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WINTERTHUR: Die Stadt will handeln: Schüler besser schützen

Verfasst: 1. Juni 2006 20:40
von The Future's black
© Der Landbote; 01.06.2006; Seite 1

Inland

Elektrosmog: Die Stadt will handeln

WINTERTHUR – Die Elektrosmog-Werte inner- und ausserhalb der Schulpavillons von Iberg liegen in einem grundsätzlich unproblematischen Bereich. Das hat eine Messung der Stadt ergeben, deren Resultate gestern Abend rund 80 besorgten Eltern und Anwohnern präsentiert worden sind. Vorsichtshalber will die Stadt aber doch Massnahmen ergreifen, damit die Schüler künftig weniger lang und stark dem Elektrosmog ausgesetzt sind. (pfr) Seite 13

© Der Landbote; 01.06.2006; Seite 13

Lokal

Elektrosmog: Schüler besser schützen

Um das Restrisiko zu mindern, sollen Massnah men ergriffen werden, damit die Iberger Schüler künftig weniger stark dem Elektro smog ausgesetzt sind.

Direkt bei einer Hochspannungsleitung liegen die beiden Schulpavillons von Iberg. Rund 100 Primarschüler und Kindergärtler sind dort untergebracht. Die Zeitschrift «Gesundheitstipp» hat diesen Frühling zumindest ausserhalb der Klassenzimmer erhöhte Elektrosmog-Werte gemessen. Diese liegen aber immer noch unter dem in der Schweiz geltenden Vorsorge-Grenzwert von einem Mikrotesla für Bauten mit sensibler Nutzung wie etwa Schulen. Zum Vergleich: Im übrigen Europa wurde die Grenze bei 100 Mikrotesla festgelegt.

Eine eigene Messung der Stadt hat nun jene des Gesundheitsheftes mehr oder weniger bestätigt. An einem von rund 80 Personen besuchten Informationsanlass im Schulhaus Oberseen wurden gestern Abend die Zahlen präsentiert. Das Zürcher Ingenieurbüro «maxwave» hat Maximalwerte von 1,1 Mikrotesla auf dem Pausenplatz und 0,4 Mikrotesla in

jenen Unterrichtsräumen, die am nächsten bei der Hochspannungsleitung liegen, ermittelt. Bei einer maximaler Auslastung der Stromleitungen würden auf dem Pausenplatz maximal 3,9 Mikrotesla gemessen, wie eine Hochrechnung zeigt.

Da dies fast nie der Fall ist, wurde eine leicht überdurchschnittliche Auslastung als Vorgabe genommen. Für den zuständigen Experten Georg Klaus ergab sich folgendes Fazit: «Die gesetzlichen Anforderungen werden in Iberg eingehalten.» Mit Blick auf mehrere Studien, die bereits ab Werten von 0,4 Mikrotesla mit einem erhöhten Leukämierisiko bei Kindern rechnen, empfahl Klaus aber, «unter Wahrung der Verhältnismässigkeit» Massnahmen zu ergreifen, damit die Iberger Schüler künftig weniger lang und stark dem Elektrosmog ausgesetzt sind.

Pausenplatz verlegen?

Schulstadträtin Pearl Pedergnana nahm den Ball auf: «Da ein Restrisiko besteht, müssen wir die Ausgangslage ändern», sagte sie. Eine Aussage, die bei den teils sichtlich besorgt und ungeduldig wirkenden Eltern auf fruchtbaren Boden fiel. Geprüft werden sollen bauliche Massnahmen wie etwa eine Verlegung des Pausenplatzes auf die Wiese hinter dem Schulhaus. Dazu müsste die Stadt aber zusätzliches Land kaufen. Der Unterricht soll so organisiert werden, dass sich die Schüler weniger lang als bisher in den exponierten Räumen aufhalten müssen. Kinder, die unter Symptomen leiden, die auf die Elektrosmog-Belastung zurückgeführt werden könnten, sollen umplatziert werden – in freie Schulräume in Eidberg etwa oder nach Sennhof, wo im kommenden Jahr ein neues Schulhaus eröffnet wird. Längerfristig soll ein neues Schulhaus in Gotzenwil die Iberger Provisorien ablösen.

An den Stromleitungen wird bis auf weiteres nichts geändert: Diese seien bereits saniert worden, sagte ein Vertreter der Nordostschweizerischen Kraftwerke (NOK). Und er sehe angesichts solch tiefer Messwerte «überhaupt keinen Anlass» für erneute Massnahmen. (pfr)

Re: WINTERTHUR: Die Stadt will handeln: Schüler besser schüt

Verfasst: 3. Juni 2006 14:12
von argus
Aha, die Verursacher sehen keinen besonderen Anlass, etwas zu ändern. Und der Schule bleiben auch nur halbe Massnahmen (Verlegung des Pausenplatzes, Umplatzierung von Schülern) , um die Belastung zu vermindern. Das Gebot der Stunde wäre es, die Schüler definitiv vor solchen Einwirkungen VOLL zu schützen.

Wann endlich wird es so weit kommen, bis Eltern sich für ihre Kinder in dem Masse wehren, dass sie ihre Kinder einfach geschlossen nicht mehr zur Schule schicken, bis eine Lösung erreicht ist, die Gefahren überhaupt ausschliesst. So wie es jetzt aussieht, heisst es doch in der Praxis: wir gefährden euch zwar trotzem, aber halt nicht so stark. Was für einen merkwürdige Auffassung von Ethik!

argus