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Hidber & Forum Mobil: Eingeständnis der Schädlichkeit

Verfasst: 2. November 2006 13:37
von The Future's black
Die Südostschweiz; 02.11.2006


Südostschweiz Glarus und Gaster/See

Eingeständnis der Schädlichkeit

Zum Leserbrief «Machen Mobilfunk- antennen krank?» von Peter Hidber, Forum Mobil Bern, in der «Südostschweiz» vom 8. Oktober.

Schön, wenn wenigstens Peter Hidber noch an die Ergebnisse der wissenschaftlichen Arbeiten zum Thema Mobilfunkantennen glaubt. Ich und viele andere Leute glauben den Resultaten nicht mehr. Denn laut einer vor kurzem veröffentlichen Untersuchung der Universität Bern werden Studien zum Thema Mobilfunkstrahlung von den Geldgebern beeinflusst. Zusätzlich gingen Studien, welche von den Industrievertretern finanziert wurden, weniger oft auf die Auswirkungen von Strahlung ein als solche der öffentlichen Hand. Die Universität Bern kommt zum Schluss, dass es bedenklich sei, wenn Unterschiede in Studienergebnissen damit zu erklären seien, wer eine Untersuchung finanziert hat. Anders ausgedrückt: Die Studien sind praktisch wertlos, und die Mobilfunkindustrie versucht sich selber einen Persilschein auszustellen.

Im Leserbrief schreibt Hidber, dass die Schweiz oft belächelt werde, weil sie ein «Sonderzüglein» fahre. Betreffend der geltenden Grenzwerte sei er froh darum, da sie in der Schweiz zehnmal strenger seien als von der WHO empfohlen. Ich selber bin nicht glücklich über die Grenzwerte in der Schweiz. Das Ausland und die Fachexperten belächeln in diesem Fall die Schweiz zu Recht.

Peter Hidber verschweigt nämlich, dass im Ausland im Freien gemessen wird und in der Schweiz praktisch nur in Innenräumen. Die Mobilfunkbetreiber in der Schweiz können die abgesenkten Grenzwerte praktisch ohne grosse Anstrengung erreichen, ergeben sich doch diese in der Nähe von Antennen völlig automatisch durch die Gebäudedämpfung und durch die Abweichung aus den Senderichtungen.

Zusätzlich sind die heutigen Grenzwerte technisch überholt, könnte doch der Mobilfunk mit weit tieferen Grenzwerten problemlos betrieben werden. Das fadenscheinige Argument der angeblich tieferen Grenzwerte in der Schweiz ist ein Kniefall an die hiesige Mobilfunkindustrie und dient dieser leider nur, der Bevölkerung in der Schweiz eine falsche Sicherheit beim Mobilfunk vorzugaukeln und Sand in die Augen zu streuen.

Die gemachten Vorschläge von Hidber betreffend elektromagnetischer Felder in meinem Haushalt nehme ich gerne zur Kenntnis. Soweit diese Vorschläge mich betreffen, kann ich bestätigen, dass ich diese schon vor Jahren umgesetzt habe. Weder gibt es in meinem Schlafzimmer einen Transformator einer Halogenlampe, noch einen Radiowecker, aber vor allem sicher kein DECT-Schnurlostelefon. Viele DECT-Schnurlostelefone gehörten sowieso sofort entsorgt, strahlen doch die meisten Apparate selbst dann, wenn der Hörer auf der Basisstation aufgelegt ist. Eine Tatsache, die leider viele Benutzer nicht kennen. Peter Hidber hätte die Liste der Vorschläge noch mit dem WLAN-System ergänzen können. Am besten schafft man sich dieses System gar nicht an, oder wenn man es schon gekauft hat, sollte man das WLAN-System wenigstens während der Nacht komplett ausschalten, um nicht unnötig verstrahlt zu werden.

Hidbers Vorsorge für meine Person freut mich, lässt mich aber auch etwas schmunzeln. Er schreibt in seinem Leserbrief: «Diese einfache Vorsorge lohnt sich: Halten Sie das Handy beim Verbindungsaufbau nicht an den Kopf. Benützen Sie Ohrhörer.» Jetzt will die Mobilfunkindustrie der Be-völkerung in der Schweiz jahrein und jahraus plausibel machen, Mobilfunk sei unproblematisch und unschädlich und jetzt kommt Peter Hidber vom Forum Mobil und gibt mir die oben genannten Tipps.

Ein besseres Eingeständnis der Schädlichkeit von Mobilfunk habe ich, wohlverstanden, von einem Interessenvertreter der Mobilfunkindustrie wirklich noch nicht erhalten. Wäre der Mobilfunk wirklich unproblematisch und unschädlich, könnte man ja das Handy an den Kopf halten und auf die Benutzung der Ohrhörer verzichten.

Den letzten Ratschlag von Peter Hidber, selber aktiv zu werden, habe ich auch schon vor einiger Zeit umgesetzt. Ich und viele weitere Anwohner in Kempraten wehren sich gegen die geplante Mobilfunkanlage an der Gubelfeldstrasse. Wir kämpfen gegen eine Mobilfunkanlage in einem Wohnquartier, damit wir auch in Zukunft ruhig und erholsam schlafen können.

Roman Morger, Jona