Hier zwei echte Fallen, die man von blossem Auge kaum erkennen kann:
Die Strahlungsfalle:
Zu Besuch bei Leuten, denen gerade das Telefon umgestellt wird: Der freundliche Herr der Swisscom bringt die Internet-Box light, packt sie aus, steckt alles zusammen, wartet etwas auf Computerverbindung – und es klappt auf Anhieb. Die Taste mit dem Strahlungszeichen WLAN ein / WLAN aus kenne ich von unserer eigenen Anlage her – sie leuchtet nicht, das ist ja mal gut. Die nötigen Instrumente habe ich allerdings dabei und siehe da: das WLAN strahlt trotzdem mit voller Stärke! Nanu, wie geht denn das ? Ich schalte das WLAN ein, die Strahlung bleibt unverändert, aber die Taste leuchtet jetzt, wie sie soll. Ich schalte WLAN wieder aus, das Licht unter der Taste verlöscht – und ERST JETZT schweigt der Sender!
Das ist aber eine wunderschöne Lösung: Wenn man gar nichts tut, so strahlt’s jedenfalls in der Wohnung, obgleich die Taste das Gegenteil anzeigt. Woher soll man wissen, dass zuerst ein-, dann wieder ausgeschaltet werden muss, und das Ausschalten erst jetzt gilt ? Wir denken uns den Normalbetrieb, wir gehen arbeiten, und vielleicht gibt’s einmal einen Stromausfall, ohne dass wir davon wissen. Was das bedeutet, wird klar sein: Niemand weiss je, ob es strahlt oder nicht. Selbst bei scheinbar abgestelltem WLAN (Taste ist dunkel) kann der Sender durchaus eingeschaltet sein.
Die Abofalle:
In jedem Lift muss das bisherige Analog-Telefon ausgewechselt werden. Das hat bei uns um die Fr. 1000.- gekostet. Per Zufall ist folgendes ausgekommen: Man hat vorher ein Telefon, und nachher auch. Es kommt vorher eine Swisscom-Rechnung, und nachher auch, im selben Betrag. Die Hausverwaltung zahlt also anstandslos die Rechnung – und wird noch jahrelang zahlen für ein Gerät, das es gar nicht mehr gibt. Die Rechnung für das Digitaltelefon bezahlt der Liftbetreiber, weil er die Liftdiagnose übers Telefon macht. Die Kosten verrechnet er mit einem etwas höheren Service-Vertrag wieder den Hausbewohnern.
Die Swisscom sagt: das alte Analogtelefon ist ja nicht gekündigt worden, wir wissen von nichts. Sie bemüht sich nicht festzustellen, ob das neue GSM-Abonnement auf denselben Lift lautet, auf dem sie auch schon das alte Abonnement verrechnet. Jahrelang bezieht sie Geld, ohne eine Leistung zu erbringen – in wie vielen -zigtausenden von Fällen ?
Der Preisüberwacher sagt, er könne hier nichts tun. Von der Stiftung für Konsumentenschutz habe ich nie mehr etwas gehört.
Mit fröhlichen Grüssen, A. Masson