Blockheizkraftwerk

Di Mineo Ursula

Blockheizkraftwerk

Beitrag von Di Mineo Ursula » 25. Juni 2006 23:08

Ich schreibe im Namen meiner Mutter, da sie nicht weiss wohin sie sich mit ihrem Problem wenden soll. (Es glaubt ihr niemand)

Blockheizkraftwerk, so heisst das Gebäude in welchem die Elektro-Heizung für unser Quartier untergebracht ist. Dieses steht mittlerweile schon 10 Jahre dort. "Dort" das heisst ca 15m von ihrem Schlafzimmerfenster entfernt.
Mutter's Schlafstörungen, ihr hoher Blutdruck (der trotz Medikamente nicht besser wird) und ihr allgemeines Unwohlsein führt sie auf Strahlen, welche von dieser Heizung durch die Gebäudemauern dringen, zurück. Einmal wurde von der zuständigen Behörde eine Messung gemacht, welche, laut ihren Aussagen, keine zu hohen Werte aufwiesen.
Ihre Beschwerden dauern von ca Oktober bis im April. (während der Heizperiode) Im Sommer spürt sie nichts, da nur warmes Wasser aufbereitet wird.
Als das Gebäude gebaut wurde, sagte einmal ein Maurer, er hätte noch nie gesehen, dass man für einen solchen Bau so dünne Mauern mache.
Meine Mutter hat schon Messungen machen lassen, aber die Leute wollen nur kassieren. Sie wollen ihr teure Geräte und Abschirmungen verkaufen. Das liegt mit der AHV-Rente überhaupt nicht drin. Nun möchte ich fragen, wer weiss Rat??? und sind ihre Vermutungen wirklich so unmöglich?
Vielen Dank für jede Hilfe.

Klaus

Re: Blockheizkraftwerk

Beitrag von Klaus » 26. Juni 2006 06:47

Blockheizkraftwerk...bedeutet Heizung und Stromerzeugung kombiniert. Das ganze geschieht mit einem dauerbetriebenem Diesel/Gas-Motor. (Antrieb eines Stromgenerators sowie Nutzung der Abwärme)
Dies erzeugt auf 15m Distanz möglicherweise nicht nur Elektrosmog (Magnetfelder, Netzverseuchung durch Umrichter), sondern auch Schall und Vibrationen, die auf Dauer belastend sein können.

- Wird der Verbrennungsmotor im Sommer ausgeschaltet, oder nur zurückgefahren?
- Wieviele Wohnparteien werden durch die Anlage versorgt?
- Gibt es eine Anbindung ans öffentliche Stromnetz; führt diese noch näher durch?
- Haben andere Energiebezüger auch Probleme?

Elisabeth Buchs

Re: Blockheizkraftwerk

Beitrag von Elisabeth Buchs » 26. Juni 2006 07:01

Hallo Frau Di Mineo

Bei einem Blockheizkraftwerk wird oft auch Strom erzeugt. Es läuft ein Dieselmotor und die Abwärme wird für die Heizung genutzt. Ein Generator erzeugt den Strom, der ins Stromnetz eingespiesen wird (ev. Transformator). Es könnten 50 Hz-Felder und höherfrequente Magnetfelder entstehen. Sind im Zimmer Ihrer Mutter auch Vibrationen vorhanden?

Noch zu den Behördenmessungen, welche keine ZU hohen Werte festgestellt haben sollen (Hat Ihre Mutter wenigstens eine Kopie dieser Werte erhalten?). Es ist zur Zeit in Mode, Messungen v.a. Mobilfunk zu machen und zu sagen, nur sowenig Prozent vom offiziellen Grenzwert. Den Betroffenen nützt das etwa so viel, wie einem Ertrinkenden die Angabe einer geringen Wassertiefe im Verhältnis zu den möglichen Wassertiefen.

Ich habe eine Liste vom K-Tipp von seriösen Elektrosmog-Spezialisten, die ich Ihnen entsprechend der Landesgegend Ihrer Mutter angeben könnte.

Mit freundlichen Grüssen

Elisabeth Buchs

Kurt

Re: Blockheizkraftwerk

Beitrag von Kurt » 26. Juni 2006 07:53

Hallo Ursula,

ein Blockheizkraftwerk (BHK) ist eine Anlage zur Kraft-Wärmekopplung.
http://de.wikipedia.org/wiki/Blockheizkraftwerk und ff.

Du sprichst aber von der "Elektroheizung des Quartiers". Was genau befindet sich in dem fraglichen Gebäude? Mit welcher Energie wird im Sommer das Warmwasser bereitet?

Im Falle des BHK wird dort in einem Motor etwas verbrannt (z. B. Erdgas), mit der entstehenden mech. Leistung ein Generator angetrieben und mit der "Verlustwärme" nach dem Prinzip der Fernheizung die Wohnungen erwärmt.

"Strahlen" gehen von solch einer Anlage keine aus. Bestenfalls 50 Hz Magnetfelder vergleichbar denjenigen, die ein Trafo emittiert. Die würden allerdings auch von noch so dicken Mauern nicht abgeschirmt... In 15 m Entfernung ist da ohnehin kaum mehr etwas zu merken im Vergleich zu den 50 Hz-Feldern, die im Haushalt selbst entstehen.

Die Vermutung, dass die Erkrankung etwas mit dem BHK zu tun haben könnte ist zwar nicht "unmöglich", allerdings sehr schwer zu beweisen. Mit Sicherheit hat es nichts mit Strahlen zu tun. Eher schon mit den Abgasen des Verbrennungsmotors oder auch mit den niederfrequenten Schallemissionen (Infraschall). Läßt sich folgendes klären:
Was dient als Treibstoff?
Wohin gehen die Abgase? Wie ist die Hauptwindrichtung?
In welchem Zustand sind Filter / Katalysatoren?
Was hört oder spürt man am Gebäude?

Kurt

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