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IT-Firmen treffen Vorsorge wegen Unfruchtbarkeit
Verfasst: 15. Oktober 2014 17:28
von Laie
Kinder und Karriere
Facebook und Apple zahlen Frauen das Einfrieren ihrer Eizellen
15.10.2014
http://www.spiegel.de/karriere/berufsle ... 97264.html
Social Freezing zur Familienplanung: So funktioniert das Einfrieren von Eizellen
15.10.2014
http://www.spiegel.de/gesundheit/schwan ... 97312.html
Es wird vorgegeben, dass es sich um soziale Gründe der Vorbeugung handele, nicht um medizinische.
Wie bringt man mehr Frauen in die IT-Industrie? Wer bei Facebook oder Apple arbeitet, kann nun auf Firmenkosten die eigenen Eizellen einfrieren lassen. Die Hoffnung: Frauen können so später Mutter werden und haben Zeit für die Karriere.
Ein Drittel der Frauen im Alter von 35 bis 39 Jahren habe aber Probleme, schwanger zu werden. In der Altersgruppe der 40- bis 44-Jährigen steige dieser Anteil auf 64 Prozent.
Warum nur?
Re: IT-Firmen treffen Vorsorge wegen Unfruchtbarkeit
Verfasst: 15. Oktober 2014 18:24
von Laie
Facebook, WhatsApp, Snapchat: Junge Mädchen regieren das Internet
http://www.spiegel.de/netzwelt/web/sasc ... 97240.html
Die chatten, posten, verschicken Emojis - und entscheiden so, welche neuen Features sich durchsetzen und welche nicht. Milliardenschwere Unternehmen folgen deshalb dem Takt dieser einen Zielgruppe: Mädchen zwischen 13 und 20 Jahren.
Wer als Frau so früh chronisch Funk durch Mobilkommunikation einfängt, hat weniger Lebenszeit für Fruchtbarkeit.
Re: IT-Firmen treffen Vorsorge wegen Unfruchtbarkeit
Verfasst: 17. Oktober 2014 16:58
von Eva Weber
Emporung über Äeizellenpläne
MÜNCHNER MERKUR 17.10.2014
Zitat:
"Berlin - Dass Apple und Facebook Mitarbeiterinnen in den USA das Einfrieren von Eizellen finanzieren wollen, damit diese ihren Kinderwunsch auf später verschieben, ist in Deutschland auf breite Ablehnung gestoßen. 'Wenn man Zugang zu den besten Köpfen haben möchte, sollte man soziale Probleme auch mit sozialen Mitteln lösen und nicht durch Eingriffe in den Körper', sagte Christine Woopen vom Deutschen Ethikrat. Der Verband deutscher Unternehmerinnen kritisierte, das Thema werde nur vertagt. 'Wenn Frauen später mit 40 Kinder bekommen, machen sie immer noch Karriere und müssen den Beruf mit der Familie unter einen Hut bekommen', sagte Claudia Große-Leege. Der CDU-Bundestagsabgeordnetee Marcus Weinberg hält das Angebot für 'unmoralisch'.
Meinung:
Diese Dinge und ähnliche werden kommen, so sicher wie das Amen in der Kirche. Ob hier nun ein Ethikrat Bedenken hat oder nicht, spielt keine Rolle. Genauso bin ich der Ansicht, dass Menschen in nicht ferner Zeit gechipt werden wie die Kühe. Wer nicht mitmacht ist weg vom Fenster, weg vom Arbeitsmarkt und an den Rand der Gesellschaft gedrängt. Die Menschen werden bis ins kleinste abhängig gemacht und bald merken das die meisten gar nicht mehr, weil all die technischen Errungenschaften so toll sind. Ethikrat hin oder her, der Mensch wird zum Wirtschaftsfaktor - Hampelmännchen, bei dem jemand am Strickchen zieht. Darüber, wer im einzelnen diese Jemands sind, kann man sich noch Gedanken machen, über das was sie vorhaben nicht mehr.
Eva Weber
Selbstbestimmung und Fruchtbarkeit
Verfasst: 17. Oktober 2014 17:45
von Laie
"Bitte, bitte, lass' mich selbstbestimmt fruchtbar sein!"
Kapitalismus mache schizophren. Auf einen Punkt gebracht nach Gilles Deleuze und Félix Guattari. Die These schockte mich schon vor Jahren.
Womöglich braucht es die Betrachtung der Schizophrenie um auf gewisse Weise "Kapitalismus" zu verstehen, weil der Letztere sich auf der Grundlage der Ersteren auf eine solche Weise entwickelt, dass er diese reproduziert.
Eine Kostprobe aus der aktuellen taz.
"
Gelebter Kapitalismus" ist ein Artikel über "Sozial (aha!) Egg Freezing" überschrieben, der die gegenüber der Methode vorgeblich herrschende Stimmung in den USA ebenso als Ausdruck weiblicher Selbstbestimmung darstellt (
http://www.taz.de/NULL/!147859/) wie der Leitkommentar auf der ersten Seite der taz-Printausgabe (online:
http://www.taz.de/NULL/!147852/): "
Ein Akt der Selbstbestimmung".
- Ein Jahr bezahlte Elternzeit mit Jobgarantie? Undenkbar in den USA. Chancengleichheit mit Männern, wenn man als Mutter in den Job zurückkehrt? Unrealistisch.
- Kinder bekommen oder Karriere machen? Ein gleichberechtigtes Nebeneinander beider Wünsche ist für Frauen in den USA immer noch sehr viel weniger eine Option als in Deutschland oder Skandinavien.
- Gelebter Kapitalismus verlangt Arbeitnehmern in den USA von jeher einiges ab.
- Vor allen ethischen und moralischen Überlegungen stellt sich die amerikanische Gesellschaft in vielen Lebensbereichen zunächst die Frage nach den Möglichkeiten – und dem eigenen Nutzen. So selbstbestimmt und individuell wie möglich zu leben ist ein Leitgedanke.
- Doch in dem Land, das mit dem Mythos der unbegrenzten Möglichkeiten wuchert, erscheint das „egg-freezing“ vor allem als weitere Chance, Grenzen zu verschieben. Bezahlt vom Arbeitgeber, der Frauen gleichzeitig befähigt, eine außerordentliche Karriere zu machen. Viele Frauen könnten ihren Arbeitgeber jetzt bitten, dem Beispiel von Apple und Facebook zu folgen ...
- Das moralische Unwohlsein, ... taugt nicht, um das Angebot zu verdammen.
Hängt nicht auch vom Verstand ab, was die Moral taugt?