Neues Gesetz sorgt für hitzige Debatte um Handystrahlen
Verfasst: 18. Oktober 2014 11:11
Neues Gesetz sorgt für hitzige Debatte um Handystrahlen
Schweiz
Sind Handystrahlen gesundheitsschädlich? Im Parlament wird darüber gestritten, ob die Grenzwerte noch zeitgemäss sind. Strahlen-Gegner warnen vor den Folgen eines neuen Bundesgesetzes(...)
Beim Stichwort «Verschwörungstheorie» reagiert Peter Schlegel vom Dachverband Elektrosmog ungehalten. Es ist ein Vorwurf, den er öfters zu hören kriegt – und das nervt ihn. Denn für ihn steht fest: Handystrahlen schaden der Gesundheit.
Demnächst entscheidet der Nationalrat über ein neues Gesetz zum Schutz vor Gefährdungen durch nichtionisierende Strahlung und Schall – kurz Nissg. Das Gesetz befasst sich in erster Linie mit Laserpointern, der Dachverband Elektrosmog meint aber, das Gesetz öffne «Schleusen für zukünftige Funkanwendungen».
Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) antwortet darauf lediglich, die Handystrahlen seien zwar im Geltungsbereich des Gesetzes enthalten, «im Fokus stehen aber vor allem Regelungen im Bereich Solarien, Laserpointer und kosmetische Anwendungen».
Im neuen Gesetz steht, dass die «Gesundheit des Menschen nicht oder nur geringfügig gefährdet» werden darf. Der Nationalrätin Yvonne Gilli (Grüne) ist das ebenfalls ein Dorn im Auge. Sie sieht darin «eine Gefahr für die Weiterführung des Vorsorge-Gedankens».
Das Vorsorgeprinzip schützt die Bevölkerung vor Umwelteinflüssen, «auch wenn keine schlüssigen wissenschaftlichen Beweise vorliegen». Es sorgt dafür, dass bereits beim Verdacht einer Gesundheitsgefährdung Vorkehrungen getroffen werden.
Handy produziert Wärme
Der Verein Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz ist «sehr besorgt», dass die Strahlung von Handys und anderen Geräten «trotz den aktuell geltenden Gefährdungsgrenzwerten die Gesundheit unserer Bevölkerung mittel- und langfristig angreift». Der Verein, dem auch Nationalrätin Gilli angehört, setzt sich ein bei Themen wie Gentechnik, Atomstrom oder auch gegen den Bau einer zweiten Gotthardröhre. Ein Anliegen sind auch tiefere Immissionswerte für Handyantennen.
Es sind die «nicht-thermischen» Auswirkungen, die Yvonne Gilli Sorgen machen. Was heisst das? Wenn ein Handy strahlt, produziert es Wärme. In der Regel werden nur diese «thermischen» Auswirkungen im Hochfrequenzbereich gemessen. Peter Schlegel fordert im Hinblick auf nicht-thermische Effekte: «Politiker müssen endlich auch neue wissenschaftliche Studien zur Kenntnis nehmen.» Und diese Studien gibt es.
Mehr...Kleine Zeitung 14.10.2014
Schweiz
Sind Handystrahlen gesundheitsschädlich? Im Parlament wird darüber gestritten, ob die Grenzwerte noch zeitgemäss sind. Strahlen-Gegner warnen vor den Folgen eines neuen Bundesgesetzes(...)
Beim Stichwort «Verschwörungstheorie» reagiert Peter Schlegel vom Dachverband Elektrosmog ungehalten. Es ist ein Vorwurf, den er öfters zu hören kriegt – und das nervt ihn. Denn für ihn steht fest: Handystrahlen schaden der Gesundheit.
Demnächst entscheidet der Nationalrat über ein neues Gesetz zum Schutz vor Gefährdungen durch nichtionisierende Strahlung und Schall – kurz Nissg. Das Gesetz befasst sich in erster Linie mit Laserpointern, der Dachverband Elektrosmog meint aber, das Gesetz öffne «Schleusen für zukünftige Funkanwendungen».
Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) antwortet darauf lediglich, die Handystrahlen seien zwar im Geltungsbereich des Gesetzes enthalten, «im Fokus stehen aber vor allem Regelungen im Bereich Solarien, Laserpointer und kosmetische Anwendungen».
Im neuen Gesetz steht, dass die «Gesundheit des Menschen nicht oder nur geringfügig gefährdet» werden darf. Der Nationalrätin Yvonne Gilli (Grüne) ist das ebenfalls ein Dorn im Auge. Sie sieht darin «eine Gefahr für die Weiterführung des Vorsorge-Gedankens».
Das Vorsorgeprinzip schützt die Bevölkerung vor Umwelteinflüssen, «auch wenn keine schlüssigen wissenschaftlichen Beweise vorliegen». Es sorgt dafür, dass bereits beim Verdacht einer Gesundheitsgefährdung Vorkehrungen getroffen werden.
Handy produziert Wärme
Der Verein Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz ist «sehr besorgt», dass die Strahlung von Handys und anderen Geräten «trotz den aktuell geltenden Gefährdungsgrenzwerten die Gesundheit unserer Bevölkerung mittel- und langfristig angreift». Der Verein, dem auch Nationalrätin Gilli angehört, setzt sich ein bei Themen wie Gentechnik, Atomstrom oder auch gegen den Bau einer zweiten Gotthardröhre. Ein Anliegen sind auch tiefere Immissionswerte für Handyantennen.
Es sind die «nicht-thermischen» Auswirkungen, die Yvonne Gilli Sorgen machen. Was heisst das? Wenn ein Handy strahlt, produziert es Wärme. In der Regel werden nur diese «thermischen» Auswirkungen im Hochfrequenzbereich gemessen. Peter Schlegel fordert im Hinblick auf nicht-thermische Effekte: «Politiker müssen endlich auch neue wissenschaftliche Studien zur Kenntnis nehmen.» Und diese Studien gibt es.
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