Grenzwerte fallen nicht vom Himmel
Verfasst: 9. Mai 2019 22:32
https://www.woz.ch/-9b2f
"Interessanterweise war die Sowjetunion in diesem Bereich viel weiter. Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg betrieben die Sowjets in Moskau intensiv Forschung mit nichtionisierender Strahlung, untersuchten ihr Radarpersonal und beschrieben früh das «Mikrowellensyndrom»: neurovegetative Störungen, Neurosen, Depressionen, Tagesmüdigkeit, Leistungseinbussen, Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen oder Herz-Kreislauf-Probleme. Die Sowjetunion setzte deshalb schon früh strenge Grenzwerte: Für Angestellte galt ein Limit von 0,1 W/m², für die Allgemeinbevölkerung 0,01 W/m²." (...)
"Der ICNIRP hat ein Schweizer Mitglied: Martin Röösli. In den Medien gilt er als unabhängige Koryphäe und ist überall präsent, von der «Arena» über den «Kassensturz» bis hin zu «Nau». Seine Botschaft – stets freundlich und einfühlsam vorgebracht – ist immer dieselbe: «Es gibt keine Indizien dafür, dass 5G stärkere oder andere Auswirkungen hat als bisherige Netze» («SonntagsZeitung»).
Röösli wird jeweils als Professor und Mitarbeiter des Tropeninstituts Basel vorgestellt. Dass er ICNIRP-Mitglied ist, wird nicht erwähnt.
Er präsidiert aber auch die Beratende Expertengruppe NIS (Berenis), die fürs Bundesamt für Umwelt arbeitet. Ausserdem sitzt er in der vom Bund mandatierten Arbeitsgruppe «Mobilfunk und Strahlung». Sie soll bis im Sommer einen Bericht «über Optionen im Hinblick auf den zukünftigen Ausbau der Mobilfunknetze» verfassen."
"Interessanterweise war die Sowjetunion in diesem Bereich viel weiter. Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg betrieben die Sowjets in Moskau intensiv Forschung mit nichtionisierender Strahlung, untersuchten ihr Radarpersonal und beschrieben früh das «Mikrowellensyndrom»: neurovegetative Störungen, Neurosen, Depressionen, Tagesmüdigkeit, Leistungseinbussen, Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen oder Herz-Kreislauf-Probleme. Die Sowjetunion setzte deshalb schon früh strenge Grenzwerte: Für Angestellte galt ein Limit von 0,1 W/m², für die Allgemeinbevölkerung 0,01 W/m²." (...)
"Der ICNIRP hat ein Schweizer Mitglied: Martin Röösli. In den Medien gilt er als unabhängige Koryphäe und ist überall präsent, von der «Arena» über den «Kassensturz» bis hin zu «Nau». Seine Botschaft – stets freundlich und einfühlsam vorgebracht – ist immer dieselbe: «Es gibt keine Indizien dafür, dass 5G stärkere oder andere Auswirkungen hat als bisherige Netze» («SonntagsZeitung»).
Röösli wird jeweils als Professor und Mitarbeiter des Tropeninstituts Basel vorgestellt. Dass er ICNIRP-Mitglied ist, wird nicht erwähnt.
Er präsidiert aber auch die Beratende Expertengruppe NIS (Berenis), die fürs Bundesamt für Umwelt arbeitet. Ausserdem sitzt er in der vom Bund mandatierten Arbeitsgruppe «Mobilfunk und Strahlung». Sie soll bis im Sommer einen Bericht «über Optionen im Hinblick auf den zukünftigen Ausbau der Mobilfunknetze» verfassen."