WLAN-Befürworter checken 5G
Netzwerke: Warum 5G nicht das bessere Wi-Fi ist
5G ist mit großen Marketing-Versprechungen verbunden. Doch tatsächlich wird hier mit immensem technischem und finanziellem Aufwand überwiegend das umgesetzt, was Wi-Fi bereits kann - ohne dessen Probleme zu lösen.
Eine Analyse von Elektra Wagenrad veröffentlicht am
4. Dezember 2019, 12:03 Uhr
https://www.golem.de/news/netzwerke-war ... 45178.html
Einige der Thesen:
5G eignet sich nicht für alles ...
... vor allem nicht fürs vernetzte Fahren
Die Frage sei erlaubt: Will man sich ernsthaft gerade beim autonomen Fahren von einer flächendeckenden Versorgung mit schnellen 5G-Mobilfunk-Basisstationen abhängig machen?
Sogar für die Internetversorgung zu Hause wird mitunter der Vorschlag ins Gespräch gebracht, man könne wegen 5G vielerorts gleich auf den weiteren Ausbau von Glasfaserleitungen in der letzten Meile verzichten. Dabei liefert für stationäre Anwendungen und die Basisstationen, die für die drahtlose Verbreitung von Informationen sorgen sollen, lediglich die Glasfaser langfristig eine skalierbare Bandbreite, die mit dem Bedarf wachsen kann. In Kabelschächten und -rohren lassen sich nachträglich zusätzliche Glasfaserkabel einschießen, sofern der Raum noch nicht ausgereizt ist. Kommunen und Betreiber, die hier an Platz sparen oder auf Baumaßnahmen verzichten, weil sie sich auf die Versprechen des Mobilfunks in der Zukunft verlassen, sparen am falschen Ende.
Von den sagenhaften Datenraten bleibt nur ein Bruchteil übrig
Wi-Fi ist störanfällig, kurzwelliges 5G aber auch
Bereits Regen, Schnee und Nebel dämpfen oberhalb von 10 GHz stark. Regentropfen sind bei 1 cm Wellenlänge als störende Objekte nicht mehr zu vernachlässigen.
Die 1-Millisekunde-Latenz ist ein gewagtes Versprechen
Worin sich 5G und Wi-Fi 6 unterscheiden
In funktechnischer Hinsicht unterscheiden sich die Konkurrenten vor allem bei den verfügbaren Frequenzbändern und den erlaubten Sendeleistungen unter Einberechnung des Antennengewinns, der äquivalenten isotropen Strahlungsleistung (EIRP). Bei Wi-Fi im 2,4-GHz-Band sind nur bis zu 0,1 Watt effektive Sendeleistung erlaubt. Die 5G-Basisstation Ericsson AIR 5121 arbeitet mit bis zu 40 Watt effektiver Sendeleistung pro Richtstrahl.