Rheinfelden: Petition beim Stadtrat eingereicht/VPOD und der

The Future's black

Rheinfelden: Petition beim Stadtrat eingereicht/VPOD und der

Beitrag von The Future's black » 20. April 2006 19:57

© Basler Zeitung; 20.04.2006; Seite 15

land

Widerstand gegen Antennen

Rheinfelden. Petition beim Stadtrat eingereicht

ARNOLD FRICKER

In Rheinfelden verlangt eine Petition ein Moratorium für den Bau von Mobilfunkantennen. Die Initianten hoffen auf die Politik, weil es juristisch kaum ein Durchkommen gibt.

Es gehe nicht darum, die Antennen aus Rheinfelden zu verbannen - aber aus den Wohngebieten: Anita Vogel hat dafür mit rund 500 Gleichgesinnten beim Stadtrat eine Petition deponiert. Auslöser war das Baugesuch für eine Mobilfunkantenne im Gebiet Kloosfeld. Aber es soll um mehr als um diese eine Anlage gehen.

Kernforderung ist ein bauliches Moratorium von fünf Jahren. Bis dahin soll sich der Stadtrat einen Überblick über die gesundheitlichen Belastungen ingesamt verschaffen. Auf dieser Grundlage müssten die künftigen Standorte gewählt werden.

Standesinitiative. Heute werden Überlappungen nur bedingt erfasst. Laut der Verordnung über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung (NISV) müssen die Immissionsgrenzwerte zwar an jedem Ort eingehalten werden. Damit wäre man «mit ausreichender Sicherheit vor den wissenschaftlich allgemein anerkannten Gesundheitsauswirkungen geschützt», so Andreas Siegenthaler vom Bundesamt für Umwelt. Aber weil man sich doch nicht so sicher ist und die Limite vielleicht zu hoch liegt, gibt es den Anlagengrenzwert. Er ist in Büros, Schulen, Wohnungen einzuhalten. Allerdings gilt er nur für die einzelne Anlage. Und nur für die Innenräume, nicht für draussen.

Der Basler Grosse Rat hat deshalb eine Standesinitiative für ein Moratorium formuliert, bis die Auswirkungen «wissenschaftlich einwandfrei» geklärt seien. Anita Vogel will nicht auf die Basler Regierung und dann auf Bern warten. Sie setzt auf den Stadtrat. Das dürfte nicht reichen, denn das Bundesgericht hat sich mehrfach gegen ein Moratorium ausgesprochen. «Wenn die Grenzwerte eingehalten werden, haben Projekte Anrecht auf eine Baubewilligung», so Bernhard Bürki vom Bundesamt für Kommunikation.
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© Die Wochenzeitung; 20.04.2006; Seite 28


Separierte

Der VPOD ist um die Gesundheit seiner Mitglieder besorgter, als wir ahnten. In der hauseigenen Zeitung «Personalshop» wird beispielsweise Kleidung angeboten, die nicht nur gegen unwirtliches Wetter schützt, sondern auch gegen gefährliche Strahlung. Soll der Strahlenschutz wirksam sein, erfordert er allerdings eine gewisse Einsatzbereitschaft seitens des Jackenträgers: «Erwähnenswert ist auch die am linken Ärmel integrierte Handytasche. So verstaut, bleibt der empfindliche Genital-Bereich wesentlich besser vor den Handy-Strahlen geschützt.» Ob das Angebot angesichts moderner Verweichlichung breit genutzt wird, wissen wir nicht. kho

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© Mittelland Zeitung; 20.04.2006

Rheinfelden Tabloid

Verzicht auf Handys?

Möhlin Informationsabend der Anwohner, die sich gegen eine Mobilfunkantenne wehren

rahel heule
Albert Gort von der Infostelle Elektrosmog informierte am Dienstagabend im vollen Saal des Restaurants Adler, wie gefährlich Mobilfunkstrahlung werden kann.

Sie ist unsichtbar, geräusch- und geruchlos und trotzdem immer da. Die Rede ist von elektromagnetischer Strahlung. Der Strahlung, welche die Früchte an den Bäumen reifen lässt. Denn das gesamte sichtbare Licht besteht aus elektromagnetischen Wellen; einer äusserst elementaren Energieform, die der Mensch in der Technik in einer weniger natürlichen Form nutzt. Während die Wellen in der weitgehend analogen Natur eher sinusförmig sind, werden in der Technik digitalisierte rechteckige Signale verwendet.

die Anwohner wehren sich

Das Vorhaben der Firma Sunrise, auf dem Grundstück der Schreinerei Weidmann in Möhlin eine Mobilfunkantenne zu bauen, erhitzt die Gemüter. In der Nähe befinden sich das Altersheim- und Pflegeheim Stadelbach und das Schulhaus Obermatt. Gegen das geplante Bauvorhaben hat sich eine Interessensgemeinschaft zusammengeschlossen. An ihrem Informationsabend vom Dienstag referierte Albert Gort von der Infostelle Elektrosmog im Restaurant Adler über die im Falle des Antennenbaus zu erwartende Strahlenbelastung. «Haben Sie schon mal einen viereckigen Buchfinken gesehen?», fragte Albert Gort zu Beginn seines Vortrags provokant und spielte auf die der Natur zuwider laufende Nutzung elektromagnetischer Signale in der Technik an. «Die meisten Standortgeber wissen nicht, was es bedeutet, dem Bau einer Mobilfunkantenne auf ihrem Grundstück zuzustimmen», vermutet er.

drahtlose datenübermittlung

Handys sind aus der heutigen Zeit nicht mehr wegzudenken. Die Entwicklung der drahtlosen Übermittlung von Information mittels Funksignalen ist weit fortgeschritten. Die dabei freigesetzte elektromagnetische Strahlung wird meist nicht bemerkt. Es sei denn, sie wirkt sich negativ auf den Gesundheitszustand eines Menschen aus. Albert Gort spricht von Erschöpfungszuständen und Schlafstörungen.

Der Saal im Restaurant Adler war voll. Die Interessensgemeinschaft trifft zunehmend auf Unterstützung. «Innerhalb von zweieinhalb Wochen haben wir 665 Unterschriften gesammelt», sagte Jacqueline von Alkier, eine der sieben Anwohner, die mit Einsprachen direkt an die Gemeinde gelangten und die Interessensgemeinschaft initiierten. Der Kanton hat das Bauvorhaben bereits bewilligt, will aber laut von Alkier Anfang Mai auf die eingegangenen Einsprachen reagieren.

knapp unter dem grenzwert

Würde der Antennenbau realisiert, stiege die Strahlenbelastung in unmittelbarer Nähe der Antenne von 0,1 Volt/Meter (V/m) auf etwa 3,8 V/m. Der Grenzwert liegt für Erholungsbereiche, wie Schlafzimmer, bei 4 V/m, für den Arbeitsbereich bei 6 V/m.

Von der Gemeinde Möhlin war kein Vertreter am Informationsabend erschienen, was vielen Anwesenden und zugleich auch Anwohnern hörbar missfiel.

bedarf nach einer antenne ist da

Eines darf bei dieser Debatte nicht vergessen werden: Der Bedarf nach einer Mobilfunkantenne ist vorhanden. Jeder muss sich selbst zur Verantwortung ziehen, inwieweit er durch die Benutzung der entsprechenden Geräte dazu beiträgt. Wollen wir der täglichen Strahlenbelastung dauerhaft entgegenwirken, reicht es nicht, den Bau einer Mobilfunkantenne auszuhebeln. Das Rad der technischen Entwicklung müsste zurückgedreht werden. Zurück zu Kabeltelefonen, Verzicht auf Handys, Notebooks mit Wireless-Lan und Mikrowellen wären die Konsequenz.

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© Neue Luzerner Zeitung; 20.04.2006; Seite 19

Luzerner Zeitung Region

Horw

Verein bekämpft Grossantennen

sh. Schluss mit Grossantennen. Dies fordert ein Horwer Komitee. Es hat zum Schutz von Mensch und Wohnraum vor Grossantennen eine entsprechende Gemeindeinitiative eingereicht. Die unterzeichneten Stimmberechtigten fordern in Form eines Entwurfes, dass das Bau- und Zonenreglement wie folgt abgeändert wird: In Bauzonen dürfen Dachbauten und Anlagen die zulässige Firsthöhe nicht überschreiten. Auf Attikageschossen sind Dachbauten und Anlagen von höchstens 2 Metern Höhe zulässig. Zudem sollen die Anlagen in Bauzonen, die keine Vorschriften über die Gebäude- und Firsthöhe kennen, die Höhe von 8,5 Metern nicht überschreiten.

500 Unterschriften bis Mitte Juni

Mit dieser Initiative soll die Rechtsgrundlage für den Gemeinderat geschaffen werden, um den weiteren Bau von Mobilfunkantennen geordnet zu lenken und den unkoordinierten Wildwuchs von Sendeanlagen auf dem ganzen Gemeindegebiet zu unterbinden. «Je höher die Antenne, umso mehr strahlt sie auch», sagt Gregor Schoch vom Initiativkomitee. Die Initiative kommt zu Stande, sofern sie bis zum 13. Juni von 500 Stimmberechtigten unterschrieben ist.

Derzeit zwölf Antennen in Horw

Zwölf bestehende Antennen stehen zurzeit auf Horwer Boden; zwei sind derzeit geplant: Beim Stutzring und bei der Kantonsstrasse 25. Die Anwohner wehren sich heftig gegen den Bau von neuen Antennen in Horw. Mehr als 200 Einsprecher veranlassten Sunrise und Orange im November 2005, ein Baugesuch zurückzuziehen.
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© 24 heures Région Lausannoise; 20.04.2006; page 24

Lausanne_et_region

Les «irréductibles» de Vers-chez-les-Blanc se mobilisent contre la nouvelle antenne de Sunrise

LAURENT ANTONOFF

»TÉLÉPHONIE - Une pétition de 250 signatures, une opposition de la Société de développement, d’autres de particuliers… Mauvaises ondes au hameau.

Il ne fait pas bon être une antenne de téléphonie mobile et vouloir s’implanter à Vers-chez-les-Blanc, sur la commune de Lausanne. Ainsi, dix mois après la tentative avortée dans le jardin d’un élu Vert, le nouveau projet de Sunrise mobilise contre lui les villageois. Des irréductibles? «Il suffit de lire les journaux pour constater que nous ne sommes pas les seuls à nous opposer à ces antennes, proches des habitations», explique Roger Destraz, membre du comité de la Société de Développement Lausanne-Jorat.

Actuellement soumis à l’enquête publique, le projet de Sunrise consiste à implanter une antenne de téléphonie mobile au milieu d’un giratoire. Alors bien sûr, les riverains sont contre. On parle esthétique et puissance de l’antenne, «inacceptable à moins de cinquante mètres des premières habitations».

La méthode de Sunrise critiquée

On redoute les nuisances sur la santé: troubles du sommeil, maux de tête, dérèglement hormonal… Et puis, c’est l’attitude de l’opérateur qui est critiquée. Roger Destraz: «Il nous avait promis de nous consulter pour tout nouveau projet. Et là, c’est en lisant les journaux qu’on apprend que le nouveau site retenu, c’est le giratoire. De qui se moque-t-on?» Pour les opposants pourtant, d’autres solutions existent, notamment en bordure de forêt.

«Le but de notre société de développement, c’est de protéger notre hameau. Et cette fois-ci, je sens que la mobilisation est encore plus forte que la première fois», confie Roger Destraz. En son nom, il a ainsi fait formellement opposition au projet de Sunrise. La Société de Développement a fait de même. De plus, une pétition sera prochainement adressée au bureau du Conseil communal. Elle est forte de 250 signatures.

LAURENT ANTONOFF
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© Die Wochenzeitung; 20.04.2006; Seite 24

Wiese

Antwort der Woche · Wie zählt man die Opfer von Tschernobyl?

Ohne Zahlen keine Toten

Strahlenopfer zählen ist schwierig, weil Radioaktivität langsam tötet. Wie viele Leute sind zum Beispiel an den Folgen der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl gestorben? Der Reaktor explodierte am 26. April 1986. Grosse Gebiete in der Ukraine, in Weissrussland und Russland wurden verseucht. Strahlung verursacht Krebs und schädigt das Erbgut - darin sind sich die WissenschaftlerInnen einig. Sie sind sich auch einig, dass eine Krebserkrankung erst zehn, zwanzig Jahre, nachdem ein Mensch verstrahlt wurde, ausbricht. Man sollte also langsam wissen, wie viele Opfer die Katastrophe gefordert hat.

Im vergangenen September verkündete das Tschernobyl-Forum, es seien «weniger als fünfzig Personen» an den Folgen gestorben, mit weiteren 4000 Toten sei noch zu rechnen. Das Tschernobyl-Forum wurde von der Uno ins Leben gerufen.

Diese Zahlen sind absurd - aber die Wissenschaft macht es möglich. Das Problem ist: Leute erkranken auch ohne verstrahlt zu sein an Krebs. Also müsste man beweisen, dass eine Erkrankung direkt durch Tschernobyl ausgelöst wurde. Das ist fast unmöglich. Wie beim Rauchen: Die einen rauchen und erkranken nicht an Lungenkrebs, die anderen rauchen nicht und erkranken trotzdem. Wie viele Menschen das Rauchen tötet, kann man nur abschätzen, wenn man über viele Jahre eine Gruppe von NichtraucherInnen mit einer Gruppe von RaucherInnen vergleicht.

Bei Tschernobyl ist es ähnlich. Man müsste wissen, wie viele Menschen der Strahlung wie stark ausgesetzt waren.

Dank der Überlebenden der US-amerikanischen Atombombenabwürfe über Hiroshima und Nagasaki 1945 hat man heute überhaupt eine Ahnung, wie viele Menschen zusätzlich an Krebs sterben, wenn eine Gruppe von Leuten Strahlung ausgesetzt wird. Diverse Strahlenschutzorganisationen werteten die Informationen von Hiroshima und Nagasaki aus, kamen aber zu unterschiedlichen Ergebnissen. Die einen sagen, wenn 100 Menschen mit einer Strahlendosis von einem Sievert (Sv) bestrahlt werden, löst das danach bei 4 Menschen einen tödlichen Krebs aus. Andere bewerten die Daten kritischer und sagen, es komme zu 14 bis 25 Todesfällen.

Aufgrund dieser Rechnung könnte man theoretisch abschätzen, wie viele Leute wegen Tschernobyl an Krebs sterben. In Wirklichkeit geht das aber nicht, weil man nicht weiss, wie viele Leute in der verseuchten Zone mit den Aufräumarbeiten beschäftigt waren. Man nennt diese Männer Liquidatoren. Offiziell sind 200 000 Liquidatoren registriert. Es arbeiteten aber mindestens 600 000 bis 800 000 dort. Sie kamen aus der ganzen Sowjetunion, von vielen weiss man heute nicht mehr, wo sie leben - wenn sie überhaupt noch leben. Viele von ihnen bekamen hohe Strahlendosen ab. Wie viel es war, weiss man auch nicht.

Dasselbe gilt für die Leute, die das verseuchte Gebiet verlassen mussten, weil ihre Dörfer zu stark strahlten. Und auch für die Personen, die heute noch in den verseuchten Gebieten leben. Man hat keine Ahnung, wie viel Strahlung sie abbekommen haben und noch abbekommen, weil sie verseuchte Lebensmittel essen. Man weiss nicht einmal, wie viel radioaktives Material aus dem Reaktor geschleudert wurde. Und man kann das auch nicht überprüfen. Wo einst der Reaktor stand, liegt heute eine undefinierbare Masse, die so stark strahlt, dass niemand in die Nähe gehen kann.

Viele Liquidatoren sind schon gestorben - nicht unbedingt an Krebs, sondern an diversen anderen Krankheiten. Doch das wird vom Tschernobyl-Forum ignoriert.

Das Tschernobyl-Forum lässt nur «harte wissenschaftliche» Fakten gelten - tut aber nichts, um die notwendigen Daten zu erfassen. Ohne Zahlen lässt sich leicht behaupten, Tschernobyl habe kaum Folgen.

Wenn man sich bemüht, kann man allerdings die vorhandenen Daten schon plausibler auswerten. Die Ärzte in sozialer Verantwortung Deutschland (IPPNW/PSR) und die Gesellschaft für Strahlenschutz haben es getan. Einige ihrer Ergebnisse: 50 000 bis 100 000 Liquidatoren sind vermutlich schon gestorben, neunzig Prozent sind krank, in den verseuchten Gebieten wurden 12 000 bis 83 000 Kinder mit genetischen Schäden geboren, insgesamt dürften noch bis zu 69 000 Menschen an Krebs sterben. Hochrechnungen und Schätzungen, doch kommen sie der Realität sicher näher.

Susan Boos