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Fernsehsendung "Quer" zum Thema kein Ersatz und Gewalt auf Kinderh
Verfasst: 28. April 2006 21:46
von Elisabeth Buchs
Auch bei der Sendung "Quer" wurde dieses Problem thematisiert. Es wurde ein Interview mit einem 14-jährigen mit verdecktem Gesicht gezeigt. Die Kantonspolizei St. Gallen veranstaltet nun Kampagnen und Vorträge für die Eltern. Viele Leute scheinen aufgeschreckt. Früher wurden in den Schulen unter den Pulten und in den Pausen Bravo-Bildchen herumgereicht, doch mit Internet-Bildern auf dem Handy mit perversen kein Ersatz-Darstellungen und brutalsten Gewaltszenen hat das Ganze eine völlig andere Dimension erreicht. Handys lassen sich schlechter kontrollieren. Wenn jemand solche Darstellungen auf das Handy erhält, ist das noch nicht strafbar. Strafbar wird es beim Weiterverbreiten von solchen Inhalten.
Was leider in dieser Sendung nicht gesagt wird, ist die Möglichkeit, in der Schule die Handys zu verbieten, sowohl im Unterricht wie in der Pause, so wie das in Wahlern/Schwarzenburg der Fall ist, mit dem weiteren Vorteil, dass die Mobilfunker weniger Anlass haben Mobilfunkantennen in die Nähe ihrer bevorzugten Kunden bzw. in der Nähe von Schulhäusern aufzustellen.
Elisabeth Buchs
Re: Fernsehsendung
Verfasst: 28. April 2006 22:34
von Marianne
Es ist schon merkwürdig, wie hilflos sowohl Lehrer und Schulbehörden der Sache gegenüber stehen, sich ganz offenbar nicht getrauen, hier einmal mit dem eisernen Besen auszukehren und Regeln aufzustellen, etwa diese: Das Handy wird nicht mit in die Schule genommen, wobei das ganze Schulareal inbegriffen sein müsste.
Und Eltern müssten sagen: "Das Handy bleibt zu Hause" und auch dort müssten sie kontrollieren, was ihr Nachwuchs alles damit anstellt.
Aber ganz offensichtlich interessiert das die wenigsten Eltern und sie haben selbst keinen blassen Dunst, was da alles läuft, sie haben keine Lust (oder keine Zeit) sich mit dem Problem intensiv auseinander zu setzen oder sich auch nur zu informieren. Viel lieber gehen sie den Weg des geringsten Widerstandes und scheuen die Diskussion mit dem Nachwuchs.
Lehrer haben demnach einen schweren Stand (siehe Beobachter Nr. 9 , der einen erschreckenden Beitrag über die Situation der Lehrer bringt) Da braucht man sich nicht mehr zu wundern, dass es immer mehr Lehrer gibt, die unter dem Burnout-Syndrom leiden und das Handtuch werfen.
Marianne
Re: Fernsehsendung
Verfasst: 28. April 2006 22:46
von sibylle.gabriel
Hallo,
nicht alle Lehrer geben auf! Auch wenn unser Alltag sehr anstrengend ist, versuchen doch einige die Behörden aufzuwecken und zu handeln.
Wir brauchen aber unbedingt die Unterstützung von den Eltern, denn die Schule ist politisch bestimmt und die Politik wird vom Geld bestimmt!
Sibylle
Bildungsreform
Verfasst: 29. April 2006 12:38
von open mind
Die Lehrer/innen, die sich noch getrauen, klar hinzustehen und für ihre Sache (ihren Berufsstand) einzustehen, werden über unsinnig verkomplizierende Zwischenstufen (Schulleitungen, Ausschüsse, Kommissionen, Schulräte, usw., usw.) SYSTEMATISCH aus dem neuen, auf uns zukommenden Bildungswesen AUSGESCHIEDEN.
Selbständiges Denken und Handeln wird in diesen unsäglichen, verwirrenden Strukuren um die Akteure herum zuerst mit Druckmache, dann unüberwindbaren Differenzen, schliesslich mit 'unausweichlicher' Kündigung gefolgt von mikriger oder gar keiner Abgangsentschädigung bestraft.
Dies auch sogar dann, wenn sich Eltern wie Schüler für einen Lehrer wehren, der seine Berufung über 20 Jahre in vollster Anerkennung ausübte.
Auch über 2000 gesammelte Unterschriften können daran nichts mehr ändern.
Die unsägliche Zentralisierung und ENTMÜNDIGUNG SELBSTÄNDIGER MENSCHEN nimmt ihren Lauf...
Vermehrt Kämpferherzen, denen die Sache wichtiger ist als persönliches 'Peformen' und 'die Karriereleiter emporpurzeln' müssten wieder mehr das Sagen haben.
Überhaupt ist in allen Belangen im heutigen Leben wieder vielmehr GMV angesagt - sonst sehe ich keine Besserung in Sicht, sondern ein weitere Verschärfung der Fallen, die wir als Gesellschaft uns ständig selber bauen.
open mind
(GMV = gesunder Menschenverstand)
Re: Bildungsreform
Verfasst: 29. April 2006 14:28
von Evi
Meinen seinerzeit aus Liebe ergriffenen Beruf als Lehrerin müsste ich wohl heute an den Nagel hängen, denn ich befände mich die ganze Zeit im Clinch mit unverständigen Eltern und einer Schulbehörde, die sich zur Mehrheit aus Laien zusammensetzt. Auf der Strecke blieben die Kinder und natürlich ich selber. Darum bin ich dankbar, dass ich den Beruf nicht mehr ausüben muss, bzw. dass ich rechtzeitig in die Erwachsenenbildung gegangen bin.
Evi