Studie: Vertrauenslücken gegenüber Betreibern und Politik
Verfasst: 13. Juni 2018 16:51
Technikkritik ist keine Technikfeindlichkeit, stellt eine Studie aus Deutschland fest.
Akzeptanz von neuen Technologien - Es gibt keinen Blankoscheck
http://www.taz.de/Akzeptanz-von-neuen-T ... /!5509062/
Die Menschen in Deutschland sind nicht technikfeindlich, wie oft kolportiert wird. Eine Umfrage zeigt jedoch, dass Skepsis und Kritik verbreitet sind.
Die politisch brisantesten Befunde der Studie finden sich, eher versteckt, im Kapitel über die „Sicherheit des Stromnetzes“. Dort wurde auch nach der „Leistung und Glaubwürdigkeit der verantwortlichen Akteure“ gefragt: Behörden, Stromversorger, IT-Firmen, Politik, Sicherheitsorgane. „Alle untersuchten Institutionen, vor allem aber die Politik weist in der Wahrnehmung der Öffentlichkeit eine beängstigende Glaubwürdigkeits- und Vertrauenslücke auf“, stellen die TechnikRadar-Autoren fest.
Dieses institutionelle Versagen forciere das „Gefühl eines kollektiven Kontrollverlustes“, dem sich die Menschen ausgeliefert fühlen. Dies dürfe aber nicht als Technikfeindlichkeit missverstanden werden. „Nicht Technik, sondern gesellschaftliche Institutionen – allen voran die Hersteller und Betreiber von technischen Systemen sowie die Politik – sind die Adressaten der Kritik“. Breite Akzeptanz werde sich nur einstellen, wenn die Technik den gesellschaftlichen Bedürfnissen, darunter besonders den Sicherheitsbedürfnissen folge. Das betrifft den Datenschutz wie auch den Schutz kritischer Infrastrukturen.
Worüber nichts im Artikel steht: Das institutionelle Versagen betrifft auch die Behinderung der Aufklärung über gesundheitliche Risiken von Digitaltechnologien. Hier besteht bei Mobilfunk aktuell der größte Kontrollverlust. Ein zu schwieriges Thema für Zeitungsredakteure, die mit ihrem beruflichen Selbstverständnis, ihren gesellschaftlichen Vorstellungen und ihren wirtschaftlichen Bindungen vollständig in die totale Verbreitung dieser Technik verstrickt sind.
Links zur Studie:
TechnikRadar 2018
25. Mai 2018
http://www.acatech.de/de/publikationen/ ... -2018.html
Technik ist ein Motor von Innovation und Garant für Wohlstand in Deutschland. Sie kann zur Lösung globaler Herausforderungen beitragen, verändert aber auch auf vielfältige Weise unseren Alltag. Nicht immer stehen die entwickelten Produkte und Technologien im Einklang mit den Erwartungen derer, die sie nutzen oder die von ihnen betroffen sind.
Was die Deutschen über Technik denken, untersucht das TechnikRadar von acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und Körber-Stiftung in einem langfristigen Monitoring. Die Studie basiert auf einer regelmäßigen, bundesweit durchgeführten, repräsentativen Befragung der Deutschen. Erstellt und wissenschaftlich ausgewertet wird sie vom Zentrum für Interdisziplinäre Risiko- und Innovationsforschung der Universität Stuttgart. Die jährliche Analyse bietet fundierte Impulse für die öffentliche Debatte um den Stellenwert, die Gestaltung und die Regulierung technischer Innovationen. Sie dient auch als Frühwarnsystem, um mögliche Fehlentwicklungen des technologischen Wandels zu vermeiden. Aktuell stehen die Auswirkungen der Digitalisierung im Fokus.
Vielsagend, dass die einzige Erwähnung von Mobilfunkim Zusammenhang mit dem gesellschaftlichen Widerstand gegen Atomtechnik erscheint.
Gesellschaftliche Widerstände werden vor allem durch die externe Technik ausgelöst, beispielsweise durch Kernkraftwerke und Mobilfunkantennen, während sich Konsumtechnik und Technik am Arbeitsplatz einer großen Zustimmung in Deutschland erfreuen. Die gegenwärtige Entwicklung der Technik – hier muss insbesondere an die Digitalisierung gedacht werden – macht diese Unterscheidung problematisch. (S.14).
Das wussten Andere schon früher:
“Die aufgeregte Diskussion über die Kernenergie dürfte in Relation zu dem, was uns die Mobilfunknetze noch bescheren werden, nur ein laues Lüftchen sein!”
Dr. Wolfgang Bötsch, CSU, Bundespostminister, 1993
Derzeit befindet sich die Diskussion in einer Ruhe vor einem unausweichlich aufziehenden Sturm.
Akzeptanz von neuen Technologien - Es gibt keinen Blankoscheck
http://www.taz.de/Akzeptanz-von-neuen-T ... /!5509062/
Die Menschen in Deutschland sind nicht technikfeindlich, wie oft kolportiert wird. Eine Umfrage zeigt jedoch, dass Skepsis und Kritik verbreitet sind.
Die politisch brisantesten Befunde der Studie finden sich, eher versteckt, im Kapitel über die „Sicherheit des Stromnetzes“. Dort wurde auch nach der „Leistung und Glaubwürdigkeit der verantwortlichen Akteure“ gefragt: Behörden, Stromversorger, IT-Firmen, Politik, Sicherheitsorgane. „Alle untersuchten Institutionen, vor allem aber die Politik weist in der Wahrnehmung der Öffentlichkeit eine beängstigende Glaubwürdigkeits- und Vertrauenslücke auf“, stellen die TechnikRadar-Autoren fest.
Dieses institutionelle Versagen forciere das „Gefühl eines kollektiven Kontrollverlustes“, dem sich die Menschen ausgeliefert fühlen. Dies dürfe aber nicht als Technikfeindlichkeit missverstanden werden. „Nicht Technik, sondern gesellschaftliche Institutionen – allen voran die Hersteller und Betreiber von technischen Systemen sowie die Politik – sind die Adressaten der Kritik“. Breite Akzeptanz werde sich nur einstellen, wenn die Technik den gesellschaftlichen Bedürfnissen, darunter besonders den Sicherheitsbedürfnissen folge. Das betrifft den Datenschutz wie auch den Schutz kritischer Infrastrukturen.
Worüber nichts im Artikel steht: Das institutionelle Versagen betrifft auch die Behinderung der Aufklärung über gesundheitliche Risiken von Digitaltechnologien. Hier besteht bei Mobilfunk aktuell der größte Kontrollverlust. Ein zu schwieriges Thema für Zeitungsredakteure, die mit ihrem beruflichen Selbstverständnis, ihren gesellschaftlichen Vorstellungen und ihren wirtschaftlichen Bindungen vollständig in die totale Verbreitung dieser Technik verstrickt sind.
Links zur Studie:
TechnikRadar 2018
25. Mai 2018
http://www.acatech.de/de/publikationen/ ... -2018.html
Technik ist ein Motor von Innovation und Garant für Wohlstand in Deutschland. Sie kann zur Lösung globaler Herausforderungen beitragen, verändert aber auch auf vielfältige Weise unseren Alltag. Nicht immer stehen die entwickelten Produkte und Technologien im Einklang mit den Erwartungen derer, die sie nutzen oder die von ihnen betroffen sind.
Was die Deutschen über Technik denken, untersucht das TechnikRadar von acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und Körber-Stiftung in einem langfristigen Monitoring. Die Studie basiert auf einer regelmäßigen, bundesweit durchgeführten, repräsentativen Befragung der Deutschen. Erstellt und wissenschaftlich ausgewertet wird sie vom Zentrum für Interdisziplinäre Risiko- und Innovationsforschung der Universität Stuttgart. Die jährliche Analyse bietet fundierte Impulse für die öffentliche Debatte um den Stellenwert, die Gestaltung und die Regulierung technischer Innovationen. Sie dient auch als Frühwarnsystem, um mögliche Fehlentwicklungen des technologischen Wandels zu vermeiden. Aktuell stehen die Auswirkungen der Digitalisierung im Fokus.
Vielsagend, dass die einzige Erwähnung von Mobilfunkim Zusammenhang mit dem gesellschaftlichen Widerstand gegen Atomtechnik erscheint.
Gesellschaftliche Widerstände werden vor allem durch die externe Technik ausgelöst, beispielsweise durch Kernkraftwerke und Mobilfunkantennen, während sich Konsumtechnik und Technik am Arbeitsplatz einer großen Zustimmung in Deutschland erfreuen. Die gegenwärtige Entwicklung der Technik – hier muss insbesondere an die Digitalisierung gedacht werden – macht diese Unterscheidung problematisch. (S.14).
Das wussten Andere schon früher:
“Die aufgeregte Diskussion über die Kernenergie dürfte in Relation zu dem, was uns die Mobilfunknetze noch bescheren werden, nur ein laues Lüftchen sein!”
Dr. Wolfgang Bötsch, CSU, Bundespostminister, 1993
Derzeit befindet sich die Diskussion in einer Ruhe vor einem unausweichlich aufziehenden Sturm.