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Nun werden Strahlen gemessen!

Verfasst: 24. Oktober 2006 08:47
von Mark
Dabei hab ich mal hier im Forum gelesen, dass UMTS-Strahlen gar nicht messbar seien. Wer erzählt hier eigentlich die Wahrheit? Das wird ja immer verwirrender! Heute gelesen im Oltner Tagblatt:

Nun werden Strahlen gemessen


Mobilfunk Stadt lässt Strahlen messen und zeigt die Messwerte täglich der Bevölkerung


Der Gemeinderat lässt mit einer mobilen Messsonde Mobilfunk- und andere Hochfrequenz-Strahlen messen. Damit will er nach der Aufhebung des UMTS-Moratoriums «der Besorgnis der Bevölkerung entgegentreten».

GABRIELA HÜBSCHER

Sie ist 50 Zentimeter hoch, grau und steht seit gestern Nachmittag auf einem Balkon eines Hauses an der Eisenbahnstrasse. Die Rede ist von der mobilen Messsonde der Swisscom Mobile AG, die die Hochfrequenz-Strahlung wie Hochspannungsleitungen, Radio, Fernseher und Mikrowellen an drei ausgewählten Orten in Langenthal messen soll. Alle vier Stunden sendet die Sonde ein Signal an das Terminal, das im Verwaltungsgebäude steht. Die aktuellen Messwerte werden auf einen Monitor neben dem Eingang des Verwaltungsgebäudes übertragen und sind so auch ausserhalb der Öffnungszeiten für jedermann ersichtlich.

Tägliche Bestrahlung ersichtlich

Die Swisscom unterbreitete der Stadt bereits Anfang 2005 das Angebot, kostenlose Strahlen-Messungen mit einem so genannten Monitoring-System durchzuführen. Damals reichte das Telekommunikationsunternehmen das Baugesuch für Antennen auf dem Siloturm der Kadi AG ein. Gleich nachdem der Gemeinderat das Bewilligungsmoratorium, das seit dem 9. Februar 2005 für alle Kommunikationsanlagen mit UMTS-Technologien auf dem Gebiet der Stadt Langenthal galt, aufgehoben hatte, nahm er im letzten August diese Angebot nun an. «Mit diesem Vorgehen tritt der Gemeinderat der Besorgnis entgegen, die in der Bevölkerung gegenüber Kommunikationsanlagen mit UMTS-Technologie herrscht», schrieb der Gemeinderat gestern in einer Pressemitteilung. Gleichzeitig werde er dem Anspruch der Bevölkerung gerecht, dass sie über die tägliche Bestrahlung informiert ist.

Die Bestrahlung auf dem Balkon an der Eisenbahnstrasse betrug gestern 0,15 Volt pro Meter (V/m) – dies ist die Einheit, mit der elektromagnetische Felder gemessen werden. «Bei diesem Messwert handelt es sich nicht nur um UMTS-Strahlen, sondern um Strahlen aller Hochfrequenz-Quellen», erklärte Willy Koch, von der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit der Swisscom Mobile AG. 50 V/m ist der internationale Grenzwert, der ausserhalb von Gebäuden gilt. In Gebäuden ist dieser 5 V/m. Koch zeigte sich über den «tiefen Messwert» zufrieden. «Die Werte werden in der Bevölkerung stark überschätzt.»

«Empfindlichkeit ist unterschiedlich»

Anders sieht dies André Masson. Der gebürtige Langenthaler ist heute Kantonsschullehrer in Bar und technischer Berater der Interessensgemeinschaft (IG) UMTS-Strahlen. Die IG reichte Anfang 2005 eine Petition ein, die verlangte, dass mit dem Bau von UMTS-Antennen gewartet wird, bis wissenschaftliche Resultate über mögliche Auswirkungen der Strahlung vorliegen. Masson bezeichnet den Grenzwert von 50 V/m als einen «verwaltungstechnischen Akt», der völlig willkürlich festgelegt worden sei. «Die Empfindlichkeit der Leute ist unterschiedlich», sagt er auf Anfrage dieser Zeitung. «Niemand weiss, ab welchem Wert empfindliche Leute nicht mehr schlafen können.» Masson stuft es als gefährlich ein, einen Wert von 0,15 V/m als harmlos zu bezeichnen.

Dennoch: «Diese Messungen sind sinnvoll, da sie Transparenz in die UMTS-Auseinandersetzung bringen», findet Masson. IG-Mitglied Albert Schaller spricht ebenfalls von «einem richtigen Schritt», den die Stadt mit diesen Messungen mache. Dass dies so sei, beweise auch die Tatsache, dass alle Bewohner der Testhäuser sofort dazu bereit gewesen seien, die Sonde eine Woche lang bei sich unterzubringen. Die drei Standorte an der Eisenbahn-, Herzog- und an der Bahnhofstrasse wurden durch die IG UMTS-Strahlen bestimmt.

Mit dem Monitoring-System werden Tages- und Wochenverläufe aufgezeichnet. «Ob die Ergebnisse die Bedenken der Bevölkerung zerstreuen können», so Veronika Gmür, Fachstellenleiterin Umwelt und Energie der Stadt Langenthal, «wird sich nach Ablauf der dreiwöchigen Messkampagne zeigen.»

Re: Nun werden Strahlen gemessen!

Verfasst: 24. Oktober 2006 12:56
von mips
UMTS ist bezüglich dessen momentaner Immission in ähnlicher Genauigkeit wie GSM messbar. Dies reicht aber nicht aus um die Einhaltung der Anlagegrenzwerte NISV-konform zu überprüfen. Die Anlagegrenzwerte gelten für die 100% Auslastung einer Sendeanlage. Dazu wird softwaremässig das Signal von Pilotchannels anhand einem digitalen Code herausgefiltert und die Stärke des herausgefilterten Signales bestimmt. Wenn man die Stärke dieses Signales kennt kann man auf die volle Auslastung hochrechnen. Die Problematik ist nun mit welcher genauigkeit diese Signalstäke bestimmt werden kann. Nach den (immernoch provisorischen) Messempfehlung des BUWAL darf diese Messung mit einer maximalen erweiterten Messunsicherheit von +/- 45% behaftet sein. Messreihen des BAKOM zeigten aber klar, dass die benutzten Messgeräte die geforderte Messunsicherheit nicht einhalten können. Somit sind NISV- konforme Abnahmemessungen nicht möglich.

Messen ist mehr als nur auf einem Gerät einen Wert ablesen.

Re: Nun werden Strahlen gemessen!

Verfasst: 24. Oktober 2006 15:03
von Hans-U. Jakob
Es ist absoluter Unfug, mit einem Breitband-Messgerät UMTS-Strahlung messen zu wollen. Da muss man wegen der Breite des UMTS Signals mindestens mit Faktor 10 multiplizieren. (Chanel-Power)
Das Bundesgericht weigert sich kathegorisch zu der Genauigkeit von UMTS-Messungen irgendwelche Zahlen zu nennen. Das Bundesgericht sagt lediglich, die Streuuung war anfänglich tatsächlich hoch, konte aber mit der Neukalibrierung der Messgeräte durch METAS erheblich verbessert werden.
Und das BAFU sagt dazu, Gigaherz habe sich einmal mehr verrechnet, die Streuung der Resultate (Unterschiede vom tiefsten zum höchsten gemessenen Wert unter 8 verschiedenen Messgeräten und bei stets gleichbleibender Feldstärke) betrage nicht Faktor 4.3 sondern NUR noch 3.7. Halleluja! Langenthaler-Volltreffer! Ihr seid jetzt nicht mehr haushoch daneben, sondern nur noch erheblich daneben. (Quelle: Schreiben BAFU an Bundesgericht) Tröstlich! Tröstlich!
Die Bastlerei bei METAS dauert jetzt schon 2.5 Jahre. Wie lange wollen wir da noch zuschauen?
Wer denen noch etwas glaubt, ist wirklich selber schuld.
Hans-U-Jakob

Re: Nun werden Strahlen gemessen!

Verfasst: 24. Oktober 2006 17:58
von Stefan
Herr Jakob, können Sie UMTS Strahlung messen? Habe Sie die nötigen Messgeräte?

Re: Nun werden Strahlen gemessen!

Verfasst: 25. Oktober 2006 11:12
von Hans-U. Jakob
UMTS Messen kann ich schon. Ich verwende dazu die Richtlienen der deutschen Baubiologen. Doch wie genau diese Resultate sind, müssen wohl wieder die Gerichte entscheiden. Und die Richter/Innen sind völlige Laien und vertrauen den Bastlern von METAS blindlings. In den neuesten Bundesgerichtsurteilen wird ausdrücklich darauf verzichtet, externe Experten beizuziehen. Dafür habe man die Spezialisten der Bundesämter, heisst es in den Urteilen und die dürfen wahrscheinloch noch monatelang weiter basteln.
Ein neuer Zwischenbericht war von METAS für September 06 versprochen, ist jetzt aber wieder auf Ende Jahr verschoben worden.
Die wollen jetzt zuerst ungestört ihre UMTS-Netze zu Ende bauen. Unerwünschte Kritiker im Messbereich werden auf diese Weise elegant ausgeblendet, bis alles fertig gebaut ist.
Hans-U. Jakob

UMTS-Messung durch Gigaherz

Verfasst: 25. Oktober 2006 22:09
von M. Hahn
"UMTS Messen kann ich schon. Ich verwende dazu die Richtlienen der deutschen Baubiologen. "
Ich nehme an, auch Sie verwenden zum Messen Messgeräte statt Richtlinien. Letztere dann zur BEWERTUNG Ihrer Messergebnisse. Oder etwa auch um zu wissen, WIE man richtig misst?
An "Richtlinien deutscher Baubiologen" kenne ich die Maes-SBM. Dazu, WIE man misst (egal ob UMTS oder sonstwas) sagt dieser "Standard" allerdings nichts. Sie meinen sicher auch eine andere deutsche baubiologische Richtlinie. Welche eigentlich?

"Doch wie genau diese Resultate sind, müssen wohl wieder die Gerichte entscheiden."
Ironie?? Ich meine, jeder der eine physikalische Grösse misst, sollte in der Lage sein, die Messunsicherheit dazu selbst anzugeben zu können. Juristen können vielleicht sagen, ob ihnen eine Messung genau genug ist, ganz bestimmt aber nicht, wie genau eine Messung ist. Bei der Messung von Geschwindigkeiten ist ein Fehler von 5 % ohne großen Aufwand machbar. Bei Feldstärken hochfrequenter Wellen sind 45 % Gesamt-Messunsicherheit schon eine kleine Leistung. Beides könnte jeweils genügen, einen Juristen zufrieden zu stellen. In Deutschland werden beim Verkehrsradar aber keine Prozente pro reo abgezogen, sondern pauschal 3 km/h, egal wie schnell einer fuhr. Man sieht also, schon hier sind Juristen überfordert....

"Es ist absoluter Unfug, mit einem Breitband-Messgerät UMTS-Strahlung messen zu wollen. Da muss man wegen der Breite des UMTS Signals mindestens mit Faktor 10 multiplizieren. (Chanel-Power)"
Das ist technisch nicht nachvollziehbar.
"Breitband-Messgeräte" haben typische Messfrequenzbereiche von einigen hundert kHz bis einigen Gigahertz. Das UMTS-Signal ist etwa 5 MHz breit. Das erfasst die Sonde in einem Zug. Die Unsicherheit liegt hier vielmehr darin, dass das Gerät nicht unterscheiden kann zwischen Signalen verschiedener Frequenzen innerhalb des o.g. Bereiches, also nur eine Summenfeldstärke -ggfs. also mehr als den UMTS-Beitrag- anzeigt.
Wenn Sie Channel Power (nicht Chanel-Power, obwohl Chanel Nr. 5 auch seine Power hat...) ansprechen, dann reden Sie von spektrometrischer, sprich SCHMALbandiger Messtechnik. Hier müssen Sie in der Tat die Signalbandbreite berücksichtigen, bzw. auf Channel-Power-Messung umschalten, wenn Ihre Messbandbreite schmaler als 5 MHz ist. Viele moderne Spektrometer haben aber auch dieses Problem nicht mehr.

M. Hahn

Re: UMTS-Messung durch Gigaherz

Verfasst: 27. Oktober 2006 09:08
von Hans-U. Jakob
Wenn das für Sie Herr Hahn, technisch nicht nachvollziehbar ist, dann probieren sie es doch einfach aus. Nicht am Schreibtisch, sondern draussen vor der UMTS-Antenne
Eine Breitbandbandsonde von 10kHz bis 3GHz? Und immer noch 45% genau. Woher haben Sie ein solches Wunderding, das zusätzlich erst noch UMTS-Signale erfassen kann. So etwas möchte ich mir auch beschaffen.
Ich beneide Sie um Ihre Zeit, die Sie offenbar haben um unsere Leser verunsichern, und die Gigaherz Funktionäre als Trottel hinstellen zu wollen.
Ich habe glücklicherweise Besseres zu tun als meine Zeit mit Maulwürfen zu vertrödeln. Wer bezahlt Sie eigentlich für Ihre Wühlarbeit?
Sie sollten sich bei unseren Bundesämtern melden, dort sind zur Zeit solche Verunsicherer hoch willkommen, damit die UMTS-Netze ungestört zu Ende gebaut werden können, noch bevor irgend eine halbwegs brauchbare Mess-Empfehlung herauskommt.
Jetzt dürfen Sie in ausländischen Foren wieder "beleidigte Leberwurst" spielen und ich muss mich wieder den Geldwäschern und Auftragsmördern der Telecom-Branche widmen (siehe Hauptseite von Gigaherz) und habe für Sie deshalb absolut keine Zeit und auch kein Interesse mehr.
Hans-U.Jakob

Re: UMTS-Messung durch Gigaherz

Verfasst: 27. Oktober 2006 20:24
von M. Hahn
"Wenn das für Sie Herr Hahn, technisch nicht nachvollziehbar ist, dann probieren sie es doch einfach aus."

Was meinen Sie mit "es".

„Eine Breitbandbandsonde von 10kHz bis 3GHz?“

Herr Jakob, ich sprach von einigen hundert kHz bis 3 GHz.

„Und immer noch 45% genau. Woher haben Sie ein solches Wunderding, das zusätzlich erst noch UMTS-Signale erfassen kann.?“

Das war weder Gegenstand meiner Anmerkung, noch habe ich solches behauptet.

„Ich beneide Sie um Ihre Zeit, die Sie offenbar haben um unsere Leser verunsichern, und die Gigaherz Funktionäre als Trottel hinstellen zu wollen. „

Wie kommen Sie darauf, dass meine Fragen „ihre“ Leser beunruhigen könnten?
Die Fragen gingen allein an Sie, ich kenne Ihre Funktionäre nicht.

Das Wort „Trottel“ stammt von Ihnen.
Ebenso wie Ihre beleidigenden persönlichen Anwürfe.
Darauf möchte ich nicht eingehen. Ich rede lieber in der Sache.

Ich stelle Ihnen ein paar technische Fragen. Sie ziehen es vor nicht zu antworten.

M. Hahn