© St. Galler Tagblatt; 07.03.2006; Seite 37
SG-Stadt
09-SG St.Gallen
Genug Informationen zu Elektrosmog ?
Stadtrat beantwortet eine Einfache Anfrage über die Strahlung von Mobilfunk, Antennen und Funktelefonen
Informiert die Stadt genügend über Elektrosmog und insbesondere die Strahlungen von Handys sowie Funktelefonen? Der Stadtrat findet, dass dem so ist.
Ob nicht die ganze Bevölkerung der Stadt die Broschüre «Elektrosmog im Alltag» der Fachstelle Umwelt und Energie erhalten sollte – dies fragt Stadtparlamentarierin Claudia Buess (Grüne) in einer Einfachen Anfrage an den Stadtrat. Ausserdem könne man diese in die gängigsten Fremdsprachen übersetzen lassen, um auch die fremdsprachige Bevölkerung zu erreichen und eine Kampagne zur Information von Eltern und Kindern starten. Denn Elektrosmog könne eine Vielzahl biologischer und gesundheitsschädlicher Folgen haben, von Schlafstörungen über Kopfschmerzen bis zu Herz-Kreislauf-Beschwerden.
«Nur zehn Prozent interessiert»
Der Stadtrat entgegnet in seiner Antwort, dass die Bevölkerung bereits heute ausreichend informiert werde, etwa durch Informationsveranstaltungen oder durch die Publikation der Antennenstandorte im Internet. Höchstens zehn Prozent der Bevölkerung seien stärker am Thema interessiert, sodass es nichts bringe, die Broschüre zu streuen. Gerade die ausländische Bevölkerung bringe dem Thema wenig Aufmerksamkeit entgegen, so der Stadtrat weiter. Zudem lasse sich das Thema effizienter auf übergeordneter als auf städtischer Ebene behandeln.
Auf eine weitere Frage von Claudia Buess erklärt der Stadtrat, in der Stadtverwaltung seien rund zwanzig Schnurlos-Telefone registriert – diese gelten auch bei Nichtgebrauch als strahlungsintensiv. Die Fachstelle Umwelt und Energie macht laut Stadtrat bei Ersatzbeschaffungen darauf aufmerksam und setzt sich für den Kauf strahlungsarmer Geräte ein.
Weiter wollte die Parlamentarierin wissen, ob es Messresultate gebe über die Strahlungen in der Stadt. Der Stadtrat erklärte, in St. Gallen sei die Fachstelle Umwelt und Energie für den Vollzug der Verordnung zum Schutz vor nicht ionisierender Strahlung zuständig. Sie prüft die Gesuche für die Errichtung von Mobilfunkanlagen und führt auch Stichprobenmessungen an bewilligten Anlagen durch. Insgesamt würden die Grenzwerte in der Stadt eingehalten. Meistens würden die Werte gar um ein Vielfaches unter den in den Gesuchen berechneten Werten liegen. Es gebe aber auch Orte mit empfindlicher Nutzung, an denen sich die Werte nahe am Grenzwert bewegen.
Messungen vor Ort
Wer sich Sorgen macht um die Belastung durch Elektrosmog in seiner Umgebung, kann sich für eine kostenlose erste Beratung und eine Messung vor Ort an die Fachstelle Umwelt und Energie wenden – dies stehe allen Einwohnerinnen und Einwohnern der Stadt offen. (pem)
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