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Zollikofen: Weg mit der Antenne auf dem Dach!/Warnung auch v

Verfasst: 20. Oktober 2006 20:43
von The Future's black
© Der Bund; 20.10.2006; Seite 31

Stadt-Region

Der Bund

Weg mit der Antenne auf dem Dach

Das Parlament von Zollikofen hat sich knapp für ein Verbot von Antennen auf Gemeindeliegenschaften ausgesprochen

Seit 1998 wird in Zollikofen um die Antenne auf dem Dach der Sekundarschule gestritten. Der Grosse Gemeinderat hat zum zweiten Mal dagegen votiert. Folgt nun auch ein Ja des Stimmvolks zu einem Verbot, sind die Tage der Antenne gezählt.

simon wälti

Die Mobilfunkantenne von Sunrise auf dem Dach der Sekundarschule in Zollikofen soll demontiert werden. Dafür hat sich der Grosse Gemeinderat am Mittwochabend zum zweiten Mal ausgesprochen. Es ist die einzige solche Anlage auf einer gemeindeeigenen Liegenschaft. Der Entscheid wurde nach der ausufernden Budgetdebatte (siehe Text oben) erst um Mitternacht gefällt und fiel mit 18 zu 16 Stimmen knapp für ein Verbot aus. Im Februar 2005 hatte das Parlament die Volksmotion überwiesen und den Gemeinderat damit beauftragt, eine Abstimmungsbotschaft vorzulegen.

Nach dem neuerlichen Ja im Parlament können die Zollikofnerinnen und Zollikofner am 26. November darüber abstimmen, ob Handyantennen auf gemeindeeigenen Liegenschaften und Anlagen verboten werden sollen. Dafür ist eine Änderung der Gemeindeverfassung notwendig.

Sind Kinder die ersten Opfer?

Für Edgar Westphale (gfl) war an der Parlamentssitzung klar: Wer Handyantennen verbieten will, handelt nicht aufgrund von «diffusen Ängsten». Gesundheitliche Risiken von Kopfschmerzen bis Krebs seien vielmehr durch zahlreiche Studien belegt. «Den Mobilfunkbetreibern ist der Nachweis der Unschädlichkeit dagegen nicht gelungen», stellte Westphale fest. Auch könne die Antenne auf dem Dach ein Grund für die festgestellte Zunahme verhaltensgestörter Kinder in Zollikofen sein. Dies sei immer wieder Thema im Elternrat, in dem er selber Mitglied sei. «Die Kinder sind die ersten Opfer», sagte Westphale.

Hans-Jörg Rhyn (sp) war der Ansicht, dass die Vorlage nun vors Volk gebracht werden sollte. Mit einem Nein am Mittwoch hätte der Grosse Gemeinderat eine Volksabstimmung noch verhindern können. «Der Feldversuch an lebenden Objekten geht weiter», sagte Rhyn mit Bezug auf die ständige Zunahme der Antennenzahl in der Schweiz. «Die Abstrahlung betrifft unser delikatestes Organ, das Gehirn.» Die Gemeinde solle einen Beitrag leisten, um den «unsinnigen Wettbewerb» der Mobilfunkanbieter nicht noch zu fördern, so Rhyn weiter. Sabine Huber (fdp) hielt dem entgegen, die Volksmotion sei sinnlos, da sie keine einzige Antenne verhindern werde. Die Antennen würden dann einfach auf privaten Grundstücken oder Liegenschaften erstellt; es gehöre aber zur Aufgabe einer Gemeinde, die Infrastruktur zu ermöglichen. «Es handelt sich um eine Scheinlösung», so lautete Hubers Schlussfolgerung.

Volksmotion nur ein Feigenblatt?

Eine ähnliche Meinung vertrat der zuständige Gemeinderat Urs Vock (cvp). Die Volksmotion habe nur eine «Feigenblatt-Funktion». Er selber sei zwar «Null-Handy-Benutzer», die Natelnutzung durch breite Kreise der Bevölkerung aber eine Tatsache. «Wir lösen das Problem mit diesem Verbot nicht», sagte Vock. Es verunmögliche stattdessen die Einflussnahme der Gemeindebehörden auf die Standortwahl. Er selber habe aber kein Problem mit dem allfälligen Abbau der Antenne auf dem Sekschulhaus. Letztlich entschied der Rat mit lediglich zwei Stimmen Unterschied, die Vorlage vors Volk zu bringen.

Abbruch erst im Herbst 2008

Auch wenn die Stimmberechtigten am 26. November die Vorlage annehmen sollten - die Sunrise-Antenne auf dem Schulhausdach wird noch eine ganze Weile weiter strahlen. Der Vertrag mit der Mobilfunkanbieterin kann gemäss Bericht des Gemeinderats erst auf Ende Oktober 2008 gekündigt werden. Die Antenne war seit ihrer Bewilligung und Erstellung 1998 ein Zankapfel. Von Anfang an gab es erhebliche Opposition gegen die Anlage, die ursprünglich von Diax betrieben wurde. Der Widerstand veranlasste 1999 den Gemeinderat zum Beschluss, in Zukunft keine neuen Einwilligungen «für Antennenstandorte auf öffentlichen Gebäuden und Anlagen, in denen sich dauernd viele Personen aufhalten», zu erteilen.

Sunrise möchte die Anlage auf GSM/UMTS-Technologie umrüsten. Nach der Eingabe der Volksmotion hat sich Sunrise bereit erklärt, das Baugesuch zu sistieren. Der Gemeinderat betrachtet ein Verbot von Mobilfunkantennen als nicht notwendig, ist aber der Meinung, dass die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger von Zollikofen die Möglichkeit haben sollen, darüber zu entscheiden
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© Berner Zeitung; 20.10.2006; Seite 19

BZ Stadt

ihre seite

Gesundheit

Warnung auch vor Handys

Stockholms Verkehrsbehörden kennzeichnen ab August spezielle Zonen für die Benutzung von Mobiltelefonen. Wer dann sein Handy ausserhalb von ausgewiesenen Bereichen benutzt, riskiert eine Geldstrafe.

Beschlossen wurde dieses Verbot aufgrund von Klagen wegen Überempfindlichkeit gegenüber Elektrosmog und wegen lauter Telefongespräche. Befürworter des Verbots hoffen, dieses werde auf ganz Schweden ausgedehnt. Gegner fühlen sich in ihren Rechten beschnitten (Quelle: Times vom 2.6.2006). Immerhin: In Schweden ist Elektrosensibilität offiziell anerkannt, im Gegensatz zur Schweiz.

Warnhinweise nicht nur auf Zigaretten und wohl demnächst auch auf Alkoholflaschen; auch die strahlenden Handys gehören dazu. Aber das mobile Telefon gehört wohl zu den unantastbaren, heiligen Kühen.

Béatrice Imhof
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© 24 heures Régon Riviera Chablais; 20.10.2006; page 25

Interregions

Mies

L’installation d’une antenne soulève une vague d’oppositions

M. S.

Soumise à l’enquête publique en septembre dernier, l’installation d’une antenne de téléphonie mobile pour le compte de Sunrise, à Mies, avait suscité pas moins de 117 oppositions du voisinage. Et cela, malgré une séance d’information qui avait été organisée au préalable par les autorités locales et le maître de l’ouvrage.

Recours de Sunrise

La Commune, qui avait également des réticences sur l’endroit choisi — une parcelle de la Romande Energie à l’est du village — avait alors refusé le permis de construire. Décision contre laquelle l’opérateur Sunrise a décidé, il y a quelques jours, de faire recours au Tribunal administratif. «Le problème, c’est avant tout la grande taille de ces antennes, à proximité de zones résidentielles», explique le syndic Patrice Engelberts.

Récemment, le Tribunal administratif a débouté la Municipalité, qui s’opposait également à l’érection d’une antenne d’Orange dans la zone artisanale. «Celle-ci pourra donc se faire, alors qu’une troisième antenne, une plus petite de Swisscom, est en discussion avec une petite quarantaine d’opposants», précise le syndic. Pour lui, les voisins, qui veulent continuer la lutte contre l’antenne de Sunrise, et la Commune doivent partir séparément au front, «afin d’avoir plus de poids».

M. S.
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