Helfen jetzt: Schutzgebiete schaffen = Leben retten

Elisabeth Buchs
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Helfen jetzt: Schutzgebiete schaffen = Leben retten

Beitrag von Elisabeth Buchs » 26. November 2009 13:29

Brief von Suzanne Sohmer

Helfen jetzt: Schutzgebiete schaffen = Leben retten!


Seit wann ist „helfen“ nicht mehr an ethische Pflichten und menschliche Würde gebundenen, sondern abhängig von wissenschaftlichen Forschungsergebnissen?

Die maßgebende Wissenschaft zeigt sich zuversichtlich: Nach ihrem gegenwärtigen Kenntnistand gibt es keine nachweisbaren gesundheitlichen Risiken durch die Anwendung hochfrequenter Kommunikationstechnologien. Gleichzeitig wird die Abschlussvorstellung der Ergebnisse des Deutschen Mobilfunkforschungsprogramms am 17./18. 06. 2008 in Berlin von noch offenen Fragestellungen begleitet, wie z. B. „Fragen der Gesamtexposition in komplizierten Szenarien mit mehreren unterschiedlichen Feldquellen“ und dass „vergleichbare Laborstudien an möglicherweise empfindlicheren Personengruppen wie ältere Personen bzw. Personen, die unter Schlafstörungen leiden, und Kindern fehlen.“

Meine Situation: Seit Herbst 2006 bin ich aufgrund der für mich unerträglichen, da mit lebensbedrohlichen Symptomen einhergehenden, Hochfrequenzbelastung in meinem häuslichen Umfeld gezwungen als geduldeter Flüchtling dauerhaft an einem funkarmen Ort im Wald zu leben. Nun steht der vierte Winter vor der Tür. Und dennoch sehen die zuständigen Behörden immer noch keinen Handlungsbedarf. Und dies, obwohl ich nur einer von vielen ähnlich gelagerten Fällen bin.

Ich möchte die Notwendigkeit eines wissenschaftlichen Beweises in dieser Frage keinesfalls in Abrede stellen. Und gerade deshalb ist es aus meiner Sicht unzulässig, dass diese Notwendigkeit für Zwecke instrumentalisiert wird, die dem postulierten Ziel in augenfälliger Weise entgegenstehen, indem aus einem wissenschaftlichen Kenntnisstand, der „gegenwärtiger“ Natur ist und somit lediglich einen Wissensstand beschreibt, der sich durch einen gravierenden Mangel an zukünftigem Erkenntnisgewinn auszeichnet, der Nicht-Handlungsbedarf der zuständigen Behörden abgeleitet wird. Würden die Behörden umgehend handeln und helfen, indem z. B. gesundheitsverträgliche Schutzgebiete für mobilfunkgeschädigte Menschen ausgewiesen werden, könnte damit nicht nur eine menschliche Notlage abgewendet werden, sondern auch ein wesentlicher Erkenntnisgewinn bezüglich der o.g. Beweisfindung daraus geschöpft werden, indem die Auswirkungen einer konsequenten Expositionskarenz und die daraus resultierenden Genesungserfolge medizinisch dokumentiert und wissenschaftlich begleitet werden.
Doch durch diese Vorgehensweise scheint genau der Dorn aus dem hehren Auge der Wissenschaft gezogen werden zu können, der die Agierenden an jener Stelle blind macht, mit der sie das wahrnehmen sollten, wozu sie sich nach eigener Aussage verpflichtet fühlen: die Wahrheit.
Es bestehen offensichtlich nicht einmal ethische Bedenken seitens der zuständigen ärztlichen Amtsträger, wenn sie in Untätigkeit verharren, obwohl die Hilferufe der Betroffenen nicht verstummen, sondern im Gegenteil unüberhörbar immer lauter werden. Diese ungeheuerliche Verhaltensweise lässt aus meiner Sicht nur einen Schluss zu: Der vermeintliche Nutzen der derzeit angewandten Hochfrequenztechnologien erfährt seitens der wissenschaftlichen und politischen Entscheidungsträger eine höhere Wertschätzung als der tatsächliche Nutzen menschlicher Gesundheit und der hiervon betroffene und geschädigte Bürger und Mensch hat diese zu seinen Ungunsten ausgefallene Nutzen-Risiko-Abwägung als bedauerliches und unabänderliches Schicksal zu begreifen und sich darin zu fügen – auch wenn er daran früher oder später zugrunde gehen sollte.
Sollte ich mich diesbezüglich irren, würde es mich freuen, denn dann müsste ich doch seitens des für mich zuständigen Gesundheitsamtes rasche Hilfe erfahren – noch bevor der vierte Winter Einzug in mein derzeitiges Asyl gehalten hat.

Suzanne Sohmer, November 2009
Mein grösster Wunsch: bis an mein Lebensende an einem Ort wohnen können ohne Beschwerden wegen Elektrosmog.