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"Doppelte" Abschirmung hilft mehr
Verfasst: 2. April 2004 18:59
von Elisabeth Buchs
Eine Frau, die ich kenne wohnt in der Nähe einer Mobilfunkantenne und hatte gesundheitlichen Beschwerden. Daraufhin hat sie ihr Schlafzimmer mit Swiss Shield abgeschirmt. Sie fühlte sich etwas besser, jedoch noch nicht ganz gut. Nun versuchte sie es mit einer "doppelten Lage" Swiss Shield. Jetzt geht es ihr wesentlich besser.
Mit freundlichen Grüssen
Elisabeth Buchs
Re: "Doppelte" Abschirmung hilft mehr
Verfasst: 2. April 2004 21:47
von charles claessens
Hallo Elisabeth Buchs,
das ist nicht verwunderlich.
Bei Elektrosensible kommt es auf jeden dB Gewinn an.
Ich kann Ihnnen *Reduzierung hochfrequenter Strahlung, Baustoffe und Abschirmmaterialien, von Peter Pauli und Dietrich Moldan* empfehlen.
Da stehen die Grafiken bei verschiedene Frequenzen und die dazugehoerige dB's.
Bei unsere Wohnung hat man auch neuere Sender oben auf andere plaziert.
Die RDF75 Fensterfolie genuegte auch nicht mehr, und dann habe ich ein ISPO Gewebe davor haengen muessen, um wieder einen akzeptabelen Wert zu bekommen. (< 2 uW/m2)
Charles Claessens
Re: "Doppelte" Abschirmung hilft mehr
Verfasst: 3. April 2004 15:30
von Univ.-Doz.Dr Ferdinand Ru
Um ein Zimmer gegen Mikrowellen abzuschirmen kann ein Abschirmgewebe oder eine Abschirmfarbe verwendet werden. Die Fenster können ebenfalls mit einem Abschirmgewebe, wie mit einem Fliegengitter versehen werden. Abgeschirmt müssen auch die Türen und der Fußboden werden. Da Abschirmfarbe sehr kostenintensiv ist kann im Schlafzimmer auch ein Bett-Baldachin mit einem Mikrowellen abschirmenden Stoff und eine abschirmende Bodenmatte verwendet werden. Damit wird ein Faraday'scher Käfig geschaffen der bei nicht allzuhohen Leistungsflußdichten bis 100µW/m² bioverträgliche Werte unter 1µW/m² schafft.
Solche Abschirmungen können aber nur eine notwendige Übergangslösung darstellen.Gefordert wird eine allgemeine Reduzierung auf 1µW/m² (gesamte HF-Strahlenflußdichte innen). Im Schlafbereich fordern Baubiologen aber 0,01µW/m² HF-Strahlenflußdichte gesamt. Zur Überprüfung sind Messungen der Mikrowellenbelastung mit einem Spektrumanalysator vorteilhaft, in der Regel genügt aber auch ein HF-Breitband- Meßgerät.
Mehr Informationen unter
http://members.aon.at/gigaherz
Re:
Verfasst: 3. April 2004 17:23
von charles claessens
Laut baubiologische Richtwerte fuer Schlafbereiche SBM2003 gilt normalerweise fuer Wohn/Arbeitszimmer 100 uW/m2 und fuer Schlafplaetze 0,1-1 uW/m2.
Es braucht sehr viel Aufwand um 0,1-1 uW/m2 zu erreichen.
Sicher wenn 200-600 uW/m2 hineinkommen.
Manchmal ist das sogar 2500 uW/m2 (ca 1 V/m) oder mehr.
Die 1 V/m war auch das Ausgangspunkt der TNO Studie.
Charles Claessens
Re:
Verfasst: 3. April 2004 23:35
von Univ.-Doz.Dr Ferdinand Ru
Folgendes zu Ihrer Information:
Laut Baubiologie Maes (Stand 2004) (
http://www.maes.de/GRENZW-2.pdf) fordert u.a. das Bürgerforum "Elektrosmog" d.BMU BRD (1999) für den Schlafbereich (innen) eine Leistungsflussdichte von 0,01µW/m². Baubiologie Maes fordert zwar 0,1µW/m² , bezeichnet Werte von 0,1 - 5µW/m² allerdings als schwache Anomalie. Deshalb und weil auch in diesem Bereich Bioeffekte nachgewiesen wurden, werden sogar 0,01µW/m² als Vorsorgewert gefordert.
Baubiologie Maes schreibt:" Wenn nicht viel mehr als 10 bis 100µW/m² Mobilfunkstrahlung einen Raum von außen erreichen, dann haben die Bewohner gute Chancen individuelle Schutzmaßnahmen vornehmen zu können ..." . Das ist auch meine Meinung.
100µW/m² dagegen sind aber nach Absprache von Baubiologie Maes, Dr.L.v.Klitzing und Prof.G.Käs bereits der Übergang einer mittleren zu einer hohen Anomalie. Bedenken Sie, dass in Neusüdwales (Australien) ein Grenzwert von 10µW/m² gilt und von Dr.Oberfeld 2002 in Österreich und von mir für den Innenbereich ebenfalls ein Wert von 1µW/m² gefordert wurde.
1V/m sind 2652,52 µW/m² also ca.2600 µW/m²
Re: Werte
Verfasst: 4. April 2004 13:24
von charles claessens
Ich mache einen Unterschied zwischen was gewuenscht ist, und was realisierbar ist.
Es ist schoen Forderungen zu stellen, und ich bin auch dafuer, aber solange die Provider sich an die geltende Grenzwerte halten, ist wenig zu machen.
Die ICNIRP sagt fuer GSM900, GSM1800, UMTS
41, 58 und 61 V/m resp.
Die niederlaendische Gesundheitsrat, die nur Literaturstudien macht (man darf raten welche; die Ecolog Studie wird zwar als wissenschaftlich betrachtet, aber *man hat ueber diese Studie keine Meinung formuliert!*) empfehlt seit 1977 folgende Grenzwerte:
49, 81 und 86 V/m.
Und diese Werte seien natuerlich volkommen harmlos.
Diese Gesundheitsrat empfehlt die Regierung, und jeder versteckt sich dahinter.
Da bleibt wenig zu fordern, obwohl unsere Forderungen noch hoeher sind als andere.
Auch die Bauweise hier ist anders.
In Deutschland und die Schweiz hat man dicke Mauer mit kleine Fenster.
Wir haben durchschnitt nur Glasfassaden.
Einen Wert von 1 uW/m2 oder 0.02 V/m ist an zu streben.
Und wir machen Unterschied zwischen Wohnzimmer und Schlafzimmer.
(100 zu 1 uW/m2).
Und Elektrosensible koennen schon bei Werte rundum die 1 uW/m2 reagieren.
Aber dann reagieren sie auch schon auf Niederfrequenz; elektrische Gerate, Leuchstoffrohrlampen, Trafos, usw.
Charles Claessens
Aufklärung
Verfasst: 5. April 2004 21:42
von Univ.-Doz.Dr Ferdinand Ru
Sie haben natürlich recht, dass es in der gegenwärtigen wirtschaftlichen und politischen Situation nicht realistisch erscheint Forderungen bezüglich der Senkung von geltenden Grenzwerten zu erheben. Soll man aber deswegen untätig bleiben?
Als Physiker habilitiert für 'Medizinische Physik mit besonderer Berücksichtigung der Zytophysik' der jahrelang in der Leukämie- und Chromosomenforschung als Wissenschaftler gearbeitet hat und das Buch 'Elektronenmikroskopische Hämatologie' verfasst hat, kann ich angesichts der bisher erschienen ernst zu nehmenden wissenschaftlichen Arbeiten die negative Bioeffekte bestätigen, nicht untätig zuschauen und abwarten.
Es ist die Aufklärung möglichst vieler Menschen auch sogenannter Experten notwendig, um die Entscheidungsträger zu einer Änderung ihres Standpunktes zu erreichen. Sie kennen die vielen Beispiele von ionisierender Strahlung bis zum Rauchen, wie lange hat es dort gedauert bis die Entscheidungsträger begonnen haben umzudenken.
Ich möchte dazu aus dem Buch von I.Wilke Das große Strahlen - Handy & Co. S.255 ff ausschnittweise zitieren :' Das Erkrankungsrisiko - wie viel Krankheit verträgt die Allgemeinheit. ....
Als Endergebnis beurteilen Fachleute - also ganz normale Menschen - aus Industrie und Wissenschaft die Gefährdungslage. Sie legen also fest, krass ausgedrückt, wie viele Leute zum Beispiel an Krebs erkranken dürfen, um den Nutzen eines Produktes zu ermöglichen. ... Wie gesagt: Eine Risikoabschätzung wird von Menschen vorgenommen, sie ist kein Naturgesetz; Menschen sind nicht unfehlbar.'
Also nicht den Mut verlieren auch wenn man zunächst wenig oder nichts erreicht.
Was ist eigentlich Zyto Physik?
Verfasst: 23. April 2007 19:59
von Reinhard
Sowohl in diesem Thread als auch auf der Homepage von Gigaherz
http://gigaherz.ch/pages/posts/auswirku ... ng1154.php habe ich von "Zytophysik" gelesen. Kann mir bitte jemand erklären was das ist, ich bin weder bei Google noch bei Wikipedia fündig geworden.
Freundliche Grüsse
Reinhard
Re: Was ist eigentlich Zyto Physik?
Verfasst: 24. April 2007 21:15
von Kurt
Reinhard hat geschrieben:Sowohl in diesem Thread als auch auf der Homepage von Gigaherz
http://gigaherz.ch/pages/posts/auswirku ... ng1154.php habe ich von "Zytophysik" gelesen. Kann mir bitte jemand erklären was das ist, ich bin weder bei Google noch bei Wikipedia fündig geworden.
Freundliche Grüsse
Reinhard
cytophysics (cy·to·phys·ics) (si”to-fiz´iks) the physics of cell activity.
gefunden bei
http://www.mercksource.com/pp/us/cns/cn ... c_73zPzhtm
Kurt