Neue Strahlenquelle für Kleinbasler
Verfasst: 25. Juli 2014 12:27
Neue Strahlenquelle für Kleinbasler
Eine geplante Handy-Antenne auf dem Hotel Basilisk sorgt für Ärger. Besorgte Anwohner denken bereits über Wegzug nach und Liegenschaftsbesitzer befürchten einen Wertverlust.
Fast wäre es Swisscom und der Erbengemeinschaft Cavegn, die das Hotel Basilisk im Kleinbasel vis-à-vis des Kasernenareals betreibt, gelungen, ein Baugesuch für eine Mobilfunkantenne unter dem Radar der Bevölkerung – also ohne Einsprachen – auf dem Hoteldach durchzubringen. Aber just in den Sommerferien, am Sonntagabend, vier Tage vor Ablauf der Einsprachefrist ist dem Anwohner Daniel Hunziker das Schild des Basler Bau- und Gewerbe¬inspektorats aufgefallen, das offenbar seit Wochen wie verloren auf Bodenhöhe am Hotelmäuerchen angelehnt war: «Neubau Antennenanlage für Mobilkommunikation mit Equipment-Containers Klingentalstrasse 1» stand darauf. Weder Profilstangen wurden errichtet noch irgendwelche schriftliche Informationen den anliegenden Liegenschaftsbesitzern zugestellt.
Dass hinter dieser unscheinbaren Annonce ein Baugesuch für eine sechs Meter hohe Strahlenantenne, ausgestattet mit sechs Sendern, steckt, musste Hunziker am Folgetag erfahren. Ein Schock für die ahnungslosen Anwohner, die auf dem Dach des Rappoltshofs 1 oder an der Unteren Rebgasse 22, Dachgärten, wahre Oasen mit Kinderspielplätzen, eingerichtet haben. Keine 25 Meter entfernt soll nun eine Antenne mittlerer Stärke die Wohnräume und Spielplätze direkt auf Augenhöhe bestrahlen.(…)
Wertverlust für Liegenschaften
30 besorgte Kleinbasler haben indessen Einsprache erhoben, unterstützt vom Röntgenarzt und Liegenschafts¬besitzer Andreas Nidecker. Auch die Liegenschaftsbesitzerin Welinvest AG strahlt nicht mehr und ist in letzter Minute auf den Zug aufgesprungen. «Wir haben Einsprache eingereicht, weil wir in erster Linie unsere 77 Mieter schützen wollen», sagt Markus Hermann von Welinvest. Dann befürchtet Hermann auch eine Wertminderung der Liegenschaft. Laut einer Sendung des «Kassensturz» von SRF gehen Schätzungsbeamte von Banken und Versicherungen von zehn bis 40 Prozent Wertverlust aus. Hermann beklagt, dass die Publikation in der Bleiwüste des Kantonsblatts geradezu versteckt war und hätte erwartet, dass Liegenschaftsbesitzer aktiv informiert worden wären.
Mehr...Baseler Zeitung 24.07.2014
Eine geplante Handy-Antenne auf dem Hotel Basilisk sorgt für Ärger. Besorgte Anwohner denken bereits über Wegzug nach und Liegenschaftsbesitzer befürchten einen Wertverlust.
Fast wäre es Swisscom und der Erbengemeinschaft Cavegn, die das Hotel Basilisk im Kleinbasel vis-à-vis des Kasernenareals betreibt, gelungen, ein Baugesuch für eine Mobilfunkantenne unter dem Radar der Bevölkerung – also ohne Einsprachen – auf dem Hoteldach durchzubringen. Aber just in den Sommerferien, am Sonntagabend, vier Tage vor Ablauf der Einsprachefrist ist dem Anwohner Daniel Hunziker das Schild des Basler Bau- und Gewerbe¬inspektorats aufgefallen, das offenbar seit Wochen wie verloren auf Bodenhöhe am Hotelmäuerchen angelehnt war: «Neubau Antennenanlage für Mobilkommunikation mit Equipment-Containers Klingentalstrasse 1» stand darauf. Weder Profilstangen wurden errichtet noch irgendwelche schriftliche Informationen den anliegenden Liegenschaftsbesitzern zugestellt.
Dass hinter dieser unscheinbaren Annonce ein Baugesuch für eine sechs Meter hohe Strahlenantenne, ausgestattet mit sechs Sendern, steckt, musste Hunziker am Folgetag erfahren. Ein Schock für die ahnungslosen Anwohner, die auf dem Dach des Rappoltshofs 1 oder an der Unteren Rebgasse 22, Dachgärten, wahre Oasen mit Kinderspielplätzen, eingerichtet haben. Keine 25 Meter entfernt soll nun eine Antenne mittlerer Stärke die Wohnräume und Spielplätze direkt auf Augenhöhe bestrahlen.(…)
Wertverlust für Liegenschaften
30 besorgte Kleinbasler haben indessen Einsprache erhoben, unterstützt vom Röntgenarzt und Liegenschafts¬besitzer Andreas Nidecker. Auch die Liegenschaftsbesitzerin Welinvest AG strahlt nicht mehr und ist in letzter Minute auf den Zug aufgesprungen. «Wir haben Einsprache eingereicht, weil wir in erster Linie unsere 77 Mieter schützen wollen», sagt Markus Hermann von Welinvest. Dann befürchtet Hermann auch eine Wertminderung der Liegenschaft. Laut einer Sendung des «Kassensturz» von SRF gehen Schätzungsbeamte von Banken und Versicherungen von zehn bis 40 Prozent Wertverlust aus. Hermann beklagt, dass die Publikation in der Bleiwüste des Kantonsblatts geradezu versteckt war und hätte erwartet, dass Liegenschaftsbesitzer aktiv informiert worden wären.
Mehr...Baseler Zeitung 24.07.2014