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IZgMF kurios

Verfasst: 7. Mai 2016 12:24
von Eva Weber
Das IZgMF agiert in meinen Augen zunehmend kurioser.

http://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=61083

Spatenpauli schreibt:
"Hinterher schlau sein ist keine Kunst. Doch als vor 120 Jahren Conrad Röntgen die X-Strahlen entdeckte, war das eine Sensation, ein Jahrmarkt-Gag. Von den gefährlichen Nebenwirkungen ahnte niemand etwas. Völlig verstrahlt starben Forscher und Mediziner zu Hunderten."

"Hinterher ist man immer schlauer". Das stammt tatsächlich von Spatenpauli. Das bedeutet aber auch beim IZgMF, dass man Menschen, die vor dem "Hinterher" schon von einer Technik betroffen waren, erst einmal niederzumachen hat, damit dem Geschäft nicht geschadet wird.

Deutlich zu sehen am Eintrag von KlaKla:
"Der Schuh-Röntgenautomat, wurde genutzt, um die richtige Schuhgröße der Kunden zu bestimmen, Anfang der 60er Jahre wurde er wegen der Röntgenstrahlen verboten."

Und tatsächlich hat trotz hunderter verstrahlter Menschen angeblich keiner was von Gefährlichkeit gewusst? Bis 1960? Bevorzugt Kinderfüße wurden in die Automaten gesteckt. Auch die meinen. Aber, dadurch dass man so gut wie keinen Pfennig Geld hatte und höchstens einmal jährlich Schuhe bekam, selten neue, war die Gefahr nicht so groß.

Gepulste elektromagnetische Felder (Mobilfunk, Radar) gelten bis heute als unbedenklich, in keiner Weise die Gesundheit beeinträchtigend. Die IARC Einstufung in 2b "möglicherweise krebserregend" ist praktisch ad acta gelegt, es sei denn, das Handy ist direkt am Ohr. Die nicht endende Aufrüstung der Infrastruktur, um die einwandfreie Nutzung der Endgeräte sicher zu stellen, beweist die fehlende Absicht zu Vorsicht. Sollte es einmal anders sein, so haben eben welche Pech gehabt. Macht ja nichts, dass wir, das IZgMF, sie als Phobiker, nützliche Idioten etc. hingestellt haben, zugunsten von Firmen die Abschirmmaterialien anbieten. Ersteres wurde uns ja von Behörden und Medizinern vorgegeben. Wenn es einmal anders kommt, eben das "Hinterher" eintreffen sollte, stellt sich die Frage nicht mehr, wer schlussendlich die nützlichen Idioten waren und in wessen Auftrag sie handelten. Die Frage, die sich heute schon stellt, auch angesichts des Buches "Späte Lehren aus frühen Warnungen" ist, mit welchem Recht, unter einer Technik Leidende, von anderen, denen diese keine Beschwerden, sondern nur Freude bereitet, nach allen Regeln der Kunst bekämpft werden.

"Unwissenheit schützt vor Strafe nicht!" Hier heißt es anders: "Angebliche Unwissenheit bzw. mögliches nicht hundertprozentiges Wissen, ermöglicht beinahe alles und schützt dabei noch zuverlässig vor Strafe!"

Eva Weber

Re: IZgMF kurios

Verfasst: 7. Mai 2016 16:25
von conviva
Ob es sich bei dem Zitat eines hier bekannten Autors um eine Einsicht handelt, vermag ich nicht zu beurteilen.

Doch allgemein gilt, hinterher schlauer werden ist besser als nie. Ich bin gespannt, was diebezüglich bei mir noch so kommt. Schon deswegen denke ich in diesem Zusammenhang lieber nicht in Begriffen wie "Strafe".
Mir geht es vielmehr um Einsicht. Zu ihr kann man auf unterschiedlichen Wegen gelangen. Wer könnte für sich beanspruchen, dass er es überschaute und in der Hand hätte, wie Einsicht sich beim ihm selbst einstellt? Und daher noch viel weniger, in welcher Weise Andere zu Einsicht zu kommen hätten. Wenn eine Auseinandersetzung mit Argumenten geführt wird, geht es vordergründig um Inhalte, also um das Was. Zugleich geht es hintergründig noch mehr um die Bedeutung, die dem Wie dabei zukommt. Darum meinte Goethe: "Das Was bedenke, doch mehr bedenk' das Wie." Das Wie ist immer mehr als das, was man schon überschaute. Es kommt ein unbestimmbares Moment hinzu, das zur Einsicht führt. Daher helfen hierbei Vorstellungen um so weniger weiter, je fester sie sind. So rät das NT: "Urteilt nicht, damit ihr nicht in gegenseitges Verurteilen verfallt." Und euch so von der Möglichkeit zur Einsicht zu gelangen immer weiter entfernt. Dem wirkt entgegen, es frei mit Thaddeus Golas zu halten: "Der Einsicht ist es egal, wie Du zu ihr kommst." Hauptsache Du willst sie.

Re: IZgMF kurios

Verfasst: 7. Mai 2016 20:22
von Eva Weber
Meinen vorangegangenen Artikel schrieb ich aufgrund der Tatsache, dass auf den Seiten des IZgMF seit 2011 folgender Artikel steht und dazugelernt wird nichts.

Elektrosmog: 100 Jahre Angst und Panikmache

http://www.izgmf.de/Aktionen/Meldungen/ ... osmog.html

Vieles wusste man 1911 in Bezug auf Strahlung noch nicht, aber einiges doch schon. Ärzte und Wissenschaftler waren an Strahlung gestorben. Man wusste von Funkschäden der Marconisten. Zu dem dem Artikel beigefügten Foto weiß der Verfasser vor 100 Jahren folgendes zu sagen:

"Dass diese elektrischen Wellen furchterregend sind bekräftigt die auf dieser Seite abgebildete Photographie. Eine während Übertragungsversuchen in einer Marconi-Station den Wellen ausgesetzte Fotoplatte zeigt Lichterscheinungen, von denen angenommen wird, es seien die elektrischen Strahlen, die die ausgesendete Mitteilung übertragen. Das Bild ist gewissermaßen die Photographie einer Funkmitteilung."

Es gibt einen Film von Tschernobyl in dem deutlich die Strahlung sichtbar ist.
Lange hat es gedauert, bis man alleine Schäden durch ionisierende Strahlung anerkannte. KlaKla schreibt es deutlich. Erst in den 60er Jahren wurde das Röntgen beim Schuhkauf verboten. Die Industrie, gestützt z.T. von entsprechender Wissenschaft, lässt sich ihr Geschäft nicht so schnell schmälern. Bekannt war die Schädigung schon Jahrzehnte. Die Radarsoldaten hatten trotzdem jahrelang zu kämpfen. Einer wollte Schmerzensgeld aufgrund zahlreicher Operationen. Abgewiesen, nichts ist bewiesen. Deren schwer geschädigte Kinder bemühen oder bemühten mWn jahrelang die Gerichte, doch nichts ist bewiesen.

Diesen ganzen Artikel, der auf die Anfänge von Strahlung zurückführt, muss man gelesen haben. Man muss gelesen haben, wie der Verfasser lächerlich gemacht wird. Dieser Artikel, geschrieben vor 100 Jahren, wird, obwohl er genug Kritisches enthält, in negativster Weise auf Elektrosensible bezogen, ja es ist von einem Aprilscherz die Rede. Ein Scherz über elektromagnetische Strahlung, beginnend vor über 100 Jahren, fortgesetzt lt. IZgMF am

"30. April 2011 – Kongress “Elektrosmog-Betroffener”
fett durch mich.

"Viel geändert hat sich in den vergangenen 100 Jahren nicht. Und ausgerechnet zum 100sten Jahrestag der Veröffentlichung in der Zeitung “The Atlanta Constitution” hält ein Schweizer Verein “Elektrosmog-Betroffener” in Bern am 30. April 2011 seinen alljährlichen Kongress ab. Der Rahmen ist eher bescheiden, man tagt, der Funkwellen wegen, in den Kellerräumen eines Hotels, sieht sich amüsierter Kritik von außen ausgesetzt, und sollten sich auch nur 240 Betroffene aus den D-A-CH-Ländern dort einfinden, erlebt der Verein das Allzeithoch seiner Geschichte. Unter den fünf Referenten dieser Veranstaltung befinden sich drei Professoren, ein “Master of Science” und ein “Chairman”. Akademische Titel galten im gemeinen Volk schon immer als Garant für Kompetenz. Dass die Personen hinter den klangvollen Titeln dieser Erwartung nicht immer gerecht werden, ist heute so wie vor 100 Jahren"


"Hinterher ist man immer schlauer", sagt Spatenpauli. Das brachte mich dazu den vorangegangenen Artikel zu schreiben. Fragt sich nur, wann dieses "Hinterher" bei ihm zumindest einmal einen leisen Anfang nimmt?

Eva Weber

Re: IZgMF kurios

Verfasst: 8. Mai 2016 11:43
von Helmut Breunig
Vortrag von Paul Watzlawick
Wenn die Lösung das Problem ist

https://www.youtube.com/watch?v=M7aMmiMrYmU

44 Minuten Muse zum Anhören dieses Vortrags können inspirierend sein, um sich vom Druck der Erwartung bestimmter Lösungen zu befreien. Eine Beförderung der Fähigkeit, sich der Last, die man sich durch andere auferlegt sieht, anders gegenüber zu stellen.

Re: IZgMF kurios

Verfasst: 8. Mai 2016 15:24
von Eva Weber
Antwort auf conviva
conviva hat geschrieben: Ob es sich bei dem Zitat eines hier bekannten Autors um eine Einsicht handelt, vermag ich nicht zu beurteilen.

Doch allgemein gilt, hinterher schlauer werden ist besser als nie. Ich bin gespannt, was diebezüglich bei mir noch so kommt. Schon deswegen denke ich in diesem Zusammenhang lieber nicht in Begriffen wie "Strafe".
Mir geht es vielmehr um Einsicht. Zu ihr kann man auf unterschiedlichen Wegen gelangen. Wer könnte für sich beanspruchen, dass er es überschaute und in der Hand hätte, wie Einsicht sich beim ihm selbst einstellt? Und daher noch viel weniger, in welcher Weise Andere zu Einsicht zu kommen hätten. Wenn eine Auseinandersetzung mit Argumenten geführt wird, geht es vordergründig um Inhalte, also um das Was. Zugleich geht es hintergründig noch mehr um die Bedeutung, die dem Wie dabei zukommt. Darum meinte Goethe: "Das Was bedenke, doch mehr bedenk' das Wie." Das Wie ist immer mehr als das, was man schon überschaute. Es kommt ein unbestimmbares Moment hinzu, das zur Einsicht führt. Daher helfen hierbei Vorstellungen um so weniger weiter, je fester sie sind. So rät das NT: "Urteilt nicht, damit ihr nicht in gegenseitges Verurteilen verfallt." Und euch so von der Möglichkeit zur Einsicht zu gelangen immer weiter entfernt. Dem wirkt entgegen, es frei mit Thaddeus Golas zu halten: "Der Einsicht ist es egal, wie Du zu ihr kommst." Hauptsache Du willst sie.
"Der Einsicht ist es egal, wie Du zu ihr kommst."

Natürlich ist es der Einsicht egal, wie man schließlich zu ihr kommt. Es ist ihr auch egal, wie lange gebraucht wird, um zu ihr zu kommen. Nur, den von etwas Betroffenen, wird vielleicht der Weg zu lang. Einfach warten auf Einsicht, noch dazu wenn es sich um Wirtschaftsunternehmen handelt, deren vordergründiges Denken doch der Umsatz ist, dann kann das schon etwas länger dauern. Deren entsprechende Vertreter sind ja nicht untätig. Derzeit akut erkennbar an Glyphosat, wobei es mir nicht darum geht, dass nun hier bei uns im Bier etwas gefunden wurde. Wie lange weiß man schon von den verheerenden Folgen bei der flächendeckenden Soja-Produktion in Südamerika? Schon vor etwa 3-4 Jahren gab es einen ausführlichen Film, worin eine Mutter gezeigt wurde, deren Kind daran gestorben ist. Sie führte einen langen Prozess gegen Monsanto, den sie sogar gewann. Kam deswegen irgendeine Einsicht? Nein, nun steht das Verbot zur Debatte. Das Deutsche Bundesamt für Risikobewertung sprach sich gegen ein Verbot aus.

In Bezug auf RF-Strahlung können wir noch lange warten. Vorerst wird gefördert wo es nur geht. Damit eifrige Smartphone-Nutzer nicht verunfallen bzw. Unfälle verursachen, werden nun sogar Steuergelder verwendet zur Installation von Bodenbeleuchtung. Diese Technik wird gefördert nach allen Regeln der Kunst. Diejenigen, die darunter leiden, erliegen verschiedenen Methoden, falls sie ihre Meinung äußern.

Conviva sagt:
"Wer könnte für sich beanspruchen, dass er es überschaute und in der Hand hätte, wie Einsicht sich beim ihm selbst einstellt? Und daher noch viel weniger, in welcher Weise Andere zu Einsicht zu kommen hätten."

Man möge auch mit mir nachsichtig sein, denn ich persönlich überschaue es tatsächlich noch nicht zur Gänze, wie es um meine Einsicht steht. Vielleicht sind diejenigen auf dem Weg zur Einsicht schon einiges weiter, die sagen: "Da kann man nichts machen, das ist unsere Zeit."

Nix für ungut, sagt man in Bayern!
Eva Weber