Nachbarschaft
Verfasst: 15. Februar 2017 17:53
EBNAT-KAPPEL SG - Heidi Bertin (69) aus Ebnat-Kappel leidet an einer seltenen Lungenkrankheit. Der Qualm des Kamins ihres Nachbarn führt sie jetzt bis vor Bundesgericht.
Nur wenige Meter trennen Heidi Bertin (69) von ihrem schlimmsten Albtraum. Immer, wenn Nachbar A. K.* bei seinem Ferienhaus in Ebnat-Kappel SG vorfährt, bekommt die pensionierte Zeichnungslehrerin Todesangst. Bertin leidet unter der Lungenkrankheit Multiple Chemical Sensivity – abgekürzt MCS. Sie weiss: Schon bald wird der Kamin wieder qualmen – und ihr geht es dann schlecht.
Höllische Schmerzen wegen Rauch
«Die wollen uns ausräuchern und gehen dafür über Leichen», sagt Bertin. Zieht der Rauch des Nachbarn zur ihr hinüber, klagt die Rentnerin über Herz-Rhythmus-Störungen, Krämpfe am Oberarm, einen pulsierend heissen Kopf. Ihr guter Freund Paul Aeberli (67) bestätigt: «Wenn der Rauch kommt, hält es Heidi kaum mehr aus!»
Ihre Reklamationen will nebenan niemand hören. Obwohl der Nachbar von Bertins Leiden weiss, feuert er immer wieder an. Um seine Räume zu heizen, aber auch aus Vergnügen, vermutet die MCS-Patientin: «Der will mich kaputt machen!» A. K. kontert: «Wir wussten nichts von ihrer Krankheit, als wir den Ofen umgebaut haben. Die Anlage ist topmodern!»
Der Nachbar braucht eine andere Heizung
Über einen Russfilter im Kamin von K. konnten sich die zerstrittenen Nachbarn nicht einigen. «Das würde auch nicht viel nützen», sagt Bertin. Sie fordert, dass K. bei sich eine umweltfreundliche Heizung einbaut. Aber: Dieser ist dazu nicht bereit.
Schon zwei Mal blitzte Heidi Bertin mit ihrer Kaminbeschwerde vor den Richtern ab. Hauptproblem: Ihre MCS-Erkrankung wird in der Schweiz nicht anerkannt, obwohl ihr Leiden real ist. Trotzdem zieht sie jetzt bis vor Bundesgericht. Die Chancen auf einen Sieg dürften minimal sein. Paul Aeberli ergänzt: «Wir wollen alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen!»
Heidi Bertin fehlt die Kraft
Wäre umziehen nicht einfacher? Bertin winkt ab. Als sie vor vier Jahren nach Ebnat-Kappel zog, war die Welt noch in Ordnung: «Da rauchte der Kamin noch nicht. Jetzt ist es der blanke Horror!» Die gebürtige Zürcherin ist verzweifelt und am Ende ihrer Kräfte: «Wieder zügeln? Unmöglich, ich kann nicht mehr!» Nachbar A. K. sieht die Lage gegenüber BLICK nüchtern: «Sie wohnt einfach am falschen Ort, und jetzt terrorisiert sie die ganze Umgebung!»
http://www.blick.ch/news/schweiz/heidi- ... 22622.html
Kommentar: So geht es auch den Elektrosensiblen. Auch diese sind noch zuwenig offiziell anerkannt und deshalb rechtlos, dass die Nachbarn nicht Hand zu bieten brauchen für eine Lösung, womit die Betroffenen ein menschenwürdiges Leben führen können. Es gibt z.B. immer noch kein automatisch abschaltendes W-Lan oder Powerline. In einer Wohnung können schwer Betroffene kaum mehr leben, wo gibt es noch solche mit Mitbewohnern ohne W-Lan, Powerline, DECT oder Handys, Abschirmen hilft oft zuwenig. Mit der geplanten Abschaltung des analogen Festnetzes werden meist auch ältere Menschen, die bisher manchmal nur Telefon hatten, meistens W-Lan erhalten, wenn sie sich nicht bewusst für eine Verkabelung einsetzen. Ausserdem können auch verkabelte Boxen mit ausgeschaltetem W-Lan z.B. bei Updates von selbst wieder W-Lan einschalten, was Probleme mit Nachbarn auslösen kann.
Nur wenige Meter trennen Heidi Bertin (69) von ihrem schlimmsten Albtraum. Immer, wenn Nachbar A. K.* bei seinem Ferienhaus in Ebnat-Kappel SG vorfährt, bekommt die pensionierte Zeichnungslehrerin Todesangst. Bertin leidet unter der Lungenkrankheit Multiple Chemical Sensivity – abgekürzt MCS. Sie weiss: Schon bald wird der Kamin wieder qualmen – und ihr geht es dann schlecht.
Höllische Schmerzen wegen Rauch
«Die wollen uns ausräuchern und gehen dafür über Leichen», sagt Bertin. Zieht der Rauch des Nachbarn zur ihr hinüber, klagt die Rentnerin über Herz-Rhythmus-Störungen, Krämpfe am Oberarm, einen pulsierend heissen Kopf. Ihr guter Freund Paul Aeberli (67) bestätigt: «Wenn der Rauch kommt, hält es Heidi kaum mehr aus!»
Ihre Reklamationen will nebenan niemand hören. Obwohl der Nachbar von Bertins Leiden weiss, feuert er immer wieder an. Um seine Räume zu heizen, aber auch aus Vergnügen, vermutet die MCS-Patientin: «Der will mich kaputt machen!» A. K. kontert: «Wir wussten nichts von ihrer Krankheit, als wir den Ofen umgebaut haben. Die Anlage ist topmodern!»
Der Nachbar braucht eine andere Heizung
Über einen Russfilter im Kamin von K. konnten sich die zerstrittenen Nachbarn nicht einigen. «Das würde auch nicht viel nützen», sagt Bertin. Sie fordert, dass K. bei sich eine umweltfreundliche Heizung einbaut. Aber: Dieser ist dazu nicht bereit.
Schon zwei Mal blitzte Heidi Bertin mit ihrer Kaminbeschwerde vor den Richtern ab. Hauptproblem: Ihre MCS-Erkrankung wird in der Schweiz nicht anerkannt, obwohl ihr Leiden real ist. Trotzdem zieht sie jetzt bis vor Bundesgericht. Die Chancen auf einen Sieg dürften minimal sein. Paul Aeberli ergänzt: «Wir wollen alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen!»
Heidi Bertin fehlt die Kraft
Wäre umziehen nicht einfacher? Bertin winkt ab. Als sie vor vier Jahren nach Ebnat-Kappel zog, war die Welt noch in Ordnung: «Da rauchte der Kamin noch nicht. Jetzt ist es der blanke Horror!» Die gebürtige Zürcherin ist verzweifelt und am Ende ihrer Kräfte: «Wieder zügeln? Unmöglich, ich kann nicht mehr!» Nachbar A. K. sieht die Lage gegenüber BLICK nüchtern: «Sie wohnt einfach am falschen Ort, und jetzt terrorisiert sie die ganze Umgebung!»
http://www.blick.ch/news/schweiz/heidi- ... 22622.html
Kommentar: So geht es auch den Elektrosensiblen. Auch diese sind noch zuwenig offiziell anerkannt und deshalb rechtlos, dass die Nachbarn nicht Hand zu bieten brauchen für eine Lösung, womit die Betroffenen ein menschenwürdiges Leben führen können. Es gibt z.B. immer noch kein automatisch abschaltendes W-Lan oder Powerline. In einer Wohnung können schwer Betroffene kaum mehr leben, wo gibt es noch solche mit Mitbewohnern ohne W-Lan, Powerline, DECT oder Handys, Abschirmen hilft oft zuwenig. Mit der geplanten Abschaltung des analogen Festnetzes werden meist auch ältere Menschen, die bisher manchmal nur Telefon hatten, meistens W-Lan erhalten, wenn sie sich nicht bewusst für eine Verkabelung einsetzen. Ausserdem können auch verkabelte Boxen mit ausgeschaltetem W-Lan z.B. bei Updates von selbst wieder W-Lan einschalten, was Probleme mit Nachbarn auslösen kann.