"Können Handys Krebs auslösen? Neue Fakten machen Sorgen. Wir fragten eine Expertin"
"Meine Fernsehwoche" vom 3. Mai 2014
"Ein Trend aus den USA sorgt für Aufsehen: Immer häufiger tragen dort Frauen ihr Handy im BH oder im Bikini. Nun wurde bei zwei Amerikanerinnen Brustkrebs diagnostiziert - und zwar in der Brust, die ständig mit dem Telefon in Berührung kam. Manche US-Mediziner sehen darin die Bestätigung, dass Handystrahlen Tumore auslösen können. Der ständige Kontakt des Geräts mit der Haut stelle eine erhöhte Gefahr dar. Doch wie groß ist dieses Risiko wirklich?
Neue Modelle haben eine geringe Strahlung
Prof. Dr. Maria Blettner, Direktorin des Instituts für Epidemiologie der Universität Mainz, hat schon mehrfach zur Wirkung von Handystrahlen geforscht. Sie sagt: "Die bisherigen Studienergebnisse geben keine Anzeichen darauf, dass Mobiltelefone die Entstehung von Krebs direkt beinflussen." Ohnehin weisen die neuen Modelle heute eine viel geringere Strahlung auf, als es vor einigen Jahren der Fall war. Bei einem normalen Gebrauch ist die Belastung so gering, dass keine Gefahr besteht. Allerdings, so Prof. Blettner, gibt es dazu bisher noch keine Langzeit-Studienergebnisse.
Wer unsicher ist und sich vor möglicher Belastung schützen will, sollte seine Handy-Nutzung reduzieren, so die Expertin. Und: Bei schlechtem Empfang möglichst nicht telefonieren, denn dann werden mehr elektromagnetische Signale gesendet. Ähnliches gilt fürs Auto, da die Metallkarosse abschirmt und das Handy die Funkleistung erhöhen muss. Wer ein Headset besitzt, sollte es benutzen, um die Strahlenbelastung am Kopf zu senken. Wichtig: Immer auf Distanz zur Antenne achten - das Handy am besten so transportieren, dass die Tastatur zum Körper zeigt. "Direkt an der Haut würde ich ein Gerät ohnehin nicht tragen", erklärt Prof. Blettner. "Denn wie so oft in Gesundheitsfragen gilt auch hier: Wer es übertreibt, setzt sich am ehesten einem möglichen Risiko aus."
Hervorhebungen durch Eva W.
Ich sehe bei Frau Prof. Blettner eine gewisse größere Vorsicht gegenüber ehedem!
"Direkt": Das Wort direkt sagt mir, dass sie nicht ausschließt, dass auf Umwegen, also indirekt, durch Strahlung Krebs entstehen könnte.
"Bei einem normalen Gebrauch..." Hier wäre eine Definition von Frau Prof. Blettner angebracht: Was bezeichnet man bei Handys als normalen Gebrauch? Warum sagt die stets befürwortende Wissenschaft der Bevölkerung nicht was "normaler Gebrauch" ist?
".... gibt es dazu bisher noch keine Langzeit-Studienergebnisse. "
Warum war sie dann die einzige Wissenschaftlerin die bei der Abstimmung über die Einordnung "nicht ionisierender Strahlung als möglicherweise krebserregend" in Gruppe 2B IARC/WHO dagegen war?
"Wer unsicher ist und sich vor möglicher Belastung schützen will"
Es bleibt also dem Unsicheren überlassen, sich zu schützen!?! Z.B. Kinder werden sich freuen, wenn sie in der Kita staatlicherseits schon ein Smartphone ausgehändigt bekommen, sie werden es gerne nutzen, d.h. damit spielen. Ob sie es, wenn sie es in die Tasche stecken, wohl immer mit der Tastatur zum Körper hin tragen? Kinder sind niemals unsicher, sie werden die Technik unbesorgt nutzen.
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"Wer es übertreibt, setzt sich am ehesten einem möglichen Risiko aus." Das ist nun gänzlich unverständlich, nachdem es doch deutsche Umweltmediziner waren, Prof. Eikmann und Prof. Herr, die zusammen mit Prof. Lerchl, damals Strahlenschutzkommission/NIS, die der Einstufung in 2B "möglicherweise krebserregend" sofort widersprachen. Eigentlich sollten sie das Wohl der Menschen im Sinne haben und dann zumindest darauf hinweisen, dass sie es mit Nutzung der Technik nicht übertreiben sollen.
Was hat sich nun ereignet, nachdem vor 3-4 Jahren die Mobilfunkindustrie noch sagte in etwa: "Sie können ihr Mobiltelefon 24 Stunden täglich, 7 Tage die Woche benutzen, ohne gesundheitliche Auswirkungen befürchten zu müssen?"
Edit: um 14:20 ab _______ hinzugefügt.
Eva Weber