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D: 55% wollen Handy-Verbot an Schulen

Verfasst: 19. März 2006 20:49
von Carlo
http://www.gmx.net/de/themen/handy/mobi ... bNqvT.html

Mehrheit will Handys an Schulen verbieten

Hamburg (dpa) - Die Mehrheit der Deutschen ist für ein Verbot von Handys an Schulen. In einer Umfrage des Nachrichtenmagazins "Focus" sprachen sich 55 Prozent für ein Verbot aus, 43 Prozent waren dagegen.

Bei den 14- bis 19-Jährigen, von denen viele selbst noch zur Schule gehen, war allerdings mit 87 Prozent eine große Mehrheit gegen ein Verbot. Ganz anders ist das Meinungsbild unter den Älteren: Bei den über 59-Jährigen sprachen sich nur 30 Prozent dagegen aus, Mobiltelefone an Schulen zu verbieten.

Das Meinungsforschungsinstitut polis/USUMA befragte für das Magazin 1005 repräsentativ ausgewählte Personen ab 14 Jahren.

Re: D: 55% wollen Handy-Verbot an Schulen

Verfasst: 21. März 2006 11:18
von sibylle gabriel
WENN HIER MEHR LEHRER ETWAS VON DEN FOLGEN DIESER HANDYSUCHT WÜSSTEN, WÄREN 100 % DAGEGEN. DAS PROBLEM IST UND BLEIBT DIE MANGELNDE INFORMATION. VIELE SIND NUN AUCH TOTAL ÜBERFORDERT, DENN DIE MEISTEN SCHÜLER SIND SEHR ERMÜDEND.
IN CANADA UND DEN STAATEN HABEN DIE SCHÜLER IN DER PRIMARSCHULE SCHWERE LERNPROBLEME. FERNSEHEN, COMPUTERSPIELE UND MOBILFUNK HABEN DORT SCHON EINIGE GEHIRNE VERBLÖDET.
WENN WIR NICHT ENDLICH IN UNSEREN SCHULEN ETWAS UNTERNEHMEN, SIND WIR BALD AUF DEM GLEICHEN STAND.
SIBYLLE

Re: D: 55% wollen Handy-Verbot an Schulen

Verfasst: 21. März 2006 13:28
von Elisabeth Buchs
Migros-Magazin Nr. 12, 21. März 2006:

«Mobiltelefone dürften gar nicht erst zu einem Schulproblem werden.»
Pornos auf Kinderhandys
Brutalovideos und harte Pornografie machen die Runde auf Handys von Jugendlichen. Eltern und Lehrer sind machtlos.
Geschickt huscht der Daumen von Daniel* über die Handytastatur. «So», sagt er mit konzentriertem Blick auf das Display, «jetzt habe ich das Game.»

Im Schulzimmer hat der 15-jährige Sekschüler aus dem Zürcher Oberland innerhalb von drei Minuten das Spiel «Adidas Allstar Football» aus dem Internet auf sein Handy geladen. Genauso schnell, erklärt er, könnte man sich alles Mögliche aus dem Netz aufs mobile Telefon holen – hartes pornografisches Mate-rial zum Beispiel oder auch Gewaltfilme. Etwas, mit dem sich Schweizer Jugendliche neuerdings gerne die Zeit vertreiben, innerhalb und ausserhalb der Schulzimmer. «Ich habe das aber noch nie gemacht», sagt Daniel, «Pornos interessieren mich nicht.»

Anders sein gleichaltriger Kollege Sali*. Er hat schon mehrmals kein Ersatz- oder Gewaltvideos aufs Handy geladen, wie er grinsend gesteht.
Lehrer sind hilflos
Weniger amüsiert über die neue Jugendmode sind Lehrer und Eltern. «Diese Scheusslichkeiten müssen aufhören», fordert etwa Hanspeter Amstutz (59), Sekundarlehrer in einer Zürcher Gemeinde. Zwar sorgen die anstössigen Videos an seiner Schule noch nicht für Probleme, aber er ist überzeugt, dass die Erwachsenen präventiv handeln müssen. Denn der Lehrer erinnert sich daran, dass Schüler einer früheren Klasse über Mittag regelmässig Pornovideos am Fernseher guckten: «Sie waren jeweils am Nachmittag im Unterricht nicht mehr brauchbar.»

Dass noch viel schwerer verdaubare Kost nun am Handy konsumiert werden kann, macht Amstutz Sorgen. «Wenn sich Jugendliche Filmli der übelsten Sorte reinziehen, beeinträchtigt das ihre Konzentrationsfähigkeit und längerfristig die soziale Entwicklung», sagt Amstutz. Er hat deshalb im Zürcher Kantonsrat, dessen Mitglied er ist, die Anfrage lanciert, wie weit Lehrer und Lehrerinnen eingreifen dürfen, wenn sich Schüler solches Material aufs Handy laden. Denn schon durch den normalen Handygebrauch werde der Unterricht oft genug gestört. Amstutz beschlagnahmt dann das Gerät für drei Tage, das wirke meistens.

«Würde ich die Schüler beim Schauen dieser Schrottfilme erwischen, müsste ich sofort die Eltern informieren», sagt der Seklehrer. Fast alle Eltern seien ihm dankbar für seine Intervention: «Sie stehen dem Problem ratlos gegenüber.» Oft genug wissen Eltern nicht einmal, was ihre Sprösslinge mit den portablen Telefonen treiben.

«Es geht sie auch nichts an», findet Sali, «das ist meine Privatsphäre.» Hingegen achtet er darauf, nicht von der Polizei erwischt zu werden. «Wenn sie kein Ersatz- oder Brutalofilmli finden, nehmen sie mir das Handy weg», ist Sali überzeugt. Auch Daniel fürchtet die Polizei mehr als die Eltern. Für die Kosten von monatlich 50 bis 100 Franken dürfen Mami und Papi aber gern aufkommen.
Eltern müssen handeln
Mehr Engagement der Eltern fordert Walter Noser, Sozialarbeiter und Co-Autor des «Beobachter»-Ratgebers «Gut begleitet durch die Schule». «Sie können nicht einfach wegschauen und so tun, als ob verbotene Filme ein Schulproblem wären», sagt er. Vielmehr sollten Mütter und Väter sich für das interessieren, was sich ihre Kinder aufs Handy runterladen und weitersenden. Websites mit pornografischem Inhalt oder Gewaltdarstellungen können am Computer für den Nachwuchs gesperrt werden. Und wenn Eltern die Prepaidkarte ihres Kindes nur bescheiden aufladen, können sie den Konsum des teuren Materials wenigstens etwas beschränken.

Die meisten Schüler wissen allerdings Sicherheitsschranken zu umgehen. Und irgendjemand hat immer einen Videofilm auf dem Handy gespeichert, den er dann weiterschickt. Für Sozialarbeiter Noser ist deshalb klar: «Gewaltdarstellungen können nicht als reines Handyproblem betrachtet werden.» Eltern sollten generell ein Auge auf das haben, was die Jungen am Computer, TV und von DVDs konsumieren. «Denn», so sagt er, «es sollte gar nicht so weit kommen, dass Lehrer und Lehrerinnen sich mit dem Handyproblem herumschlagen müssen.»

Yvette Hettinger