Schlussbericht der Projektleiterin Dr. Steiner (6)
Verfasst: 22. November 2011 13:26
Schlussbericht der Projektleiterin Dr. Steiner (6)
Dr. Steiner schreibt auf Seite 10 von http://www.aefu.ch/typo3/fileadmin/user ... 02_web.pdf zu den sechs Netzarzttreffen während des Projekts: „[…] Im dritten Netzarzttreffen fanden Fallbesprechungen statt, mit Fokus auf Exposimetrien. […] Professor Martin Röösli stellte in einem Fachreferat das Phänomen der Elektrosensibilität aus der wissenschaftlichen Warte vor und stellte Auszüge aus den Exposimetrieauswertungen der Qualifexstudie vor. […]Im vierten Treffen, ebenfalls in zwei Staffeln, wurden erneut Fälle vorgestellt, diesmal mit Hauptfokus auf Hausuntersuchungen.[…]“
Zwei Mal nacheinander hat Röösli den Netzärzten "bewiesen", dass die besprochenen EMF-Beschwerden unmöglich kausal auf EMF zurückzuführen seien, weil nämlich sowohl die mit Exosimeter als auch die mit Hausuntersuchung erfolgten Messungen Werte weit unter dem Grenzwert ergeben hatten.
Dr. Steiner auf Seite 10: „ Anlässlich des sechsten Netzarzttreffens wurden als Abschluss der Begleitstudie die Erfahrungen der NetzärztInnen in Form eines systematischen fokussierten Gespräches an einem Rundtisch erfasst. Die Leitung des Fokusgespräches erfolgte durch Heinz Bolliger, Institut für Sozial- und Präventivmedizin Bern. “
Dieses war nicht ein einfaches Netzarztgespräch, sondern - sinnbildlich gesprochen - sozusagen die Hauptverhandlung unter der strengen Leitung des autoritären Vorsitzenden Heinz Bolliger, in der alle Zeugen (Netzärzte) die Unschuld der EMF an den Beschwerden der EMF-Patienten zu beeiden hatten. Das Ergebnis bzw. Urteil war ein Freispruch erster Klasse für die EMF, nämlich nicht bloss aus Mangel an Beweisen, sondern mit dem bewiesenen Urteilsspruch, dass EMF unmöglich schuld sein könnten, und dass nur die Psyche der Patienten schuldig sein könne. Unsere Berichterstattung zum Prozess und zum Urteil des metaphorischen „Gerichts“ (Forschungsstiftung Mobilkommunikation) findet sich im Strang, der hier viewtopic.php?t=36307 beginnt.
Natürlich handelte es sich um eine prozessuale Farce und um ein Fehlurteil; die Hauptzeugin, die Projektleiterin Dr. Steiner, war denn auch nicht geladen um auszusagen, sie war bestenfalls im Publikum der Hauptverhandlung, und wenn, dann war sie so unwichtig, dass ihre Anwesenheit nicht einmal erwähnt wurde.
Dr. Steiner auf Seite 12: „PatientInnen, bei welchen klinisch eine reversible oder chronisch progrediente EMF-Unverträglichkeit vorliegt, mit klaren zeitlichen und örtlichen Abhängigkeiten und Verschwinden der Beschwerden unter Deexposition, sollten mit ausgewählter Funktionsdiagnostik und geeigneten bildgeberischen Verfahren interdisziplinär abgeklärt werden, unter Exposition und Deexposition, mit dem Ziel das Leiden zu objektivieren.“
Hier wird es hoch interessant. Die Projektleiterin schreibt hier gänzlich andere Dinge, als Röösli in seiner industriellen Begleitstudie schrieb. Sie benutzt das Wort EMF-Unverträglichkeit, welches der beste Begriff ist, den wir bisher zum Phänomen der athermischen Effekte von EMF lesen konnten, und der das Phänomen ohne weitere Erklärung treffend umschreibt, ja beinahe definiert. Sie beschreibt das Auftreten des Phänomens mit „klaren zeitlichen und örtlichen Abhängigkeiten“, als die kausale Abhängigkeit von EMF-Quellen und von deren Ein/Aus-Zustand. Sie schlägt Körperfunktionen messende ärztliche Untersuchungen mit Exposition und Deexposition vor, mit dem Endziel, das Phänomen zu objektivieren. Dass dieses so beabsichtigt wird, lässt Freude aufkommen. Es soll nun endlich doch die erste Phase des medizinischen Forschungsprozesses, die Beobachtung, nachgeholt werden!
Zu den bildgebenden Verfahren wie fMRI haben wir uns schon mehrfach kritisch geäussert, nämlich weil hier vielleicht mehr Fehlinterpretationen als richtige zirkulieren, siehe speziell diejenigen von Frick, welche die industrielle Begleitgruppe den Projektärzten vorgestellt hatte ( viewtopic.php?p=61487#61487 ).
Dr. Steiner auf Seite 12: „Insbesondere Geräteunverträglichkeiten am Arbeitsplatz sollten forciert abgeklärt werden, weil sich daraus unmittelbar therapeutische Konsequenzen ableiten lassen könnten.“
Dr. Steiner will als Ärztin primär den Menschen helfen, die unter EMF-Einflüssen leiden, hier wohl mit Priorität denjenigen, deren Lebensgrundlage, nämlich die Arbeit im Büro, durch EMF in Frage gestellt wird.
Dr. Steiner schreibt auf Seite 12 unter dem Titel „Wie weiter?“: „Die Projektgruppe wird […] vorsprechen, um über die Erfahrungen und unsere Erkenntnisse der dreijährigen Projektphase zu berichten, wobei uns insbesondere die Förderung klinischer fallbezogener Forschung im EMF-Bereich am Herzen liegt.“
Dr. Steiner meint hiermit die bildgebenden Verfahren wie fMRI, deren Geräte für die Untersuchung des Hirns meist in neurologischen Kliniken stehen; sie wäre dort somit bloss Gast. Die neurologischen Universitätskliniken der Schweiz werden allesamt von der Mobilfunkbranche via Studienaufträge gesponsert und via Ehrenämter durch Beziehungskorruption beeinflusst. Dr. Steiner läuft Gefahr, hier wieder von der Industrie gehemmt oder gar auf Irrwege geführt zu werden, diesmal indirekt und damit um einiges subtiler als durch die offen als industriefinanziert deklarierte Begleitgruppe. In einer solchen Konstellation ist u.E. vorprogrammiert, dass einmal mehr die erste Phase des medizinischen Forschungsprozesses, die Untersuchung am Patienten sabotiert, verfälscht, auf Irrwege geführt oder sonstwie verhindert wird, diesmal über die Eigentümer der fMRI- und PET-Geräte, welche sich in verschiedenste Abhängigkeiten und Loyalitäten von der Mobilfunkbranche begeben haben.
Dr. Steiner schreibt auf Seite 10 von http://www.aefu.ch/typo3/fileadmin/user ... 02_web.pdf zu den sechs Netzarzttreffen während des Projekts: „[…] Im dritten Netzarzttreffen fanden Fallbesprechungen statt, mit Fokus auf Exposimetrien. […] Professor Martin Röösli stellte in einem Fachreferat das Phänomen der Elektrosensibilität aus der wissenschaftlichen Warte vor und stellte Auszüge aus den Exposimetrieauswertungen der Qualifexstudie vor. […]Im vierten Treffen, ebenfalls in zwei Staffeln, wurden erneut Fälle vorgestellt, diesmal mit Hauptfokus auf Hausuntersuchungen.[…]“
Zwei Mal nacheinander hat Röösli den Netzärzten "bewiesen", dass die besprochenen EMF-Beschwerden unmöglich kausal auf EMF zurückzuführen seien, weil nämlich sowohl die mit Exosimeter als auch die mit Hausuntersuchung erfolgten Messungen Werte weit unter dem Grenzwert ergeben hatten.
Dr. Steiner auf Seite 10: „ Anlässlich des sechsten Netzarzttreffens wurden als Abschluss der Begleitstudie die Erfahrungen der NetzärztInnen in Form eines systematischen fokussierten Gespräches an einem Rundtisch erfasst. Die Leitung des Fokusgespräches erfolgte durch Heinz Bolliger, Institut für Sozial- und Präventivmedizin Bern. “
Dieses war nicht ein einfaches Netzarztgespräch, sondern - sinnbildlich gesprochen - sozusagen die Hauptverhandlung unter der strengen Leitung des autoritären Vorsitzenden Heinz Bolliger, in der alle Zeugen (Netzärzte) die Unschuld der EMF an den Beschwerden der EMF-Patienten zu beeiden hatten. Das Ergebnis bzw. Urteil war ein Freispruch erster Klasse für die EMF, nämlich nicht bloss aus Mangel an Beweisen, sondern mit dem bewiesenen Urteilsspruch, dass EMF unmöglich schuld sein könnten, und dass nur die Psyche der Patienten schuldig sein könne. Unsere Berichterstattung zum Prozess und zum Urteil des metaphorischen „Gerichts“ (Forschungsstiftung Mobilkommunikation) findet sich im Strang, der hier viewtopic.php?t=36307 beginnt.
Natürlich handelte es sich um eine prozessuale Farce und um ein Fehlurteil; die Hauptzeugin, die Projektleiterin Dr. Steiner, war denn auch nicht geladen um auszusagen, sie war bestenfalls im Publikum der Hauptverhandlung, und wenn, dann war sie so unwichtig, dass ihre Anwesenheit nicht einmal erwähnt wurde.
Dr. Steiner auf Seite 12: „PatientInnen, bei welchen klinisch eine reversible oder chronisch progrediente EMF-Unverträglichkeit vorliegt, mit klaren zeitlichen und örtlichen Abhängigkeiten und Verschwinden der Beschwerden unter Deexposition, sollten mit ausgewählter Funktionsdiagnostik und geeigneten bildgeberischen Verfahren interdisziplinär abgeklärt werden, unter Exposition und Deexposition, mit dem Ziel das Leiden zu objektivieren.“
Hier wird es hoch interessant. Die Projektleiterin schreibt hier gänzlich andere Dinge, als Röösli in seiner industriellen Begleitstudie schrieb. Sie benutzt das Wort EMF-Unverträglichkeit, welches der beste Begriff ist, den wir bisher zum Phänomen der athermischen Effekte von EMF lesen konnten, und der das Phänomen ohne weitere Erklärung treffend umschreibt, ja beinahe definiert. Sie beschreibt das Auftreten des Phänomens mit „klaren zeitlichen und örtlichen Abhängigkeiten“, als die kausale Abhängigkeit von EMF-Quellen und von deren Ein/Aus-Zustand. Sie schlägt Körperfunktionen messende ärztliche Untersuchungen mit Exposition und Deexposition vor, mit dem Endziel, das Phänomen zu objektivieren. Dass dieses so beabsichtigt wird, lässt Freude aufkommen. Es soll nun endlich doch die erste Phase des medizinischen Forschungsprozesses, die Beobachtung, nachgeholt werden!
Zu den bildgebenden Verfahren wie fMRI haben wir uns schon mehrfach kritisch geäussert, nämlich weil hier vielleicht mehr Fehlinterpretationen als richtige zirkulieren, siehe speziell diejenigen von Frick, welche die industrielle Begleitgruppe den Projektärzten vorgestellt hatte ( viewtopic.php?p=61487#61487 ).
Dr. Steiner auf Seite 12: „Insbesondere Geräteunverträglichkeiten am Arbeitsplatz sollten forciert abgeklärt werden, weil sich daraus unmittelbar therapeutische Konsequenzen ableiten lassen könnten.“
Dr. Steiner will als Ärztin primär den Menschen helfen, die unter EMF-Einflüssen leiden, hier wohl mit Priorität denjenigen, deren Lebensgrundlage, nämlich die Arbeit im Büro, durch EMF in Frage gestellt wird.
Dr. Steiner schreibt auf Seite 12 unter dem Titel „Wie weiter?“: „Die Projektgruppe wird […] vorsprechen, um über die Erfahrungen und unsere Erkenntnisse der dreijährigen Projektphase zu berichten, wobei uns insbesondere die Förderung klinischer fallbezogener Forschung im EMF-Bereich am Herzen liegt.“
Dr. Steiner meint hiermit die bildgebenden Verfahren wie fMRI, deren Geräte für die Untersuchung des Hirns meist in neurologischen Kliniken stehen; sie wäre dort somit bloss Gast. Die neurologischen Universitätskliniken der Schweiz werden allesamt von der Mobilfunkbranche via Studienaufträge gesponsert und via Ehrenämter durch Beziehungskorruption beeinflusst. Dr. Steiner läuft Gefahr, hier wieder von der Industrie gehemmt oder gar auf Irrwege geführt zu werden, diesmal indirekt und damit um einiges subtiler als durch die offen als industriefinanziert deklarierte Begleitgruppe. In einer solchen Konstellation ist u.E. vorprogrammiert, dass einmal mehr die erste Phase des medizinischen Forschungsprozesses, die Untersuchung am Patienten sabotiert, verfälscht, auf Irrwege geführt oder sonstwie verhindert wird, diesmal über die Eigentümer der fMRI- und PET-Geräte, welche sich in verschiedenste Abhängigkeiten und Loyalitäten von der Mobilfunkbranche begeben haben.