Krebs durch Mobilfunk: ORANGE Anlage mit 20.000W ERP!
Verfasst: 8. Dezember 2006 14:23
UNTERLUNKHOFEN
Stress wegen Mobilfunkanlage
Unerfreuliche Post für die Gemeinde Unterlunkhofen: Der Mobilfunkanbieter Orange hat gegen die erteilte Baubewilligung beim Regierungsrat Beschwerde eingereicht: Er will eine Bewilligung für die
beantragte Sendeleistung von 20 Kilowatt und nicht nur 12.
http://www.azonline.ch/pages/index.cfm? ... =101419135
«Die Sendeleistung ist absolut unverhältnismässig», ist Gemeindeammann Martin Vifian überzeugt. «Zurzeit benötigt die Anlage nicht einmal 5 Kilowatt.» Im November letzten Jahres traf ein Baugesuch des Mobilfunkanbieters Orange in der Gemeinde ein, das den Ausbau der Anlage auf eine Sendeleistung von 20 Kilowatt beantragte.
Orange teilt sich die auf dem Gebiet des Abwasserverbandes Kelleramt platzierte Anlage mit den beiden anderen Schweizer Anbietern Sunrise und Swisscom. Mit diesem Baugesuch reizt Orange den Grenzwert aus.
Martin Joho vom Departement für Bau, Verkehr und Umwelt, der das Ausbaugesuch beim Kanton auf seine Rechtmässigkeit überprüfte, bestätigt: «Mit dieser Sendeleistung nutzt Orange rein rechnerisch 98 Prozent des zulässigen Anlagegrenzwertes aus.»
Er ist überrascht über die Höhe der beantragten Leistung. Und auch das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) sagt: «Wenn die Anlage mit dieser Leistung betrieben wird, ist sie schweizweit die grösste.» Und das haben Orange und die beiden anderen Anbieter offenbar vor.
«Wir werden die Sendeleistung von 20 Kilowatt nutzen», sagt Mediensprecherin Marie-Claude Debons. Die hohe Leistung sei notwendig, weil sich drei Anbieter die Sendeleistung teilen würden. Zusätzlich würden die wachsenden Kundenbedürfnisse wie Surfen auf mobilen Internetportalen, Live-TV und mobile Datenkommunikation eine immer grössere Sendeleistung erfordern.
Sie gibt auch zu bedenken, dass das Vorgehen nichts Aussergewöhnliches sei für Sendeanlagen, die von allen drei Netzbetreibern genutzt werden. In der Schweiz gebe es verschiedene Antennen mit einer bewilligten Sendeleistung von 20 Kilowatt und mehr.
Die durchschnittliche Betriebsleistung sei wesentlich tiefer und werde nur erreicht, wenn viele Kunden gleichzeitig ihr Handy nutzten.
12 statt 20 Kilowatt
Das Baugesuch löste eine wahre Protestflut aus: «Es gingen über 500 Einsprachen ein», erinnert sich Vifian. Eine Interessengruppe formierte sich, um sich gegen das geplante Ausbauvorhaben zu wehren.
In der Folge ging der Unterlunkhofer Gemeinderat nicht auf das Begehren des Mobilfunkbetreibers ein, sondern bewilligte einen Ausbau mit 12 Kilowatt. «Damit haben wir die zur- zeit genutzte Sendeleistung verdoppelt und sogar noch 20 Prozent Reserve dazugegeben», erklärt der Gemeindeammann.
Dabei gehört die Gemeinde Unterlunkhofen als Mitglied des Abwasserverbandes Kelleramt indirekt auch zu den Nutzniessern der Anlage. Die Mobilfunkanbieter bezahlen den Grundeigentümern eine Nutzungsgebühr. Martin Vifian gibt zu bedenken: «Der Beitrag ist sehr gering. Wir wehren uns nicht gegen die Antenne, sondern nur gegen die Unverhältnismässigkeit der Leistung.»
Der Gemeindeammann ist verärgert über das Vorgehen von Orange. «Wir haben nach der Einspracheverhandlung nochmals das Gespräch mit Orange gesucht. Am Telefon war der Verantwortliche mit einer Leistung von 12 Kilowatt einverstanden.»
Umso erstaunlicher war es für den Gemeinderat, als er Ende Oktober erfuhr, dass Orange gegen die Bewilligung Beschwerde eingereicht hatte und auf den beantragten 20 Kilowatt Leistung beharrt. Für Orange sei diese angebliche telefonische Vereinbarung nicht nachvollziehbar, lässt die Mediensprecherin verlauten.
Die Chancen scheinen gut, dass Orange mit der Beschwerde Erfolg haben wird, denn das Gesuch liegt innerhalb des gesetzlichen Rahmens, den die eidgenössische Verordnung vorgibt.
Ist die Leistung einmal bewilligt, kann niemand mehr verhindern, dass auch die volle Sendeleistung ausgenutzt wird. Martin Joho aber stellt in Aussicht: «Wir werden mit Sicherheit nach Inbetriebnahme der Anlage eine Abnahmemessung durchführen.» (mz/raf)
Stress wegen Mobilfunkanlage
Unerfreuliche Post für die Gemeinde Unterlunkhofen: Der Mobilfunkanbieter Orange hat gegen die erteilte Baubewilligung beim Regierungsrat Beschwerde eingereicht: Er will eine Bewilligung für die
beantragte Sendeleistung von 20 Kilowatt und nicht nur 12.
http://www.azonline.ch/pages/index.cfm? ... =101419135
«Die Sendeleistung ist absolut unverhältnismässig», ist Gemeindeammann Martin Vifian überzeugt. «Zurzeit benötigt die Anlage nicht einmal 5 Kilowatt.» Im November letzten Jahres traf ein Baugesuch des Mobilfunkanbieters Orange in der Gemeinde ein, das den Ausbau der Anlage auf eine Sendeleistung von 20 Kilowatt beantragte.
Orange teilt sich die auf dem Gebiet des Abwasserverbandes Kelleramt platzierte Anlage mit den beiden anderen Schweizer Anbietern Sunrise und Swisscom. Mit diesem Baugesuch reizt Orange den Grenzwert aus.
Martin Joho vom Departement für Bau, Verkehr und Umwelt, der das Ausbaugesuch beim Kanton auf seine Rechtmässigkeit überprüfte, bestätigt: «Mit dieser Sendeleistung nutzt Orange rein rechnerisch 98 Prozent des zulässigen Anlagegrenzwertes aus.»
Er ist überrascht über die Höhe der beantragten Leistung. Und auch das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) sagt: «Wenn die Anlage mit dieser Leistung betrieben wird, ist sie schweizweit die grösste.» Und das haben Orange und die beiden anderen Anbieter offenbar vor.
«Wir werden die Sendeleistung von 20 Kilowatt nutzen», sagt Mediensprecherin Marie-Claude Debons. Die hohe Leistung sei notwendig, weil sich drei Anbieter die Sendeleistung teilen würden. Zusätzlich würden die wachsenden Kundenbedürfnisse wie Surfen auf mobilen Internetportalen, Live-TV und mobile Datenkommunikation eine immer grössere Sendeleistung erfordern.
Sie gibt auch zu bedenken, dass das Vorgehen nichts Aussergewöhnliches sei für Sendeanlagen, die von allen drei Netzbetreibern genutzt werden. In der Schweiz gebe es verschiedene Antennen mit einer bewilligten Sendeleistung von 20 Kilowatt und mehr.
Die durchschnittliche Betriebsleistung sei wesentlich tiefer und werde nur erreicht, wenn viele Kunden gleichzeitig ihr Handy nutzten.
12 statt 20 Kilowatt
Das Baugesuch löste eine wahre Protestflut aus: «Es gingen über 500 Einsprachen ein», erinnert sich Vifian. Eine Interessengruppe formierte sich, um sich gegen das geplante Ausbauvorhaben zu wehren.
In der Folge ging der Unterlunkhofer Gemeinderat nicht auf das Begehren des Mobilfunkbetreibers ein, sondern bewilligte einen Ausbau mit 12 Kilowatt. «Damit haben wir die zur- zeit genutzte Sendeleistung verdoppelt und sogar noch 20 Prozent Reserve dazugegeben», erklärt der Gemeindeammann.
Dabei gehört die Gemeinde Unterlunkhofen als Mitglied des Abwasserverbandes Kelleramt indirekt auch zu den Nutzniessern der Anlage. Die Mobilfunkanbieter bezahlen den Grundeigentümern eine Nutzungsgebühr. Martin Vifian gibt zu bedenken: «Der Beitrag ist sehr gering. Wir wehren uns nicht gegen die Antenne, sondern nur gegen die Unverhältnismässigkeit der Leistung.»
Der Gemeindeammann ist verärgert über das Vorgehen von Orange. «Wir haben nach der Einspracheverhandlung nochmals das Gespräch mit Orange gesucht. Am Telefon war der Verantwortliche mit einer Leistung von 12 Kilowatt einverstanden.»
Umso erstaunlicher war es für den Gemeinderat, als er Ende Oktober erfuhr, dass Orange gegen die Bewilligung Beschwerde eingereicht hatte und auf den beantragten 20 Kilowatt Leistung beharrt. Für Orange sei diese angebliche telefonische Vereinbarung nicht nachvollziehbar, lässt die Mediensprecherin verlauten.
Die Chancen scheinen gut, dass Orange mit der Beschwerde Erfolg haben wird, denn das Gesuch liegt innerhalb des gesetzlichen Rahmens, den die eidgenössische Verordnung vorgibt.
Ist die Leistung einmal bewilligt, kann niemand mehr verhindern, dass auch die volle Sendeleistung ausgenutzt wird. Martin Joho aber stellt in Aussicht: «Wir werden mit Sicherheit nach Inbetriebnahme der Anlage eine Abnahmemessung durchführen.» (mz/raf)