Ein Kreis krasser Widersprüchlichkeiten.

Wuff

Ein Kreis krasser Widersprüchlichkeiten.

Beitrag von Wuff » 14. März 2011 18:17

Ein Kreis krasser Widersprüchlichkeiten


Lerchl verbreitet die Desinformation, die Weltgesundheitsorganisation WHO habe kürzlich erklärt, dass sie zu nicht-thermischen Effekten der Mobilfunkstrahlung momentan keinen weiteren Forschungsbedarf sehe, mit anderen Worten, sie gebe die Forschung zu nicht thermischen biologischen Effekten von EMF auf. Näheres zu dieser Desinformation findet sich in diesen Diskussionssträngen:
http://www.hese-project.org/Forum/allg/index.php?id=817
http://www.hese-project.org/Forum/allg/index.php?id=966
viewtopic.php?t=34918

Eigentlich müsste es Lerchl besser wissen, denn er ist einer der neunzehn Berater der WHO für genau diese Forschungsplanung ( http://whqlibdoc.who.int/publications/2 ... 48_eng.pdf Seite 35 auf dem PDF-Dokument) .

Nun klagt Lerchl – natürlich in „seinem“ Forum – bitterlich darüber, dass er von derselben WHO nicht auch noch in deren internationale Krebsforschungsagentur IARC berufen wurde. Lerchl vermutet dazu, der Grund dafür sei, dass er Fälschungsvorwürfe gegen andere Forscher erhoben habe. Lerchl sieht sich selbst als verfolgten Studienkritiker. Da fällt mir wieder ein, dass Lerchl mich als seinen eigenen Studienkritiker juristisch verfolgen lässt. Das von seinem Anwalt genannte Ziel Lerchls, nämlich Kritik an seinen Studien zu verhindern, verstösst gegen verfassungsrechtlich und menschenrechtlich geschützte Freiheitsrechte. Hierzu gäbe es so viele schöne Sprüche und Bibelworte, wie das vom Balken im eigenen Auge, dass man zu keinem Ende käme, würde man damit ernsthaft beginnen.

In „seinem“ Forum schreibt Lerchl an einen Glücklichen, der es in die IARC geschafft hat:
“ I replied by explaining that I didn't work as a "consultant" in their understanding, but as an independent expert for their educational program ("ärztliche Fortbildung"). IARC accepted this argument, but they surprisingly came up with others (on Oct 26, 2010), namely that I have published "criticisms of studies that suggest a harmful effect of exposure to radiation emitted by mobile telephones" and that "some of [my] statements on the web pages of 'IZgMF' and 'Next-up' follow a similar strong stance."
They concluded: "Taking the above points into account, we feel that your participation would not contribute to a balanced search for consensus within the forthcoming Working Group." In other words: to be critical seems to indicate an inability to "contribute to a balanced search". What a nonsense.
You will understand that I am pretty upset and that I will have a close look at the list of participants for the monograph 102.”


Kurz zusammengerafft schreibt Lerchl: Es sei ihm zwar gelungen, das Argument der IARC zu entkräften, seine Arbeit für das www.izmf.de (nicht zu verwechseln mit dem izg(?)mf.de, Näheres in viewtopic.php?p=50216#50216 ) sei interessengebunden. Dennoch habe beim Bereich IARC der WHO das Gefühl geherrscht, dass Lerchl nicht zu einer ausgewogenen Konsenssuche beitragen würde.

Dieser Vorgang ruft gleich nach mehrfacher Kommentarierung:

1. Wir meinen, Lerchl habe der WHO-Forschungskoordination, in welcher er selbst mitwirkt, nicht zu nur zu einem unausgewogenen, sondern zu einem wahrheitswidrigen Auftritt in der Öffentlichkeit verholfen, als er das Mörchen vom Ende der Forschung zu nicht thermischen Effekten von EMF erzählte. Warum erhebt Lerchl da noch den Anspruch, beim Bereich IARC der WHO mit dabei zu sein, wenn er doch zur EMF-Forschungskoordination der WHO krasse Desinformation betreibt?

2. Ist die Tätigkeit Lerchls als Referent für den Mobilfunkerverein izmf.de wirklich nicht interessengebunden? Das izmf ist ganz klar ein Interessenverein einer Industrie, die an Entwarnung und hohen Grenzwerten von EMF interessiert ist. Der Verein befasst sich mit der Entwarnung und der Verteidigung der Grenzwerte, speziell bei den Ärzten und den Medien. Dass die IARC der Argumentation von Lerchl folgte, seine Tätigkei für das izmf.de bilde keinen Interessenkonflikt, verwundert schon etwas. Korrupte Einstellungen im Umfeld von EMF-Forschung überraschen aber dann nicht mehr, wenn wir uns daran erinnern, dass Hinweise und Fragen zu den wirklichen Financiers von Studien von den Herausgebern von Wissenschaftsjournalen nicht einmal beantwortet werden. In diesem wie in jedem anderen korruptionsanfälligen Umfeld gilt das Motto der drei Affen: Nichts hören, nichts sehen, nichts sagen. Die IARC und die WHO wollen nicht hören und nicht sehen, womit sich das izmf.de befasst, und auch nichts dazu sagen.

3. Lerchls Argumentation, dass wenn Fehler bei der Durchführung einer biologischen Studie vermutet werden, dass dann auch die Konklusionen der Studie in jedem Fall falsch seien, trifft mit dieser Strenge nicht zu. Die Konklusionen können in einem solchen Fall falsch sein, sie sind es sogar mit erhöhter Wahrscheinlichkeit, sie müssen es aber nicht. Nur weil Lerchsl „Hamsterstudie“ schwerste Designfehler aufweist, ist die Melatoninhypothese auch noch nicht bestätigt, das behauptet nicht einmal der Studienkritiker. Andererseits ist die Widerlegung der Melatoninhypothese jedoch entgegen der Aussagen der deutschen Bundesbehörden auch in keiner Weise gelungen, Lerchl hat nicht einmal einen kleinen Beitrag zur Widerlegung erbracht.

4. Ob Lerchl überhaupt der richtige Experte für Krebsforschung für die IARC wäre? Diese Studienkritik lässt uns daran zweifeln: http://www.stiftung-pandora.eu/download ... lerchl.pdf

5. Wie sich geborene Schwarzkittel (Krähen) und studierte Schwarzkittel (Juristen) gegenseitig kein Auge aushacken, ist dieses Verhalten auch unter Weisskitteln (ordinierten Biologen) verpönt. Vielleicht hat diese Tabuverletzung durch Lerchl zum Ausschluss aus der IARC geführt.

6. Lerchls „Rattenstudie“ ( /attach/c75e6575de2b5c8d/Lerchl+Handystrahlung_Weser-Kurier+4-6-10.jpg?gda=GRQUr0YAAACQZjXEUCut4X-mab3c7IJCFNxrfUdFdMDbp0gbZ6iVzNqqyjHlJiRDLc8LGcxiqxNx40jamwa1UURqDcgHarKEE-Ea7GxYMt0t6nY0uV5FIQ&part=2 ) ist die Folgestudie zur englischen Version seiner „Hamsterstudie“ (Der nachfolgende Link zur Website der kroatischen Mobilfunkgesellschaften besteht schon seit Jahren, obwohl Lerchl meint, seine Studie werde dort der Öffentlichkeit unter zweifelhaften Umständen zugänglich gemacht: www.upkh.hr/doc/Article%20in%20JPR.pdf ). Mit dem Experiment an Rattenkindern soll die Frage beantwortet werden, ob Menschenkinder empfindlicher auf Handystrahlung seien als erwachsene Menschen, wie Lerchl in seiner „Hamsterstudie“ vermutet hatte. Wenn Lerch heute schon „weiss“ und als SSK-Mitglied verbreitet, dass Handystrahlung überhaupt und auch für Kinder unbenklich sei, warum führt er denn überhaupt noch Studien zu nicht thermischen Effekten von Mobiltelefonen durch, wo gemäss seiner Behauptung die Forschungskoordination der WHO überhaupt keine Priorität auf solche Studien lege? – Und einmal mehr schliesst sich ein Kreis krasser Widersprüchlichkeiten.

microondes

Lerchl, IARC & Co....

Beitrag von microondes » 14. März 2011 20:32

An microondes:
Beleidigungen an die Adresse unserer Referenten vom 8. nationalen Kongress werden hier nicht geduldet.
Wenn es Ihnen nicht passt, bleiben Sie doch einfach zu Hause.

Hans-U. Jakob (Prädident von Gigaherz.ch)

nobody
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dunstkreis

Beitrag von nobody » 13. Mai 2011 21:09

Die (vorzugsweise älteren) Interviews von Mister L sind an sich schon sehr aufschlussreich. Zumal er sich dabei gleich selbst ins schiefe Licht rückt. Ehja. Zum einen betont er gebetsmühlenartig, dass über die mögliche Gefährdung durch Mobilfunk noch viel, viel Forschung notwendig ist (meist mit einem treuherzigen Hundeblick untermalt, welchen selbst gestandene Schauspieler vor Neid erblassen lassen). Und fast im gleichen Atemzug bescheinigt er "völlige Unbedenklichkeit innerhalb der gesetzlichen Grenzwerte". Den eigentlichen Widerspruch (oder auch geistiger Kurzschluss?) in diesen Reden scheint er selbst gar nicht zu bemerken (die Interwiewer leider auch nicht). Tja. Aber mit etwas Glück erfindet schon bald jemand ein 'Wiagra gegen geistige Impotenz', um dieser offensichtlichen Inkompetenz abzuhelfen. Hoffentlich.

Achja. Der 'Witz' von "unbedenklich, wir wissen dabei aber noch zu wenig" wird aktuell auch von anderen Exponenten verwendet (Stichwort NFP57). Und das BAG lieferte in dem Zusammenhang sogar die Steigerung vorweg: Stromsparlampen (auf Fluoreszenzbasis) seien völlig unbedenklich, bei gleichzeitiger Empfehlung eines Sicherheitsabstandes von mindestens 30cm. Auf den Mobilfunk übertragen wurde auch schon ähnliches gehört: Macht alles nix, aber benutzen Sie es möglichst nur in Notfällen...

Ein Schelm, wer Arges dabei denkt? Nunja. Wenn die ganzen Technologien tatsächlich so harmlos wären, wie stets gepredigt wird, bräuchte es weder weitergehende Forschung, noch irgendwelche Sicherheitsempfehlungen, nicht?

;-)

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