Tablet-Test‘s in Hessischen Schulen mit WLAN
Verfasst: 8. Mai 2013 12:29
Tablet-Test‘s in Hessischen Schulen mit WLAN
Das HR-Fernsehen berichtete in seiner gestrigen (07.05) um 19.30 Uhr ausgestrahlten Hessenschau über ein vom Hessischen Kultusministerium initiiertes Tablet-Schul-Test Projekt.
Zerknitterte Schulhefte adé - in Wiesbaden, Rüsselsheim und Fulda erobern Tablet-PCs den Unterricht. Bis zum digitalen Klassenzimmer ist es in Hessen aber noch ein weiter Weg. Eine Schule zog jetzt Zwischenbilanz.
Hier geht es zum Video- und Audiobeitrag:
Die Projekte werden mit iPads oder mit Samsung Galaxy Note Pads durchgeführt.
Folgende hessischen Schulen nehmen derzeit an Tablet-Projekten teil:
Neues Gymnasium Rüsselsheim
Oranienschule Wiesbaden
Elly-Heuss-Schule Wiesbaden
Gutenbergschule Wiesbaden
Dilthey-Schule Wiesbaden
Freiherr-vom-Stein-Gymnasium Fulda
Lichtenberg-Gymnasium Kassel
Berufsschule Schwalmstadt
Ob den schulischen Gremien und der Elternschaft die Risiken des Gefährdungspotenzials der WLAN-Strahlung bekannt sind bzw. ob sie dahingehend informiert wurden darf wohl bezweifelt werden.
Schulträger, Lehrerschaft, Eltern und Schüler werden verführt!
Erst mit kostenlosen Geräten die Nutzer "anfüttern" um damit Gewohnheit und Besitzwunsch zu initiieren scheint die Strategie der interessenorientierten Profiteure (Mobilfunkindustrie) bei diesem Objekt zu sein.
Auf Seite 4 des fünf-seitigen Artikels erfährt man, wie die IZMF-Pressesprecherin /Mobilfunklobbyistin Una Großmann, den medialen Fachexperten die Tricks erklärt, um Mobilfunkinteressen durchzuwinken.
Das IZMF hat den richtigen Dreh erkannt:
Mit einem „rundum –sorglos-Programm“ werden die infrage kommenden Zielgruppen, incl. die Schulprojekte prominent beworben.
Neue mediale Unterrichtsformen können durchaus sinnvoll sein, aber bitte ohne gesundheitsgefährdende WLAN-Bestrahlung!
In Frankreich wurde kürzlich von der Nationalversammlung das Vorsorgeprinzip für Kinder angewendet:
Der Gesetzesanhang schreibt vor, dass im öffentlichen Sektor beim digitalen Bildungsprogramm „verkabelten“ Verbindungen der Vorrang gegeben wird, das heißt verkabeltes Internet anstatt WLAN.
(siehe hierzu auch unter: http://www.hese-project.org/Forum/allg/ ... hp?id=5383 )
Der Bayrische Landtag hatte schon am 22.03.2007 die Empfehlung ausgesprochen:
„Die Schulen werden aufgefordert, auf drahtlose Internet-Netzwerke (WLAN) zu verzichten.“
In bisherigen Erhebungen, wie der Studie „Immissionsmessungen an WLAN-Szenarien“, durchgeführt 2005 vom IMST-Institut für die PR-Zentrale der Mobilfunkindustrie IZMF wurden Strahlenintensitäten am WLAN bestückten Laptop, bei einem Abstand von 0,5 Meter eine Dauerbelastung bis zu 27 161 Mikrowatt/qm (3,2 V/m) gemessen.
Bei den vom renommierten ECOLOG-Institut festgestellten Daten in den Expertisen der Jahre 2003 und 2010 wurden bei Schülern im Abstand von 0,5 Meter am WLAN-aktiven Laptop Werte zwischen 6000 µW/qm und 100 000 µW/qm, bei einem Abstand von 0,2 Meter sogar
205 411µW/qm (Peak) festgestellt. Mittlere Werte lagen bei 30 000 µW/qm.
(Anmerkung: die Daten wurden der Broschüre Diagnose-Funk Ratgeber 3 „Vorsicht WLAN“ Seite 4-5 entnommen)
In der Projektbeschreibung von „Mole“ (Mobiles Lernen in Hessen)
sind unter Punkt 4
s. http://www.medienhaus-frankfurt.de/MOLE/
die Voraussetzungen einer Projektteilnahme definiert:
1. Zwei WLAN-Accesspoints sollen/müssen in einem Klassenzimmer vorhanden sein.
2. Die schulischen Gremien (Schulleitung, Gesamtkonferenz, Schulkonferenz, Eltern)
müssen im Vorfeld der Teilnahme informiert werden und ihre Zustimmung zur Teilnahme
einer Klasse am Projekt erteilen.
3. Es ist darüber hinaus vorab zu klären, ob die durch die Medienzentren zeitweise
überlassenen Tablet-PCs in die Elektrogeräteversicherung des Schulträgers / der Schule
aufgenommen werden können. Sollte dies nicht möglich sein, ist zu ermitteln, ob die
Kosten für einen eventuell nötigen Ersatz-Tablet-PC oder die Reparatur eines Tablet-PCs
durch einen von den Eltern dafür eingerichteten Fonds oder eine private Versicherung
übernommen werden können. Das Projektteam kann hier auf Erfahrungen mit ähnlich
gelagerten Projekten zurückgreifen und Beratung anbieten.
4. Die Grundausstattung der Tablet-PCs mit Software (Apps) wird von den regionalen
Medienzentren durchgeführt. Ebenso betreuen die Medienzentren den Zukauf weiterer
gewünschter Programme über ein sogenanntes Volumen-Lizenz-Programm (VPP) und
betreuen die Tablet-PC-Konfiguration. Begründete Vorschläge für gewünschte Software
oder die Abschaltung bestimmter Services, wie zum Beispiel das Ausschalten von
Videoportalen, können bereits mit dem Teilnahmeantrag eingereicht werden.
5. Um im Vorfeld einer eventuellen Teilnahme eigene Erfahrungen machen zu können,
stellen die regionalen Medienzentren auf Anfrage Lehrer-Tablet-PCs für die Laufzeit der
Ausschreibung zur Verfügung und beraten darüber hinaus bei der Erstnutzung sowie bei
der Erstellung des Teilnahmeantrags.
6. Die Schulleitungen der teilnehmenden Schulen sagen zu, die Teilnahme der ausgewählten
Klassenlehrerin/ des ausgewählten Klassenlehrers an den oben genannten vier
Veranstaltung zur Fortbildung, Evaluation und dem kollegialen Austausch zu
ermöglichen.“
Quellen:
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