Helsana nicht an Kostenexplosion interessiert

Gigaherz

Helsana nicht an Kostenexplosion interessiert

Beitrag von Gigaherz » 19. Mai 2006 10:50

Weil das Thema heiss ist und viele Gemüter erregt, soll der Thread, der bereits auf die 2. Seite gerutscht ist, hier neu aufgenommen werden.

Gigaherz

Zorn

Re: Helsana nicht an Kostenexplosion interessiert

Beitrag von Zorn » 19. Mai 2006 11:26

Es ist echt der Hammer, was da zum Vorschein kommt. Eine bessere Kombination als Krankenkasse und Handyanpreisung gibt es wohl nicht?

Zorn

Alno

Re: Helsana nicht an Kostenexplosion interessiert

Beitrag von Alno » 19. Mai 2006 12:29

Hier 2 Briefe in der gleichen Sache:

Sehr geehrte Herren

Im März habe ich Sie schon auf die enge Verbindung aufmerksam gemacht, die zwischen verschiedenen Gesundheitsinstitutionen und der Mobilfunkindustrie besteht. Ohne grosse Resonanz allerdings.
Das ist ein Sumpf, bei dem man noch viel tiefer graben könnte.
Mit freundlichen Grüssen

A. N.


Sehr geehrte Herren

dem Kantonsblatt vom 15. März 2006 entnehme ich, dass Carsten Schloter neu in den Verwaltungsrat der Medgate AG in Basel gewählt wurde (SHAB Nr. 173 vom 7.9.2004, S. 5, Publ. 2437710). Die Medgate AG ist eine Internet- und telefonische Beratungsstelle für ärztliche Dienstleistungen, die vom Beobachter und verschiedenen Krankenkassen empfohlen wird.

Ebenso ist er neu im Verwaltungsrat der Sirius Technologies AG in Basel (SHAB Nr. 177 vom 13.9.2005, S. 6, Publ. 3015546). Die Sirius AG ist ebenfalls eine Gesellschaft für Telemedizindienstleistungen. Dort können sich die angeschlagenen Mobilfunkteilnehmer dann Rat holen, wie sie wieder besser schlafen können ...

Mit freundlichen Grüssen
A.N.

Marianne

Re: Helsana nicht an Kostenexplosion interessiert

Beitrag von Marianne » 19. Mai 2006 12:40

In dem Magazin wirbt auch das Thermalbad Zurzach. Das Pikante dran:

Man bekommt nur einen Combi-Eintritt, der für alle möglichen im Bad ingebriffenen und angebotenen Leistungen wie Dampfbad, Sauna, Erlebnisdusche etc, wirbt, mit entsprechend hohem Preis.

An ein ganz normales Abonnement, nur zum gesundheitsfördernden Schwimmen im Thermalwasser, zahlt die Helsana nichts, auch nicht im Thermalbad Schinznach, wo früher ein Teil der Kosten über die Zusatzversicherung rückerstattet wurde. Auch hier ein merkwürdiger Deal - und ohne Leistung der Krankenkasse.

Marianne

h. zehnder

Re: Helsana nicht an Kostenexplosion interessiert

Beitrag von h. zehnder » 19. Mai 2006 13:05

dass helsana eine werbung für ein gesundheitsschädliches produkt aufnimmt, dafür soll sie sich schämen. jetzt fehlt nur noch die reklame für zigaretten, alkohol und drogen. ich war früher bei der krankenkasse artisana. diese hat dann mit helvetia fusioniert. jetzt ist sie die grösste krankenkasse und hat den grössenwahn bekommen. ihre konzernspitze kümmert sich nicht darum, wie es den versicherten geht, sackt wahrscheinlich auch nur den grossen zahltag ein und tut nichts für eine kostenbremsung im gesundheitswesen. filz, wohin man schaut!!

h. z.

Evi

Re: Helsana nicht an Kostenexplosion interessiert

Beitrag von Evi » 19. Mai 2006 14:17

Zitat aus dem Brief von Manfred Manser, Konzernchef der Helsana an Frau K. H. (siehe www.gigaherz.ch/1023)

"Aktuelle Studiendaten weisen darauf hin, dass gewisse Strahlungen das Wohlbefinden des Menschen möglicherweise beeinflussen können und insbesondere empfindliche Menschen elektromagnetische Felder vermeiden sollten." (Zitat Ende)

Und dann schickt die Helsana der gleichen Patientin das prime.club-Magazin ins Haus mit den schon erwähnten Angeboten mit Rabatt auf Handys, Gesprächen und SMS. Das ist wohl die Antwort darauf, wie empfindliche Menschen elektromagnetische Felder vermeiden sollten, oder wie?

Wer das liest, der meint, er sitze im falschen Film.

Evi

Evi

Re: Helsana nicht an Kostenexplosion interessiert

Beitrag von Evi » 19. Mai 2006 14:32

Noch was vergessen:
Im gleichen Brief von Herrn Manser steht:

Zum Schutz der Bevölkerung vor Elektrosmog hat der Bundesrat ja bereits eine Verordnung über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung erlassen.

Wie wir alle wissen, ist diese Verordnung ein Feigenblatt - nicht einmal das. Aber der Helsana-Chef nimmt dieses gerne in Anspruch, um mit Swisscom und Helsana-Card den Menschen womöglich noch zu suggerieren: Es ist eh alles ok. Ihr könnt das Handy ruhig kaufen, die Grenzwerte schützen euch ja.

Die gesundheitlichen Folgen kuriert der Arzt (oder er probiert es zumindestens), und die Pharmaindustrie will schliesslich auch leben. Wenn's dann zu teuer wird, so reden wir einmal mehr von Kostensteigerung im Gesundheitswesen und schlagen kräftig bei den Prämien auf.

Leute, könnt ihr verstehen, dass uns das auf die Palme bringt?

Evi

Margrit Li.

Re: Helsana nicht an Kostenexplosion interessiert

Beitrag von Margrit Li. » 19. Mai 2006 16:02

Bei soviel offensichtlichem Filz und sicher auch genügend Schmiere stinkt es ganz gewaltig zum Himmel.

Aber trotzdem sollen die sich jetzt warm anziehen. Alles wird das Volk sich nicht gefallen lassen. Wer kann, soll die Krankenkasse zum nächsten Termin wechseln und gleich dazuschreiben, warum.

Was fehlt jetzt noch? Jetzt fehlt Philipp Morris mit einem Sonderangebot (mit Helsanacard) für Zigaretten, und ein Geschäft, das mit Wein und Spirituosen handelt - auch alles mit Helsana-Rabatt.

Was sagt eigentlich das Bundesamt für Gesundheit dazu? Was sagt der Konsumentenschutz? Für was haben wir diese Stellen?

Margrit

Mungg

Re: Mein Protest und die Antwort

Beitrag von Mungg » 19. Mai 2006 20:25

Mein Protest:
Sie schreiben im Heft Prime Club, dass kein einziger Prämienfranken für die Angebote eingesetzt werden. Dies ist meines Erachtens im Zusammenhang mit dem angebotenen Swisscom-Abo im Heft 1/2006 nicht gewährleistet. Mehr Handys führen automatisch auch zu mehr Bedarf an Mobilfunkantennen. In der heutigen Zeit, wo es Hinweise darauf gibt, dass Gesundheitsschäden durch Mobiltelefonie nicht auszuschliessen sind, ist ihre Behauptung etwas gewagt. Wollen Sie nicht erst einmal abwarten, was die Forschung diesbezüglich noch zutage bringt, bevor Sie sich mit der Mobilfunkindustrie verbünden?


Die Antwort:
Besten Dank für Ihre E-Mail vom 17. Mai 2006 Helsana Zürich. Sie ist uns zur direkten Beantwortung übergeben worden. Gerne nehmen wir dazu Stellung.

Am 1.1.1996 trat das neue Bundesgesetz über die Krankenversicherung vom 18.3.1994 (KVG) in Kraft. Seither müssen sowohl die Leistungen wie auch die Finanzierung der obligatorische Krankenpflegever-sicherung (OKP) vollständig von den Zusatzversicherungen getrennt werden. Beide werden separat nach dem Ausgabenumlageverfahren finanziert. Ausserdem müssen Rückstellungen und gesetzliche Reserven gebildet werden. Aus der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) dürfen gemäss Artikel 34 KVG, keine anderen als im Gesetz und in den Verordnungen bezeichneten Leistungen übernommen werden.

Die Angebote im Helsana Prime Club werden jeweils von den Kooperationspartnern offeriert und finanziert. Für Helsana entstehen keine zusätzlichen finanziellen Aufwendungen. Der Kundenclub ist selbsttragend und wird nicht über die Prämien finanziert.

Zu Ihrem Anliegen bezüglich gesundheitsschädigendem Mobilfunk können wir Ihnen Folgendes mitteilen:

Helsana verfolgt sehr intensiv die Diskussion darüber, ob und wie stark allenfalls die Strahlen von Mobilfunkantennen und Handys unsere Gesundheit beeinflussen. Wir nehmen das Problem sehr ernst. Es ist uns bewusst, dass sich viele Menschen über Elektrosmog Sorgen machen. Zum Schutz der Bevölkerung vor Elektrosmog hat der Bundesrat eine Verordnung über den Schutz vor nichtionisie-render Strahlung erlassen.

Wir müssen aber auch feststellen, dass sich die Wissenschaft noch nicht einig ist, wie sich Strahlen von Mobilfunkantennen und Handys auf die Gesundheit auswirken. Die Datenlage darüber ist noch unbe-friedigend. Aktuelle Studiendaten weisen darauf hin, dass gewisse Strahlungen das Wohlbefinden der Menschen möglicherweise beeinflussen können und insbesondere empfindliche Menschen elektromag-netische Felder vermeiden sollen. So lange keine gesicherten wissenschaftliche Erkenntnisse vorliegen, sind es immer Interessenabwägungen, ob und welche Schutzmassnahmen zu verfügen sind.

Gestützt darauf, haben wir uns bei dieser Ausgangslage entschlossen, dass Angebot von Swisscom Mobile, für Notfallhandys, anzubieten.

Besten Dank für Ihre Kenntnisnahme.


Meine Rückantwort:
Sie müssen mich nicht über Gesetze und die Grenzwertlüge aufklären. Ich kenne diese und weiss wie machtlos Elektrosmog-Betroffene diesen Gesetzen ausgeliefert sind. Es geht darum, dass eine Krankenkasse sich nicht mit einem Industriezweig verbünden sollte, welche mit einer fragwürdigen und möglicherweise gesundheitsschädigenden Technologie Milliardengewinne erwirtschaftet, derweil möglicherweise, wie Sie selbst bemerken, Menschen daran erkranken können, was dann die Prämienzahler doch wieder berappen müssen. Das Leid der Betroffenen wird nicht aufzuwiegen sein.

Von einem "Notfall-Handy" kann ich im Artikel des PrimeClub nichts lesen. Es ist von einem Comfort-Handy die Rede. Vielmehr werden im Artikel "ältere Menschen" angesprochen und ein Bedürfnis nach (falscher) Sicherheit geweckt. Diese Sicherheit brauchen sie höchstens, weil ihnen vom Funk, der Ihnen um die Ohren fliegt, schwindlig wird. Es liegt auf der Hand, was der Zweck des Artikels ist. Es sollen Kunden aus einer Altersgruppe rekrutiert werden, die noch kein Handy haben und es eigentlich auch nicht brauchen (wie viele andere übrigens auch nicht).

Meines Erachtens gibt es bei Werbung für eine möglicherweise gesundheitsschädigenden Technologie seitens einer Krankenkasse nichts abzuwägen. Der Fall sollte klar sein.

Sekretariat Gigaherz

Re: Mein Protest und die Antwort

Beitrag von Sekretariat Gigaherz » 19. Mai 2006 20:36

Die Antwort, die Sie von Helsana bekommen haben, ist wortwörtlich , also 1:1, dieselbe, die die Patientin, die sich Hilfe suchend an Helsana gewandt hat, erhalten hat. (siehe www.gigaherz.ch/1023). Es handelt sich demnach um eine reine Textkonserve, mit der Briefe von Helsana beantwortet werden. Das heisst aber auch, dass wahrscheinlich oft Versicherte an Helsana schreiben.

Was sich Helsana, zusammen mit Swisscom hier leistet, ist kein Ruhmesblatt sondern ein veritabler Skandal und wird, so schätzen wir, einen gewaltigen Imageverlust für diese Versicherung bringen.

Ihr Brief ist ein gutes Beispiel, wie man seine Meinung kundtun kann und soll.

Sekretariat Gigaherz

Urs

Re: Mein Protest und die Antwort

Beitrag von Urs » 20. Mai 2006 17:11

Die Krankenkassen haben doch gar kein Interesse an tieferen Kosten. Sie zahlen einfach und wälzen die Kosten via Prämien auf die Versicherten ab. Es würde mich nicht wundern, wenn sie mit der Pharmaindustrie nicht den gleichen Deal hätten wie mit den Mobilfunkbetreibern. Helsana hat sich jetzt selbst geoutet.
Der Brief, den Helsana den Leuten schreibt, die sich beschweren, ist ein vorgefertigter Standardbrief. Das wiederum zeigt, dass es diesbezügliche Beschwerden öfter gibt. Trotzdem sollten Versicherte diese Krankenkasse mit Protestbriefen zuschütten.

Urs

sibylle.gabriel

Re: Mein Protest und die Antwort

Beitrag von sibylle.gabriel » 20. Mai 2006 20:50

Ich habe der Helsana schon meine Meinung letztes Jahr geschrieben und bin ausgetreten.

Ins Krankenhaus bringt mich keiner mehr. Es gibt wenige Orte, die mehr verstrahlt sind als ein Krankenhaus.

Bei meinem letzten Aufenthalt musste ich nach vier Tagen raus, ich hätte durchgedreht. Und die anderen im Zimmer telefonierten alle mit dem Handy. Ich befand mich im Krankenhaus, da ich nach einem längeren Handygespräch halbseitig gelähmt war.

Natürlich haben die nie was gefunden, waren an Handyproblemen nicht interessiert. Ich habe mich mit meiner Magnetfeldtherapie wieder so weit gepracht, dass die Lähmungem verschwanden. Nur mit dem Bein hatte ich ein Jahr lang Probleme.

Sibbyle

Antworten