Quelle
RP online
11.10.2013
Elektrosmog
Wie gefährlich ist elektromagnetische Strahlung?
„Salzgitter (RPO). Manche Menschen reagieren besonders empfindlich auf ihre Umgebung. Sie machen zum Beispiel elektromagnetische Strahlung für chronische Beschwerden verantwortlich. Wissenschaftlich belegt ist dieser Zusammenhang kaum - trotzdem raten Experten zur Vorsorge.
Jahrelang hat Wolfgang Stäbler Badminton gespielt. Erst ließen die Kräfte nach, dann kamen die Schmerzen. Stäbler war damals Mitte 50. Er zog von Arzt zu Arzt, die Ursache für die lähmenden Schmerzen fand niemand. Heute lebt der gelernte Elektroniker in einem kleinen Dorf in der Nähe von Frankfurt. Mancher seiner Nachbarn mag sich ärgern, dass Handys dort keinen Empfang haben. Aber darauf verzichtet Stäbler gerne. Denn die Schmerzen des heute 62-Jährigen sind fast weg, genauso wie der chronische Husten seiner Frau.[…]“
Anja Schulte-Lutz vom Bundesamt für Strahlenschutz erkennt zwar an, dass manche Menschen Beschwerden haben, sieht aber dennoch keinen Zusammenhang zur elektromagnetischen Strahlung.
„…Der Medizinphysiker Lebrecht von Klitzing widerspricht. Er führte Untersuchungen zu Gesundheitsgefahren von Mobilfunkstrahlung an der Universität Lübeck durch. Zwar sagt auch von Klitzing, dass unklare Beschwerden wie die Schmerzen von Wolfgang Stäbler unterschiedlichste Ursachen haben können. Neben Allergien und Belastungen durch Chemikalien und andere Schadstoffe aus der Umwelt kann Mobilfunkstrahlung seiner Meinung nach aber auch eine Ursache sein.
Es ist eine Summe von Ereignissen, die das Problem mit sich bringen", sagt der Strahlenexperte. Sicher ist für ihn: Elektromagnetische Strahlung beeinflusst den Körper. Aber: "Wir kennen die Schnittstelle nicht, wo die Strahlung in den Körper eingreift. Wir wissen nur, dass manche Menschen darauf reagieren." Diese Reaktionen zeigen sich zum Beispiel an Veränderungen des Hautwiderstands oder des Herzschlags.“
„Die Beschwerden, die Patienten auf elektromagnetische Strahlung zurückführen, sind unterschiedlich. Sie reichen von Hautproblemen über Übelkeit bis zu Erschöpfungszuständen. Einen wissenschaftlich belegten Zusammenhang gibt es nicht. "Man kann niemandem diese Beschwerden absprechen", sagt Schulte-Lutz. "Es gibt nur keinen Nachweis dafür, dass sie vom Mobilfunk kommen."
Dies ist die Aussage der BfS-Vertreterin Schulte-Lutz.
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