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Lichtqualität

Verfasst: 7. Oktober 2009 18:18
von Simeon
Licht spielt offensichtlich eine grosse Rolle im Zusammenhang mit Melatonin.....ob von Leuchten ausgesendet oder durch Fensterglas veränder (siehe Artikel unten)....

Dies als Panikmache abzutun ist natürlich ein einfacher Weg. Umdenken ist etwas anspruchsvolle.

Gruss
Simeon


Dreischeiben-Verglasung kann innere Uhr aus dem Takt bringen

dreischeiben-verglasungEine wissenschaftliche Arbeit belegt erstmals mögliche Auswirkungen von Gebäudeverglasungen auf das körperliche Befinden. Nach den neuesten Erkenntnissen können bestimmte Verglasungstypen unter Umständen die innere Uhr im Menschen und damit seine Leistungsfähigkeit beeinflussen. Die Glasindustrie ist nun gefordert.



In Zeiten des energieeffizienten Bauens werden Fenster hinsichtlich Wärmedämmung und Luftdichtheit zusehends optimiert. Inwieweit sich moderne Gebäudeverglasungen aber auch auf den Lichteinfall und in weiterer Folge das physische Befinden des Menschen auswirken, war bislang nicht bekannt. Eine Forschungsarbeit, die Roland Pircher, Geschäftsführer des Vorarlberger Projektentwicklers „bauart“, und Andreas Schwaiger, Geschäftsführer des Tiroler Bauträgers „Future Life“, am Zentrum für Bauen und Umwelt der Donau-Universität Krems erstellt haben, gibt nun Aufschluss. Demnach lassen Dreischeiben-Isolierverglasungen bei gewissen Witterungsverhältnissen zu wenig Lichtstrahlung passieren, um die volle körperliche Leistungsfähigkeit aufrecht zu erhalten.



Melatonin-Unterdrückung nicht mehr erreicht

Für den menschlichen Schlaf-Wach-Rhythmus ist das Hormon Melatonin zuständig: Gesteuert von der inneren Uhr schüttet die Zirbendrüse – normalerweise nachts – diesen Botenstoff aus, der dem Körper das Signal gibt, zur Ruhe zu kommen. Wird es hell, wird die Produktion umgehend eingestellt und der Organismus kommt wieder auf Touren. Das Zusammenspiel von Licht und Hormonsystem bestimmt also den Melatoninspiegel, und dessen weitreichenden Einfluss auf das körperliche Befinden sind bereits hinlänglich bekannt.



Doch Licht ist nicht gleich Licht. „Bei der Untersuchung mehrerer Verglasungstypen ist es aufgrund der unterschiedlichen optischen Eigenschaften der Gläser mitunter zu gravierenden Verschiebungen der Farbtemparatur, der Farbe des Lichts, gekommen“, berichtet Pircher.

Konkret konnte die Forschungsarbeit aufzeigen, dass bei bestimmten Verglasungstypen wie beispielsweise Dreischeiben-Isolierverglasung bei stark bewölktem Himmel die erforderliche Melatonin-Unterdrückung nicht mehr erreicht wird. „Die durch die Verglasung dringende Strahlendosis ist nachweislich zu gering, um die Hormonproduktion zu stoppen“, veranschaulicht Schwaiger. Die möglichen Folgen seien Auswirkungen auf den circadianen Rhythmus, wie der Takt der inneren Uhr bezeichnet wird, die Körpertemperatur, die Augenbewegungen, das Immunsystem oder auch auf die Aufmerksamkeit.



Umdenken bei der Glasproduktion

Angesichts der gewonnenen Erkenntnisse sei es an der Zeit, bei Bauprojekten neben der Energieeffizienz auch die körperlichen Bedürfnisse des Menschen in geschlossenen Gebäuden stärker zu berücksichtigen, so die Autoren. In diesem Zusammenhang appellieren Schwaiger und Pircher insbesondere an die Glasindustrie: „Diese ist nun gefordert, Scheiben zu produzieren, die nicht nur energetische, sondern auch physiologische Ansprüche erfüllen – und das ist technisch durchaus möglich.“
Quelle: www.wico.co.at

Circadiane Rhythmik

Verfasst: 8. Oktober 2009 11:14
von BLUE SKY
Hallo Simeon,
kennen Sie die zitierte Arbeit oder haben Sie einen Link/eine Bezugsquelle?

Anhand welcher Kriterien wurd der Charakter und das Mass Entgleisungen des circadianen Rhythmus dargestellt?
Wie wurde belegt, dass die Entgleisungen primär durch verminderte Melatoninunterdrückung ausgelöst wurde?

spekulativ:
Es könnte auch eine höhere HF-Belastung in den entsprechend verglasten Gebäuden vorgelegen haben, falls durch die Verglasung eine geringere Ausstrahlung bzw. stärkere Rückstrahlung von HF-Emissionen im Gebäude erfolgte.Das könnte ebenso die Sereotonin-Melatonin-Balance und damit die circadiane Regulation gestört haben.

Nicht ausser Acht zu lassen wäre die Frage, inwieweit Empfindlichkeiten der circadianen Rhythmik allgemein gegenüber Störfaktoren durch die 2-malige Uhrzeitumstellung pro Jahr gefördert werden könnte.

Anfrage von Blue Sky

Verfasst: 8. Oktober 2009 15:39
von Simeon
Hallo Blue Sky
Leider kenne ich die Details nicht. Bei nachfolgendem Artikel ist ein Link zur Detailstudie angegeben. Möglicherweise finden Sie hier näheres.
- Die Vermutung die Sie anstellen, hatte ich auch angedacht. Allerdings hoffe ich, dass die Forscher die experimente unter sonst gleichen Bedingungen durchgeführt haben - d.h. gleiche räumliche Lage, damit gleiche EMF-Bestrahlung (sofern vorhanden).--

Im Zweifel kann man das sicher an der Universität Krems erfragen (Ansprechpersonen sind unten benannt).

Hoffe weitergeholfen zu haben. Sollte ich noch etwas finden, stelle ich das gerne ins Forum

Gruss
Simeon

Bringt uns 3-fach-ISO aus dem Takt?


Roland Pircher (r.) und Andreas Schwaiger haben an der Donau-Universität Krems eine Forschungsarbeit erstellt, die den Einfluss von Verglasungen auf das körperliche Wohlbefinden untersucht.

Eine wissenschaftliche Studie belegt erstmals mögliche Auswirkungen von Gebäudeverglasungen auf das körperliche Befinden. Bestimmte Verglasungstypen - besonders 3-fach ISO - können die innere Uhr im Menschen und damit seine Leistungsfähigkeit beeinflussen.
Der Trend hin zum Energiesparen bringt auf der Materialseite immer wieder neue, noch effizientere Produkte hervor; dies gilt insbesondere auch für Fenster- und Fassadengläser. So werden die Eigenschaften von Fenstern hinsichtlich Wärme- und Schallisolierung immer besser. Das sorgt für behagliche Temperaturen und einen verringerten Geräuschpegel im Inneren sowie einen reduzierten Energiebedarf. Mit der Frage, ob und inwieweit sich moderne Gebäudeverglasungen aber auch auf den Lichteinfall und in weiterer Folge das physische Befinden des Menschen auswirken, war bislang nicht bekannt. Eine Forschungsarbeit, die Roland Pircher, Geschäftsführer des Vorarlberger Projektentwicklers „bauart“, und Andreas Schwaiger, Geschäftsführer des Tiroler Bauträgers „Future Life“, am Zentrum für Bauen und Umwelt der Donau-Universität Krems erstellt haben, gibt nun erstmalig Aufschluss.

Glas als optischer Filter
Aufgrund seiner physikalischen Eigenschaften wirkt Glas wie ein optischer Filter, welcher – je nach Verglasungsart – die spektrale Transmission des Tageslichts asymmetrisch reduziert. Bei der Studie wurden vier Verglasungstypen (Einscheiben-Floatglas 2-fach-ISO, 3-fach-ISO, 3-fach-ISO mit VSG) untersucht, die interessante Schüsse zulassen. […]

In der Untersuchung konnte für bestimmte Verglasungen festgestellt werden, dass bei extremen Wetterverhältnissen Auswirkungen auf die innere Uhr möglich sind. […]

Aus den Erkenntnissen ihrer Forschungsarbeit fordern die Autoren die Glasindustrie auf Gläser zu produzieren, die nicht nur Ansprüche an die Energieeffizienz erfüllen, sondern auch die physiologischen Ansprüche des Menschen erfüllen.

Die Autoren der Studie am Zentrum für Bauen und Umwelt der Donau-Universität in KremsRoland Pircher und Andreas Schwaiger fordern die Glasindustrie auf, aktiv zu werden.

Lesen Sie den vollständigen und ungekürzten Artikel über die Studie in der Oktoberausgabe der GLASWELT, die am 09. Oktober erscheint.

Die Studie „Die Auswirkungen von Gebäudeverglasungen auf die Melatoninsuppression“ findet man unter
www.bauart.at/news/mt-glas-melatonin

Verfasst: 9. Oktober 2009 15:21
von Ulido
Hallo,

Simeon
Konkret konnte die Forschungsarbeit aufzeigen, dass bei bestimmten Verglasungstypen wie beispielsweise Dreischeiben-Isolierverglasung bei stark bewölktem Himmel die erforderliche Melatonin-Unterdrückung nicht mehr erreicht wird. „Die durch die Verglasung dringende Strahlendosis ist nachweislich zu gering, um die Hormonproduktion zu stoppen“, veranschaulicht Schwaiger.
Ich war zwar zunächst auch überrascht. Aber es ist doch eigentlich logisch, dass diese Hormonproduktion tendenziell größer ist, wenn weniger natürliches Tageslicht auf die Netzhaut trifft. D.h. je dunkler es draußen wird und je mehr dieses wenige Licht auch noch durch „getönte“/Mehrfach-Scheiben oder Vorhänge oder Jalousien verringert wird.

Blue Sky
spekulativ
Es könnte auch eine höhere HF-Belastung in den entsprechend verglasten Gebäuden vorgelegen haben, falls durch die Verglasung eine geringere Ausstrahlung bzw. stärkere Rückstrahlung von HF-Emissionen im Gebäude erfolgte.Das könnte ebenso die Sereotonin-Melatonin-Balance und damit die circadiane Regulation gestört haben.

Zunächst mal hat Herr Schwaiger doch angebl. festgestellt, dass bei bestimmten Verglasungstypen die Melatonin-Unterdrückung nicht erreicht wird, so dass die volle körperliche Leistungsfähigkeit nicht aufrecht erhalten werden kann. Ursache: zu wenig vom richtigen Licht.

Bei der von Ihnen ins Spiel gebrachten HF-Emission galt bei Mobilfunkkritikern immer die gegenteilige These, nämlich dass sogar zu wenig Melatonin ausgeschüttet würde, was u.a. zu Schlafstörungen führen kann, weil der Organismus seine Aktivität nicht runterfahren kann.

Nichts desto weniger muss natürlich die Schlussfolgerung von Herrn Schwaiger hinsichtlich der circadianen Rhythmik nicht zwangsläufig die richtige sein.

Schöne Grüße

Ulido