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Mobilfunkgegner erstatten Anzeige: Das Risiko ist zu gross
Verfasst: 18. November 2006 12:07
von Elisabeth Buchs
Vorwurf: Gesundheitsschäden durch Strahlung von Sendemasten
(Auszüge aus "Ammertal Mittwoch 15. und 10. November 2006)
Oberammergau - Der Mobilfunk-Konflikt spitzt sich zu: Zwölf Bürger haben jetzt bei der Polizei Strafanzeige wegen Körperverletzung erstattet. Diese soll von den Mobilfunksendern auf dem "Kleinen Theater" und auf dem "Ammergauer Hof" ausgehen. Die Anzeige läuft vorerst gegen Unbekannt: Denn Polizeikommissar Karl Unhoch konnte sich nicht vorstellen, dass die Mobilfunkbetreiber diese Verantwortung einfach auf den Grundstücks- oder Hauseigentümer abwälzen können.
Die Installation der neuen GPRS-EDGE-Technik auf den Mobilfunkantennen des grössten deutschen Handybetreibers scheint laut Waldmann bei elektro-sensiblen Menschen vorhandene Symptome zu verstärken. Andere würden zum ersten Mal gesundheitliche Probleme bemerken, die sie auf die Technik zurückführen. Messungen von Diplom-Ingenieur Werner Funk von der Bürgerinitiative "Strahlenfreier Ammergau" ergaben an den Sendern von T-Mobile eine zusätzliche "Wireless-Lan-ähnliche Frequenz von etwa 10 Hertz".
Zu den Antragstellern gehört auch der evangelische Geistliche Carsten Häublein, in dessen Pfarrhaus eine hohe Strahlung gemessen wurde. Seit einem Jahr, aber besonders seit Ende August, hat er eigenen Angaben nach so starke Beschwerden, dass er einem geregelten Leben kaum mehr nachgehen kann. Auch die elektrosensible Suzanne Sohmer spürt eine Verstärkung der Symptome und weiss nicht mehr ein noch aus. Frau Dr. Waldmann-Selsam fordert: Die Behörden müssen einschreiten. Die Gemeinde will nun in einem Treffen mit Betroffenen und Vertretern aus dem Rathaus die neue Situation erörtern, um zu sehen: "Was können wir tun?"
Kommentar: Wer gedacht hat, man könne achselzuckend drüberhinweggehen, dass es in einem demokratischen Rechtsstaat möglich sein soll, Menschen, auch wenn es Minderheiten sind, so zu behandeln, könnte sich geirrt haben. Ich erinnere mich an den Vortrag von Prof. Richter, als er einen kurzen Augenblick nicht mehr in der Lage war weiterzusprechen angesichts des unglaublichen Unrechts und der Schädigung seiner Familie.
Elisabeth Buchs
Re: Mobilfunkgegner erstatten Anzeige: Das Risiko ist zu gro
Verfasst: 18. November 2006 21:49
von Uli
"@ Elisabeth Buchs :Kommentar: Wer gedacht hat, man könne achselzuckend drüberhinweggehen, dass es in einem demokratischen Rechtsstaat möglich sein soll, Menschen, auch wenn es Minderheiten sind, so zu behandeln, könnte sich geirrt haben. "
Sehr geschätzte Frau Buchs,
gut, dass Sie geschrieben haben, k ö n n t e sich geirrt haben. Ich wünschte so sehr, Ihre Hoffnung ginge in Erfüllung, aber ich möchte wetten, dass in dem demokratischen Rechtsstaat, wo das Recht auf körperliche Unversehrtheit sogar im Grundgesetz verankert ist, mal wieder niemand zur Rechenschaft gezogen werden wird, weil ja alles seine Ordnung habe.
Schöne Grüße
Uli
Re: Mobilfunkgegner erstatten Anzeige: Das Risiko ist zu gro
Verfasst: 18. November 2006 22:49
von Carlo
Wie "menschlich" Juristen mit Elektrosmog-Opfern umgehen, kann man anschaulich in diesem Juristenforum nachlesen:
http://www.juraforum.de/forum/t46764/s.html
Es läuft darauf hinaus, dass die Juristen in der "Rechtsgüterabwägung" zwischen
(a) den DECT-Besitzer dazu verdonnern, einen DECT-Schlauch zu verwenden
und
(b) den herzkranken Nachbar der Lebensgefahr durch Herzanfälle auszusetzen,
einstimmig (b) bevorzugen!
Re: Mobilfunkgegner erstatten Anzeige: Das Risiko ist zu gro
Verfasst: 19. November 2006 15:42
von Elisabeth Buchs
Schadenersatzklagen und Anzeigen halte ich bei entsprechend guter Vorbereitung mit aerztlichen Gutachten für ein Mittel des Widerstandes, das einen gewissen Erfolg versprechen könnte. Vielleicht nicht bei der ersten Klage, aber wenn sich das häuft, könnten sie etwas bewirken. Auch die Juristen und Richter sind nicht alles Befürworter des ständigen ungehinderten Ausbaus elektrosmogerzeugender Technologien, reagieren u.U. selber gesundheitlich negativ darauf oder kennen Betroffene. Ich hatte gerade gestern Kontakt zu einer jungen Juristin, die seit einem Jahr mit ihrer Familie in einer Mietwohnung in der Stadt umgeben von diversen Antennen wohnt und nun leidet sie unter häufigen Kopfschmerzen und ihr Mann unter Tinnitus, der Arzt kann keine Ursache finden, die Lebensumstände haben sich sonst nicht verändert. Resignation ist auf jeden Fall ein schlechter Berater, wir müssen alle Möglichkeiten ausschöpfen, die wir können. Wichtig wäre Kontakt zu andern an Schadenersatzklagen Beteiliger zum gegenseitigen Austausch.
Elisabeth Buchs
Re: Mobilfunkgegner erstatten Anzeige: Das Risiko ist zu gro
Verfasst: 19. November 2006 17:28
von Hans-U. Jakob
Ich möchte bei dieser Gelegenheit an einen Fall im Kanton Aargau erinnern, wo sich eine junge, gesunde Frau neben einer neu erbauten Hochspannungsleitung einen Hirntumor geholt hatte.
Die Grenzwerte des Magnetfeldes waren um das 2,5-Fache überschritten.
Die Klage auf fahrlässige Körperverletzung wurde sowohl von der Staatsanwaltschaft wie vom Obergericht mit einer menschenverachtenden Begründung abgelehnt, die kaum mehr zu überbieten ist.
Ein Hirntumor sei eine Krankheit und keine Körperverletzung, hiess es.
Bei Körperverletzung müsste dem Kläger schon Hieb- Stich oder Schnittwunden resp Knochenbrüche zugefügt worden sein.
Auf Körperverletzung könnte höchstens der Chirurg verklagt werden, welcher der jungen Frau den Schädel geöffnet habe um den Tumor zu entfernen.
So lange solche (...) an unseren Gerichten das Sagen haben, werden wir kaum Erfolgsaussichten mit solchen Klagen haben.
Hans-U. Jakob
Re: Mobilfunkgegner erstatten Anzeige: Das Risiko ist zu gro
Verfasst: 19. November 2006 21:09
von Dieter R.
Was heißt das jetzt? Begraben wir nun für alle Zeiten alle derartigen Vorstöße? Heißt das, sich auf diesem einen Urteil auszuruhen, um nichts mehr machen zu müssen? Es müsste jetzt eine ganze Lawine von Klagen losgehen, irgendwann ändert sich am Ende ja doch was. Wenn aber niemand was macht, dann ändert sich garantiert nichts. Die Initiative müsste von den Schutzorganisationen ausgehen. Wieso nicht von einer großen, mit einer so großen Infoplattform, wie Gigaherz, Herr Jakob? Wann geben Sie den Startschuss? Da würden sich bestimmt schnell viele Gefolgsleute finden.
Dieter R.
Re: Mobilfunkgegner erstatten Anzeige: Das Risiko ist zu gro
Verfasst: 20. November 2006 16:48
von Tut nichts zur Sache
...ist doch easy: beweisen sie den von ihnen geschilderten Zusammenhang und die Behörden werden wahrscheinlich die Grenzwerte neu überdenken.
Wenn sie das nicht können: dann setzten sie sich wieder hin, denn die Demokratie gibt in diesem Land nun mal nicht viel auf Leute die zwar viel Behaupten, aber nichts beweisen können.
Dazu gehört auch unsere allseits bekannte Frau Dr. W. Selsam
Kein Gericht in diesem Land wird auf ihre Einschätzung noch etwas geben. Das hat sie allerdings selbst verbockt.
TnzS
Re: Mobilfunkgegner erstatten Anzeige: Das Risiko ist zu gro
Verfasst: 21. November 2006 16:02
von Elisabeth Buchs
Das wäre nicht einmal so easy, wenn wir Betroffenen über das Budget der Mobilfunkindustrie verfügen würden. Weshalb z.B. reagieren Menschen auf Medikamente unterschiedlich, die einen spüren keine Nebenwirkungen, andere in unterschiedlichem Ausmass ebenfalls noch verschiedene Nebenwirkungen. Plappern Sie den Satz mit den Beweisen irgendwelchen industriefreundlichen "Experten" nach oder verstehen Sie etwas von Zellbiologie, komplexen Stoffwechselvorgängen, den Funktionen des Nervensystems und dem Hormonsystem?
Frau Dr. Waldmann-Selsam hat wie vor ihr schon Santini und Hutter et al festgestellt, dass es mobilfunkbelasteten Menschen oft gesundheitlich nicht gut geht. Es wäre die Aufgabe der Behörden, diesen Angaben auf unabhängige Art und Weise nachzugehen und nicht an den Lizenzen abkassierend immer weitere solche problematische Technologien zu fördern.
EDGE sei übrigens nicht ständig da bzw. messbar, sondern nur wenn der Dienst angefordert werde, da müssen die an Dauerstrahler wie DECT gewöhnten Betroffenen, ja schon richtig dankbar sein, auch wenn es sicher aus technischen Gründen und nicht wegen der Menschenfreundlichkeit so ist. Werner Funk ist nicht irgendwer, sondern Dipl. Ing. der Nachrichtentechnik und sicher in der Lage korrekt zu messen. 10 Hz-Pulsung kommt auch bei W-Lan vor, wäre aber dann nur lokal und nicht im ganzen Ort feststellbar. Wenn Betroffene wie z.B. Frau Sohmer, die ich per Mail kenne, über eine Verstärkung der gesundheitlichen Beschwerden klagen, hat dies einen Grund, wonach gesucht werden muss, kann nicht einfach als unglaubwürdig abgetan werden und es fragt sich, ob die dortigen Antennen zusätzlich zur Einrichtung von EDGE noch gleich hochgerüstet worden sind und mehr Sendeleistung haben, ob allgemein die Auslastung der Antennen zugenommen hat oder viele Leute dieses EDGE nutzen. Jedenfalls hat die "Strahlensuppe" zugenommen, früher war es die Ausnahme, wenn ich beim Endotronic wegen Ueberlast die Antenne auf die mittlere Position versetzen musste, heute kommt das in städtischem Gebiet oft vor.
Elisabeth Buchs
Re: Mobilfunkgegner erstatten Anzeige: Das Risiko ist zu gro
Verfasst: 21. November 2006 18:36
von sunset
Bei rechtlichem Vorgehen ist zu unterscheiden nach
- strafrechtlicher Anzeige
- zivilrechtlicher Schadenersatzforderung
- verwaltungsrechtlicher Klage gegen Bewilligungen von Anlagen.
Es sollte einmal ein Jurist die Voraussetzungen für erfolgreiches Vorgehen im Bereich elektromagnetische Strahlung zusammenstellen, für alle drei Verfahrensarten, und das ganze für Anlagen, bei denen es gesetzliche Grenzwerte gibt (z.B. Basisstationen) sowie für alle anderen Installationen und Geräte.
Re: Mobilfunkgegner erstatten Anzeige: Das Risiko ist zu gro
Verfasst: 22. November 2006 08:29
von Hans-U. Jakob
Wenn in einer Gesellschaft die Mehrheit eine kleine Minderheit krank macht oder gar umbringt, hat das mit Demokratie nichts mehr zu tun, lieber Tunzs, sondern mit (Wirtschafts)-Kriminalität. Leute wie Sie sind mit Sicherheit keine Demokraten.
Jedesmal wenn ein Krimineller festgenommen wird, sind seine ersten Worte: "Das müssen sie mir erst mal beweisen!"
Kommt Ihnen doch sehr bekannt vor, lieber Tunzs. Oder etwa nicht?
Hans-U. Jakob
Re: Mobilfunkgegner erstatten Anzeige: Das Risiko ist zu gro
Verfasst: 22. November 2006 15:09
von Uli
Hallo,
ich selbst wollte für Nachfolgendes keinen eigenen Thread mehr anstoßen,
weil es ja vielleicht auch sowieso schon bekannt ist und wir außer wütend zu
werden eh nichts mehr dran ändern können:
Mir wurde zugetragen, dass sich unser ach so demokratische Rechtstaat
angeblich im Dezember auf Kosten unser aller Gesundheit wieder einmal hohe
Einnahmen verschaffen möchte, indem der im Gleichschritt mit anderen
EU-Staaten
W I M A X - F r e u q u e n z e n versteigern wird.
Schöne Grüße
Uli