauben?»
Isabelle Meier
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© Mittelland Zeitung; 16.02.2006
Tabloid Wynental Suhrental
Beschwerde abgelehnt
menziken Der Regierungsrat hat eine Aufsichtsbeschwerde der IG Lebensqualität gegen den Gemeinderat Menziken abgelehnt. An der Sommergemeindeversammlung 2005 warf die IG insbesondere dem damaligen Gemeindeammann Jörg Zubler vor, er habe sich bei den Auseinandersetzungen um ein Sunrise-Baugesuch für eine UMTS-Mobilfunkantenne beim Schützenhaus Murweid nicht neutral verhalten. Die IG ist der organisierte Widerstand gegen die Antenne. Die Aufsichtsbeschwerde wurde mit der Begründung abgelehnt, die Vorwürfe gegen den Gemeinderat seien unhaltbar. Die Behörde habe jederzeit «ihm Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen» gehandelt. Im Moment versucht Sunrise mittels Rechtsverweigerungsbeschwerde, eine baldige Baubewilligung zu erwirken. (trö)
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© Aargauer Zeitung / MLZ; 16.02.2006
Wissenschaft Zeitung
Risiken der Antennen sind gering
Mobilfunk Gesundheitsschäden sind bislang keine bekannt. Ob Handystrahlen unser Wohlbefinden stören, soll nun ein Nationales Forschungsprogramm herausfinden.
Guido Santner
Wer aus seinem Schlafzimmerfenster eine Natelantenne sieht, fühlt sich schnell mal unbehaglich: «Ist meine Gesundheit nun gefährdet?» Eine verständliche Sorge, denn immer noch kursieren widersprüchliche Informationen über die Risiken von Elektrosmog.
Elektromagnetische Felder sind für den Menschen eigentlich nicht neu. Das Erdmagnetfeld durchdringt uns seit Millionen Jahren, das Licht der Sonne ist nichts anderes als elektromagnetische Strahlung. Entscheidend sind die Frequenz und die Stärke der Felder. Das Erdmagnetfeld schwingt nicht und ist damit harmlos. Das Sonnenlicht dagegen schwingt so schnell, dass es uns erwärmt und sogar Hautkrebs auslösen kann. Die ultravioletten Anteile des Sonnenlichts können Atome ionisieren: Das bedeutet, dass die Strahlung Elektronen von den Atomkernen wegreisst und so die menschlichen Zellen beschädigt, insbesondere die Erbinformation, die DNS-Moleküle. Zum Glück entsteht aus einer defekten Zelle nur ganz selten ein Tumor.
«Die Frequenz der Natelstrahlung liegt zwischen dem Erdmagnetfeld und den Sonnenstrahlen», sagt Rüdiger Vahldieck, Professor für Feldtheorie und Höchstfrequenztechnik an der ETH Zürich. «Die Natelstrahlung erwärmt zwar das menschliche Gewebe, ist aber nicht ionisierend.»
Ob die DNS-Moleküle indirekt beschädigt werden können, sei laut Vahldieck nicht erwiesen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO bezieht sich deshalb auf die Erwärmung des Gewebes und schlägt einen Grenzwert von 50 Volt pro Meter (V/m) für die Strahlung von Natelantennen vor. Dieser Grenzwert verhindert, dass sich unsere Haut oder unser Gehirn übermässig erhitzt.
In der Schweiz gilt zudem in Wohnungen und Büros ein vorsorglicher Grenzwert, der um einen Faktor 10 tiefer liegt, um auch bisher unbekannte Risiken auszuschliessen. Nur wenn diese Grenzwerte eingehalten werden, dürfen Swisscom, Sunrise oder Orange eine Natelantenne, eine so genannte Basisstation, betreiben. Das Feld dieser Basisstationen ist im Vergleich zur Sommersonne rund 15 000-mal schwächer.
Da die Strahlung mit der Distanz stark abnimmt, sind es laut Vahldieck aber nicht die Basisstationen, sondern die tragbaren Handys, die uns am stärksten bestrahlen. In einer Distanz von einem Meter um das Handy kann die Feldstärke bis zu 10 V/m betragen. Beträgt der Abstand nur noch 5 Zentimeter, steigt die Feldstärke bis zu 200 V/m an, wobei dies Maximalwerte sind, denn moderne Geräte reduzieren die Ausgangsleistung bei einer guten Verbindung. Für Mobiltelefone gilt ein Grenzwert, der die Erwärmung des Kopfes limitiert. Dieser so genannte SAR-Grenzwert wird in Watt pro Kilogramm Gewebe angeben und darf 2 W/kg nicht überschreiten. Mobiltelefone im Handel weisen normalerweise einen SAR-Wert unter 1 W/kg auf.
«Die Mehrheit der Wissenschafter ist der Meinung, dass die gesundheitlichen Risiken, die von Basisstationen ausgehen, gering sind», sagt Gregor Dürrenberger von der Forschungsstiftung Mobilkommunikation. Wenn schon, gelte es die Handystrahlung zu beobachten. Untersucht werde vor allem das Risiko für Tumore im Kopfbereich. «Aufgrund der vorliegenden Daten lässt sich dieses Risiko heute nicht ausschliessen, aber es ist auch nicht wissenschaftlich nachgewiesen», sagt Dürrenberger. Das liege daran, dass die heutige Technologie der Handys erst eine kurze Zeit in Betrieb sei. Gewisse Tumore liessen sich erst zehn und mehr Jahre nach ihrer Auslösung nachweisen.
Unbestritten ist, dass die Strahlung des Handys unseren Körper durchdringt und auch beeinflusst. Peter Achermann am Institut für Pharmakologie und Toxikologie der Universität Zürich untersucht die Gehirnaktivität von Menschen im Schlaf. Werden diese vor dem Einschlafen der Strahlung eines Handys ausgesetzt, ändert sich die Gehirnaktivität während des Schlafs. Laut Achermann sagt dies aber nur aus, dass der Mensch beeinflusst wird, und nicht, ob diese Einwirkung positiv oder negativ sei - oder gar zu gesundheitlichen Schäden führe. Auch eine Tasse Kaffee oder eine Schlaftablette ändere die Gehirnaktivität. Erst wenn die Mechanismen bekannt seien, wie die Strahlung das Hirn beeinflusst, könnten gesundheitliche Auswirkungen abgeschätzt werden.
Wer darauf wartet, bis die Wissenschaft zeigt, dass die Handystrahlung unschädlich ist, wird laut Dürrenberger enttäuscht werden: «Die Forschung wird nicht beweisen können, dass die Handystrahlung unschädlich ist. Nur das Gegenteil kann sie allenfalls beweisen, sollte sie einen Zusammenhang zwischen Erkrankungen und Handystrahlen finden.» Bisher habe die Forschung aber nicht zeigen können, dass elektromagnetische Strahlung unterhalb der Grenzwerte dem Menschen gesundheitlich schade. Vereinzelten Studien, die negative Auswirkungen zeigen würden, gehe die Forschung intensiv nach.
Wenn man die wissenschaftlichen Studien über Handystrahlung betrachtet, ist das Risiko, an einem Tumor zu erkranken, im Vergleich zu anderen Umwelteinflüssen eher gering. Wer im Sommer in der Sonne liegt oder passiv raucht, geht ein höheres Risiko ein. Am gefährlichsten ist das Handy für Autofahrer, wie zwei unabhängige Studien aus Australien und Kanada zeigen: Wer während des Autofahrens telefoniert, achtet weniger auf den Verkehr. Das Risiko zu verunfallen steigt um den Faktor vier - auch mit Freisprechanlage.
6 Millionen Franken für die Forschung
Der Bund lanciert 2006 ein Nationales Forschungsprogramm - dotiert mit 5 Millionen Franken für die nächsten drei Jahre. Die Forscher sollen herausfinden, ob die Handystrahlung unser Wohlbefinden stört und ob Zellkulturen auf die Strahlung reagieren. Sie müssen ihre Projekte bis Ende Februar einreichen. Eine weitere Million steuert die Forschungsstiftung Mobilkommunikation bei. Ein Projekt, das die Forschungsstiftung seit zwei Jahren unterstützt, untersucht, ob die neue Handygeneration UMTS den Menschen stärker beeinflusst als die heutige GSM-Technologie. Die Resultate werden demnächst veröffentlicht.
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Langenthal
UMTS: Die Stadt bleibt beim Moratorium
Wie Bern und Burgdorf: Langenthal bleibt vorderhand bei seinem Moratorium für UMTS-Antennen. Aufgehoben werde es, falls die Strahlung als «unbedenklich» eingestuft würde, sagt Stadtschreiber Daniel Steiner.
Die Städte Burgdorf und Bern haben beschlossen, ihre Moratorien für Gesuche von UMTS-Handyantennen weiterzuführen. Bern gab den Entscheid am Dienstag bekannt (Ausgabe von gestern).
Wie steht es aber in Langenthal? Dort besteht das Moratorium für Antennengesuche nämlich schon seit einem Jahr. Am 10. Februar 2005 beschloss der Gemeinderat, über hängige und neue Gesuche für UMTS-Antennen nicht zu entscheiden, bis die Resultate einer Studie der ETH Zürich vorliegen. Der Entscheid machte schweizweit Schlagzeilen, und andere Gemeinden schlugen den gleichen Weg ein (siehe Kasten).
«Es pressiert nicht»
Gemäss Stadtschreiber Daniel Steiner hat der Langenthaler Gemeinderat keinen neuen Entscheid zum Moratorium gefällt. Das heisst: Das Moratorium gilt weiterhin, eine Aufhebung ist vorderhand nicht zu erwarten. «Uns pressiert es nicht», erklärt Steiner. «Noch ist vieles unklar.»
Sicher ist: In der Zwischenzeit hat sich einiges getan. So hielt das Bundesgericht zum Entscheid über eine umstrittene Antenne fest, Anwohner hätten Anspruch auf eine «objektive Überprüfung» der Strahlenbelastung. Darauf erliess auch der Kanton Bern ein Moratorium für Antennengesuche. Im Januar gab der Kanton aber wieder grünes Licht für die Bewilligung von Antennen. Dies, weil sich Swisscom, Orange und Sunrise verpflichtet hatten, ein System einzuführen, das vollautomatisch die Sendeleistung und den Neigungswinkel aller Mobilfunk-antennen überprüft.
Schlupfloch für Leistung?
Für Burgdorf und Bern sind diese Massnahmen aber kein Grund, ihre Moratorien aufzuheben. Berns Stadtpräsident Alexander Tschäppät liess wissen, die geplante Überprüfung der Antennendaten im 24-Stunden-Takt genüge ihm nicht. Bern und Burgdorf wollen vor weiteren Entscheiden die Resultate der Studie über die Wirkung von UMTS-Strahlen abwarten.
Auch der Langenthaler Gemeinderat wird sich vorher kaum nochmals mit der Problematik von Handyantennen befassen. Stadtschreiber Daniel Steiner: «Wir bleiben bei unseren Argumenten. Das Moratorium aufzuheben kommt für uns nur in Frage, wenn die Unbedenklichkeit der Antennenstrahlung nachgewiesen ist.» Und zudem habe man festgestellt, «dass in Langenthal der grösste Teil der Bevölkerung den Entscheid des Gemeinderates unterstützt».
Herbert Rentsch Thomas Peter
Antennen
Langenthal ist Vorreiter
Vor einem Jahr entschied der Langenthaler Gemeinderat, für Baugesuche von UMTS-Antennen ein Moratorium zu erlassen. Dies löste vielerorts Kopfschütteln aus. Doch die Begründung der Langenthaler Exekutive erwies sich als geschickter Schachzug: Der Gemeinderat stufe die Gesundheit der Einwohner höher ein als die Bewilligung von Baugesuchen für UMTS-Antennen. Viele Gemeinden aus der ganzen Schweiz erkundigten sich darauf in Langenthal, wie man vorgegangen sei. «Wir haben einen ganzen Ordner von Anfragen», sagt Stadtschreiber Daniel Steiner.
Das Moratorium der Stadt Langenthal gilt, bis die Resultate einer Studie der ETH Zürich vorliegen. Diese untersucht, inwieweit UMTS-Strahlung das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit von Menschen beeinträchtigt. Die Studie soll im März präsentiert werden. hrh
Marcel Bieri
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© St. Galler Tagblatt; 15.02.2006; Seite 37
WV-Aufschlag
07-WV Wil
Leserbrief
Was ist Ihre Meinung?
Ein junger «Intensiv-Nutzer» freut sich natürlich über die gigantischen Möglichkeiten vom SMS über Videospiele bis zur Übertragung grosser PC-Dateien. Seine Meinung ist klar: «Wir geniessen diese Möglichkeiten, also müssen wir auch die neue Strahlenbelastung akzeptieren.»
Und noch eine oft gehörte, interessante Meinung: «Die Antennenstrahlung ist gar nicht so schlimm, das Handy stundenlang am Ohr ist viel schlimmer!» Das stimmt. Dabei ist zu bedenken: Wie oft und wie lange Sie das Handy an Ihren Kopf drücken, können Sie selbst bestimmen. Wenn Sie aber im Antennenbereich wohnen, erhalten Sie die Strahlendosis unfreiwillig, 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr, auch wenn Sie zu den zahlreichen, älteren Bewohnern gehören, die gar kein Handy haben und bis zu 34 Meter nahe neben dieser Antenne wohnen, wie im Falle des Antennenprojektes der Swisscom beim Kindergarten Letten in Wil. Es gibt keine Taste zum abschalten.
Oder die Kindergärtler, die sich mehrere Stunden pro Tag 65 Meter neben der Antenne aufhalten. Auch sie sind keine Handy-User, gehören aber wie die älteren Menschen zu den Gesundheitsempfindlichen. Stellen Sie sich vor, Sie wachen auf, einen Steinwurf vor Ihnen steht ein Antennenprojekt, 2900 Watt UMTS-Strahlen direkt auf Ihr Schlafzimmer, Ihr Wohnzimmer und Ihren Balkon ausgerichtet! Sind Sie dann immer noch der Meinung dass alle, Kind und Kegel, diese Belastungen einfach hinnehmen sollten?
Eine interessante Informationsveranstaltung über die Antennensituation in Wil und über das Strahlenproblem findet am Donnerstag, 9. März, 19.30 Uhr, in der Aula Lindenhof in Wil statt. Jedermann ist herzlich dazu eingeladen.
Guido Bundi Aktionsgruppe «Keine Mobilfunkantenne neben dem Kindergarten Letten» Lettenstrasse 76, 9500 Wil
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© Mittelland Zeitung; 15.02.2006
Brugg Tabloid
Der «Antennenwald» wird weiter aufgeforstet
bRUGG Baugesuch von Sunrise und Orange für eine Mobilfunkantenne
Für die Versorgung des Gebietes Brugg-Südwest mit dem Universal Mobile Telecommunications Sys tem (UMTS) und zur Verbesserung des Global System Mobile Communications-Netzes (GSM) soll auf dem Dach des Verwaltungsgebäudes der Chemia AG an der Aarauerstrasse eine Mobilfunkantennen-Anlage erstellt werden.
Mit ihrem UMTS-Netz - das einen Mobilfunk-Standard der dritten Generation gewährleistet - erreicht der Mobilfunkanbieter Sunrise mittlerweilen mehr als die Hälfte der Bevölkerung der Schweiz. Anfänglich konzentrierte man sich beim Aufbau des Netzes vor allem auf die grossen Agglomerationen. Inzwischen wird das UMTS-Netz, das vor allem höhere Datenübertragungsraten ermöglicht, laufend weiter verdichtet. Der Zweck der in Brugg geplanten Mobilfunkantennen-Anlage wird in den Baugesuchsunterlagen denn auch mit der «Realisierung der Mobilfunkstandorte zur UMTS-Versorgung von Brugg-Südwest», aber auch mit der «Qualitätsverbesserung im GSM-Bereich» umschrieben.
Der Standort der Antennen-Anlage auf dem Dach des Chemia-Verwaltungsgebäudes wurde gewählt, weil er im Zentrum des gewünschten Versorgungsgebietes liegt und weil er sich gut in das bereits bestehende Netz eingliedert.
Sichtbare Teile der Anlage werden drei Mobilfunkantennen sein, die am Kamin des Dachaufbaues angebracht werden, sowie drei Richtfunkantennen, welche der Anbindung der Anlage ans Netz dienen.
Gemäss den Baugesuchsunterlagen werden die Anlagegrenzwerte der Emissionen eingehalten. Berechnet wurde die Strahlung dabei an drei höchstbelasteten Orten mit empfindlicher Nutzung. Im vorliegenden Fall sind das, innerhalb eines Perimeters mit einem Radius von 74 Metern, eine unmittelbar neben der Antennenanlage liegende Lagerhalle, ein nordwestlich davon liegendes Industriegebäude der Chemia AG sowie ein Wohngebäude an der Unterwerkstrasse. (lp)
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