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Herzogenbuchsee: Antenne: Swisscom gibt auf

Verfasst: 24. November 2006 15:43
von Elisabeth Buchs
Antenne: Swisscom gibt auf

Die Gegner haben sich durchgesetzt: Auf dem Buchser Frohburg-Areal wird
definitiv keine UMTS-Antenne gebaut. Die Swisscom akzeptiert diesen
Entscheid des Verwaltungsgerichts – und sucht einen neuen Standort. Die
Antenne der Swisscom wurde vom Verwaltungsgericht abgelehnt / Thomas Peter

Was andere Dörfer und Städte bei ähnlichen Projekten nicht geschafft
haben, gelingt nun der Gemeinde Herzogenbuchsee: Gemeinsam mit dem
Berner Heimatschutz verhindert sie definitiv die geplante
UMTS-Mobilfunkantenne der Swisscom auf dem Frohburg-Areal. In dritter
Instanz hat das Bernische Verwaltungsgericht das umstrittene Projekt
bachab geschickt.

«Wir anerkennen dieses Urteil und werden es nicht ans Bundesgericht
weiterziehen», bestätigte gestern Jürg Studerus,
Kommunikationsverantwortlicher der Swisscom, auf Anfrage dieser Zeitung.

Anwohner wehrten sich

Damit endet eine Auseinandersetzung, bei der zeitweise «mit harten
Bandagen gekämpft wurde», wie die Buchser Gemeindepräsidentin Charlotte
Ruf (SVP) gestern vor den Medien sagte. Als das Gesuch für den 30 Meter
hohen Antennenmast im Juli 2003 – und damit just während den
Sommerferien – im Anzeiger publiziert wurde, gingen bei der Gemeinde in
kurzer Zeit 147 Einsprachen ein (wir berichteten). Neben zahlreichen
Anwohnern beschwerte sich auch der Berner Heimatschutz. Sein
Hauptargument: Mit der Antenne würde die letzte noch unverbaute
Ortseinfahrt von Herzogenbuchsee verunstaltet. Sie wäre aus südlicher
Richtung von weit her zu sehen und würde als charakteristisches
Landschaftselement den Kirchturm konkurrenzieren.

Ähnliche Bedenken äußerte die kantonale Kommission zur Pflege der Orts-
und Landschaftsbilder. Auf ihren Fachbericht hat sich nun das Bernische
Verwaltungsgericht gestützt. Es hält fest, der Standort am Siedlungsrand
sei problematisch, weil die Antenne «neben den bedeutend niedrigeren
umliegenden Bauten im fast offenen Gelände stehen und die Umgebung
dominieren würde».

Ruf: «Ein gutes Gefühl»

Für Charlotte Ruf ist das Gerichtsurteil eine Bestätigung und ein
Höhepunkt ihrer politischen Arbeit zugleich. «Unser Entscheid wurde vom
Verwaltungsgericht gewürdigt. Das gibt mir ein gutes Gefühl.»

Als erste Instanz hatte sich im Frühsommer 2004 die Buchser
Baukommission gegen die Antenne entschieden, ein Jahr später zog die
Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern nach. Wie es nun
weitergehen soll, kann Swisscom-Sprecher Jürg Studerus nicht mit
Bestimmtheit sagen. «Wir verfügen in Herzogenbuchsee lediglich über eine
Antenne. Für eine Gemeinde dieser Größe ist das zu wenig», hält er fest.
Deshalb sei man gezwungen, in den nächsten Wochen nach einem neuen
Standort Ausschau zu halten. Für Studerus ist klar, dass
Kapazitätsengpässe drohen, wenn die Abdeckungsprobleme in Buchsi nicht
gelöst werden können.

Zu Ende ist die leidige Antennengeschichte also noch nicht. Nur eine
Frage der Zeit dürfte es sein, bis das nächste Baugesuch der Swisscom
die Gemüter im Dorf bewegt.

http://www.espace.ch/artikel_285907.html