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TNO-Replikation

Verfasst: 6. Juni 2006 12:44
von Elisabeth Buchs
Meldung auf Radio DRS 1 von 12.30 Uhr:

Die Strahlung von UMTS-Antennen sei nicht schädlich für das Wohlbefinden. Es hätten sich keine Auswirkungen auf das Wohlbefinden gezeigt. Die Studie sage nichts über längerfristige Auswirkungen. Es seien 120 Versuchspersonen zwischen 20 bis 60-jährig getestet worden. Auch Elektrosensible hätten die UMTS-Strahlung nicht wahrnehmen können. Die Mobilfunkindustrie verlangt nun, dass ihre Gesuche für UMTS-Antennen möglichst rasch bewilligt werden.

P.S. Vertreter der Mobilfunkindustrie hatten anscheinend bereits vorher Kenntnis des genauen Studientextes:http://www.ralf-woelfle.de/elektrosmog/ ... /forum.php

Wenn eine unabhängige Studie wie die TNO-Studie negative Einflüsse auf das Wohlbefinden wegen UMTS-Strahlung zeigt und dann eine Studie der Forschungsstiftung Mobilkommunikation mit Herrn Dürrenberger, Herr Röösli, Herr Kuster und Herrn Achermann keine solchen Auswirkungen, dann ist für mich klar, wer gefakt hat, die Frage ist nur noch wo. Wir bleiben dran. Fortsetzung folgt...

Elisabeth Buchs

Re: TNO-Replikation

Verfasst: 6. Juni 2006 13:12
von Markus
Hat wer was anderes erwartet? Wer was anderes erwartet hat, gehört in die Kategorie der Unschuldsengel. Lange haben sie darüber gebrütet, auf welch verschlungenen Wegen sie dieses Schandresultat kommunizieren wollen. Denn was anderes ist es nicht.

Jetzt verlangt die Industrie, die ja die ganze Sache kräftig gesponsert hat, die Absolution durch den Bund, dh. die Bewilligung für den Bau der jetzt blockierten UMTS-Antennen. Diese wird verlangt, obwohl es im gleichen Zug heisst, über Langzeitwirkungen sagt die Studie nichts aus. Genau den Langzeitwirkungen aber ist die Bevölkerung ausgesetzt. Heisst das jetzt: wir bewilligen inzwischen, was sich dann langzeitlich ergibt, darüber muss weiter geforscht werden. Und wieviele bis dahin draufgehen, das wird einfach miteinkalkuliert?

Sehr undurchsichtig, wie die Sache kommuniziert wurde, wie versucht wird, möglichst viel unter dem Deckel zu halten, wie man aber anderswo manches durchsickern liess, um die Propandamaschine für die "Vertrauenswürdigkeit" anzukurbeln.

Jetzt muss die ganze Studie auf den Tisch, samt den Werten, mit denen bestrahlt wurde.

Und noch was: Immer noch kann die UMTS-Strahlung wegen Fehlens genauer Messinstrumente ja noch gar nicht gemessen werden.

Ein Musterbeispiel, wie man versucht, uns das Fell über die Ohren zu ziehen

Markus



Probanden, denen man zugesichert hatte, sie bekämen die Resultate, haben diese nicht bekommen. Sie sind auch nicht eingeladen worden.

Re: TNO-Replikation

Verfasst: 6. Juni 2006 13:26
von Evi
Da ich einige Personen kenne, die an dem Versuch teilgenommen haben, weiss ich, dass denen nach dem Versuch kotzübel geworden ist und sie froh waren, dass sie, statt mit dem Auto, mit Zug angereist waren.

Einer der Probanden erzählte, man habe ihm die Übermittlung der Resultate versprochen. Aber nur versprochen, gesehen hat er sie nie.

Was übrigens Zusammenfassungen (in englischer Sprache) betrifft, so wissen wir aus Erfahrung, dass es sich dabei zumeist um solche handelt, an denen die Hauptinteressenten massgeblich mitgewirkt haben. Uns interessiert die vollständige Studie. Und dann verlangen wir erst noch, dass nicht etwas bewilligt wird, was sich nur auf Kurzzeiteinwirkungen bezieht. Die Realität ist doch die, dass Menschen dieser Strahlung rund um die Uhr und jahrelang ausgesetzt werden.

Es soll dann niemand kommen und behaupten, Beschwerden kämen nicht von UMTS -Antennen, weil dies die Replikationsstudie so ergeben hat.

Hier sieht ein Blinder mit dem Krückstock, welche Ziele von vornherein anvisiert wurden und wielange man gebraucht hat, um sich mit dieser wahrhaft weltbewegenden Mitteilung den Persilschein zu verschaffen sucht.

Studienleiter und Bundesämter sollten sich eigentlich schämen, die Bevölkerung in dieser Weise einschläfern zu wollen. Die Folgen bleiben mit Sicherheit nicht aus - und was dann, ihr Herren?

Ach ja, noch was: dass die "Ergebnisse" sogar im Ausland schon bekannt waren, noch bevor sie offiziell kommuniziert wurden, erinnert an einen betrogene Ehefrau, die auch erst von der Untreue ihres Gatten zuletzt erfährt, dann, wenn es alle anderen schon wissen.

Evi

Re: TNO-Replikation

Verfasst: 6. Juni 2006 13:52
von gesuana
Die Essenz der Sauerei ist aber , dass in all den Schweizerstuben die Nachricht "Entwarnung" in die Hirne platziert wurde. - Wir wissen ja , wieviele sich jetzt aufmachen , sich die Sache genauer anzuschauen. Der Normalbürger weiss doch nicht , dass er im groben Stil verkauft wird. Der vertraut immer noch , obwohl das mit den 45 Minuten eigentlich jeden zum Lachen bringen sollte. Also , wenn 45 Minuten ungefährlich sind , dann sollen sie bitteschön die verbleibenden 23 Stunden und 15 Minuten pro Tag die Antennen ausschalten. Wenigstens stellen sich die Moderatoren nicht mehr wie die grössten Deppen hin und hinterfragen ab und zu das eine oder andere.
gesuana

Re: TNO-Replikation

Verfasst: 6. Juni 2006 13:57
von The Future's black
Strahlung von UMTS-Antennen stört Wohlbefinden nicht
Studie widerlegt Ergebnisse einer holländischen Untersuchung

Zürich (sda) Die Strahlung von Mobilfunk-Antennen (UMTS) hat keinen negativen Einfluss auf das menschliche Wohlbefinden. Dies zeigt eine Studie der Universitäten Zürich und Bern, die am Dienstag in Zürich den Medien vorgestellt wurde.

Eine holländische Studie stellte 2003 eine Verminderung des Wohlbefindends aufgrund der Strahlung von UMTS-Sendeantennen fest. Darauf wurde auch in der Schweiz über die Höhe der Strahlengrenzwerte diskutiert. Einige Gemeinden verhängten zudem ein Moratorium gegen den Bau von Mobilfunkantennen der dritten Generation.

In einer Folgestudie hat ein Forschungskonsortium unter der Leitung von Peter Achermann vom Institut für Pharmakologie und Toxikologie der Universität Zürich die Ergebnisse der holländischen Studien überprüft.

«Die Befunde der holländischen Studie konnten nicht bestätigt werden», sagte Achermann. Sein Forschungsteam kam zum Schluss, dass die Strahlung einer UMTS-Antenne kurzfristig keine Auswirkungen auf das Wohlbefinden hat.

Für die Untersuchung sind 117 Personen mehrfach für eine Dreiviertelstunde einer bestimmten Strahlung ausgesetzt worden. Vor und nach den Tests wurden die Probanden nach ihrem Wohlbefinden befragt. Dabei konnte kein Zusammenhang zwischen der Stärke des Strahlenfelds und dem empfundenen Wohlbefinden festgestellt werden.

Keine Auswirkungen auf kognitive Fähigkeiten

Auch die Ergebnisse von kognitiven Tests standen nicht in Abhängigkeit davon, ob die Testpersonen einer Strahlung ausgesetzt waren oder nicht. Die Differenz zu den Ergebnissen der holländischen Studie erklärten die Forscher mit einer höheren statistischen Aussagekraft ihrer Arbeit und einem verbesserten Versuchsaufbau.

Knapp ein Drittel der Testpersonen bezeichneten sich selbst als elektrosensibel. Auch bei diesen Personen konnte keine von der Strahlung abhängige Veränderung ihres Befindens festgestellt werden. Allerdings schätzten diese Personen ihr Wolbefinden generell schlechter ein als die anderen Probanden.

Keine Aussagen zu langfristigen Folgen

Aussagen über langfristige Folgen von UMTS-Strahlung lassen die Ergebnisse der Studie nicht zu. Untersucht wurde lediglich Auswirkungen einer Strahlenintensität, die der Belastung in einer Wohnung in der Nähe einer UMTS-Antenne entspricht. Zum Vergleich wurden Tests mit einer zehn Mal höheren repektive mit keiner Belastung durchgeführt.


(SDA-ATS)

Re: TNO-Replikation

Verfasst: 6. Juni 2006 14:25
von Chris
Keine kurzfristigen Folgen also, langfristige wurden demnach gar nicht untersucht.

Dumme Frage jetzt: wozu hat man denn kurzfristige Folgen überhaupt untersucht, wenn man doch den Menschen diese Strahlung aber langfristig überziehen will.

Gut also: Dann verlangen wir, dass wir - wenn schon -auch nur kurzfristig von UMTS-Antennen bestrahlt werden dürfen, was nach der Studie bedeuten würde: nur 45 Minuten pro Tag oder sogar nur 45 im Monat (oder wie lange waren die Intervalle von Untersuchung zu Untersuchung?) .

Ich schätze, damit werden sich die Betreiber nicht einverstanden erklären. Also hiesse es nichts anderes, als das Schweizer Volk zum Zweck der Erforschung von Langzeitfolgen als Versuchskaninchen über längere Zeit zu befelden. Das kostet sogar nicht einmal was, denn die Krankenkassen zahlen ja, wenn die Leute wegen ihrer Beschwerden zum Arzt gehen müssen. Zahlen tun die Patienten mit Selbstbehalten und stetig steigenden Prämien.

Leute, wie blöd sind wir eigentlich, wenn wir diese Masche nicht durchschauen? Sagen Sie es allen weiter, die keinen Satz mehr gelesen haben als jenen: UMTS ist nicht schädlich.

Also lesen und Hirn einschalten und nicht die Faust im Sack machen!

Chris

Re: TNO-Replikation- von wegen Kurzzeitstudie!

Verfasst: 6. Juni 2006 14:31
von Evi
Jawohl, Elisabeth, wir werden diese Studie sehr genau lesen und sie selbstverständlich ins Deutsche übersetzen (nicht nur den Kommentar!!) Und dann werden wir sie unter die Leute bringen, dafür sorgen, dass die und wir nicht für dumm werden

Von wegen Kurzzeitwirkungen! Stellen die Mobilfunkbetreiber ihre Antennen gemäss der Studie eigentlich auf, um sie dann nur kurzzeitig einzuschalten??? Schade, das man an der Medienorientierung nicht fragen konnte. Aber wer weiss, vielleicht hat es ja doch jemand gefragt.

Evi

Mobilfunkanbieter hoffen auf Bewilligung blockierter Antenne

Verfasst: 6. Juni 2006 14:45
von The Future's black
Strahlung von UMTS-Antennen stört Wohlbefinden nicht Mobilfunkanbieter hoffen auf Bewilligung blockierter Antennen

Zürich (sda) Nachdem eine Studie der Universitäten Zürich und Bern keine gesundheitliche Folgen von UMTS-Strahlen festgestellt hat, erwarten die Mobilfunkbetreiber, dass blockierte Bewilligungsverfahren für Handyantennen wieder aufgenommen werden.

Das Bundesgericht hat im Dezember ein vorläufiges Verbot neuer Mobilfunkantennen als unzulässig erklärt, selbst wenn die Resultate der Studie über deren gesundheitlichen Auswirkungen noch aussteht. Dennoch haben diverse Gemeinden ein Moratorium für die Bewilligung neuer Antennen erlassen.

Aufgrund der am Dienstag veröffentlichten Studie hoffen Orange, Sunrise und Swisscom nun auf eine Entspannung der Diskussion um die UMTS-Strahlung. Man erwarte, dass die sistierten Bewilligungsverfahren jetzt normal abgewickelt würden, wie Michael Burkhardt von der Branchenorganisation Sicta bei der Präsentation der Studie erklärte.

Grenzwerte reichen aus

Für Jürg Baumann vom Bundesamt für Umwelt sind die Studienergebnisse eine Bestätigung dafür, dass die Antennenmoratorien unbegründet seien. Nach heutigem Wissenstand reichten die Grenzwerte zum Schutz der Bevölkerung aus.

Die Bundesbehörden würden aber weiterhin die umfangreiche internationale Forschung verfolgen und allfällige neue Erkenntnisse auf die Schutzbestimmungen übertragen. Die Langzeitauswirkung schwacher Strahlung werde zudem in einem kürzlich angelaufenen Nationalen Forschungsprogramm erforscht.

Ausbau des Mobilfunknetzes aussetzen

Die Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz halten indes an ihrer Forderung nach einem Moratorium für den Weiterausbau des Mobilfunknetzes fest. Wie die Organisation in einem Communiqué mitteilte, befürchte man negative gesundheitliche Effekte aufgrund von Langzeitbelastungen durch Mobilfunkantennen.

Bevor die Mobilfunkinfrastruktur erweitert werde, müssten zuerst die Ergebnisse des Nationalen Forschungsprogramms abgewartet werden.

(SDA-ATS)

Hier fügen wir noch einen Kommentar von Elisabeth Buchs ein:

Kommentar:
"Unabhängig von der Stärke des UMTS-Feldes gaben elektrosensible
Versuchspersonen mehr Symptome an". Diese Aussage deckt sich mit den
persönlichen Aussagen der daran teilnehmenden Probanden. Hier könnte man von
dem bekannten Nachwirken der Befeldung ausgehen. Der Organismus benötigt
wohl auch einige Zeit, bis er auf ein "neues", ihm vorher nicht bekanntes
Feld reagiert. Es bleibt aber die Frage, weshalb haben die Probanden in der
TNO-Studie so rasch negativ auf UMTS reagiert und diejenigen bei der
Replikation nicht. Vor allem sollte man die bei beiden Studien verwendeten
Signale gut anschauen und vergleichen.

Wir werden die Originalstudie lesen. Wir bleiben dran. Fortsetzung folgt...


Elisabeth Buchs

Re: TNO-Replikation

Verfasst: 6. Juni 2006 14:46
von pegasus
Tagesschau am Mittag auf SF 1: die Studie hat ergeben, dass UMTS nicht schädlicher sei, als die bisherige Mobilfunktechnik!

Kommentar: damit ist nicht gesagt, UMTS sei unschädlich. Gut so!

Pegasus

Re: TNO-Replikation- von wegen Kurzzeitstudie!

Verfasst: 6. Juni 2006 15:30
von Tom
Habe gerade in der Pause mit meinen Arbeitskollegen diskutiert. Einer meinte nun werde er den Festanschluss künden und nur noch mit dem Handy telefonieren.

Ich bin ebenfalls sehr verunsichert, ob es nun was macht, wenn Wissenschaftler mit soliden Fachkenntnissen das überprüft haben.

Wie ich gelesen habe, sollen lange Haare sowieso etwas schützen

Re: TNO-Replikation- von wegen Kurzzeitstudie!

Verfasst: 6. Juni 2006 16:42
von Mark
Mir ist es egal, ob kurzfristige Bestrahlung Folgen hat oder nicht, das betrifft eh nur die User. Was aber mit denen, die in der Nähe eine UMTS-Sendeanlage wohnen und rund um die Uhr berieselt werden? Die Resultate dieser 1:1-Studie wird man dann in einigen Jahren vernhemen. Ebenfalls darf man gespannt sein, wie die Medien heute Abend und morgen in der Presse darauf reagieren werden. Ich finde, Gigaherz müsste halt auch einmal die Initiative ergreifen und sich um Interview-Termine bemühung, zum Beispiel in viel gesehenen Sendungen wie SF Aktuell oder 10 vor 10.

Re: TNO-Replikation- von wegen Kurzzeitstudie!

Verfasst: 6. Juni 2006 17:09
von Mo
Das ist ja eine reichlich lächerliche Studie, wenn es stimmt, dass die auch von den Mobilbetreibern mitfinanziert worden ist, wie ich gelesen habe. Interessant auch, wie die Studie interpretiert wird, etwa von Teletext auf SF oder dem welschen auf TSR. Die welschen weisen darauf hin, dass einige Fragen offenblieben, u.a. die Strahlung am Natel, welche wichtiger sei als jene der Sendeantennen.....da kann man nur lachen. Ich bin immer für das Verursacherprinzip. Diejenigen, die das nutzen, die sollen auch bestrahlt werden, sicher nicht auf Kosten der Anwohnerschaft.

Re: TNO-Replikation- von wegen Kurzzeitstudie!

Verfasst: 6. Juni 2006 17:13
von Helmut Breunig
TNO und Replikation ist ein Kapitel für sich.
Bei der ganzen - sicher sehr notwendigen kritischen Diskussion - jetzt nichtr aus den Augen verlieren.
Als unabdingbare Forschungsgrundlage ist zu fordern :
Erhebende (nicht experimentierende)Untersuchungen durch unabhängige, nicht von der Industrie finanzierte Ärzte UND Gesundheitsbehörden an vielen verschiedenen Orten dort, wo Menschen wohnen/leben, die Beschwerden haben.

Re: TNO-Replikation- von wegen Kurzzeitstudie!

Verfasst: 6. Juni 2006 17:38
von Oltner
Falls sich nun die Behörden und Gerichte auf diese Studie abstützen werden und wir in der Nachbarschaft (wie geplant) tatsächlich eine solche Antenne hingestellt kriegen, dann verliert meine Wohngemeinde einen der besten Steuerzahler. Wir sind jetzt schon mehr als gut genug versorgt. Zum Glück gibt es in unserer Nähe eine, zwei schöne Gemeinden, welche sehr, sehr kritisch zu den Handy-Sende-Anlagen stehen und keine resp. bloss eine schwach strahlende Antenne auf ihrem Gemeindegebiet haben.

Re: TNO-Replikation- von wegen Kurzzeitstudie!

Verfasst: 6. Juni 2006 18:19
von michael wiese
Was sagt die Studie denn zu der oft vorgebrachten Behauptung UMTS Stationen an der Autobahn zu spüren während der Autofahrt?