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Mehr als jeder Dritte tut es am Steuer

Verfasst: 13. August 2013 18:08
von Wuff
"Im Vorspann der Dokumentation heißt es, dass in den USA jährlich mehr als 100.000 Verkehrsunfälle passieren, weil die Fahrer sich mit dem Handy ablenken. Wie viele es in Deutschland sind, weiß niemand genau. Das Statistische Bundesamt, das die Zahl der Unfälle und deren Ursachen erhebt, kann darüber keine Auskunft geben: Die Unfallformulare der Polizei stammen von 1975, heißt es bei der Behörde - ein entsprechendes Kästchen lässt sich als Grund für den Unfall nicht ankreuzen.
Dass "From One Second To The Next" dringend ins Deutsche übersetzt werden sollte, machen aber diese Zahlen deutlich: Bei einer im Juni veröffentlichten Umfrage unter jungen Autofahrern gaben 26 Prozent der Teilnehmer in Deutschland zu, während der Autofahrt SMS zu schreiben. Europaweit ist es sogar noch schlimmer, dort liegt der Wert bei 37 Prozent."


Der Anfang und das Ende dieses Artikels in :

http://www.spiegel.de/auto/aktuell/wern ... 16332.html

Ein schwarzer Tag

Verfasst: 13. August 2013 20:01
von Eva Weber
Da hat SPIEGEL-ONLINE aber einen schwarzen Tag gehabt! Da wusste man wohl gar nicht mehr, wie man die Seiten füllen soll und so hat man notgedrungen etwas über Unfälle durch Handys gebracht. Wenn ihm nur das nicht teuer zu stehen kommt! Das ändert nun auch nichts mehr daran, dass ich mir dieses Blatt nie wieder kaufe.

Eva Weber

Warnhinweise? Dringend!

Verfasst: 14. August 2013 10:06
von Wuff
Warnhinweise? Dringend!
Wuff hat geschrieben:"Im Vorspann der Dokumentation heißt es, dass in den USA jährlich mehr als 100.000 Verkehrsunfälle passieren, weil die Fahrer sich mit dem Handy ablenken. Wie viele es in Deutschland sind, weiß niemand genau. Das Statistische Bundesamt, das die Zahl der Unfälle und deren Ursachen erhebt, kann darüber keine Auskunft geben: Die Unfallformulare der Polizei stammen von 1975, heißt es bei der Behörde - ein entsprechendes Kästchen lässt sich als Grund für den Unfall nicht ankreuzen.


[...]

http://www.spiegel.de/auto/aktuell/wern ... 16332.html

Auf mancher Schnapsflasche steht "Drink responsibly", trinken Sie verantwortungbewusst, oder "Don't drink and drive". Wer die Leute mit Werbung zum Saufen motiviert, oder wer sogar spezielle Süssdrinks für Jugendliche Alkohol-Einsteiger kreiert, der muss sich irgendwie von der Haftung befreien.

Eine analoge Warnung wie auf alkoholische Getränke gehörte im Grund auch auf Mobiltelefone. Beides hat ein Suchtpotenzial, und beides ist stark unfallgefährdend.

Wenn es der NSA offenbar gelingt, alle Telefon- und Internetverbindungen zu erfassen, dann sollte es auch möglich sein, den Mobiltelefongebrauch unmittelbar vor einem Unfall zu erfassen. Ob die Mobilfunkgesellschaften hier auch willfährig mitmachen würden? Vielleicht eher nicht, denn dann würden negative Auswirkungen exzessiven Mobilfunkgebrauchs quantifiziert.


Wenn wie oben im Zitat angeführt, in den USA wegen des Händys jährlich 100'000 Verkehrsunfälle geschehen, und wenn die Faustregel, US-Zahlen für die Umsetzung auf Deutschland zu vierteln angewandt wird, dann werden in Deutschland jährlich 25'000 Verkehrsunfälle durch Mobiltelefon verursacht, fast doppelt so viele wie die 15'000 durch Alkohol verursachten (Alkohol: http://www.dvr.de/betriebe_bg/daten/unf ... mittel.htm ). Das ist eine riesige menschliche und finanzielle Katastrophe, die nicht einmal ansatzweise erfasst wird, und für die keiner Verantwortung übernehmen will.

Erst lesen, dann schreiben

Verfasst: 14. August 2013 13:33
von paulenspaten3
Wuff hat geschrieben:Ob die Mobilfunkgesellschaften hier auch willfährig mitmachen würden? Vielleicht eher nicht, denn dann würden negative Auswirkungen exzessiven Mobilfunkgebrauchs quantifiziert.
"Der Film ist eine Auftragsarbeit, mehrere große Mobilfunkunternehmen in den USA haben sie angeschoben."

Quelle: http://www.spiegel.de/auto/aktuell/wern ... 16332.html

Es könnte alles so einfach sein.

Richtig lesen und verstehen

Verfasst: 14. August 2013 19:41
von Wuff
paulenspaten3 hat geschrieben:
Wuff hat geschrieben:Ob die Mobilfunkgesellschaften hier auch willfährig mitmachen würden? Vielleicht eher nicht, denn dann würden negative Auswirkungen exzessiven Mobilfunkgebrauchs quantifiziert.
"Der Film ist eine Auftragsarbeit, mehrere große Mobilfunkunternehmen in den USA haben sie angeschoben."

Quelle: http://www.spiegel.de/auto/aktuell/wern ... 16332.html
Meine Frage, ob die Mobilfunkgesellschaften mitmachen würden, bezog sich nur darauf, ob sie freiwillig helfen würden, festzustellen, ob unmittelbar vor jedem Unfall ein Mobilfunkverkehr stattfand. Die Frage bezog sich nicht darauf, ob sie nicht vor verantwortungslosem Gebrauch, z.B. vor dem Schreiben von SMS während des Fahrens, warnen würden.

Warnungen vor dem (falschen) Gebrauch des schädlichen Produkts helfen dem Schädiger als sicherstes Argument gegen Produktehaftpflichtansprüche von Geschädigten, denn der Schädiger kann dann bei Haftpflichtansprüchen geltend machen, dass das Risiko dem Geschädigten bekannt war.

Die Zigarettenhersteller können sich für neue Schäden immer damit herausreden, dass sie ja gewarnt hätten, und für alte Schäden, dass es damals noch keinen Beweis für die Schädlichkeit gab.
paulenspaten3 hat geschrieben: Es könnte alles so einfach sein.
Dem ist zuzustimmen. Es ist exakt so, als hätten Sie die Aufforderung "erst lesen - dann schreiben" an sich selbst gerichtet.

Richtig lesen+ richtig verstehen erübrigt Trollerei

Verfasst: 15. August 2013 10:19
von Mahner
  • paulenspaten3 hat Folgendes geschrieben:
"Der Film ist eine Auftragsarbeit, mehrere große Mobilfunkunternehmen in den USA haben sie angeschoben."
Dies ist auch absolut okay!

Fragen Sie doch einmal die in unserem Land agierenden Betreiber, warum Sie nicht den Mut haben, eine solche „Auftragsarbeit“ (Dokumentation) erstellen zu lassen, also analog der hier diskutieren? Und dann ab damit an 34528 Schulen ( Stand Schuljahr 2011/2012--Stat. Bundesamt) zur Info – das wär doch mal eine hervorragende Präventionsaktion!

Bei "Ihrem Interesse" an der Sache, wäre das doch auch eine sinnvolle Initiative Ihrerseits?! :wink:

Verfasst: 15. August 2013 10:29
von Eva Weber
Man hat dafür gesorgt, dass das Smartphone etc. zum Lebenswichtigsten gehört und dass es immer und überall absolute Priorität genießt. Es ist bei einem Großteil der Bevölkerung geradezu zu einem Körperteil geworden. Dies ist mMn erwünscht! Die Möglichkeit zur Nutzung wird bis in den letzten Winkel geschaffen und dass dies so ist, liegt nicht am Nutzer.

In Deutschland erfährt man nur ganz selten etwas darüber, wenn bei einem Unfall ein Handy beteiligt war. Es ist als gäbe es sie nicht. Aus unbekannter Ursache auf die Gegenfahrbahn gekommen! So in etwa lauten die Zeitungsberichte. M.E. wird es sich auch nicht ändern, im Gegenteil! Die Menschen werden m.E. buchstäblich dazu gebracht, wo sie gehen und stehen mit dem Handy zu Gange zu sein. Die Autoindustrie wird dafür sorgen, dass der Fahrassistent übernimmt, damit andere Tätigkeiten, als ein Auto zu steuern, nebenbei erledigt werden können. Das ist der geförderte Lebensstil! Eine Sucht beginnend bei kleinen Kindern, indem man Sicherheit und besseres Lernen vorspiegelt. Siehe z.B. Wlan überall und nun auch noch "Wlan to Go", damit jeder stets und überall sich betätigen kann.

Es ist zwar im Auto verboten ein Handy auch nur anzufassen, aber selbst die Freisprechanlage stellt eine Belastung dar, durch Ablenkung. Dies ist festgestellt. Als von Funk Betroffene weiß ich, dass auch die Strahlenbelastung einiges bewirkt, die m.E. nicht wenig zu Buche schlägt. Es ist eine Benommenheit, die langsam werden lässt. Besonders feststellbar in U-Bahnhöfen z. B. München HbF U4 und U5 und allgemein öffentlichen Verkehrsmitteln. Gut, dass dort ca. alle 2 Minuten ein Zug kommt. Länger könnte ich mich dort nicht aufhalten. Und selbst kürzeste Wartezeiten werden zum Spielen und Telefonieren genutzt. Es ist einfach nur noch irr! Oft denke ich, als ob sie wüßten, dass sie wahrscheinlich nicht mehr die lange Lebenszeit vor sich haben, wie die Alten von heute!

Mich entsetzt es, dass z.B. angesichts der häufigen Unfälle mit jungen Menschen an Bahnübergängen und Bahngleisen überhaupt nichts gemacht wird. Ohren zustopfen, damit das Handy nicht am Kopf ist, das ist alles! Kann man sein Leben auf unsinnigere Art verlieren, als durch ein in den Himmel gehobenes elektronisches Teil, das einem gleich buchstäblich in die "Cloud" befördert?

Hier sind Politik und Strahlenschutz gefordert. Warnen die Betreiber, ist es ja fast unnätürlich und es schleicht sich der Gedanke ein, dass die Angst vor Regress eine Rolle spielt. Dies gilt natürlich nur für die USA. Bei uns käme man damit ja sowieso nicht an.

Dieser schreckliche Film sollte überall verbreitet werden. Im Gegensatz zur Polizei in den USA nehme ich sogar an, dass bei uns kaum ein Polizist eine Aussage zu einem Unfall durch Handy machen würde.

Besonders verwundert mich, dass gerade SPIEGEL-ONLINE den Film einstellt. Manchmal geschehen tatsächlich noch Wunder.

Eva Weber

Abgelenkt

Verfasst: 17. August 2013 11:39
von nobody
Es gehört zu den Grundsätzen im Strassenverkehr, dass jegliche Ablenkung zu vermeiden ist. Streng genommen dürfte also selbst das Autoradio während der Fahrt gar nie in Betrieb sein. Und auf die Spitze getrieben verschafft selbst ein kurzer Blick auf den Tacho ein paar Meter Blindflug. Es stellt sich also die Frage nach der Verhältnismassigkeit. Persönlich stelle ich bei dichtem Verkehr oder auch einer mir unbekannten Strecke, die Kommunikation mit Beifahrern vollständig ein, damit ich mich voll und ganz auf's Fahren konzentrieren kann.

Eine interessante Erfahrung habe ich bezüglich Bestrahlung gemacht. Im Firmenauto war ich nach 1-2h auf der Autobahn jeweils ziemlich erschöpft. Einerseits wegen der Benommenheit, wie sie Frau Weber schon beschrieben hat. Andererseits kribbelig, nervös und konnte mich nur mit viel Mühe auf den Verkehr konzentrieren. Nun, mit meinem eigenen Fahrzeug passierte mir das nicht und es war mir lange Zeit ein Rätsel, weshalb das so ist. Die Lösung lieferte mir mein GPS-Empfänger, welcher in meinem eigenen Wagen fast keinen Empfang hat. Ergo: Die Abschirmung macht's aus. Für mich war das ein (weiteres) Aha-Erlebnis erster Güte.