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Angst vor Mobilfunk...-verharmlosung

Verfasst: 29. Oktober 2006 13:23
von Helmut Breunig
Angst vor Mobilfunk...-verharmlosung

Die Objektivierung der Diskussion krankt nicht zuletzt auch an der Weigerung der etablierten Wissenschaft, Politik und der Betreiber, einen geeigneten Abschaltversuch vorzunehmen, der in inhaltlich paritätischer Besetzung einer Kommission von Vertretern der unterschiedlichen Auffassungen im Konsens konzipiert wäre.

Der einzige bisher dokumentierte Versuch hat zur Abschaltung des Senders Schwarzenburg geführt.

Allein diese beiden Sachverhalte genügen zur Aufstellung der Annahme, dass die als eine Folge von irrationaler Mobilfunkangst angeführten Symtome ebensogut auf die sozio-psychogen begründete Angst der Menschen zurückzuführen sein könnte, im Falle einer gesundheitlichen Beinträchtigung durch Mobilfunksender keine Aussicht auf Gehör bei Behörden, Gerichten und Politik, auf angemessene Behandlung durch Ärzte und ggf. auf Anrecht auf Deexpostion bzw. auch Schadenersatz durch die Betreiber zu haben.
Dass eine solchermassen begründete Angst der Menschen eine Bemerkung einer möglichen Gefährdung bzw. eine Warnung vor einer möglichen Bedrohung und deren Bewertung voraussetzt, ist klar.

Wenn die Menschen nun im Zuge der Diskussionen wahrnehmen, dass vom Staat weitere Lizenzen vertsteigert werden, ohne dass die als Teil des aus Steuergeldern finanzierten Programms angekündigte öffentliche Diskussion um die Bewertung der Ergebnisse des Deutschen Mobilfunkforschungsprogramms (DMF) stattgefunden hat, entsteht der Eindruck der Unglaubwürdigkeit des Staates, der beteiligten Wissenschaft und Betreiber.
Hieraus wird ersichtlich, von welcher Seite die dominante Kraft der Verunsicherung ausgeht.

Dass der Bürger sein Heil vor einer möglicherweise hieraus aufkommenden Verstärkung seiner Ängste im Vertrauen auf einen Staat suchen soll, von dem er sowohl oben angeführtes sowie auch weiss, dass dessen Experten sich auf die wissenschaftliche Auffassung der WHO stützen, ist viel verlangt. Zu viel für jene, die wissen , dass die WHO bisher unwiederrufen die Auffassung als wissenschaftlich darstellt, dass Angst im Umfeld von Mobilfunk-Basisstation nur irrationalen Charakter haben kann, ohne dafür den Beleg durch wissenschftliche Studien vorzulegen. Eine Diskussion der Frage, inwiefern Hochfrequenzexposition zur Auslösung von Angstkomplexen führen könnte, bleibt sowohl bei der WHO als auch im DMF aussen vor.

Stattdessen hat die WHO immerhin dargelegt welche Behandlungsmethoden sie für jene andenkt, die der von ihr verfolgten Logik der Risikowahrnehmung und -verarbeitung nicht folgen. Hier wurden bereits die Handhabungen vorgestellt, deren sich zu bedienen dem etablierten medizinisch-psychiatrische System angeraten wird.

Die Mündigkeit des Bürgers, die etablierten Kräfte des Staates auf eine von diesen möglicherweise zu verantwortende Fehleinschätzung eines Risikos hinweisen zu können, wird von diesen verdreht zu einem Risiko für den Bürger, wenn er eben diese seine Mündigkeit wahrnimmt. Welche Aussichten!

Angstfaktor der Befürworterseite

Verfasst: 30. Oktober 2006 10:26
von Elisabeth Buchs
Wovor hat denn die Gegenseite grosse Angst:
Die Regierung, dass sie zur Verantwortung gezogen wird wegen der Förderung des ungehinderten Ausbaus dieser Technologien und der Versteigerung der Lizenzen.
Die Mobilfunkbetreiber vor einem Stopp des weiteren Ausbaus.
Die Mobilfunkbetreiber vor einer Senkung der Grenzwerte.
Die Regierung und die Mobilfunkbetreiber vor Schadenersatzklagen von Geschädigten.
Wovor die Befürworterseite auch Angst zu haben scheint und was sich in massiven Verunglimpfungen äussert, vor einer kleinen temperamentvollen und engagierten Aerztin, die selber die negativen Folgen ihres eigenen DECT erlebt hat und die ich kürzlich an der SIB-Veranstaltung persönlich kennengelernt habe.

Bei mir entsteht der Eindruck, dass die Befürworterseite schon einige Zeit bevor der Bürger merkte, was ihm blüht, Vorkehrungen getroffen hat, die für sie richtigen Personen an den entscheidenden Stellen zu platzieren und gewisse Institutionen und Gremien zu veranlassen, z.B. das EMF-Projekt der WHO, die Forschungsgemeinschaft Mobilkommunikation usw. Zu den der Community angehörenden Experten habe ich kaum mehr Vertrauen. Ich habe zunehmend Zweifel, dass es denen daran gelegen ist, ein Wirkmodell herauszufinden, weshalb Geschädigte so stark auf EMF reagieren. Denn dann könnte nicht mehr abgestritten werden, dass es diese Geschädigten gibt, dass man etwas für sie tun müsste, denn in einem Rechtsstaat sollte es eigentlich nicht üblich sein, auch wenn es eine Minderheit ist, Menschen qualvoll aus ihren Behausungen zu vertreiben und ohne Ausweg zugrundegehen zu lassen.

Schon bevor der Mobilfunk in diesem Ausmass aufkam, erinnere ich mich an mein gewisses Befremden, als ich bei der Vorstellung der Nemesis-Studie hörte, dass dort der subjektive Eindruck der Elektrosensibilität abgefragt wurde, vor und nach den Versuchen. Beim Gespräch mit der Mitarbeiterin und Herrn Müller selber merkte ich, dass versucht wurde, der sonst korrekten Studie eine Psychowendung zu geben. Eine ähnliche Tendenz erkenne ich nun bei der QUEBEB-Studie mit der entsprechenden Gewichtung der Besorgnis und dem Einbezug der subjektiven Einschätzung der Distanz zur Antenne. Bei der Mainzer-Studie durch die Gewichtung eines Psychofragebogens. Bei der TNO-"Replikation", dass die uns bekannten Probanden mit negativen Reaktionen allgemein weniger gesund seien unabhängig von der Strahlung.
Die Tricks der Gegenseite sind, dass die Elektrosmog-Geschädigten als multimorbid, psychisch beeinträchtigt und angstkrank hingestellt werden sollen.
Die Frage ist nur, was können wir dagegen tun?

Elisabeth Buchs

Re: Angstfaktor der Befürworterseite

Verfasst: 31. Oktober 2006 09:21
von Rolf Eberhard
Werte Frau Buchs

Die ganzen Zusammenhänge in dieser Angelegenheit sind vergleichbar
mit der Abzockerrei des Fussvolkes. ( Bonus usw. )

Wir bemerken es zu spät !! Leider.

R.Eberhard 31.10.2006

"Faktoren"

Verfasst: 31. Oktober 2006 10:06
von Helmut Breunig
Sollte eine wissenschaftliche Antwort für die bisher (!) beobachteten Gesundheitsrisiken durch die etablierten Institutionen gefunden werden, dürfte eine offene Diskussion darüber nicht zuletzt von den Möglichkeiten, die die Waffenhersteller darin ( womöglich schon jetzt) sehen, getrübt werden.

Re: "Faktoren"

Verfasst: 31. Oktober 2006 17:59
von Sibylle Gabriel
Hallo,

genau da ist der springende Punkt! Deshalb werde ich immer pessimistischer, was unsere Zukunft anbelangt, trotz dem tagtäglichen Einsatz.

Wenigstens haben wir es versucht!

Sibylle