Die zukünftige Entwicklung des Krebsgeschens in Deutschland
Verfasst: 17. April 2006 17:11
Die zukünftige Entwicklung des Krebsgeschehens in Deutschland
J. Haberland1 , J. Bertz1, B. Görsch1, R. Dölle1 und B.-M. Kurth1
(1) Dachdokumentation Krebs, Abteilung Epidemiologie und
Gesundheitsberichterstattung, Robert Koch-Institut, Postfach 650261, 13302
Berlin
Online publiziert: 5. April 2006
Zusammenfassung Sowohl die zurückliegende als auch die zukünftige
Entwicklung des Krebsgeschehens in Deutschland sind von gleich bleibend
großer gesundheitspolitischer Bedeutung. Zur Analyse der bislang
beobachteten Trends werden log-lineare Modelle mit polynomialen Trends auf
Krebsinzidenz- und Krebsmortalitätsdaten aus Deutschland ab 1980 angewandt
und die Entwicklung bis zum Jahr 2020 extrapoliert. Aufgrund der gegenwärtig
in Deutschland noch nicht flächendeckenden und überall vollzähligen
Krebsregistrierung werden Krebsinzidenzen auf nationaler Ebene aus den Daten
vollzählig registrierender bundesdeutscher Krebsregister geschätzt. Demnach
stieg die Zahl der Krebsneuerkrankungen in Deutschland von 1980 mit
insgesamt über 270.000 Neuerkrankungen auf über 420.000 im Jahr 2002. Bei
fortgesetztem Trend ergäben sich nach der Variante 1 der
Bevölkerungsprognosen des Statistischen Bundesamtes bis 2020 über 570.000
jährliche Krebsneuerkrankungen und rund 590.000 nach der Variante 9. Setzt
sich gleichzeitig der bis zum Ende des Beobachtungszeitraums von 1980-2002
erkennbare Rückgang in der Krebsmortalität zukünftig fort, dann fällt trotz
steigender Erkrankungszahlen die Zahl der an Krebs Gestorbenen von 209.000
im Jahr 2002 auf rund 153.000 bzw. 158.000 im Jahr 2020, je nach der
zugrunde gelegten Variante der Bevölkerungsfortschreibung. Eine deutlich
höhere Zahl von Todesfällen an Krebs würde sich ergeben, wenn die
Mortalitätsraten von 2002 unverändert weiter gelten würden.
Schlüsselwörter Krebsmortalität - Krebsinzidenz - Log-lineare Modelle -
Epidemiologische Krebsregister - Demographische Entwicklung
Future cancer incidents in Germany
Abstract The future as well as the past development of cancer incidents in
Germany is of continuous importance for health policy. Cancer incidence data
observed over more than 20 years are analysed by log-linear models with
polynomial trend components. The estimated trend models are used for a trend
extrapolation until the year 2020. Since cancer registration in Germany is
not complete yet and does not cover the whole area of the country national
incidences are estimated by the data of the existing complete regional
cancer registries. In this way it can be assessed that the number of new
cancer diseases increased from 270,000 cases in 1980 to 420,000 cases in
2002. Extrapolating the trends and taking into account the demographic
prognosis of the German Federal Statistical Office 570,000 (version 1) or
590,000 (version 9) annual cancer cases are predicted for the year 2020.
From 1980 to 2002 a decrease of cancer mortality was observed. If this trend
continues until 2020, the number of deaths caused by cancer would decrease
from 209,000 in 2002 to 153,000 (or 158,000) in 2020, although the number of
cancer cases are predicted to increase. Assuming constant mortality rates
the number of deaths caused by cancer would be much higher.
Keywords Cancer mortality - Cancer incidence - Log-linear models -
Epidemiological cancer registry - Demographic forecast
http://www.springerlink.com/(vqhyi0450k ... ntribution
.asp?referrer=parent&backto=issue,5,17;journal,1,92;linkingpublicationresult
s,1:103073,1
Kommentar: Die Zahl der Krebserkrankungen in Deutschland stieg von 1980 mit insgesamt über 270 000 Neuerkrankungen auf über 420 000 im Jahr 2002. Kennt jemand die Zahlen der Krebserkrankungen in der CH? Bin gespannt, mit welchen Argumenten die Befürworter kommen werden, vor allem auch weil die Krankenkosten ebenfalls dauernd zunehmen, solches kann kaum allein mit der demographischen Entwicklung, schlechteren Lebensgewohnheiten und andern Umweltschädigungen erklärt werden.
Elisabeth Buchs
J. Haberland1 , J. Bertz1, B. Görsch1, R. Dölle1 und B.-M. Kurth1
(1) Dachdokumentation Krebs, Abteilung Epidemiologie und
Gesundheitsberichterstattung, Robert Koch-Institut, Postfach 650261, 13302
Berlin
Online publiziert: 5. April 2006
Zusammenfassung Sowohl die zurückliegende als auch die zukünftige
Entwicklung des Krebsgeschehens in Deutschland sind von gleich bleibend
großer gesundheitspolitischer Bedeutung. Zur Analyse der bislang
beobachteten Trends werden log-lineare Modelle mit polynomialen Trends auf
Krebsinzidenz- und Krebsmortalitätsdaten aus Deutschland ab 1980 angewandt
und die Entwicklung bis zum Jahr 2020 extrapoliert. Aufgrund der gegenwärtig
in Deutschland noch nicht flächendeckenden und überall vollzähligen
Krebsregistrierung werden Krebsinzidenzen auf nationaler Ebene aus den Daten
vollzählig registrierender bundesdeutscher Krebsregister geschätzt. Demnach
stieg die Zahl der Krebsneuerkrankungen in Deutschland von 1980 mit
insgesamt über 270.000 Neuerkrankungen auf über 420.000 im Jahr 2002. Bei
fortgesetztem Trend ergäben sich nach der Variante 1 der
Bevölkerungsprognosen des Statistischen Bundesamtes bis 2020 über 570.000
jährliche Krebsneuerkrankungen und rund 590.000 nach der Variante 9. Setzt
sich gleichzeitig der bis zum Ende des Beobachtungszeitraums von 1980-2002
erkennbare Rückgang in der Krebsmortalität zukünftig fort, dann fällt trotz
steigender Erkrankungszahlen die Zahl der an Krebs Gestorbenen von 209.000
im Jahr 2002 auf rund 153.000 bzw. 158.000 im Jahr 2020, je nach der
zugrunde gelegten Variante der Bevölkerungsfortschreibung. Eine deutlich
höhere Zahl von Todesfällen an Krebs würde sich ergeben, wenn die
Mortalitätsraten von 2002 unverändert weiter gelten würden.
Schlüsselwörter Krebsmortalität - Krebsinzidenz - Log-lineare Modelle -
Epidemiologische Krebsregister - Demographische Entwicklung
Future cancer incidents in Germany
Abstract The future as well as the past development of cancer incidents in
Germany is of continuous importance for health policy. Cancer incidence data
observed over more than 20 years are analysed by log-linear models with
polynomial trend components. The estimated trend models are used for a trend
extrapolation until the year 2020. Since cancer registration in Germany is
not complete yet and does not cover the whole area of the country national
incidences are estimated by the data of the existing complete regional
cancer registries. In this way it can be assessed that the number of new
cancer diseases increased from 270,000 cases in 1980 to 420,000 cases in
2002. Extrapolating the trends and taking into account the demographic
prognosis of the German Federal Statistical Office 570,000 (version 1) or
590,000 (version 9) annual cancer cases are predicted for the year 2020.
From 1980 to 2002 a decrease of cancer mortality was observed. If this trend
continues until 2020, the number of deaths caused by cancer would decrease
from 209,000 in 2002 to 153,000 (or 158,000) in 2020, although the number of
cancer cases are predicted to increase. Assuming constant mortality rates
the number of deaths caused by cancer would be much higher.
Keywords Cancer mortality - Cancer incidence - Log-linear models -
Epidemiological cancer registry - Demographic forecast
http://www.springerlink.com/(vqhyi0450k ... ntribution
.asp?referrer=parent&backto=issue,5,17;journal,1,92;linkingpublicationresult
s,1:103073,1
Kommentar: Die Zahl der Krebserkrankungen in Deutschland stieg von 1980 mit insgesamt über 270 000 Neuerkrankungen auf über 420 000 im Jahr 2002. Kennt jemand die Zahlen der Krebserkrankungen in der CH? Bin gespannt, mit welchen Argumenten die Befürworter kommen werden, vor allem auch weil die Krankenkosten ebenfalls dauernd zunehmen, solches kann kaum allein mit der demographischen Entwicklung, schlechteren Lebensgewohnheiten und andern Umweltschädigungen erklärt werden.
Elisabeth Buchs