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Heisse Gespräche

Verfasst: 24. August 2006 20:31
von Elisabeth Buchs
Folgende E-Mail an verschiedene Adressaten habe ich erhalten:
Wir hoffen doch wohl alle dass das was in diesem Artikel steht nicht stimmt.
http://www.mopo.de/2006/20060823/hambur ... _tode.html"

Meine Antwort:
10000 Grad sind es gemäss Originalartikel nicht (Quelle: http://www.zeit.de/zeit-wissen/2006/05/ ... xml?page=1), aber 100 Grad ist auch schon genug.
Ich hoffe, dass das stimmt. Denn so werden wir den ungesunden Schrott am ehesten rasch los und das wollen wir doch. Die Elektrosensiblen werden behandelt wie Kakerlaken. Da wäre es an der Zeit, dass es die Ignoranten endlich auch tifft. So würde alles rasch ganz anders aussehen.

Zum Hintergrund: Markus Antonietti, Direktor des Max-Planck-Instituts für Kolloid und Grenzflächenforschung in Golm bei Potsdam, leitet, Deutschlands bekannteste Forschungsgruppe in der Materialwissenschaft, er ist ein nüchtern argumentierender Wissenschaftler, kein Panikmacher. Aber er macht sich Sorgen: dass Handystrahlung die Synapsen im Gehirn aufheizt. Nicht um 1 Grad, sondern um 100. Das folgt aus einem neuen Experiment am Max-Planck-Institut. Die Ueberschrift der Forschungsarbeit lautet: Mikrowellenabsorption in Emulsionen mit wässrigen Mikro- und Nanotröpfchen.

Elisabeth Buchs

Re: Heisse Gespräche

Verfasst: 25. August 2006 10:47
von argus
Das mit den 10 000 Grad ist mit Sicherheit ein Druckfehler, worüber sich eine Reihe von Mobilfunkfreaks bereits mit Vergnügen ereifern. Immerhin kann die Aussage des Direktors des Max- Planck-Instituts Markus Antonietti mit der Zahl 100 Grad Ernst genommen werden.

argus

Re: Heisse Gespräche

Verfasst: 25. August 2006 13:02
von Elisabeth Buchs
Es entsteht der Verdacht, dass ein übersteigertes haarspalterisches Fehleraufzeigen im Internet- wenn man will, lässt sich wenn man es nur genug darauf anlegt, praktisch bei jedem Text und erst recht bei einer Homepage vielerorts einhaken - nicht mehr nur der Wahrheitsfindung dient, sondern dem Relativieren von unbequemen Aussagen, dem öffentlichen Unglaubwürdigmachen und der Rufschädigung von Mobilfunkgegnern mit dem Ziel, alle andern Aussagen unglaubwürdig zu machen, damit kein Handlungsbedarf entsteht.

Dabei: wer kann heute noch ernsthaft glauben, dass z.B. die ICNRIP-Grenzwerte die Menschen genügend schützen. Das ist fast so unglaubwürdig wie die 10 000 Grad.

Elisabeth Buchs

Re: Heisse Gespräche

Verfasst: 25. August 2006 19:57
von Hans-U. Jakob
Wenn man es genau liest, soll es sich bei der Erwärmung auf 10'000Grad um Nanotröpfchen und Sekundenbruchteile handeln.
Millitropf = 1 Tausendstel-Gramm
Mikrotropf = 1 Millionstel-Gramm
Nanotropf = 1 Milliardstel-Gramm
Also bitte genau überlegen bevor man zu plappern beginnt.
Und ein Makrotropf ist im Schnitt 75Kilogramm schwer und hat dort wo anderte das Gehirn haben, meistens nur Sägemehl und dass dieses mit einem Handy selbst nach Stunden nicht zu erwärmen ist, leuchtet sogar mir noch ein.
Hans-U. Jakob

Re: Heisse Gespräche

Verfasst: 26. August 2006 10:52
von open mind
...diese 'heisse' thematik kann schnell von der gegenseite dazu missbraucht werden,

nun endlich die sendeleistung der türme massiv zu erhöhen,

denn man muss ja die armen drahtlos-telefonierer schützen.


worauf es krass übertrieben eigentlich hinausläuft:
auf bürgerkrieg zwischen handynutzern und antennenanwohnern.

ein weiterer trick uns menschen voneinander zu separieren.

(das mit den rauchern ausgrenzen war da lediglich eine müde versuchsanordnung, wie weit sie gehen können)


liebe grüsse
open mind

Re: Heisse Gespräche

Verfasst: 26. August 2006 15:44
von Andreas
Hallo,

Also ich bin ja Raucher, und wenn ein Nichtraucher zu mir sagt, ich möge doch bitte von ihm Abstand halten und schon gar nicht im gleichen Raum rauchen, dann tue ich dass. Denn als Raucher kennt man selber die Gefahren am besten.

Wenn ich nun aber zu einem Handy-Telefonierer, der neben mir steht, sag, er möge doch Bitte 2-3 Meter Abstand halten, dann ist die Reaktion immer die gleiche. Man wird ausgelacht und ignoriert. Viele kommen dann extra noch näher, als Provokation.

Das ist für mich genau das gleiche wie wenn ich einen Nichtraucher auslachen würde und ihm den Rauch noch extra ins Gesicht blasen.

Informieren will sich keiner von denen. So nach dem Motto: Was ich nicht weiss, macht micht nicht heiss. Wenn es mich dann selber betrifft, ja dann hab ich halt Pech gehabt.

In diesem Sinne, noch ein schönes Wochenende.

Mit freundlichen grüssen

Andreas

Re: Heisse Gespräche

Verfasst: 26. August 2006 19:27
von Evi
10 000 Grad ist sicher ein Druckfehler. In der Zeitschrift

Zeit-Wissen steht: 100 Grad.

Nachzulesen unter http://www.zeit.de/zeit-wissen/2006/05/ ... xml?page=1

Evi

Re: Heisse Gespräche, Kehrtwende um 180 Grad

Verfasst: 29. August 2006 06:24
von Gigaherz-Sekretariat
Weil in zwei verschiedenen Zeitungen/Zeitschriften (Hamburger Morgenpost und "Zeit Wissen" ) zwei ebenso verschiedene Meldungen publiziert waren (einmal Erhitzung in Sekundenbruchteilen im Gehirn auf 100 Grad, einmal auf 10 000 Grad) hat das Gigaherz-Sekretariat direkt im Max Planck Institut (Prof. Antonietti) nachgefragt. Die Antwort kam postwendend, war bereits als Presseinformation vorbereitet gewesen.Wir geben sie im Wortlaut wieder:

Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung

Presseinformation
Durch auf einem Artikel in dem Magazin "Zeitwissen" basierende Mitteilungen in einigen online-Nachrichtendiensten und der "Hamburger Morgenpost" ist der Eindruck entstanden, dass eine akute Gefährdung durch Mobilfunkstrahlung besteht. Diesem Eindruck möchten wir entschieden widersprechen. Die angegebenen Temperaturen sind wissenschaftlich bedeutungslos, Gehirne werden keineswegs "verkocht", und wir haben auch keine Experimente mit künstlichen Gehirnen durchgeführt. Die in dem Artikel beschriebenen Experimente werden im Moment mit den zuständigen Behörden und Fachgremien diskutiert, lassen aber keine Notwendigkeit zu einem direkten Handeln erkennen. Jedes technische Gerät erfordert einen sachgemässen Umgang.

Wir distanzieren uns ausdrücklich von jeder Panikmache und unsachgemässer Instrumentalisierung wissenschaftlicher Befunde.: telefonieren Sie also beruhigt weiter.

Prof. Dr. Markus Antonietti
Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung
Abteilung Kolloidchemie
Wissenschaftscampus Gom
14424 Potsdam

Soweit die Antwort. Weil wir schon bei den Graden sind: Die Interpretation der um 180 Grad gekehrten Aussage und deren möglichen Hintergründe, sowie die Eile, mit der geantwortet wurde, überlassen wir Ihnen.

Sekretariat Gigaherz