Man ist bemüht, den Nutzern immer mehr Apps zu bieten, die ihnen angeblich sicher jede notwendige Information geben, um sich frisch und frei überall bewegen zu können. Schon wenn ein noch halbwegs normaler Mensch das Zugspitzmassiv sieht, müsste es "Klick" machen, gaukelt ihm eine App einen nur 3-stündigen Spaziergang zur Zugspitze vor. 14-Jährigen, müsste eigentlich der Gedanke kommen - vorausgesetzt sie haben noch einen Rest von Verstand - dass da etwas nicht stimmen kann. Zudem würden sie sich sowieso mit Null Ausrüstung nicht ins Hochgebirge begeben. Aber man hat ja ein Smartphone und die Bergwacht ist verpflichtet zu helfen wenn nichts mehr geht. Sie, bzw. die Eltern, die ihren Kindern nichts aber auch gar nichts beigebracht haben, sollten die Rettungskosten voll bezahlen müssen. Vielleicht ist es den Beiden eine Lehre und sie erinnern sich daran, dass sie neben dem Smartphone in der Hand auch ein Hirn im Kopf haben.
Schon immer hat es in den Bergen Unfälle gegeben und es wird sie leider immer geben. Doch das Smartphone verleitet geradezu zu Leichtfertigkeit. Wenn alle Stricke reissen, dann ruft man eben die Bergwacht.
"Grainau - Am frühen Mittwochabend, 17.30 Uhr, waren die Mitglieder der Bergwacht Grainau auf dem Weg zur Zugspitze im Einsatz. Zwei 14-Jährige hatten sich auf die Navigationsfunktion ihres Smartphones verlassen. Sie gab ihnen an: In drei Stunden lässt sich die Tour über das Höllental bewältigen – eine Route, für die auf Portalen und bei Bergführern eine reine Gehzeit von sieben bis acht Stunden veranschlagt wird, viele bewältigen die Tour über zwei Tage."
"Zudem ließ die App die Jugendlichen von Griesen starten – statt von Hammersbach über die Höllentalklamm. Etwas unterhalb des Höllentalferners waren die beiden nach dem enormen Umweg vollkommen erschöpft. Der Bergwacht zufolge fehlte ihnen auch „angepasste Kleidung und Ausrüstung“. Mit dem Notarzthubschrauber RK2 aus Reutte wurden die zwei sicher ins Tal gebracht."
https://www.tz.de/muenchen/region/zugsp ... 22874.html
Eva Weber