Vernetzt und verstrahlt

Oberpichler

Vernetzt und verstrahlt

Beitrag von Oberpichler » 30. Oktober 2009 08:14

http://www.wdr.de/themen/global/webmedi ... ?ref=25125

Stellungnahme des EU-Parlaments zur Gesundheitsproblematik in Zusammenhang mit elektromagnetischen Feldern

Vernetzt und verstrahlt

Drei Volt pro Meter: Das ist der neue Grenzwert für die Strahlung von Mobilfunkmasten in Belgien. Nach Luxemburg, Polen und Griechenland senkt nun auch Belgien freiwillig seine Grenzwerte, alarmiert durch eine neue Studie. Ein belgischer Wissenschaftler der katholischen Universität in Louvain-la-Neuve will erforscht haben, dass Handystrahlen Krebs verursachen. Allerdings nur im kleinen Rahmen - denn für eine repräsentative Studie fehlt das Geld.
Die EU empfiehlt bislang lediglich, den Grenzwert von 41 Volt pro Meter nicht zu überschreiten. Daran halten sich die meisten Mitgliedsstaaten, so auch Deutschland. Begründung sei, so Michael Buchner vom Forum Mobile Kommunikation (FMK), dass wissenschaftlich keine eindeutigen Ergebnisse vorlägen, die zum Handeln drängten: Die belgische Studie habe keine Qualitätskontrolle durchlaufen. Die Mobilfunkbranche verließe sich ausschließlich auf die Expertisen anerkannter Institutionen wie der Weltgesundheitsorganisation (WHO).
Vorbeugen, bevor es zu spät ist
In der Tat wartet auch die EU seit 11 Jahren auf die Ergebnisse der international anerkannten INTERPHONE-Studie. Sie soll 2015 die wissenschaftliche Antwort liefern, ob Mobilfunk tatsächlich Krebs auslöst. EU-Parlamentarier laufen gegen die zögerliche Haltung der Mobilfunkbranche und der EU-Kommission Sturm. Frédérique Ries, EU-Abgeordnete der Liberalen: „Es ist absurd, auf das Ergebnis zu warten. Wir Politiker müssen mit der Einführung vorbeugender Maßnahmen beginnen, und zwar bevor es zu spät ist.“
Das Europäische Parlament wendet sich mit seiner Kritik vor allem gegen die Europäische Kommission, die als Ko-Finanzierer der INTERPHONE Studie nichts zu deren Abschluss tut. Frédérique Ries: „Sie stecken vier Millionen Euro in diese Studie, aber stören sich nicht daran, dass sie nicht fertig wird. Da erwarten wir entschieden budgetäre Konsequenzen!“ Solange die Wissenschaft keine definitive Antwort liefert, wie krank uns Mobilfunkwellen wirklich machen, bleibt allerdings die Chance auf strengere und verbindliche Grenzwerte in der EU minimal.

Autorin:
Catherine Martens