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CVP-Kantonsrat fordert: «Keine Mobilfunkantennen in Kirchen»

Verfasst: 14. November 2013 14:44
von Pirat

Luzerner CVP-Kantonsrat fordert:
«Keine Mobilfunkantennen in Kirchen»


Luzern, 6.11.13 (Kipa) Der Luzerner Kantonsrat Norbert Schassmann wehrt sich gegen eine Mobilfunkantenne, die im Kirchturm der christkatholischen Kirche Luzern geplant ist. Die Entscheidung hierfür liege in der Kompetenz der Kirchgemeinden, wie die «Neue Luzerner Zeitung» am Mittwoch berichtet.
Die Einrichtung einer Mobilfunkantenne im Kirchturm sei «Zweckentfremdung» und «Machtmissbrauch», so Nobert Schassmann, CVP-Kantonsrat und Vizepräsident der Synode der reformierten Landeskirche Luzern, in einem Brief an den Präsidenten der Luzerner Christkatholiken, Pierre Abry. (...)

Während es bei den Christkatholiken keine zentrale Meinung zum Thema gebe, habe das Bistum Basel bereits im Jahr 2000 in der Frage nach Mobilfunkantennen in Kirchtürmen «zu grosser Zurückhaltung» aufgerufen, erklärte Synodalverwalter Edi Wigger gegenüber der Zeitung.
Mehr als Empfehlungen könne die Landeskirche jedoch wegen der Autonomie der Kirchgemeinden nicht aussprechen. Auch die reformierte Kirche des Kantons Luzern empfiehlt, keine Antennen in Kirchtürmen zu installieren.

Laut einem Bericht der «Berner Zeitung» vom Mittwoch hat die Installation einer Antenne unter dem Dach der reformierten Friedenskirche im Berner Mattenquartier zu zwei Kirchenaustritten geführt.


Details:
http://kipa-apic.ch/index.php?pw=&na=0, ... &ki=248449


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Kommentar:

Das Konfliktpotential Kirche-Mobilfunk in Kirchengemeinden ist bekannt und ein absolut trauriges Kapitel

Aufgrund bundesweiter Protestaktionen, Bildung von Bürgerinitiativen, Störung des Gemeindefriedens, vieler Kirchenaustritte wegen meist klammheimlicher Installationen solcher Anlagen kam es u.a. auch zur bekannten ökumenisch erarbeitete 60-seitige Broschüre „Mobilfunk auf dem Kirchturm?“

Diese Broschüre wurde erstmals am 29. Mai 2003 auf dem Ökumenischen Kirchentag in Berlin am gemeinsamen Stand der Umweltbeauftragten und DBU (Deutsche Bundesstiftung Umwelt) vorgestellt

Mobilfunksendeanlagen galten bei Kirchenleitungen zunächst als interessantes Geschäftsmodell, konnte man Anfang 2000 mit durchschnittlichen Mieteinnahmen von ca. 7500,--DM pro Anlage kalkulieren. (inzwischen ca. 4000-5000 Euro)

Diese Broschüre sollte den Kirchengemeinden als Entscheidungshilfe dienen und forderte inhaltlich zur Zurückhaltung von der Installation weiterer Anlagen auf.

Trotz diverser Rundverfügungen evangelischer Landeskirchen und Bistümern verhalten sich kirchliche Verantwortliche dieser Thematik gegenüber nach wie vor sehr resistent!

Es bleibt festzuhalten: Viele Menschen sind aus Protest in der zurückliegenden Zeit aus der Kirche ausgetreten – ihnen wurde, dank Mobilfunkanlage, die kirchliche Heimat genommen!

Hier sei noch einmal im Zusammenhang der Bedeutsamkeit eines Kirchenaustrittes das Statement aus der Rundverfügung der EKKW (Evangelische Landeskirche von Kurhessen-Waldeck) –unter Punkt 4 Neue Anfragen- in Erinnerung gebracht:

“Ein Kirchenvorstand, der von einem Mobilfunkbetreiber wegen eines Antennenstandortes im Kirchturm angefragt wird, sollte wissen, dass es sich um eine Frage handelt, die in der Gemeinde vermutlich sehr kontrovers beurteilt wird und für das Ansehen der Kirchengemeinde in der Öffentlichkeit von großer Bedeutung ist. Das Kirchengebäude als Ort gottesdienstlichen Lebens sollte für jeden einladend bleiben. Was nützen zusätzliche Mieteinnahmen, wenn sich Nachbarn später von einer Antenne belästigt fühlen oder ein Gemeindemitglied aus diesem Grunde aus der Kirche austritt? Selbst Menschen, die sich nicht zur Kerngemeinde gehörig fühlen, haben zum Kirchengebäude eine Beziehung, die für sie wichtig und für die Gemeinde als Bindemitglied zu achten ist. Auf Grund einer widmungsfremden Nutzung durch eine Mobilfunkstation sollten diese Bindungen nicht aufs Spiel gesetzt werden. Darüber hinaus sollten Menschen, die durch Elektrosmog-Warnungen verunsichert oder verängstigt wurden und elektrosensible Menschen, die durch Elektrosmog beeinträchtigt werden, ernstgenommen werden. Die Schutzbedürftigkeit von Menschen, die nicht zu leugnenden Krankheitssymptome von einigen Menschen im Wirkungsbereich elektromagnetischer Felder und die Ängste von Anwohnern können einen Grund bieten, die Installierung einer Mobilfunkanlage im Kirchturm schon im Vorfeld in Frage zu stellen.“

Quelle:

Der Gott heisst Mammon

Verfasst: 15. November 2013 09:27
von Hans-U. Jakob
Die Kirchgemeinderäte der Friedenskirche zu Bern reden von Hardlinern, die aus der Kirche ausgetreten seien und das könne man verkraften.
Wenn die nur die Rechnung nicht ohne den Wirt, resp. ohne ihre Kirchgänger gemacht haben. Denn in der Berner Friedenskirche werden die Mobilfunkantennen nicht im Turm eingebaut, wie in andern Kirchen üblich, sondern im Kirchenestrich, direkt über den Köpfen der Kirchenbesucher. Dazu muss die Decke über dem Kirchenschiff massiv abgeschirmt werden. Trotzdem beträgt der rechnerische Strahlungswert auf den Besucherbänken noch über 4V/m. Das wird die verbliebenen Kirchgänger mit der Zeit auch noch vertreiben. Denn in im Innern der Friedenskirche strahlt fortan nicht mehr der heilige Geist, sondern der hocherhabene, herrliche Mobilfunk. Wie oft sich die Kirchenbesucher das antun wollen, wird sich weisen. Und wie oft der Pfarrer oder die Pfarrerin den Faden verlieren und ins stottern geraten wird, dürfte ein sehr interessantes Experiment sein. Wenn er oder sie es überhaupt so lange auf der Kanzel aushält, denn diese ist nochmals 3m näher an den Antennen
Und war denn ein gewisser Jesus nicht auch ein Hardliner, als er die Geldwechsler aus dem Tempel gejagt hat?
Mit den Mobilfunkern haben nun endgültig die Geldinteressen in der Friedenskirche einzug gehalten. In der Stadt Bern sind für Basisstationen dieser Grössenordnung Jahresmietzinse zwischen 10'000 und 13'000 Franken üblich.
Hans-U. Jakob (Gigaherz.ch)

Pegasus wäre Kirchgänger,

Verfasst: 15. November 2013 15:18
von Pegasus
Pegasus wäre Kirchgänger, wenn er nicht zwischendurch Schmerzen oder Herzklopfen bekäme, weil just in dem Moment irgendein oder 2 Jugendliche grad etwas Wichtiges (?) auf ihrem Phone zu schauen oder zu schreiben haben. Bei 20 bis 30 Besuchern, was knapp ein halbes Prozent der Mitglieder ausmacht, ist das dann relativ, wenn einer von 5970 Nichtanwesenden auch nicht da ist oder ob Jemand, der gerne singt, zu den 20 oder 30 Anwesenden dazu kommt.

Den Verwaltern der Friedenskirche empfehle ich dringend, von den Absichten bezüglich Sendeanlagen Abstand zu nehmen, denn es kann nicht im Interesse der Kirche sein, noch weniger Schäfchen in den Predigten anzutreffen - Moment, da fällt mir ein: wenn niemand mehr kommt, könnten sie 25 % einer Pfarrstelle streichen, was sagen wir mal bescheiden, mind. 25'000 Fr. ausmachen würde. So ergäbe sich mit der Zahlung der Betreiberfirma eine Budgetverbesserung von 35 bis 38 Tausend Franken - auch nicht schlecht, oder?

Mit sarkastischem Gruss, Pegasus