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Witthöft-Studie - Südd. Zeitung - Presserat

Verfasst: 27. November 2014 18:39
von Eva Weber
Witthöft-NOCEBO-Studie – Südd. Zeitung

Spatenpauli hat erneut meine Beschwerde beim Presserat
viewtopic.php?f=2&t=40508
und dessen Entscheidung (Hinweis an die Süddeutsche Zeitung auf sorgfältigere Recherche) aufgegriffen und sich mit Dr. Witthöft, bzgl. der strittigen Darstellung der NOCEBO-Studie Rubin/Witthöft in Verbindung gesetzt.

http://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=58715
Ich zitiere hieraus:

„Großen Bahnhof gab es noch einmal 2014, als die Süddeutsche das Studienresultat nicht richtig wiedergab, und deshalb Frau W. aus O. in M. erfolgreich den Presserat einschaltete.
Wie ein roter Faden zieht sich durch viele Kommentare und Berichte, die sich mit der Witthöft-Studie beschäftigten, das Unverständnis für das, was die tatsächlichen Studienresultate ausmacht. Selbst Frau W., die sich ausgiebig mit der Arbeit beschäftigt und von Michael Witthöft persönlich Auskünfte eingeholt hat, weiß über die Fehlinterpretation der Arbeit viel zu berichten, über die richtige Interpretation jedoch nichts. Und weil es mir bis gestern nicht viel besser erging, habe ich bei Dr. Witthöft noch einmal gezielt nachgefragt. Die wichtigsten Ergebnisse des langen Gesprächs gebe ich nachfolgend komprimiert wieder:“
Fettdruck von mir.

Auffallend ist hierbei: “.....Und weil es mir bis dahin nicht viel besser erging.....“, also bis zum 11.11.2014, an dem er sich endgültig mit Dr. Witthöft in Verbindung setzte, schrieb Spatenpauli schon am 21. Aug. 2014

http://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=58103

„Wie Eva W. den Presserat angeschmiert hat" (Allgemein)
spatenpauli , München, Donnerstag, 21. August 2014, 10:42 (vor 97 Tagen) @ spatenpauli

"Eva W. aus O. in M. war über einen Artikel in der Süddeutschen empört, und wandte sich deshalb an den Presserat. Dieser hat im Juni 2014 mit 6:1 Stimmen befunden, dass die Beschwerde von Frau W. begründet sei. Infolgedessen erhielt die Redaktion der Süddeutschen vom Presserat einen "Hinweis" (siehe Hintergrund).
Das ist, bei Licht besehen, eigentlich ein dicker Hund: Eva hat den Presserat für Ihre Zwecke instrumentalisiert.

Ich habe mir soeben erlaubt, den Presserat in einer E-Mail darauf hinzuweisen, dass er mMn durch die Vertreterin einer Interessengruppe instrumentalisiert wurde.“
Fett von mir.

Das IZgMF, Herr Schall (Spatenpauli) verunglimpft mich also nicht nur in seinem Forum wo immer möglich, sondern auch noch beim Presserat.

1. Wie Eva W. den Presserat angeschmiert hat.
2. Bei Licht besehen, ein dicker Hund.
3. Eva hat den Presserat für Ihre Zwecke instrumentalisiert.

Und das, obwohl wie oben angegeben, es ihm damals am 21.8.2014 an Klarheit fehlte, und er diese erst durch ein ausführliches Gespräch mit Dr. Witthöft am 11.11.2014 erhielt.

Fortsetzung folgt

Eva Weber

Re: Witthöft-Studie - Südd. Zeitung - Presserat

Verfasst: 28. November 2014 10:36
von Eva Weber
Fortsetzung


Spatenpauli schreibt, dass man diesen 3. Absatz der Pressemeldung genau lesen soll.

http://www.uni-mainz.de/presse/56071.php

Absatz 3:
"In den Untersuchungen, die Witthöft bei einem Aufenthalt am King's College London gemeinsam mit G. James Rubin durchgeführt hat, wurde den 147 Testpersonen zunächst ein Fernsehbericht gezeigt. Ein Teil der Versuchsteilnehmer bekam einen Dokumentarfilm des Senders BBC One zu sehen, in dem teilweise drastisch über die Gesundheitsgefahren von Mobilfunk- und WLAN-Signalen berichtet wurde. Der andere Teil schaute einen Bericht von BBC News über die Sicherheit von Internet- und Handy-Daten an. Anschließend wurden alle Probanden einem WLAN-Scheinsignal ausgesetzt, von dem sie aber annehmen konnten, dass es echt sei. Obwohl überhaupt keine Strahlung vorhanden war, entwickelten einige Probanden die typischen Symptome: 54 Prozent der Testpersonen berichteten über Beunruhigung und Beklemmung, Beeinträchtigung ihrer Konzentration oder Kribbeln in den Fingern, Armen, Beinen und Füßen. Zwei Teilnehmer haben den Test vorzeitig beendet, weil ihre Symptome so stark waren, dass sie sich nicht länger der vermeintlichen WLAN-Strahlung aussetzen wollten. Es zeigte sich, dass die Symptome bei Personen mit erhöhter Ängstlichkeit, die vor der Scheinexposition den Dokumentarfilm über mögliche Gefahren von elektromagnetischer Strahlung gezeigt bekamen, am stärksten ausfielen.


Und weiter Absatz 4: „Die Studie zeigt, in welchem Maße reißerische Medienberichte, denen oft die wissenschaftliche Grundlage fehlt, auf die Gesundheit großer Bevölkerungsteile Einfluss nehmen können …." Fettdruck von mir.

Herr Dr. Witthöft äußerte Herrn Schall (Spatenpauli) gegenüber, dass er sich über die Fehlinterpretation seiner Arbeit ärgere.
Warum enthielt die oben angeführte Pressemeldung der Uni Mainz nicht die so wichtigen Informationen, um Fehlinterpretationen zu vermeiden, nämlich lt. erhaltener Auskunft von Dr. Witthöft: „In der Gruppe mit dem 'WiFi-Gefahrenfilm' berichteten 42 von 76 Personen über Symptome. In der neutralen Filmbedingung berichteten 40 von 71 Personen entsprechende Symptome“. Warum wurde dies auch in dem Artikel der Süddeutschen Zeitung nicht klar zum Ausdruck gebracht, den doch so viele Menschen lesen konnten? Wie klar waren die Auskünfte von Dr. Witthöft? Wo waren da etwas gründlichere Fragen des Redakteurs? (Vom Rechtsbeistand der SZ, der mich zur Rücknahme meiner Beschwerde bewegen wollte, wurde mir am Telefon mitgeteilt, dass der Redakteur sich zweimal telefonisch. mit Dr. Witthöft in Verbindung gesetzt hat).

Die Pressemeldung eines Psychologen der renommierten Uni-Mainz, erschienen in zahlreichen Zeitungen, in Ärzteblättern, sollte mMn zumindest nach zweimaligem Lesen klar verständlich sein. Diese aber ließ doch von Anfang an beim Leser den Eindruck entstehen, dass Auswirkungen einer WLAN-Scheinbefeldung, da von der Gesamtzahl der Probanden die Symptome verspürten, lediglich eine Prozentzahl, nämlich 54, also gut die Hälfte der 147 Teilnehmenden, angegeben wurde, es sich wohl um diejenigen handelt, die den „reißerischen“ WLAN-Film gesehen hatten. An sich eine logische Schlussfolgerung!

Süddeutsche Zeitung: “Wer den warnenden Film gesehen hatte und Mobilfunk ohnehin mit einer gewissen Ängstlichkeit betrachtete, horchte so sehr in sich hinein, dass er die richtigen Symptome spürte und verstärkte.“

1.Hier geht es ausschließlich um diejenigen Probanden, die den warnenden Film gesehen hatten.
2.Wo blieben diejenigen 40 von 71 Probanden, die den normalen Film gesehen hatten und ebenso Symptome aufzeigten?

Auf der ganzen Linie missverständlich! Ich drücke es einfach gelinde so aus.

Im übrigen wurde in der Süddeutschen Zeitung auch noch die ganze vorgetäuschte Wlan-Befeldungs-Zeremonie ausführlich beschrieben: „Witthöft befestigte dazu Antennen auf den Köpfen der Teilnehmer – natürlich unter einem glaubwürdigen Vorwand -, die mit einem blinkenden Gerät verbunden waren. Dabei handelte es sich vermeintlich um ein starkes WiFi: 'Dann bin ich aus dem Raum gegangen, um das weiter zu dramatisieren', sagt Witthöft. Es handelte sich um ein Schmierentheater: Das Gerät sendete keine Signale, das Einzige, was daran funktionierte, war das blinkende Licht.“

Wenn solche Art von Studien-Design in Bezug auf Mobilfunk im 21. Jahrhundert federführend ist, dann sind wir ja m.E. vom Mittelalter nicht mehr so weit entfernt!

Auf Grund des umfangreichen Versuchsaufbaus, erlaube ich mir noch eine Frage: Welcher Befeldung waren die Probanden in dem Raum, in dem die ganze Täuschung aufgebaut war (Helm auf dem Kopf, Kabelverbindung zum Notebook, Blinklicht, etc.), tatsächlich ausgesetzt? Wurde dies vorab und während der angeblichen WLAN-Befeldung überprüft?

Über die Hälfte der Probanden litten sozusagen mehr oder weniger unter irgendwelchen Ängsten, egal welchen Film sie sahen, und diese Ängste steigerten sich so sehr, dass sie Kopfschmerz, Krippeln usw. während einer vermeintlichen WLAN-Befeldung verspürten. Das ist schwer vorzustellen, da sie doch sicher fast alle ein Handy nutzten, vielleicht sogar WLAN – ausgesuchte Elektrosensible waren ja m.E. nicht dabei.

Meinung:
Psychologen wissen wie Menschen normalerweise auf Presseartikel reagieren. Das weiß auch jeder Werbefachmann, und Journalisten wissen es meistens auch. Darüber dass Dr. Witthöft, wie er sagt, nicht wusste, wie Menschen auf seine Pressemeldung zur NOCEBO-Studie, im Namen einer renommierten Universität verbreitet, reagieren, muss ich mir leider meinen eigenen Reim machen, zumal am Schluss der Pressemitteilung noch die entsprechende Empfehlung an die Medien erfolgte: Wissenschaft und Medien müssten bezüglich neuer Technologien unbedingt stärker zusammen arbeiten. Laienhafte Schlussfolgerung: Zurückhaltung in Berichten über evtl. Mobilfunkauswirkungen, weil dies die Bevölkerung krank machen könnte. Erfolgende Einflussnahme - hier sogar Aufforderung an die Medien - zeigt leider ihre Wirkung immer stärker. Jeder der Leserbriefe schreibt und auch nur elektromagnetische Felder anspricht, weiß, dass diese Leserbriefe, wenn überhaupt, nur einmal gelesen werden und dann ziemlich zuverlässig in der Ablage verschwinden. Das war vor ein paar Jahren noch nicht so.

Der Süddeutschen Zeitung halte ich vor, dass sie ohne genauer zu hinterfragen, unkritisch Dinge schreibt, die im Endeffekt Menschen, die unter elektromagnetischen Feldern leiden, weil öffentlich als nur ängstlich hingestellt, das Leben noch schwerer machen, als es für sie ohnehin schon ist. Und außerdem soll wohl keiner der Leser auf die Idee kommen, dass elektromagnetische Felder evtl. verschiedene Beschwerden auslösen könnten. Wer will schon, und vor allen Dingen, wer kann es sich leisten, als Phobiker zu gelten?

Ein wenig gründlichere Recherche durch die Süddeutsche Zeitung, und der Bericht hätte nicht so ausfallen können, bei aller Liebe zur mobilen Kommunikation. Genau das sah der Deutsche Presserat ebenso.

Eva Weber