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Verfasst: 13. Oktober 2006 15:04
von M. Hahn
Das von Ihnen gezeigte Foto hat nichts zu tun mit der von Ihnen angesprochenen Arbeit, in der es um 2-Stunden bestrahlte Ratten ging. Das Foto ist in der korrigierten Fassung der Veröffentlichung mit ausdrücklichem Hinweis darauf entfernt worden, und all das wissen Sie auch. Es handelt sich um einen wissenschaftlichen Irreführungsversuch. Salford wurde nach dessen Entdeckung aufgefordert, das zu korrigieren, und das hat er auch getan. Nachzulesen in der korrigierten Veröffentlichung die frei im Internet verfügbar ist. Die fehlerhafte Veröffentlichung wurde zurückgezogen, ist selbstverständlich nicht mehr auf der Seite der Fachzeitschrift vorhanden. Sondern nur noch auf diversen Festplatten rund um die Welt. Sie behaupten wider bessere Wissens die Unwahrheit, auch z.B. in dem Sie auf Ihren Seiten immer noch die fehlerhafte Version der Studie zum Download anbieten.

Zum Sachverhalt:
Beide Fotos (links rechts) haben nichts miteinander zu tun. Die von Ihnen angesprochene Untersuchung mit „2 Std. Handytelefonat“ stammt aus dem Jahr 2003. Und aus dieser Untersuchung stammt auch der linke Hirnschnitt, nämlich von einem „unbestrahlten“ Tier. Da vermutlich unbestrahlte Rattenhirne in jedem derartigen Versuch so ähnlich aussehen, ist das natürlich nichts Spezielles für diesen Versuch. Ihnen geht es ja auch um das rechte Bild. Dieses Foto zeigt keineswegs ein Rattenhirn nach 2 Stunden Bestrahlung. Es stammt auch gar nicht aus der Studie von 2003 sondern aus irgendeiner Arbeit „aus den frühen 90-er Jahren“ (Zitat Salford). Es ist gar nicht bekannt, ob überhaupt, und falls ja: wie und wie lange dieses Ratte hochfrequenten Feldern ausgesetzt war.
Es ist ganz offenbar so, dass Salford in seiner 2003-er Studie keine so dramatisch anfärbbaren Hirnschnitte erhalten hat, wie er es vielleicht gerne gewollt hätte. Und darum nahm er einfaches jenes 10 Jahre alte alte Bild, ohne das auch nur einmal ansatzweise zu erwähnen. In der ersten Fassung ist allerdings auch gar nichts davon erwähnt, dass das bewusste Bild Nr. 1b überhaupt einer Ratte entstammt, die hochfrequenten Feldern ausgesetzt war, und somit auch nichts von der konkreten Stärke und Dauer einer Einwirkung. Wer wollte da von Betrug reden?
Wie kommen wir aber nun auf die Behauptung, das der erwähnte Hirnschnitt von einer 2 Std. bestrahlten Ratte stammt? Ganz einfach. Salford hat nach den Vorwürfen das Foto ausgewechselt. Und zwar gegen eines aus der Untersuchung, von der er in der Publikation eigentlich berichtet. Dieses Foto sieht weit weniger drastisch aus. Sie können es z.B. hier
http://ehp.niehs.nih.gov/members/2003/6039/6039.html
auf Abb. 1 rechts betrachten.

Hier ein Originalzitat von Salford zu der Angelegenheit.
As you can see [„wie man (viel)leicht sieht... M.H.] in the article published on-line in EHP, the original illustration of a brain with albumin leakage was commented under Material and Methods and illustrated [sic! M. H.] our work on albumin leakage in the early 90ies. As this was commented by somebody to EHP as easy to misunderstand [sic! M.H.] , together with the Editor of EHP, we decided to illustrate the albumin leakage with a photo from our recent work with 2 hours exposition followed by 50 days of survival. Therefore, the fig 1 is referred to under Results in the final on-line version of our EHP publication and will appear so in the printed version in June.
The whole procedure is commented under "correction" in the attached EHP publ. file.

Interessant ist noch Folgendes: In der berühmten 2003-er Studie wurden drei Bestrahlungsstärken (2, 20 und 200 mW/kg) verwendet, und natürlich die unbestrahlte Kontrollgruppe. Das „richtige“ Foto stammt merkwürdigerweise von einer Ratte aus der Gruppe 2 mW/kg. Wieso wählte der Autor keinen Hirnschnitt aus einem der stärker bestrahlten Tiere? Schließlich dienen diese beiden Abbildungen ja nur der beispielhaften Illustration. Für mich gibt es nur eine plausible Erklärung: Bei den stärker exponierten Tieren konnte nicht einmal ein Bild von dieser vergleichsweise geringen Aussagekraft erhalten werden. Das wäre merkwürdig, oder?

Auch diesmal geht der letzte Satz ausschließlich an Sie (H.-U. Jakob, „Forumsadrministration“, „Gigaherz“, Gigaherz-Team“....) persönlich.

Bitte schneiden --- bitte schneiden !

Sie verfolgen beharrlich ein Ziel: Die Leute aufzuklären über die von Ihnen angenommenen Gefahren von Funkwellen. Dass Sie dafür ausgerechnet zu bekanntermaßen unrichtigen Argumenten greifen, spricht nicht für Sie.

M. Hahn