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Private Firmen brauchen Subventionen

Verfasst: 16. Oktober 2014 07:39
von nobody
So, jetzt ist es also offiziell. Der Bund will sich am Ausbau des Mobilfunknetzes in Bahnen einsetzen (siehe auch dieser Artikel auf 20min oder hier auf blick.ch). Ja, man darf sich schon fragen, wieso der Bund zum Privatvergnügen einzelner Bahnreisender, private Unternehmen mit 8 Mio jährlich (voraussichtlich 2018-2020) subventioniert. Naja, immerhin die SBB kann jedes einzelnze Fränkli gut gebrauchen, wäre dieser Betrieb ohne Subventionen höchst defizitär. Wozu aber Telekomfirmen noch unterstützt werden müssen, entzieht sich der rationalen Wahrnehmung völlig. Aber schön nach dem Prinzip "Gewinne privatisieren, Ausgaben verstaatlichen" hält das neoliberale Pack jeglichem Staatlichen Eingriff (Regulierung) entgegen und gleichzeitig schamlos die Hand für rentable Firmen auf. Also, wenn das nicht korrupt ist, was ist es dann? Aber was soll man da noch sagen, wenn selbst dem SBB-CEO die Händieverbindung wichtiger ist, als die Zugsverbindung selbst? Es scheint egal zu sein, wenn ein Zug ausfällt und die Leute zu spät oder gar nicht am Reiseziel ankommen. Wichtig ist dann nur noch, dass die Leute entsprechend informiert worden sind. Und da der zunehmende E-Smog offiziell aber auch gar nichts mit der zunahme von Depressionen, Burnouts, Krebs usw. zu tun hat, darf munter ausgebaut werden. Der dumme Bürger dankt für die Steuerrechnung und stetig steigende Krankenkassenprämien, demütigen Eingedenkens, dass (Wirtschafts-)Wachstum ja wichtiger ist als (Volks-)Gesundheit.

Re: Private Firmen brauchen Subventionen

Verfasst: 16. Oktober 2014 17:49
von Hans-U. Jakob
nobody hat geschrieben:So, jetzt ist es also offiziell. Der Bund will sich am Ausbau des Mobilfunknetzes in Bahnen einsetzen (siehe auch dieser Artikel auf 20min oder hier auf blick.ch). Ja, man darf sich schon fragen, wieso der Bund zum Privatvergnügen einzelner Bahnreisender, private Unternehmen mit 8 Mio jährlich (voraussichtlich 2018-2020) subventioniert. Naja, immerhin die SBB kann jedes einzelnze Fränkli gut gebrauchen, wäre dieser Betrieb ohne Subventionen höchst defizitär. Wozu aber Telekomfirmen noch unterstützt werden müssen, entzieht sich der rationalen Wahrnehmung völlig. Aber schön nach dem Prinzip "Gewinne privatisieren, Ausgaben verstaatlichen" hält das neoliberale Pack jeglichem Staatlichen Eingriff (Regulierung) entgegen und gleichzeitig schamlos die Hand für rentable Firmen auf. Also, wenn das nicht korrupt ist, was ist es dann? Aber was soll man da noch sagen, wenn selbst dem SBB-CEO die Händieverbindung wichtiger ist, als die Zugsverbindung selbst? Es scheint egal zu sein, wenn ein Zug ausfällt und die Leute zu spät oder gar nicht am Reiseziel ankommen. Wichtig ist dann nur noch, dass die Leute entsprechend informiert worden sind. Und da der zunehmende E-Smog offiziell aber auch gar nichts mit der zunahme von Depressionen, Burnouts, Krebs usw. zu tun hat, darf munter ausgebaut werden. Der dumme Bürger dankt für die Steuerrechnung und stetig steigende Krankenkassenprämien, demütigen Eingedenkens, dass (Wirtschafts-)Wachstum ja wichtiger ist als (Volks-)Gesundheit.
Ees sieht fast so aus, als wollten die Sschlitzohren den 300-Millionen-Kredit in 28 Tranchen über mehrere Jahre und über die Jahres-Budgets mehrerer Bundesämter verteilt, am Parlament vorbeischleusen, um der Gefahr eines Referendums zu entgehen.
Siehe unter: http://www.gigaherz.ch/perverser-geht-es-nicht-mehr/
Gigaherz wird alle rechtlichen und politischen Mittel ausschöpfen um diesen Unfug zu verhindern.
Hans-U. Jakob ( http://www.gigaherz.ch )

Re: Private Firmen brauchen Subventionen

Verfasst: 19. Oktober 2014 17:28
von nobody
Ich möchte an dieser Stelle etwas näher auf die Medienberichte (unter oben eingestellten Links) eingehen.
BAV-Sprecher Andreas Windlinger sagt zur Zeitung: «Verbesserter Handy-Empfang ist im Interesse der Kunden»
Wirklich interessannt ist, dass ein beachtlicher Haufen Leserbriefschreiber bezüglich eines früher erschienenen Artikels auf 20min gegen dieses Vorhaben ist. Von "wer das will soll es selber bezahlen" bis zu "unnötiger Luxus" gibt's einiges zu lesen.
In Sachen Handy-Empfang im Regionalverkehr ist die Schweiz an einigen Orten noch ein Entwicklungsland. Jüngste Tests der Fachzeitschrift «Connect» zeigten: Im Zürcher Regionalverkehr flogen die Tester bei jedem zehnten Anruf aus der Leitung.
Ooh, die armen Junks. Tja, ohne die Streamingdienste hätte das Netz sicher heute schon genügend Kapazitäten. Aber nur, weil man sich nicht immer und überall mit seinem Lieblingsfilm vergnügen kann, ab und zu aus der Leitung fliegt, sind wir ein "Entwicklungsland"? Und dazu, dass der Vergleich an sich schon daneben ist, sage ich hier lieber nichts.
...planen bis 2020 Investitionen in Höhe von 300 Millionen Franken.
SBB, Swisscom, Sunrise und Orange hatten im September angekündigt, dass sie diese Summe in einen besseren Handy-Empfang im Regionalverkehr investieren möchten - unter der Bedingung, dass Kantone und Bund sich beteiligen.
Der (von mir) hervorgehobene Satz ist der Gipfel der Dreistigkeit. Andernorts würde man so etwas Erpressung nennen, aber hier? Hm, haben sich die Anbieter derart massloss überschätzt und soviel Geld für die Verstrahlungslizenzen ausgegeben, so dass sie jetzt kein Geld mehr für die Infrastruktur locker haben und beim Staat (in frechster Weise) Unterstützung einfordern müssen? Nein, dass diese Unternehmen mit ihrem giftigen Geschäft abartige Gewinne einfahren und die notwendige(?) Infrastruktur locker selber berappen könnten, das ist die Wahrheit. Aber eben, wie jammerte nochmal Dagobert Duck so treffend, als Seine Gewinne um 0,1% zurück gingen: "Wenn das so weiter geht, bin ich in 123456 Jahren pleite". Sprich, diese 'Armen' stehen kurz vor dem Ruin, wenn man ihnen nicht unter die Arme greift.