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Steckdosen-Abdeckung

Verfasst: 13. Dezember 2006 07:37
von Mo
Hallo! Wir alle kennen diese simplen Abdeckungs-Stecker, die vor allem dazu dienen, dass Kleinkinder nicht etwa Gegenstände in die Steckdose stecken können. Mich interessiert aber, ob es allenfalls auch Sinn macht, wenn man einen solchen Stecker nachtsüber in die Steckdose neben dem Bett steckt. Oder kommt da eh keine Strahlung raus? Oder erst recht, wenn ein solcher Stecker (ohne Leuchtdiode!) drin ist. Bei mir ist halt grad ca. 40 cm neben dem Bett eine solche Dose, die ich bloss tagsüber nutze. Danke für Eure Meinungen.

Re: Steckdosen-Abdeckung

Verfasst: 13. Dezember 2006 09:46
von unwichtig
Hi!

Ich bin nicht ganz sicher was für Abdeckungen Du meinst? Es gibt so Kleine die in die Steckdose gesteckt werden und dann nur noch ein Einstecken erlauben wenn man den Stecker richtig dreht beim Einstecken.

Die sind aus ziemlich dünnen Kunststoff und bieten wohl kaum Schutz vor was auch immer für Strahlung.

Die Frage ist ja auch was überhaupt für Strahlung aus der Steckdose entweichen soll? Ohne Messung wird man wohl immer im Dunkeln bleiben.

Siehe auch mein Beitrag "Massiv HF aus 220V Sicherungskasten?", bei dem letztendlich eins dieser Drecks DECT Geräte warum auch immer massiv gepulste HF in die gesamte Hausverteilung einspeiste.

Ich bin auch skeptisch zur biologischen Gefahr von niederfrequenten ungepulster Strahlung, diese umgibt uns ja schon recht lange und Gefahren hätte man lange erkennen müssen? Sinnvoll wer hier wirklich auf sicher gehen möchte sind eher sog. Netzfreischalter die im Sicherungskasten von einem Fachmann installiert werden können.

Bei entsprechender Aufteilung der Stromkreise im Haushalt könnte man problemlos das Schlafzimmer automatisch vollständig freischalten lassen. Was sicher mehr bringt als dubiose Abdeckungen, die eher an dubiose Atomstromfilter erinnern.

Immerhin sind diese Geräte immer wieder für einen Lacher gut, denn natürlich kann man im Netz nicht erkennen auf welche Weise der Strom erzeugt wurde und bei thermischen Kraftwerken funktioniert das im Prinzip (Generator) gleich egal womit das Wasser/Dampf erhitzt wurden um die Generatoren anzutreiben. Entscheidend ist nur die korrekte Einkopplung in die Netzfrequenz (50 Hz), diese geschieht automatisch um die Frequenz im Verbundnetz konstant zu halten.

Jeder mag natürlich etwas anders reagieren, denke aber man sollte sich zunächst um die schlimmsten Quellen von gepulster HF im eigenen Haushalt und bei direkten Nachbarn kümmern. Dazu zählt anscheinend am Häufigsten dieser DECT Dreck der 24/7 sendet.

Ich kann von meine Sitzplatz aus problemlos DECT Basisstationen von der anderen Straßenseite (ca. 8-10 Meter) durch mindestens zwei Hauswände (außen) messen, die mich hier mit 2-3 mikroWatt/m^2 auf kleiner Flamme "rösten"...

Gruß

Re: Steckdosen-Abdeckung

Verfasst: 13. Dezember 2006 10:50
von Hans-U. Jakob
Liebe/r MO, das ist Unsinn.

Aus einer unbenützten Steckdose kommt überhaupt nichts raus.
Es wird grundsätzlich unterschieden zwischen:
A) Dem elektrischen Feld
Die ZULEITUNG auf die Steckdose erzeugt ein schwaches elektrisches Feld. Dieses kann nur dann bedenkliche Werte annehmen wenn sich das Bett exakt zwischen dieser und einer andern Leitung befindet. Nur so kann sich ein elektrisches Feld aufbauen.
Elektrische Felder lassen sich nur durch den Einbau eines Netzfreischalters eliminieren.
B) Dem magnetischen Feld
Ein magnetisches Feld kann sich um die Leitung herum erst aufbauen. wenn ein Verbraucher angesteckt ist und läuft. Nach Abschaltung des Verbrauchers verschwindet das magnetische Feld augenblicklich.
Auch Verbraucher selbst erzeugen ein Magnetfeld, aber NUR dann wenn diese eingeschaltet sind.

Zur Zeit werden die oben beschriebenen Felder von Aemtern und Mobilfunkern sowie deren Forschungsstiftungen masslos hochgejubelt,
das heisst um Faktor 10 bis 100 manchmal sogar bis 1000 zu hoch dargestellt, um vor den wahren Problem wie Mobilfunksender und Hochspannungsleitungen abzulenken.

Hans-U. Jakob

Merci

Verfasst: 13. Dezember 2006 13:22
von Mo
Danke, dass Sie sich die Mühe genommen haben, derart detailliert zu antworten. Mir ist auch aufgefallen, dass seitens der Aemter (resp. Kantone) vermehrt Broschüren aufliegen, die auf die Elektrosmog-Problematik hinweisen, darin geht es tatsächlich meist um die Quellen im Haushalt - und es wird auch nicht dargestellt wie stark resp. schwach die im Vergleich zu den externen Quellen sind. Nichts desto Trotz danke ich Ihnen für Ihre detaillierten Ausführungen!

Re: Merci

Verfasst: 13. Dezember 2006 19:58
von mips
Es ist nicht ganz so, dass in Steckdosennähe nur sehr kleine elektrische Felder auftretten könn. Besonders in Leichtbauten/Holzbauten können am Schlafplatz Felder auftreten, die alles andere als unbedenklich sind. Vorallem wenn Gegenüber ein Heizungsradiator oder was Ähnliches ist, das in etwa ein Erdpotenzial aufweisst. So findet man an Schlafplätzen nicht selten E-Felder in der Grössenordnung 20-30V/m (ipotenzialfrei gemessen). In meiner Messpraxis habe ich auch schon gegen 100V/m an einem Schlafplatz gemessen.

Netzabkoppler, auch Netzfreischalter gennant, sind nicht die einzige Möglichkeit um elektrische Felder am Schlafplatz zu eliminieren, nicht einmal die beste. Leitungen und Installationsdosen können geschimmt und mit dem Potenzialausgleich verbundebn werden. Es gibt Funkschalter, die aus elektrobiologischer Sicht unbedenklich sind, die das Netz im Verteilerkasten trennen, wenn kein Strom benötigt wird.

Frage

Verfasst: 14. Dezember 2006 08:58
von Remo
Lieber mips, mit "gegenüber einem Heizungsradiator" meinen Sie: auf der andern Wandseite oder direkt neben eines Radiators? Hier wäre eine Präzisierung nützlich, aber es betrifft ja offenbar vor allem Holzbauten und nicht Betonbauten. Auch ich hab eine Steckdose neben dem Bett, so rund 30 cm neben dem Radiator. Werde allerdings nicht mehr investieren, da ich spätestens auf Sommer wegziehen werde. Was mir generell aufgefallen ist seitdem ich auf Wohnungssuche bin und mir so einiges angeschaut habe: im Gegensatz zu den Siebziger-Jahren, wo ja teilweise wirklich billig und leichtbaumässig gebaut worden ist und Isolation ein Fremdwort war, wird heute an den meisten Orten viel besser gebaut. Den besten Eindruck hatte ich immer von Wohnungen im Eigentumsstandard, da merkt man schon, dass nicht gespart worden ist, das beginnt ja schon mit den Fenstern, Fensterrahmen, aber auch mit der Dicke der Mauern.

Re: Merci

Verfasst: 14. Dezember 2006 09:14
von Peter Brill
Wie lassen sich 100V/m messen wenn keine Verbraucher angeschlossen sind?
Um solche hohe Felder zu erzeugen reichen 230 V nicht

Re: Merci

Verfasst: 14. Dezember 2006 11:39
von unwichtig
Autor: Remo ():
>im Gegensatz zu den Siebziger-Jahren, wo ja teilweise wirklich billig >und leichtbaumässig gebaut worden ist und Isolation ein Fremdwort >war, wird heute an den meisten Orten viel besser gebaut.

Ich würde mich nicht täuschen lassen von der dicke der Wände oder ähnlichem, Sie stellt für HF kein besonderes Hindernis da.

Bei meinen Nachforschungen bin ich über einen speziellen Stein (KS-Protect) oder so gestoßen bei dem der Hersteller eine Reduktion von HF um 99,9999% verspricht.

Interessant wäre zu wissen wer sich damit so alles ein Haus gebaut hat? Meine Vermutung einige wissen mehr als andere....

100V/m

Verfasst: 14. Dezember 2006 16:56
von mips
Ich schrieb von gegen 100V/m

Die Situation fand ich bei einem Schlafplatz ca 0.8m unter der Decke (Doppelstöckiges Kinderbett) vor. In der Ecke Wand-Diele war eine T-Abzeiger, auf eine Deckenlampe und auf einen Schalter. Neben dem Bett war ein alter ca. 1.4m hoher Heizkörper aus Eisen. Die Distanz des Feldes zwischen Radiator und Elektrischem Leiter schätze ich auf ca 1.4m.

Ein Spannungspotenzial von 230V auf 1.4m

Re: Merci

Verfasst: 14. Dezember 2006 17:07
von unwichtig
>Autor: Peter Brill () schrieb:
(100 V/m?)
>Um solche hohe Felder zu erzeugen reichen 230 >V nicht

"92Volt pro Meter auf der Oberfläche des menschlichen Gehirns bei einem Handy-Telefonat."

http://www.gigaherz.ch/419

Sie haben dann sicher eine logische Erklärung wieso die 3,6 Volt oder 4,8 Volt eines Handy Akkus für 92V/m spielend ausreichen? Bzw. 120 V/m ohne minimal schützende Schädeldecke.

Ich denke wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Fresse halten...

Re: Merci

Verfasst: 14. Dezember 2006 21:49
von Jürg
"92Volt pro Meter auf der Oberfläche des menschlichen Gehirns bei einem Handy-Telefonat."

Handys haben doch nur 2,4 V Betriebsspannung. Wurde ein Rechnungsfehler gemacht?

Re: Merci

Verfasst: 17. Dezember 2006 08:54
von Hans-U. Jakob
Die Betriebsspannung in den integrierten Schaltkreisen eines Handys hat nun wirklich nichts mit der abgestrahlten Leistung an der Antenne zu tun.
Dazwischen gibt es technische Begriffe wie Akku-Kapazität, Verstärker, Sender-Endstufen und Antennengewinn.
Ein Kraftwerk hat auch eine interne Steuerspannung von nur 60Volt DC und leistet einige Megawatt bei 16'000Volt AC am Generatorausgang.
Wer etwas andere plaudert, macht nicht Denkfehler, sondern hat eine Wissenslücke.
Und wer hier absichtlich solche Bemerkungen wie Betriebsspannungen von Handys hineinschreibt, um Elektrosensible zu verarschen, hat einen Charakterfehler.
Hans-U. Jakob

Re: Merci

Verfasst: 17. Dezember 2006 09:21
von Hans-U. Jakob
Elektrische Felder im 50Hz-Bereich (Hausinstallationen) sind biologisch weitaus weniger wirksam als Hochfrequenzfelder.
Das hat sogar der Gesetzgeber erkannt, indem er die Grenzwerte für E-Felder im 50Hz-Bereich auf 5000V/m (Volt pro Meter) festlegte und diejenigen für Handy-Sendemaste auf 5V/m
Dass auch diese zu hoch sind ist allen Betroffenen klar, zeigt aber trotzdem den riesigen Unterschied in der Wirksamkeit.
Es ist also völliger Unfug, Wellenlängen von 6000 Kilometern (50Hz) mit solchen zwischen 16 und 32 Centimetern (Mobilfunk) vergleichen zu wollen, wie dies Handyfreaks gerne tun. Das ist ein Vergleich wie von Most mit Wodka.
Elektrische Felder im 50Hz-Bereich potentialfrei sauber zu messen ist sehr schwierig, da ein Mensch der sich im Zimmer bewegt, diese Felder völlig verzerrt. Das ist, wie wenn man ein Gummiband mit dem Metermass messen will. Je nachdem ob und wie man daran zieht.
Am saubersten sind Messungen mit der Sonde auf einem Holzstativ und dem Messgerät ausserhalb des Raumes. Dazwischen ein Glasfaserkabel. Wer mit der Sonde in der Hand im Raum herumschwirrt macht leider Fehlmessungen. Ein E-Feld von 100V/m ist von einer Elektrischen Hausinstallation her nicht möglich.
20V/m zwischen einer Leitung und einem Radiator können sich schon aufbauen, weil der geerdete Radiator wie eine zweite elektrische Leitung wirkt.
Für Nicht-Fachleute: Ich rede hier von elektrischen 50Hz-Feldern und NICHT von magnetischen. Da besteht ein riesiger Unterschied.
Elektrosmog ist eben nicht gleich Elektrosmog.
Hans-U. Jakob