Soeben erhalten.
Gruss Sibylle
Kulturrevolution oder staatlicher Konsumterror?
Warum sich immer mehr Bürger von der Politik verraten fühlen
Aus Anlaß eines an den Bundespräsidenten, die Bundeskanzlerin und den Bundesumweltminister gerichteten Appells unabhängiger Ärzte, Wissenschaftler und Techniker "Gesundheit ist keine Handelsware..."
Die sachliche Grundlage, warum ich mich als Wissenschaftler, als Bürgersprecher und als mit seiner Familie betroffener und geschädigter Bürger mit der saarländischen und gesamtdeutschen Hochfrequenz-Politik auseinandersetze, läßt sich mit dem gegenwärtigen Stand der Forschung wie folgt stichpunktartig begründen und aktualisieren: 1. Die neuesten Ergebnisse des europaweiten Reflex-Projekts haben ergeben, "daß die bei GSM beobachtete gentoxische Wirkung durch UMTS bei weitem überbetroffen wird" (Prof. F. Adlkofer, Koordinator des Proekts). 2. Die Häufung von Erkrankungen, von Tot- und Mißgeburten von Kälbern im Umfeld von Hochfrequenz-Antennen, die die sog. bayer. Rinderstudie ergeben hatten, wurden soeben von einer Studie der Universität Zürich bestätigt und u. a. um ein zehnmal höheres Risiko der sog. Kälberblindheit ergänzt. 3. Die Ergebnisse einer von der Universität Wuppertal bereits 1999 durchgeführten und vom Land Nordrhein-Westfalen geförderten Studie, die erst nach beharrlichen Recherchen einsehbar wurden, dokumentieren am Beispiel von Koniferen schwerwiegende Schädigungen des Pflanzenwachstums als Folge der Einwirkung hochfrequenter elektromagnetischer Felder; Schweizer Forscher haben sie an einer ganzen Reihe von Baumarten wie z. B. Buchen und Ulmen bestätigt. Unsere gesamte Lebenswelt ist von der rasant fortschreitenden Überfrachtung unserer Lebenswelt mit einer immer größeren Dichte elektromagnetischer Felder also bedroht. Regierungen, die in dieser Situation für ein "Saarland unwired" werben und sich von der bis zu 50 km reichenden neuen Wimax-Technik - bei noch unerforschten Wirkungen -nun endlich auch eine 'bessere Versorgung der ländlichen Gebiete' versprechen, handeln verantwortungslos und gefährden die Lebensgrundlage der Menschen in Gegenwart und Zukunft. Mit der gleichen Logik könnten sie uns demnächst flächendeckend profitable Medikamente verordnen, um erst einmal Industrie- und Staatskassen zu füllen, sich anschließend dann in der staatlichen Beobachtung der Zwangsmedikamentierten mit gebotener Langsamkeit zu überzeugen, ob sich die Prognosen schwerwiegender Schädigungen auch wirklich erfüllen. In totalitären Regimen ginge das vermutlich. Unsere Großväter aber wollten es mit Artikel 2,2, des Grundgesetzes ausschließen. Er macht dem Staat die Vorsorge zur verpflichtenden Auflage.
Die seit langem dokumentierten Schädigungen und die aus ihnen resultierende Gefährdung von Gegenwart und Zukunft waren es, warum sich Ärzte, Wissenschaftler und Techniker, unterstützt vom BUND, der Gesellschaft für Gesundheitsberatung sowie zwei gesamtdeutschen Bürgerbündnissen, vergangene Woche an den Bundespräsidenten, die Bundeskanzlerin und den Bundesumweltminister mit einem Appell gewandt haben, die Versteigerung der Wimax-Frequenzen bis zur Abklärung der Risiken auszusetzen. Prof. Adlkofer hat in einem Brief an den Bundesumweltminister den Vorwurf 'absoluter Verantwortungslosigkeit' auch seinerseits erhoben und dem Minister die neuen Reflex-Ergebnisse vorzeitig zugänglich gemacht. Die Bundespolitik war also zum Zeitpunkt der Versteigerung mindestens durch den hier angehängten Appell, einen weiteren deutschlandweiten Appell von Ärzten und Ärztinnen, auch durch die Stellungnahmen und neuen Forschungsergebnisse von Herrn Adlkofer über die Fahrlässigkeit ihres geplanten Handelns informiert.
Den Appell samt Anlagen, die ich meiner Sendung an den Bundespräsidenten gerichtet habe, füge ich diesem Schreiben bei; die Vermittlung des Appells an den Bundesumweltminister wurde von Prof. R. Frentzel-Beyme, diejenige an die Bundeskanzlerin von Dr. S. Spaarmann aus Taucha bei Leipzig übernommen. Ergebnis: Die Wimax-Versteigerung wurde am 12.12. durchgeführt. Die Bundeskanzlerin bekannte sich im Talk mit Johannes B. Kerner zur Nützlichkeit und Unbedenklichkeit der Handy-Kultur - was sie auch als 'Physikerin' feststellen könne. Auch als angemessen informierte Bundeskanzlerin, die offenbar den Kontakt zum Stand der Forschung verloren hat?
Als Antwort auf die von den Unterzeichnern/innen des Appells so gesehene Politik der Verantwortungslosigkeit werden wir die Unterzeichnung des Appells demnächst nicht nur fortsetzen, sondern sie in eine deutschlandweite, z. T. sogar grenzüberschreitende Vereinigung von Ärzten, Wissenschaftlern und Technikern überführen. Sie wird alle sich anbietenden wissenschaftlichen, juristischen, politischen und publizistischen Wege zum Schutz von Wahrheit, Bürgern und Menschenrechten nutzen. Demokraten, ob Fachkräfte oder Laien, lassen sich von einer Allianz aus politischer und industrieller Macht nicht auf Dauer als vermeintliche Kulturrevolution aufzwingen, was von den Zwangsversorgten und -geschädigten als verlogener und gewalttätiger Konsumterror ertragen werden muß. Auch zeitgeplagte Regenten aus Bund und Land sollten sich ab und zu Zeit zur Prüfung nehmen, was Demokratie der Etymologie und Geschichte nach bedeutet!
Im Auftrag und in Vertretung einer immer größeren Zahl von Bürgern und Bürgerinitiativen dieses Landes und in Übereinstimmung mit einer deutschlandweiten Gemeinschaft unabhängiger Ärzte, Wissenschaftler und Techniker richte ich den angehängten Appell "Gesundheit ist keine Handelsware..." hiermit auch an die Regierenden und anderweitig politisch Tätigen des Saarlandes und fasse unsere Botschaft für eilige Leser auch zum diesjährigen Weihnachtsappell kritischer Demokraten und Wissenschaftler des Saarlandes zusammen:
Wir sind die Manifestationen einer in ihrem Verantwortungs- und Wertbewußtsein gestörten Politik leid - auch müde einer politischen Werterhetorik, die von den Taten widerlegt wird.
Wir wenden uns dagegen, daß eine durch wohlgefällige Industrienähe und wirtschaftliche Interessen geprägte Wissenschaft schlecht informierten Regenten die Richtigkeit ihres Handelns bestätigt.
Wir fordern einen Verbraucherschutz, der kein sophistisch verschleiertes System der Bürgergefährdung ist.
Wir fordern eine 2. Föderalismus-Reform, die die beobachtbare Ausbürgerung von Verantwortung nicht provoziert (wie das Herbert von Arnim zeigt), sondern ihr ein Ende bereitet.
Wir fordern das Ende einer Wirtschaftspolitik, die immer neue kostspielige Betonbauten in die Gegend setzt, aber den Haushalt des hochverschuldeten Landes mit einem Verkauf bürgerlicher Schutz- und Eigentumsrechte sanieren zu dürfen glaubt.
Wir fordern eine Politik, deren Kultur-, Umwelt- und Demokratieverständnis das Land nicht in eine Region verwandelt, die immer mehr Bürgern nur die Wahl zwischen innerer Emigration oder Auswanderung läßt.
Für den Unterzeichner persönlich sind diese Zeilen Abschied und Neubeginn zugleich. Ein seit langem nicht altersgemäß und familiengerecht geführtes Leben, zu dem mir ein fürsorglicher Staat mit rund 25 benachbarten Antennen verholfen hat, ist durch ein neues Maß an überregionalen und internationalen Aktivitäten noch komplizierter geworden. Doch eine erstarkte Bürgerbewegung ist längst dabei, der politischen Szene auch ohne mein Zutun wieder bewußt zu machen, daß Bürger ein legitimer Bestandteil der Demokratie sind. Ich selbst werde vermutlich vermehrt auf Ermahnungen von Familienangehörigen und Ärzten hören müssen. Doch die unterhalb bestimmter menschlicher Grenzwerte weitgehend unbedenklichen Aktivitäten werde ich vermehrt in den Dienst überregionaler interdisziplinärer Aktivitäten stellen. Unsere mobilfunkkritische Bürgerbewegung, aus der ich mich auch nicht ganz verabschiede, kann ich aus dem scheinbaren Abseits oder Exil eher wirksamer unterstützen als bisher.
Die Einschränkungen mancher Informationstätigkeiten kann nicht zuletzt unsere Homepage www.buerger-machen-mobil.de kompensieren, die demnächst in neuem Glanz eröffnet wird.
Meine eigenen Aktivitäten der nächsten Zeit scheinen eine gestörte Identität zu verraten: Ich will mich vermehrt der überregionalen Vernetzung von Wissenschaftlern widmen, die den Schutz von Mensch, Umwelt und Demokratie als selbstverständlichen, auch nicht für noch so hohe Summen abtretbaren Bestandteil ihrer gesellschaftlichen Verantwortung für Gegenwart und Zukunft begreifen. Ich möchte eine Buch zum Verhältnis von Lyrik und Naturwissenschaft in Goethes Alterswerk und mit ehemaligen Mitarbeitern/innen die Register zu 'meiner' Münchner Goethe-Ausgabe abschließen. Und gemeinsam mit anderen Wissenschaftlern möchte ich, nach der Mitwirkung an einem Buch zum Thema Mobilfunk und Menschenrecht, ein Projekt realisieren, das sich aus den Auseinandersetzungen des letzten halben Jahres herauskristallisiert hat und dem ich folgenden Arbeitstitel gegeben habe: Korruption im Namen des demokratischen Rechtsstaats. Deutscher Handel mit Umwelt, Gesundheit und Menschenrechten. Mancher sieht das alles sicher als Beweis meiner gestörten Identität und einer an dem bekannten Vermittler von einst ganz neuartigen Neigung zur Anarchie. In Wahrheit bin ich mir in all diesen Äußerungsformen treu geblieben: in der Neigung des Literaturwissenschaftlers zu interdisziplinärer Arbeit; im leidenschaftlichen Bekenntnis zur gesellschaftlichen Verantwortung der Wissenschft; in der Verachtung für Mitmacherei und Duckmäusertum, die aus meiner Lebensgeschichte resultiert.
Vor dem gewissen Abschied, der zugleich Neubeginn ist, möchte ich in den nächsten Tagen noch zwei Stellungnahmen abgeben, die andere Facetten des Spiels der Mächte in diesem Land betreffen. Die eine gilt Fragen an die Medizinischen Fakultät, die andere dem Verhältnis von Medien und Mobilfunk. Die eine bezieht sich auf einen Vortrag zurück, die andere auf eine an mich gerichtete Anfrage.
Im übrigen wünsche ich allen Angeschriebenen, ob sie mich für einen liebenswürdigen Menschen, einen grantigen Gruftie, einen nervigen Langweiler oder auch einen Teufel halten, gute Feiertage und für das neue Jahr die rechte Mischung aus Kampfgeist, Besonnenheit und beharrlichem Insistieren auf unverzichtbaren menschlichen und sozialen Werten, deren zureichenden Schutz wir uns von einer ökonomisch dominierten und zu weit von Industrielobbys bestimmten Politik nicht erhoffen sollten.
Mit besten Grüßen
Karl Richter
Kulturrevolution oder staatlicher Konsumterror, neuer Text v
-
unwichtig
Re: Kulturrevolution oder staatlicher Konsumterror, neuer Te
Netter Artikel, leider hat Herr Richter nur nicht verstanden wie unser System funktioniert oder er tut nur so?
Wer Interesse hat sollte sich mal bei Artfond umsehen:
http://artfond.de/geldseite.htm
Wem das noch nicht genug ist:
http://userpage.fu-berlin.de/~roehrigw/
Auf der linken Seite sind jede Menge Links zum Thema, mit der Zeit werden dann auch die Zusammenhänge und der extrem skrupellose Umgang mit der Gesundheit der Menschen im Bezug auf gepulste HF aus DECT/GSM/UMTS/WLAN/WI-Max und Freunden klarer...
Gruß
Wer Interesse hat sollte sich mal bei Artfond umsehen:
http://artfond.de/geldseite.htm
Wem das noch nicht genug ist:
http://userpage.fu-berlin.de/~roehrigw/
Auf der linken Seite sind jede Menge Links zum Thema, mit der Zeit werden dann auch die Zusammenhänge und der extrem skrupellose Umgang mit der Gesundheit der Menschen im Bezug auf gepulste HF aus DECT/GSM/UMTS/WLAN/WI-Max und Freunden klarer...
Gruß