Omnipräsente Handysucht
Verfasst: 28. Mai 2013 12:33
Omnipräsente Handysucht
Ist mein Kind handysüchtig?
Immer und überall erreichbar sein – was für den einen ein Fluch ist, betrachtet ein anderer als Segen. Vor allem Jugendliche leben auf Dauerempfang. Wann das Handy zur Sucht werden kann.
Marlene sitzt in der Küche mit ihrer Freundin – neben ihr liegen ihr Smartphone und das schnurlose Haustelefon. Die zwei Freundinnen haben sich viel zu erzählen, schließlich haben sie sich seit über einer Woche nicht gesehen und gehört – für Heranwachsende ist das eine Ewigkeit. Doch statt sich auf das Gespräch zu konzentrieren, wirft Marlene immer wieder einen verstohlenen Blick auf ihr iPhone. Eine Marotte, die ihre Freundinnen langsam nervt. Egal, ob im Café oder beim Shoppen, sie kann ihr Handy keine zwei Stunden aus den Augen lassen. Selbst beim Spazierengehen tippt sie noch Nachrichten über WhatsApp. Wenn sie darauf angesprochen wird, antwortet sie “Ich will doch nur sehen, ob es was Neues gibt“. Eigentlich unnötig, denn sie stellt ihr Handy selten auf Vibration, somit hört sie sofort den Alarmton, wenn eine Nachricht oder ein Anruf eingehen. Trotzdem schaut sie immer wieder aufs Handy, um sicher zu gehen, dass sie nichts verpasst.(...)
Angst, ohne Handy zu sein
Fast zwei Drittel von 600 befragten Mädchen und Jungen im Alter zwischen 14 Und 19 Jahren gaben an, lieber auf Fernsehen, Party und Alkohol zu verzichten.
70 Prozent der Mädchen würden eher dem „6“ abschwören, als ihr Handy aus der Hand zu geben.(...)
Mehr unter...
Kommentar:
Lt. einer britischen Umfrage im Jahre 2012 von 1000 Briten lösen bei 66% der Befragten das Gefühl ohne Handy sein zu müssen, Ängste aus. Dies war eine Steigerung zum Vorjahr von 43%! Man nennt die Gefühlslage Nomophobia , eine Bezeichnung für die Angst, mobil unerreichbar für soziale und geschäftliche Kontakte zu sein.
[Nomophobia = Kunstwort aus dem Englischen= Abkürzung für: No-Mobile-Phone-Phobia = wörtliche Übersetzung: Keine-Handy-Angst]
Vergangene Woche benutzte ich nach langer Zeit einmal wieder Bus und Bahn.
Bereits an den diversen Haltestellen und dann in den beiden Verkehrsmitteln selbst wurde das Handysucht-Potenzial sichtbar. (Grauenhaft!)
Auffallend bei den Jüngeren, -aber selbst immer mehr Erwachsene präsentieren sich als „VIP-Personen“ – die hektischen nervösen Handlungen sind omnipräsent.
Da wird lauthals, rücksichtslos in belästigender Form gegenüber den Mitreisenden telefoniert, da wird gesimst, gechattet und nach Beendigung erfolgt nach ca. 2-3 Minuten die Wiederholung des Ablaufes.
Im Bahnabteil setzten sich drei junge Mädchen zu mir – sie befanden sich auf dem Schul-Nachhauseweg.
Während der gemeinsamen Fahrt von ca. 25 Minuten sprachen sie nur kurzzeitig miteinander – alle drei waren eifrig in ihre Smartphones vertieft.
Zurückblickend auf meine Jugendzeit empfand ich nur großes Mitleid mit diesen von Sucht infizierten heranwachsenden Jugendlichen.
Was aber bringt diese jungen Menschen dermaßen in diese Abhängigkeit?
M.E. ist es nicht nur der Spaßfaktor, der durch Herunterladen von Musik, Spielen, Filmen etc. geprägt ist, vielmehr ist es wohl die vorhandene Isolierung im eigenen Umfeld und die vorherrschende Angst, in dem medialen Umfeld nicht mehr wahrgenommen werden zu können.
Die Angst, vom etablierten sozialem Netzwerk ausgegrenzt zu werden, führt zum ständigen iphone /Smartphone/Handy-Controlling, ständiges Überprüfen, ob ein Anruf oder SMS eingegangen ist – man merkt als Beobachter , wie die Unruhe buchstäblich steigt, wenn keine Nachricht eingegangen ist.
Der heutige Bus/Bahn-Nutzer aber wird nicht nur Zeuge belangloser Telefonate, die ausgesprochen auf die Nerven gehen, sondern leider unterliegt er auch einer permanenten gesundheitsschädigenden Zwangsbestrahlung, welche für die immer mehr EHS-Betroffenen zur Qual und teilweisenden Verzicht der Verkehrsmittel führen.
Im Grunde genommen bedarf es bezüglich dieser Entwicklung keine weiteren Forschungen und Erhebungen mehr. Die jetzt bereits vorliegenden Studien und täglichen sichtbaren Exzesse sind für Jedermann nachvollziehbar.
Fakt ist, dass sich die Kommunikationsform geändert hat:
Statt miteinander zu reden, verkehrt man lieber via SMS, Facebook oder Telefonat miteinander.
Diesem extremen „Kulturwandel“ mit unübersehbaren Folgeschäden muß von allen Verantwortlichen (Elternhaus, Schule, Politik, Medien usw.) im Sinne einer Mäßigung entgegengetreten werden.
Passend zu diesem Thema nachfolgende Karikatur von Til Mette siehe Quelle dieses Postings.
Ist mein Kind handysüchtig?
Immer und überall erreichbar sein – was für den einen ein Fluch ist, betrachtet ein anderer als Segen. Vor allem Jugendliche leben auf Dauerempfang. Wann das Handy zur Sucht werden kann.
Marlene sitzt in der Küche mit ihrer Freundin – neben ihr liegen ihr Smartphone und das schnurlose Haustelefon. Die zwei Freundinnen haben sich viel zu erzählen, schließlich haben sie sich seit über einer Woche nicht gesehen und gehört – für Heranwachsende ist das eine Ewigkeit. Doch statt sich auf das Gespräch zu konzentrieren, wirft Marlene immer wieder einen verstohlenen Blick auf ihr iPhone. Eine Marotte, die ihre Freundinnen langsam nervt. Egal, ob im Café oder beim Shoppen, sie kann ihr Handy keine zwei Stunden aus den Augen lassen. Selbst beim Spazierengehen tippt sie noch Nachrichten über WhatsApp. Wenn sie darauf angesprochen wird, antwortet sie “Ich will doch nur sehen, ob es was Neues gibt“. Eigentlich unnötig, denn sie stellt ihr Handy selten auf Vibration, somit hört sie sofort den Alarmton, wenn eine Nachricht oder ein Anruf eingehen. Trotzdem schaut sie immer wieder aufs Handy, um sicher zu gehen, dass sie nichts verpasst.(...)
Angst, ohne Handy zu sein
Fast zwei Drittel von 600 befragten Mädchen und Jungen im Alter zwischen 14 Und 19 Jahren gaben an, lieber auf Fernsehen, Party und Alkohol zu verzichten.
70 Prozent der Mädchen würden eher dem „6“ abschwören, als ihr Handy aus der Hand zu geben.(...)
Mehr unter...
Kommentar:
Lt. einer britischen Umfrage im Jahre 2012 von 1000 Briten lösen bei 66% der Befragten das Gefühl ohne Handy sein zu müssen, Ängste aus. Dies war eine Steigerung zum Vorjahr von 43%! Man nennt die Gefühlslage Nomophobia , eine Bezeichnung für die Angst, mobil unerreichbar für soziale und geschäftliche Kontakte zu sein.
[Nomophobia = Kunstwort aus dem Englischen= Abkürzung für: No-Mobile-Phone-Phobia = wörtliche Übersetzung: Keine-Handy-Angst]
Vergangene Woche benutzte ich nach langer Zeit einmal wieder Bus und Bahn.
Bereits an den diversen Haltestellen und dann in den beiden Verkehrsmitteln selbst wurde das Handysucht-Potenzial sichtbar. (Grauenhaft!)
Auffallend bei den Jüngeren, -aber selbst immer mehr Erwachsene präsentieren sich als „VIP-Personen“ – die hektischen nervösen Handlungen sind omnipräsent.
Da wird lauthals, rücksichtslos in belästigender Form gegenüber den Mitreisenden telefoniert, da wird gesimst, gechattet und nach Beendigung erfolgt nach ca. 2-3 Minuten die Wiederholung des Ablaufes.
Im Bahnabteil setzten sich drei junge Mädchen zu mir – sie befanden sich auf dem Schul-Nachhauseweg.
Während der gemeinsamen Fahrt von ca. 25 Minuten sprachen sie nur kurzzeitig miteinander – alle drei waren eifrig in ihre Smartphones vertieft.
Zurückblickend auf meine Jugendzeit empfand ich nur großes Mitleid mit diesen von Sucht infizierten heranwachsenden Jugendlichen.
Was aber bringt diese jungen Menschen dermaßen in diese Abhängigkeit?
M.E. ist es nicht nur der Spaßfaktor, der durch Herunterladen von Musik, Spielen, Filmen etc. geprägt ist, vielmehr ist es wohl die vorhandene Isolierung im eigenen Umfeld und die vorherrschende Angst, in dem medialen Umfeld nicht mehr wahrgenommen werden zu können.
Die Angst, vom etablierten sozialem Netzwerk ausgegrenzt zu werden, führt zum ständigen iphone /Smartphone/Handy-Controlling, ständiges Überprüfen, ob ein Anruf oder SMS eingegangen ist – man merkt als Beobachter , wie die Unruhe buchstäblich steigt, wenn keine Nachricht eingegangen ist.
Der heutige Bus/Bahn-Nutzer aber wird nicht nur Zeuge belangloser Telefonate, die ausgesprochen auf die Nerven gehen, sondern leider unterliegt er auch einer permanenten gesundheitsschädigenden Zwangsbestrahlung, welche für die immer mehr EHS-Betroffenen zur Qual und teilweisenden Verzicht der Verkehrsmittel führen.
Im Grunde genommen bedarf es bezüglich dieser Entwicklung keine weiteren Forschungen und Erhebungen mehr. Die jetzt bereits vorliegenden Studien und täglichen sichtbaren Exzesse sind für Jedermann nachvollziehbar.
Fakt ist, dass sich die Kommunikationsform geändert hat:
Statt miteinander zu reden, verkehrt man lieber via SMS, Facebook oder Telefonat miteinander.
Diesem extremen „Kulturwandel“ mit unübersehbaren Folgeschäden muß von allen Verantwortlichen (Elternhaus, Schule, Politik, Medien usw.) im Sinne einer Mäßigung entgegengetreten werden.
Passend zu diesem Thema nachfolgende Karikatur von Til Mette siehe Quelle dieses Postings.